MAST bringt drei Fälle von illegalem Hundeimport durch Touristen zur Anzeige

Die isländische Veterinär-und Lebensmittelaufsichtsbehörde (MAST) hat drei Fälle bei der Polizei angezeigt, in denen Touristen Hunde in der Flugzeugkabine nach Island geschmuggelt haben. Einer der Hunde war mit einem in Island nicht heimischen Parasiten infiziert.

Parasit eingeschleppt
Auf der Webseite von MAST ist von drei unabhängigen Vorfällen die Rede, bei denen Touristen gesetzeswidrig Hunde in der Fahrgastkabine ins Land transportierten. Der Hundetransport ist erst aufgefallen, als die Grenzbehörden am Flughafen Keflavík sich bei MAST meldeten. Da hatten die Touristen nach einigen Tagen Aufenthalt im Lande mitsamt ihrer Hunde versucht, sich für den Rückflug einzuchecken.

MAST gestattete den Abflug der Hunde erst, nachdem sie einer tierärztlichen Untersuchung und einer Probenentnahme auf Kosten der Eigentümer unterzogen worden waren. In einem Fall wurde ein Parasit gefunden, der bislang in Island nicht heimisch gewesen ist.
Nachdem Informationen, die der Behörde vorlagen, hatte der Hund während seines Aufenthaltes im Lande keinen Kontakt zu anderen Tieren gehabt, und weil es so kalt war, hält die Behörde es für unwahrscheinlich, dass Würmer oder Eier überlebt haben, sollte der Besitzer den Hundekot nicht eingesammelt haben.

Importverbot schützt Tiere und Menschen
Dem Gesetz zum Import von lebenden Tieren nach ist es nicht erlaubt, Tiere oder deren Erbgut ins Land zu bringen. Damit sollen die in Island vorhandenen Tiere und auch die Menschen vor ansteckenden Krankheiten geschützt werden. Eine Ausnahme von der Regel kann nach Befolgung strenger Verhaltensmassregeln erteilt werden, dazu braucht es aber eine besondere Genehmigung von MAST. Grundsätzlich muss für Haustiere, die bis auf einige Ausnahmen (bestimmte Kampfhunderassen) importiert werden dürfen, ein Gesundheitszertifikat aus dem Herkunftsland vorgelegt werden, ausserdem werden sie gleich nach der Ankunft für zwei Wochen in Quarantäne gebracht. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen geahndet.

Blindenhunde müssen auch in Quarantäne
Im letzten Jahr hatte nicht einmal ein in London lebender blinder isländischer Gesangsstudent, der mit seinem Blindenhund auf Familienbesuch nach Island reiste, eine Ausnahmegenehmigung erhalten, ihm war der Blindenhund, der ihm ein selbstständiges Leben ermöglichte, noch am Flughafen für den Quarantäneaufenthalt weggenommen worden.
Hier lesen Sie die Geschichte von Már und seinem Blindenhund.

Schwerwiegender Gesetzesverstoss
MAST schreibt, man betrachte die illegale Einfuhr von Tieren als schwerwiegend, weil wegen der Infektionsgefahr strenge Einfuhrregeln gelten. Die Behörde hat alle drei Fälle bei der Polizei zur Anzeige gebracht.
Mit der kürzlich durchgeführten Regeländerung zur Einfuhr von Hunden und Katzen ist es nicht mehr möglich, diese Tiere in der Fahrgastkabine zu transportieren. Die Regelung soll genau solche illegalen Einfuhren verhindern, wo Flugpassagiere mit ihren Tieren nach Island und unbemerkt durch die Zollkontrollen gelangen.
Illegal importierte Tiere, die im Land entdeckt werden, sind in der Vergangenheit zumeist euthanasiert worden.

Petition stützt Gesetz zur Haustierhaltung in Mehrfamilienhäusern

Islands Hunde- und Katzenbesitzer wollen mit einer Petition die dem Parlament vorliegende Gesetzesänderung zur Tierhaltung in Mehrfamilienhäusern unterstützen. Bislang ist die Haustierhaltung von der Zustimmung der Hausmiteigentümer abhängig. Bei der gestern aufgesetzten Petition hatten bei Niederschrift bereits 4134 Personen unterzeichnet.

“Haustierbesitzer, die umziehen müssen, landen oft in Schwierigkeiten, wenn sie das Einverständnis ihrer Nachbarn einholen müssen,” heisst es im Petitionstext. “Sie stehen da vor einer schweren Wahl. Entweder müssen sie in ein Haus ziehen, wo sie sich nicht wohlfühlen, oder sie müssen ihr Haustier loswerden.” Ástrós Una Jóhannesdóttir, die die Petition in Gang gesetzt hat, bezeichnet die isländische Sichtweise auf Haustiere in Mehrfamilienhäusern als weitaus konservativer als in den Nachbarländern. “So wie die Dinge heute stehen, werden die Leute ungleich behandelt, jenachdem in was für einem Haus sie wohnen,” sagt sie. Am härtesten treffe das die Armen in der Gesellschaft.

