Islandstuten könnten Färöerpferde retten

Icelandic horses Berglind Jóhannsdóttir

Die einzigartigen Pferde der Färöer Inseln sind vom Aussterben bedroht. Nun wollen Förderer der Pferderasse isländische Stuten als Leihmütter benutzen, um die Rasse zu retten, berichtet RÚV.
Die färöischen Pferde haben vieles mit den Islandpferden gemeinsam, auch wenn sie ein gutes Stück kleiner sind. Beide Rassen verfügen über die Gangart Tölt und haben im Winter einen dichten Pelz, der sie vor Wind und Kälte schützt, und den sie im Frühjahr gegen ein Sommerfell tauschen. DNA-Analysen aus den Jahren 1978 und 2003 haben bestätigt dass die Färöerpferde eine eigene Rasse sind, und dass die Islandpferde als nächste Verwandte gelten.

Islandstuten als Retter in der Not
Der vielleicht grösste Unterschied zwischen beiden ist wohl ihre Zahl: auf der ganzen Welt gibt es um die 250.000 Islandpferde (40% davon in Island), aber nur um die 90 reinrassige Färöerpferde, darunter sogar nur 25 fruchtbare Stuten. In diesem Jahr sind nur drei Fohlen zur Welt gekommen.
Um das Fortleben der Rasse zu gewährleisten, müssten mindestens 3000 Pferde vorhanden sein, sagt die Vorsitzende des Verbands für das Färöerpferd (Felagið Føroysk Ross), Jóna Ólavsdóttir.  Da die Färöerinseln einen solchen Bestand nicht halten und ernähren könnten, verlangt der Verband von der Regierung, das Exportverbot für die Pferde aufzuheben, damit man Färöerpferde auch im Nachbarland Dänemark züchten kann. Keins der 90 Färöerpferde hat einen Equidenpass, daher können sie das Land auch nicht verlassen.
Ein Vorschlag besteht nun darin, aus Dänemark zehn Islandstuten auf die Inseln zu holen, und dort einen Embryotransfer durchzuführen. Die Stuten würden dann nach Dänemark zurückgebracht werden, wo sie reinrassige Färöerfohlen zur Welt bringen. Diese zehn Fohlen wäre dann die Basis eines Bestandes ausserhalb der Inseln.

Anonymer Spender will Kosten übernehmen
Falls sich dieser Plan durchführen lässt, wäre dies nicht das erste Mal, dass Isländer den Färöerinseln dabei helfen, ihre Inselrasse zu bewahren. Im Jahr 2018 hatten der Färöische Reiterverband und der isländischen Bauernverband sich zusammengetan um eine Zuchtdatenbank für die Färöischen Pferde aufzustellen, in der alle Informationen zu Herkunft, Nachkommen usw. aufgeführt sind.
Das Leihmutterprojekt soll um die 200.000 Euro kosten. Ein anonymer Spender hat sich bereiterklärt, diese Kosten zu übernehmen, wenn das Projekt von den Behörden grünes Licht erhält. Ausserdem soll ein Dokumentarfilm über die Aktion gedreht werden.

WM-Medaillen und Offener Brief von Prof. Dr. Isenbügel

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Am vergangenen Wochenende ist die Weltmeisterschaft der Islandpferde in den Niederlande zuende gegangen. Die isländische Mannschaft brachte 16 Goldmedaillen, drei Silbermedaillen mit nach Hause.  Fünf Goldmedaillen und eine Silbermedaille hatte es in der Zucht gegeben, 11 mal Gold und zweimal Silber im Sport. Alle Teilnehmer der Jugend schafften es aufs Podest. Der Dachverband der isländischen Reitvereine schreibt, dass diese WM zu den besten gehört, an der isländische Reiter jemals teilgenommen haben.

Offener Brief an alle Reiter
Aus gegebenem Anlass hat der Mitbegründer der FEIF und ehemalige Präsident und Ehrenpräsident Prof. Dr. Ewald Isenbügel einen offenen Brief an die Reitergemeinschaft geschrieben, den Heimildin abgedruckt hat, das deutschsprachige Original ist weiter unten zu lesen. Der emeritierte Professor für Veterinärmedizin der Universität Zürich ist auch Träger des isländischen Falkenordens, einer Ehre, die nur wenigen Ausländern zuteil wird.

