Weg auf den Vatnajökull wegen Schmelze gesperrt

Die Gletscherforschungsgruppe der Universität Islands hat den üblichen Weg auf den Vatnajökull sperren müssen, berichtet RÚV.

Die Gruppe besteigt das Gletschermassiv seit dem Jahr 1953 in jedem Frühsommer aus Forschungszwecken, in einigen wenigen Jahren hatte sie eine andere Route wählen müssen, weil die Schneemassen zu tief waren, oder hatte die Tour ganz absagen müssen.

In diesem Jahr steht sie zum ersten Mal vor dem Problem, dass Schneeschmelze und Nässe den Weg unpassierbar machen.

Oft sei man von Westen über Jökulheimar und den Tungnaárjökull aufgestiegen. Doch der Tungnaárjökull zieht sich, wie auch andere Gletscher, in enormem Tempo zurück und entblösst Land, welches seit mindestens 500 Jahren unter dem Eis verborgen gelegen hat.

Die Klimaveränderungen erschweren es den Forschern, den Klimawandel auf dem Vatnajökull zu untersuchen, denn der kurze Weg zum Gletscher über den Tungnaárjökull zu den Grímsvötn ist unpassierbar.

Stattdessen nutzt die Forschergruppe nun die Zeit, um die Erdwärme in den Grímsvötn und in den Kverkfjöll, sowie an verschiedenen Orten die Eisdicke zu messen. Unter anderem will man untersuchen, welche Veränderungen durch die gestiegene Erdwärmeentwicklung nach dem Vulkanausbruch in der Holuhraun vor vier Jahren stattgefunden haben. Damals ist die Caldera des Vulkans Bárðarbunga im Nordwesten des Vatnajökullmassivs um etwa 65 Meter eingesunken.

Auch Gasmessungen und Reparaturarbeiten an den GPS-Geräten rund um die Vulkane sind Teil der Arbeiten auf dieser Frühjahrsfahrt der Gletscherforschungsgruppe.

Die Frühjahrsfahrt der JÖFRÍ Gruppe dauert acht bis zehn Tage. Daran beteiligt sind Wissenschaftler unterschiedlicher Institutionen, wie etwa des Geowissenschaftlichen Institutes der Universität und des Meteorologischen Institutes.

Begleitet werden sie von Gletscherkundigen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Wie es auf der Facebookseite des Geowissenschaftlichen Institutes heisst, ist diese Zusammenarbeit von Forschern und interessierten Laien fast 70 Jahre alt, und ein guter Teil des Wissens um das Wesen der Grímsvötn und anderer Vulkane im Vatnajökull basiere auf Daten, die auf diesen Frühjahrsfahrten gesammelt worden seien.