Lösungen suchen wenn Probleme auftreten
Nach geltendem Gesetz müssen zwei Drittel der Hausbewohner der Haustierhaltung zustimmen. Ástrós meint, es sei eine ziemliche Belastung, diesen Genehmigungen hinterherlaufen zu müssen. Sie findet, man könne die Probleme doch auch lösen, wenn sie aufkommen, anstatt von vorneherein von Problemen auszugehen, wenn man Haustierhaltung erlaube. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Hunde und Katzen einen positiven Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen ausübten. Auch Kinder profitierten vom Aufwachsen mit Katze oder Hund.

Mehr Offenheit gegenüber Haustierhaltung
Der Gesetzentwurf war von Abgeordneten der Piraten und der Volkspartei vorgelegt worden. So sollen Hausgemeinschaften sich besondere Regeln für die Haustierhaltung setzen, denen alle Bewohner zustimmen.
Ein Verbot der Haustierhaltung wäre dann nur in Einzelfällen mit zwei Drittel aller Stimmen möglich, wenn etwa eine Tierhaltung für Mitbewohner Belästigung, Ungemach oder Störung bringt und der Tierbesitzer sich weigert, etwas daran zu ändern.
Ist ein Bewohner allergisch oder ängstlich, soll eher dieser Bewohner in eine Wohnung mit separatem Eingang ziehen als dass die Freiheit anderer eingeschränkt wird, ein Haustier in den eigenen vier Wänden halten zu können.

Akureyri erlaubt uneingeschränkten Freilauf für Katzen

Katzenfreunde in Akureyri dürfen aufatmen: eine Mehrheit im Stadtrat hat beschlossen, das geplante nächtliche Ausgangsverbot für Katzen nicht umzusetzen. Eigentlich war ab dem 1. Januar 2025 ein komplettes Ausgangsverbot für Katzen gefolgt, und das nächtliche Ausgangsverbot stellte nur den ersten Schritt dar. Doch auch daraus wird nun nichts, berichtet RÚV.

Stadtratspräsident Heimir Örn Árnason bestätigt, man habe von den Plänen ganz abgelassen. “Das kommt nun gar nicht mehr auf den Tisch, und die Regeln werden nicht geändert. Die Sache ist in der Schublade verschwunden, vorerst zumindest.” sagte er in den Morgennachrichten.
Für Hilda Jana Gísladóttir von der Sozialdemokratischen Fraktion im Stadtrat sind das freudige Nachrichten.
“Das macht mich überglücklich, und das bedeutet wie gesagt, dass es gar kein Freilaufverbot für Katzen geben wird. Ich denke, das war das Beste was in der Sache passieren konnte, nachdem alles so gelaufen war.”

Katzenpartei erhielt 4% aller Stimmen
Das geplante Freilaufverbot für Katzen hatte starke Emotionen in der Bevölkerung geweckt. Unter anderem war eine politische Partei gegründet worden, die sich bei den Kommunalwahlen im letzten Frühjahr zur Wahl stellte, Hauptprogramm der Katzenpartei war der Kampf für die Rechte der Katzen. Die Partei erhielt vier Prozent der Stimmen und schaffte es nicht in den Stadtrat.
Aber auch der Verband der isländischen Tierärzte hatte sich seinerzeit gegen ein Freilaufverbot ausgesprochen.
Nun ist Húsavík noch die einzige Stadt in Island, wo Katzen das Haus nicht verlassen dürfen.

Akureyri verbietet Freilaufkatzen ab 2025

Die Mehrheit des Stadtrates von Akureyri hat gestern beschlossen, freilaufende Katzen ab Januar 2025 zu verbieten. Sieben Stadtratsmitglieder stimmten für den Vorschlag, vier waren dagegen.
Der Vorschlag war vom Stadtratsmitglied für die Unabhängigkeitspartei, Eva Hrund Einarsdóttir eingebracht worden.

“Der Stadtrat will die Bestimmungen für den Katzenbesitz in Akureyri erneut prüfen. Nach den neuen Vorschlägen dürfen Katzen nicht mehr frei draussen herumlaufen, stattdessen wird es eine Sonnenuntergangsklausel geben, die für drei Jahre gilt. Mit Beginn des Jahres 2025 dürfen Katzen dann gar nicht mehr ins Freie. Weitaus grössere Bemühungen werden auf die Anwendung der Rahmenregeln verwendet, mit besonderer Betonung auf Besitzerverantwortung, Registrierung von Katzen und Weiterbildung.”

In den meisten Städten dürfen Katzen noch frei laufen. Nur Húsavík hatte den Freigang schon vor einigen Jahren untersagt. Dort können Besitzer mit einer Strafe von 5000 Kronen rechnen, wenn ihre Katze draussen erwischt wird. Regelmässige Freigänger müssen 10.000 Kronen berappen.