“Seit 1968 feiert die Islandpferdegemeinschaft neben dem Landsmot Europa- und Weltmeisterschaften. 2023 wiederum in Holland. Zu deren Ausrichtung wir der Niederländischen Islandpferdevereinigung von Herzen danken.
Wer hätte diese weltumfassende Entwicklung der Islandpferde – des Pilotpferdes der neuen Haltungsformen in der Gruppe, des Freizeitreitens und der Gangarten vorausgesehen, als in den fünfziger Jahren die Islandpferde zu uns aufs europäische Festland kamen. Der weltweite Erfolg der Islandpferde dank der Arbeit der ersten Gründungsländer der FEIF führte in der Heimat der Islandpferde zu einer Renaissance der Reiterei, dem Turnierwesen und der Zucht. Der Export von Pferden und der stetig zunehmende Besucherstrom von Islandpferdeliebhabern auf die Ursprungsinsel wurde für Island zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor.

Dieses Erfolgsgeschehen begleitet seit einiger Zeit der dunkle Schatten der tierquälerischen Ausbeutung trächtiger Stuten auf isländischen Blutstutenfarmen.
Animal welfare steht in den FEIF-Ländern als wichtige Prämisse und ist in Reglementen des Sportes, der Haltung und Zucht klar festgelegt und findet auch in der social license to operate ihre Vorgaben.
Die Missachtung der Tierschutzgesetze in dem Blutstutengeschäft führt zu immer stärkerem Widerstand in der isländischen Bevölkerung.
Nicht eine Verbesserung der Bedingungen zur Blutgewinnung sondern ein klares Verbot dieser Pferdenutzung muss unser aller Anliegen sein, welches mit Vehemenz und allen Mitteln gefordert werden muss. Island steht nicht allein in der Verantwortung, Deutschland ist Islands grösster PMSG-Abnehmer.

Wir sollten bei aller berechtigter Festfreude und Sportgeist daran denken, dass in den stolzen Ehrenrunden der Weltmeister die Schatten von 5000 gequälten Stuten mitlaufen.”

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Islandpferde-WM: Änderungen im isländischen Team kurz vor Abflug

In der isländischen Reiternationalmannschaft hat es kurz vor Abflug nach Holland noch einmal grosse Veränderungen gegeben. Eiðfaxi berichtet, dass der Passreiter Ingibergur Árnason seine Teilnahme an der WM zurückgezogen hat. Seine Stute Sólveig frá Kirkjubæ war noch vor der WM-Aufstellung vom Tierarzt untersucht worden, dabei hatte man eine kleine Schwellung am Hinterbein festgestellt.
„Dem Pferd muss im Zweifel immer Recht gegeben werden,“ so Ingibergur, „daher haben wir entschieden, dass wir sie aus der Mannschaft nehmen.“

An seiner Statt tritt der Passreiter Daníel Gunnarsson auf Eining frá Einhamri an. Eiðfaxi gegenüber erzählte er, vor zwei Tagen habe Nationaltrainer Sigurbjörn Bárðarsson angerufen und ihm 20 Minuten Bedenkzeit für die WM-Teilnahme gegeben. Nun müsse er sich mal schnell um den Verkauf des Pferdes kümmern und habe so grade noch Zeit zum Packen. Am Montag fliegen die isländischen Pferde in die WM-Quarantäne auf den Kontinent.

Páll Bragi Hólmarsson, der mit Vísir frá Kagaðarhóli starten wollte, bleibt ebenfalls zuhause, weil sich für Vísir nicht rechtzeitig ein Käufer gefunden hatte und man keinesfalls mit einem unverkauften Pferd ausreisen will.

Und noch ein weiterer Reiter hat seine Teilnahme zurückgezogen: Guðmundur Björgvinsson, der amtierende Weltmeister im 250 m Rennpass, wird nicht in Oirschot antreten. Vor zwei Jahren hätte er mit Sólon frá Þúfum ein hervorragendes Pferd gehabt, aber COVID änderte alles, es gab keine WM und Sólon wurde schliesslich von seinen Besitzern exportiert. Sein Nachfolger war vielversprechend, doch im vergangenen Winter verletzte Guðmundur sich beim Skifahren und schickte das Pferd nach Hause. „Ich habe auch großen Respekt vor der Weltmeisterschaft und möchte nicht mit irgendeinem Pferd antreten. Da bleibe ich lieber zu Hause.“ sagt Guðmundur.

