Leitzins zum 12. Mal angehoben, Inflation bei 10.2%

central bank of iceland

Der geldpolitische Ausschuss der isländischen Zentralbank hat heute morgen den Leitzins um 1,0% angehoben. Der Hauptzinssatz der Bank beträgt damit jetzt 7,5 %. Dies ist das zwölfte Mal in Folge, dass die Zentralbank den Leitzins erhöht.
In einer Mitteilung der isländischen Zentralbank hiess es, der Druck durch die Inflation steige auch weiterhin, und Preiserhöhungen beträfen immer mehr Bereiche. Die Inflation beträgt jetzt 10,2%, die versteckte Inflationsrate liegt bei 7,2%.
Die langfristigen Inflationserwartungen liegen immer noch deutlich über dem Ziel, und die Realzinsen der Bank sind seit der letzten Ausschussestagung gesunken.
Weiter heisst es, dass die Inflationrate in naher Zukunft wahrscheinlich höher liegen wird als noch im Februar prognostiziert, obwohl sich der Immobilienmarkt beruhigt hat.
Das Wirtschaftswachstum war im vergangenen Jahr stark gewesen. In der Mitteilung des geldpolitischen Ausschusses heisst es, dass dieses Wachstum weit über dem liegt, was die nationale Wirtschaft langfristig tragen kann. Die Binnennachfrage ist im Februar stärker als erwartet gestiegen, und es gibt Anzeichen dafür, dass sie schon zu Jahresbeginn stärker war als erwartet.
Aufgrund dieser Situation sowie der Spannungen auf dem Arbeitsmarkt greift die Zentralbank ein und hebt den Zinssatz zum 12. Mal an, diesmal um einen vollen Prozentpunkt. Damit, so heißt es in der Mitteilung, will man versuchen, die Wechselwirkung von steigenden Löhnen und Preisen zu verhindern.

 

Kinotickets erreichen neue Höchstpreise

People sitting in a cinema, eating popcorn.

Eintrittskarten fürs Kino haben in Island inzwischen die 2000 ISK Grenze durchbrochen (13,14 EUR). Vísir sprach mit Kinogängern, die die Preise als drastisch bezeichneten, und das trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land.
Noch gar nicht lange her ist es – im April 2008, kurz vor dem Bankencrash – dass ein Kinoticket zum ersten Mal die 1000 ISK (6,57 EUR) Grenze durchbrochen hatte. Schon damals äusserten Kinogänger sich empört:
“Der Preis für eine Kinokarte war meiner Meinung nach schockierend hoch – aber jetzt ist ist es noch teurer geworden, der Preis hat 1000 Kronen erreicht, und dann musst du noch Popcorn, Coke und Süssigkeiten kaufen,” schrieb damals ein Kommentator.

Heute, 14 Jahre später, liegt der Preis in den Kinohäusern Sambíó, Háskólabíó und Smárabíó nun bei 2045 Kronen. In anderen Kinos zahlt man knapp unter 2000 ISK. Wie schon vor 14 Jahren sind auch heute die Kinofreunde im Kringlan Einkaufszentrum alles andere als glücklich damit.
Alfreð Ásberg Árnason vom Kino Sambíó hingegen ist der Ansicht, eine Eintrittskarte ins Kino sei in Island immer noch die billigste Art und Weise, sich zwei Stunden lang zu amüsieren. Der Preisanstieg könne nicht mit anderen Preiserhöhungen verglichen werden.

Neue Höchstpreise für Snacks und Getränke
Vísir hat eine Preisliste für beliebte Snacks und Getränke zusammengestellt, denmnach kostet ein Hotdog bei Bæjarins Beztu inzwischen 600 ISK (3.95 EUR) (der Preis hatte sich seit der letzten Saison stark erhöht), im Eissalon Ísbúð Vesturbæjar kostet ein beliebtes gequirltes Eis mit Süssigkeiten 1,550 ISK (10.18 EUR), und für einen doppelten Cappuccino im Kaffeehaus Te & Kaffi darf man 835 ISK (5.50 EUR) hinlegen. Ein Bier bekommt man nicht mehr unter 1450 ISK (9,55 EUR), das ist doppelt so teuer wie ein halber Liter Tuborg in einer dänischen Kneipe.

Das Statistische Amt hatte am vergangenen Donnerstag die neusten Inflationszahlen veröffentlicht, und auch Landsbankinn prognostiziert einen weiteren Anstieg der Inflation auf 9,6 Prozent, bevor sie im Januar wieder sinken soll. Die Teuerung bekommt der Verbraucher jetzt in der Vorweihnachtszeit schmerzlich zu spüren.
“Ich kann nicht mal Weihnachtsgeschenke für meine Mutter kaufen,” klagt Magnús Ingi Halldórsson, ein junger Angestellter im Einkaufszentrum Kringlan Vísir gegenüber.

 

Inflationsrate in Island liegt bei 9,9 Prozent

Die Inflationsrate in Island liegt derzeit bei 9,9 Prozent und hat damit nur im Jahr 2009 höher gelegen, als sie über 10 Prozent kletterte. Der Verbraucherpreisindex ist seit dem vergangenen Monat um 1,17 Prozent gestiegen und beträgt nun 553,5 Punkte. Ohne Beteiligung von Wohnungskosten beträgt er 459,4 Punkte und ist um 0,94 Prozent seit letztem Monat gestiegen, berichtet RÚV.

In einer Mitteilung des Statistischen Amtes heisst es, die Sommerschlussverkäufe für Schuhe und Kleidung hätten sich mit 0,24 Prozent senkend auf den Index ausgewirkt. Der Preis für Kleidung und Schuhe sank im Juli um 6,8 Prozent, der Preis für Einrichtungsgegenstände um 2,6 Prozent, was den Index ebenfalls beeinflusst habe.

Die Kosten für das Wohnen in der eigenen Immobilie sind jedoch im Juli um 2,4 Prozent gestiegen und haben damit den Index hochgetrieben. Ein Preistreiber waren auch die Flugtickets mit ihren 38,3 Prozent, die sie seit Juli mehr kosten.
Im vergangenen Jahr war der Verbraucherpreisindex um 9,9 Prozent gestiegen, ohne Beteiligung von Wohnungskosten waren es 7,5 Prozent gewesen.

Immobilienpreise auf Rekordhoch

Die Immobilienpreise in Reykjavík sind stark gestiegen, um im Durchschnitt 22,3 Prozent in den vergangenen 12 Monaten. Die Preise von freistehenden Wohnhäusern sind um 25,7 Prozent gestiegen, und der Durchschnittspreis eines Apartments stieg um 21,5 Prozent, berichtet RÚV.
Der stetige Anstieg der Immobilienpreise hat den Verbraucherpreisindex ebenfalls in die Höhe getrieben. Sogleich fiel die Inflationsprognose der Ökonomen von Landsbanki höher aus. Im Mai lag die Inflationsrate bei 7,7 Prozent.

Immobilienmarkt beruhigt sich nicht
Die Zentralbank hatte zu Beginn des Monats die Zinsen angepasst, um den Immobilienmarkt etwas zu beruhigen, doch zeigte diese Aktion eher wenig Resultate.
Die Preise für Häuser und Wohnungen in Relation zu den Gehältern sind nicht mehr ähnlich hoch gewesen wie in den Boom-Jahren zwischen 2005 und 2008, vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch Islands.