Bedauerliche Entscheidung
Bei der Abstimmung gab es sieben Stimmen für den Vorschlag und vier Gegenstimmen. Drei Ratsmitglieder (Hilda Jana Gísladóttir, Sóley Björk Stefánsdóttir, und Heimir Haraldsson) unterzeichneten eine schriftliche Protesterklärung zu dem Vorschlag: “Wir bedauern die Entscheidung des Stadtrates, freilaufende Katzen zu verbieten. Die Gemeinde hat wenig bis nichts getan, um die bereits vorhandenen Rahmenbestimmungen anzuwenden, oder versucht, sie so zu ändern, dass soviele Leute wie möglich zufriedengestellt werden können. Es wäre möglich gewesen, den Schritt zu tun, dass Katzen des Nachts nicht draussen sein dürfen, sowie während der Brutsaison. Es wäre besser gewesen, Lösungen zu suchen als auf Verbote zu pochen. Für ein Verbot wäre eine Sonnenuntergangsregel angemessen gewesen, damit die Katzen, die bereits Freigänger sind, dieses auch für den Rest ihres Lebens bleiben können.”

Regeln neu prüfen
Die Stadt Akureyri erhält regelmässige Klagen zu freilaufende Katzen von Bürgern, die sich über Hinterlassenschaften in Blumenbeeten aufregen, sowie über bedrohte Vögel. Der Ausschuss für Umwelt und Infrastruktur hatte im Jahr 2019 entschieden, die Bestimmungen für Katzen erneut zu prüfen, und zwar mit dem klaren Ziel, ihren Freigang einzuschränken. So wie die Dinge jetzt stehen, wird das Verbot zu Beginn des Jahres 2025 in Kraft treten.

Immer mehr streunende Katzen, seit COVID abklingt

Die Zahl der streunenden Katzen ist in diesem Herbst in die Höhe geschnellt, und Islands Katzenheime melden Land unter. Der genaue Grund für die vielen Streuner ist nicht bekannt, doch Arndís Björg Sigurgeirsdóttir, die Leiterin der Katzenrettungsorganisation Villikettir glaubt, es könnte an den gelockerten Massnahmen nach der COVID Pandemie liegen: Leute die sich während der Pandemie ein Haustier angeschafft hatten, haben die Lust daran verloren, wo sie nun nicht mehr zuhause sitzen müssen, berichtet RÚV.

“Wir hatten genau davor während COVID richtig Angst,” sagt Arndís. “Dass Leute, die sich zuhause gelangweilt haben, sich eine Katze als Schmusetier zulegen. Immer mehr ehemalige Haustiere ziehen nun heimatlos durch die Strassen,” sagt sie.

Im Frühjahr hatte ein Gerücht die Runde gemacht, dass es viel zu wenig Jungkatzen in Island gebe. Das hatte dazu geführt, dass Leute Katzen adoptiert hatten, um sie dann zu verkaufen.
Villikettir (Wildkatze) hat sich traditionell zum Ziel gesetzt, für Katzen zu sorgen, die niemals als Haustier gelebt haben und nicht zahm sind. Jetzt gibt es neue Kundschaft, denn für immer mehr streunende Hauskatzen, die an Dosenfutter und Sofakissen gewöhnt sind, muss gesorgt werden.
“Ich weiss nicht ob die Leute sich klarmachen, was für eine Verantwortung eine Katze bedeutet. Katzen wurden als Haustiere ausgesucht, weil viele Leute denken, sie sorgen schon für sich selbst.”

Wer Villikettir unterstützen möchte, kann Geld spenden, eine Pflegestelle für Katzen vor der Vermittlung bereitstellen oder anderweitig helfen.
Informationen gibt es in isländischer Sprache auf der Webseite der Organisation.

 

Elektrische Katzen bringen Pflegeheimbewohner zum Lächeln

Zehn elektrische Katzen wohnen neuerdings im Pflegeheim Hrafnista am Sléttuvegur in Reykjavík, berichtet RÚV. Bereichsleiterin Elsa Björk Árnadóttir findet, die Neuzugänge kämen genau richtig, sie beglückten die Bewohner und vermittelten vor allem dementen Schutzbefohlenen ein Gefühl von Nähe, denn viele von ihnen lebten gesellschaftlich isoliert.

Die Katzen miauen, bewegen sich und schnurren, wenn man sie streichelt. Sie haben unterschiedliche Farben, und jede von ihnen trägt einen Namen. Es gibt fünf Kater und fünf Katzen: Njáll, Tómasína, Valli, Tómas, Káta, Vigdís, Hlýja, Snjólfur, Snælda und Nói.
Natürlich dürfen die Katzen auch ins Bett der Bewohner, und wenn sie müde werden, tauscht man einfach die Batterie aus. Sie erweisen sich zudem als einfacher zu handhaben, denn sie kratzen nicht, und sie gehen auch nicht auf Wanderschaft. Und niemand reagiert allergisch auf die Haare, freut sich Elsa Björk.

Das Streicheln der Katzen, und ihr Schnurren sei Stimulation für die Bewohner. “Das ist diese Nähe, die ja oft fehlt. Einfach unglaublich, wie manche, von denen man kaum etwas hört und die nur im Rollstuhl sitzen, auf einmal reagieren, wenn sie diese Katzen im Arm haben. Da erwachen sie zum Leben, das ist so schön zu beobachten.” erzählt Elsa. Alle im Haus seien sehr glücklich über den Zuwachs am Sléttuvegur.