Sein Platz bleibt leer, denn als amtierender Weltmeister hatte er einen zusätzlichen Teilnahmeplatz. Das gleiche gilt für WM-Titelträger Jóhann Rúnar Skúlason, der vom isländischen Reiterdachverband LH wegen seiner Vorgeschichte in Bezug auf sexuelle Gewalt unwiderruflich ausgeschlossen wurde.
Auch der Passreiter und seit dem 1. Juli zweifache Islandmeister Konráð Valur Sveinsson war vor einigen Wochen durch den LH wegen einer nicht näher ausgeführten Angelegenheit vom WM-Reiterteam ausgeschlossen worden.
Hier findet sich die WM-Mannschaft, die obengenannten Reiterpaare stehen allerdings noch in der Liste.

 

WM-Reiterausschluss: Reiter im Nationalteam sollen Vorbild sein

Der Ausschluss zweier Teilnehmer aus der isländischen Reiternationalmannschaft, knapp sechs Wochen vor der Weltmeisterschaft der Islandpferde im niederländischen Oirschot, hat in der Pferdewelt mehr als Verwunderung hervorgerufen, immerhin handelte es sich bei beiden Betroffenen um WM-Titelverteidiger.
Dabei sind die Gründe für den Ausschluss unterschiedlich. Der Reiter Jóhann Rúnar Skúlason war schon zuvor wegen Sexualstraftaten aus der isländischen Mannschaft ausgeschlossen worden, der Passreiter Konráð Valur Sveinsson nun aus Gründen, die auch nach dem Wochenende nicht wirklich bekannt sind.

Reitervertrag mit Pflichten
„Alle Reiter, die unter isländischer Fahne antreten und oder in der Nationalmannschaft sind, unterschreiben einen Reitervertrag, und damit die Ethikregeln des Nationalteamgremiums und die Benimmregeln des isländischen Olympiasportverbandes (ÍSI),“ erklärte der Ausschussvorsitzende Kristinn Hugason in einem Interview mit Eidfaxi. „Das gilt für amtierende Weltmeister wie für andere Nationalreiter. Wenn Reiter diesen Vertrag brechen, werden sie angemahnt oder ausgeschlossen, je nach Schwere des Verstosses. Im Vertrag geht es um ganz unterschiedliche Dinge wie Teilnahme an Veranstaltungen des Nationalteams, Kleiderordnung, sportliches Verhalten, Benutzung von Sicherheitsausrüstung, Tierwohl, Rauschmittelkonsum, Verhalten, Benehmen und Informationsfluss. Das Recht einer Person, ihren WM-Titel zu verteidigen, reicht nicht weiter als seine Pflicht gegenüber diesem Vertrag, den er mit der Nationalmannschaft geschlossen hat. Es geht ganz klar aus den Regeln von FEIF und LH hervor, dass Weltmeister, die formal vom jeweiligen Nationalverband registriert werden, sich der Autorität des Nationaltrainers unterwerfen und die Gesetze und Regeln der Nationalmannschaft im jeweiligen Land befolgen müssen.“

Sexualstraftat bedeutet keine Wiederkehr
Beide Reiter sind wegen Vorstössen gegen die Disziplinar- und Ethikregeln vom Nationalteam ausgeschlossen worden, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Im Fall Jóhann Rúnar Skúlason liegen ein älteres und ein neueres Gerichtsurteil wegen sexueller Gewalt vor. „Auf Grundlage des Sportgesetzes sind Personen, die wegen Sexualstraftaten verurteilt wurden, nicht im Sport tätig, und sie können dieses Recht auch niemals zurückerlangen.“
Für Island an einem Turnier teilzunehmen sei weder ein Arbeitsrecht noch ein Menschenrecht, betont Kristinn Hugason.

Einführung von Ethikregeln vor 10 Jahren
Nationaltrainer Sigurjón Bárðarson präzisierte Vísir gegenüber, mit der Vertragsunterzeichnung verzichte ein auserwählter Reiter auf einen bestimmten Lebensstil und werde im Namen der isländischen Nationalmannschaft zum Vorbild im Pferdesport.
Vor gut zehn Jahren habe man innerhalb des Nationalteams eine einheitliche Strategie aufgenommen, um dem Reitsport mehr Bekanntheit und Respekt zu verschaffen und auf eine Stufe mit anderen anerkannten Sportarten zu heben – nicht zuletzt im Hinblick auf geltende Disziplinar- und Ethikregeln. Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln habe einige Jahre gedauert, in der man das Team mit fachlicher Hilfe entsprechend geschult habe, schliesslich habe es für alle Reiter, die unter der Flagge des isländischen Olympiasportverbandes antreten, eine Anpassungsphase für die gestiegenen Anforderungen gegeben.
„Heute ist diese Anpassungsphase vorbei, und für die Reiter gelten die gleichen Anforderungen wie für alle anderen Sportler.“ so Sigurjón.

Zu den Verstössen von Konráð Valur Sveinsson, die zu seinem Ausschluss führten, hüllen sich auch am Montagmorgen alle Sprecher weiterhin in vage Andeutungen und Schweigen. Die Entscheidung basiere jedoch  auf mehreren Vorkomnissen und sei von Nationaltrainer und dem Ernennungsgremium gefällt worden, so LH-Vorstand Guðni Halldórsson gegenüber Eidfaxi.

WM-Team: Konráð Valur Sveinsson aus dem Nationalteam entfernt

Konráð Valur Sveinsson

Das Reitergremium und der isländische Nationaltrainer haben gestern die Entscheidung getroffen, den Reiter Konráð Valur Sveinsson aus dem Nationalteam der isländischen Reiter auszuschliessen. In einer Mitteilung des isländischen Reiterdachverbandes LH heisst es, Konráð werde aufgrund von “Verstößen gegen die Disziplinar- und Ethikregeln des Gremiums aus der Mannschaft entfernt”. Näheres zu den Hintergründen ist nicht bekannt.
Der LH-Verbandsvorsitzende Guðni Halldórsson sagte Vísir gegenüber, er könne sich nicht dazu äussern, um welche Verstösse es sich handle, aber es habe mehrere Verstösse gegeben. Weder Nationaltrainer Sigurjón Bárðarson noch Ausschussvorsitzender Kristinn Skulason waren Vísir zufolge für Kommentare erreichbar.
Konráð Valur ist mehrfacher Islandmeister im Rennpass und hält den Weltmeistertitel in der Disziplin 250 Meter Rennpass. Er ist der zweite Reiter, der wegen Verstössen aus der Nationalmannschaft entfernt wird.

Vor zwei Jahren war der mehrfache Weltmeister Jóhann Rúnar Skúlason aus dem Team ausgeschlossen worden, nachdem bekannt geworden war, dass er im Jahr 1994 eine 13-Jährige sexuell missbraucht hatte. Das Magazin mannlíf schrieb im Oktober 2021, Jóhann sei auch wegen häuslicher Gewalt gegen seine damalige Ehefrau rechtlich belangt worden.

Guðni Halldórsson hatte Vísir vor zwei Jahren gesagt, es sei eine schwere Entscheidung gewesen, Islands grössten Namen aus der Nationalmannschaft zu entfernen, aber sexueller Missbrauch vor allem gegen Kinder könne und werde nicht toleriert.
Auch die isländische Fussballwelt war vor zwei Jahren von Missbrauchskandalen im Nationalteam der Herren erschüttert worden. „Es gibt heute eine andere Diskussion und eine andere Art, mit den Dingen umzugehen als noch vor fünf Jahren. Diese Entscheidung [Jóhann auszuschliessen] ist aufgrund der Umgebung und der heutigen Lage getroffen worden und wir stehen dazu.“ sagte Guðni Halldórsson damals.
Die diesjährige WM der Islandpferde findet vom 8. bis 13. August im niederländischen Oirschot statt.

WM-Nationalteam steht fest

Die Nationalmannschaft zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Islandpferde in Berlin steht nun endgültig fest. Nationaltrainer Sigurður “Diddi” Barðarson stellte Reiter und Pferde vorgestern im Ladenlokal von Hauptsponsor Lífland in Reykjavík vor.

Bei der Wahl, so schreibt Hestafréttir, war auf Erfolge bei den letzten drei Qualifikationsturnieren geschaut worden, das Íslandsmót Anfang Juli war das letzte der Serie. Ausserdem spielten die Erfolge der Reiter auf Grossturnieren im Ausland eine Rolle bei der Auswahl.

Vier Reiter waren bereits im Jahr 2017 Weltmeister geworden, sie haben das Recht, ihren Titel zu verteidigen und damit einen sicheren Platz in der Mannschaft. Sieben Reiter wurden in der Sportklasse der Erwachsenen gewählt, fünf Reiter treten im Sport der Jugendlichen an. Ausserdem fahren sechs Pferde für die Zuchtprüfungen zur WM.

Hier gibt es die Liste:

Weltmeister von 2017

  • Jakob Svavar Sigurðsson mit Júlía frá Hamarsey (Viergang, Tölt)
  • Gústaf Ásgeir Hinriksson mit Sproti frá Innri-Skeljabrekku (Fünfgang, Passprüfung, Tölt am losen Zügel)
  • Konráð Valur Sveinsson mit Losti frá Ekru (Speedpass, Passprüfung, 250 m Pass)
  • Máni Hilmarsson mit Lísbet frá Borgarnesi (Viergang, Tölt am losen Zügel)

Erwachsene

  • Árni Björn Pálsson mit Flaumur frá Sólvangi (Viergang, Tölt am losen Zügel)
  • Ásmundur Ernir Snorrason mit Frægur frá Strandarhöfði (Viergang, Tölt am losen Zügel)
  • Bergþór Eggertsson mit Besti frá Upphafi (Speedpass, Passprüfung, 250 m Pass)
  • Guðmundur Björgvinsson mit Glúmur frá Þóroddsstöðum (Speedpass, 250 m Pass)
  • Jóhann Rúnar Skúlason mit Finnbogi frá Minni-Reykjum (Tölt, Viergang)
  • Olil Amble mit Álfarinn frá Syðri-Gegnishólum (Fünfgang, Tölt, Passprüfung)
  • Teitur Árnason mit Dynfari frá Steinnesi (Passprüfung, Speedpass, 250 m Pass)

Jugendliche

  • Ásdís Ósk Elvarsdóttir mit Koltinna frá Varmalæk (Tölt, Viergang)
  • Benjamín Sandur Ingólfsson mit Messa frá Káragerði (Speedpass, Passprüfung, 250 m Pass)
  • Glódís Rún Sigurðardóttir mit Trausti frá Þóroddsstöðum )Fünfgang, Passprüfung, Speedpass, Tölt am losen Zügel)
  • Hákon Dan Ólafsson mit Stirnir frá Skriðu (Viergang, Tölt am losen Zügel)
  • Ylfa Guðrún Svafarsdóttir mit Bjarkey frá Blesastöðum (Fünfgang, Passprüfung)

Zuchtpferde

  • Elja frá Sauðholti 7 J und älter, Reiter Árni Björn Pálsson
  • Nói frá Stóra-Hofi 7 J. und älter, Reiter Árni Björn Pálsson
  • Eyrún Ýr frá Hásæti 6 J. Reiter Eyrún Ýr Pálsdóttir
  • Spaði frá Barkarstöðum 6 J. Reiter Helga Una Björnsdóttir
  • Mjallhvít frá Þverholtum 5 J. Reiter Þórður Þorgeirsson
  • Hamur frá Hólabaki 5 J. Reiter Tryggvi Björnsson

Die Pferde fliegen mit Icelandair Cargo am 29. Juli direkt nach Berlin, einige Teammitglieder und Vertreter der Nationalmannschaft begleiten sie auf ihrer Reise. Das Team selbst fährt am 31. Juli nach Berlin, wo die WM am Sonntag den 4. August eröffnet wird und eine Woche dauert.

Die Auswahl der Pferde ist immer ein besonderer Akt für Isländer, weil das erwählte Pferd nicht nur die Ehre hat, sein Land vor den Augen der Welt zu vertreten, sondern auch, weil es nach der Weltmeisterschaft nicht wieder zurückfliegen darf. Strenge Seuchenschutzbestimmungen verbieten die Einfuhr und Wiedereinfuhr von Pferden nach Island, durch die jahrhundertelange Isolation ist die Rasse extrem empfindlich für alle Arten von Keimen und Krankheiten. Das ist auch der Grund, warum die Pferde erst so kurz vor dem Turnier ausgeflogen und auf dem Turniergelände in Isolation gehalten werden. Erfahrungswerte haben gezeigt, dass sie den Export mit anschliessendem Höchstleistungsdruck auf diese Weise am besten verkraften.

In der Regel haben die ausgeflogenen WM-Pferde schon vor dem Export einen neuen Besitzer. In seltenen Fällen wurde erst nach der WM ein Käufer gefunden.

 

Neue Krankheit in Islandpferden diagnostiziert

Die ersten Fälle des sogenanten Scandinavian knuckling syndrome (Acquired equine polyneuropathy, AEP) sind in Islandpferden auf der Insel bestätigt worden. Die Krankheit tauchte zuerst vor 25 Jahren in Skandinavien auf, ihre Ursache ist immer noch unbekannt.

AEP ist keine ansteckende Krankheit, und es gibt auch keine Hinweise auf erbliche Komponenten, heisst es in einer Mitteilung der isländischen Veterinärüberwachungsbehörde MAST.

Man glaubt vielmehr dass die Krankheit mit dem verfütterten Heu zu tun hat. Alle Pferde die auf dem nordisländischen Hof an AEP erkrankten, wurden mit dem selben Heu von dem selben Feld gefüttert. Nicht alle Pferde, die das Heu gefressen haben, sind erkrankt, es könnte also sein, dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielen.

Polyneuropathie ist ein Schaden oder eine Krankheit, die die periphären Nerven auf beiden Seiten des Körpers in Mitleidenschaft zieht. Das Hauptsymptom von AEP ist eine Muskelschwäche im hinteren Teil des Pferdekörpers, welche dazu führt, dass die Hinterbeine hin und wieder kollabieren und das Pferd an der unteren Extremität wegknickt. Die Pferde sind bei vollem Bewusstsein, zeigen Fresslust und ansonsten ein vollkomen normales Verhalten.

AEP Fälle werden meistens zwischen dem Spätwinter und dem Monat Mai festgestellt, nur wenige Fälle kamen ausserhalb dieses Zeitraumes vor. In Norwegen, Schweden und Finnland treten oft gleich zahlreiche Fälle dieser Krankheit auf jedem betroffenen Hof auf, allerdings beschränkt sich die Krankheit auf eine spezielle Region.

Sie tritt oft bei jungen Pferden auf, jedoch nicht bei Fohlen. Ein Grossteil der erkrankten Pferde erholt sich durch Ruhe und Futter aus anderen Heuchargen. Dennoch müssen Statistiken aus Norwegen und Schweden zufolge etwa 30 Prozent der erkrankten Pferde euthanasiert werden.

Die ersten Fälle in Island wurden auf einem grossen Hof im Nordwesten des Landes diagnostiziert. Dort wurden deutliche Symptome in 22 Pferden gefunden, im Alter zwischen zwei und sieben Jahren. Von diesen Pferden mussten sieben euthanasiert werden, eins wurde tot aufgefunden. Weitere Pferde auf dem Hof zeigen möglicherweise leichte Symptome der Krankheit.

Bislang ist AEP auf keinem weiteren Hof in Island aufgetreten, und das Risiko weiterer Krankheitsfälle wird als eher gering eingeschätzt, da die allermeisten Jungpferde inzwischen Gras fressen und kein Heu mehr bekommen.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Krankheit in Zukunft wieder auftaucht, da sich in Island die Bedingungen dafür offensichtlich ergeben haben.

Da es sich um eine in Island neu aufgetretene Erkrankung handelt, bittet MAST um Mitteilung zu allen Fällen, wo AEP vermutet oder bestätigt wurde.

Für weitere Informationen kann die Pferdetierärztin Sigríður Björnsdóttir kontaktiert werden: [email protected] oder Telefon 00 354 893 0824.

Hier kann man ein Video mit einem erkrankten Pferd anschauen.