Patient mit Masern im Landspítali in Quarantäne

landspitali national university hospital iceland

Die Universitätsklinik Landspítali hat dem isländischen Chefepidemiologen gestern eine Maserninfektion gemeldet. Sie war bei einem Touristen festgestellt worden. Der Mann befindet sich auf der Quarantänestation, berichtet RÚV.

Masern ist eine hochansteckende und ernsthafte Viruserkrankung, die über Tröpfcheninfektion weitergegeben wird. Die Inkubationszeit beträgt 10 bis 12 Tage, es können sich entzündete Lymphknoten, Husten und Fieber zeigen, und am dritten oder vierten Tag kommt es in den meisten Fällen zu dem maserntypischen Ausschlag am ganzen Körper.
Der oben genannte Patient hatte den Ausschlag einen Tag nach seiner Ankunft in Island am 31. Januar bemerkt und war am 2. Februar zum Arzt gegangen.
Die Behörden haben sich mit der Fluggesellschaft in Verbindung gesetzt, die den Passagier an Bord gehabt hatte, sowie mit allen, die einer möglichen Infektion ausgesetzt sein könnten.

Impfrate in Island sinkt
Chefepidemiologin Guðrún Aspelund sagte RÚV, es sei nicht das schlechteste, dass er im Krankenhaus diagnostiziert worden sei. “Wenn die Diagnose dort nicht gestellt worden wäre, dann wäre er herumgereist, und es ist denkbar, dass dann mehr Personen einer Infektion ausgesetzt worden wären, sodass das nicht die schlechteste Lage ist, denke ich.” Bislang sind keine weiteren Masernfälle bekannt geworden, es kann aber bis zu drei Wochen dauern, bis sich Symptome zeigen.
Auch wenn die meisten Einheimischen in Island  geimpft sind oder Masern gehabt haben und damit lebenslang immun sind, ist der Anteil der Geimpften in den vergangenen Jahren gesunken. Guðrún erklärt, dass bei einer Erhebung in 2022 eine Impfrate von 90 Prozent festgestellt wurde, wobei 95 Prozent das Ziel sind.
Vor allem in Europa ist die Impfrate stark gesunken, und immer häufiger kommt es dort zu Maserninfektionen.

Masern reisen auch nach Island
“Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Infektion bis nach Island gelangt, daher müssen wir unseren Impfstatus sicherstellen, um eine Ausbreitung von auftretenden Infektionen zu verhindern. Im vergangenen Jahr gab es in Europa einen sehr starken Anstieg der Infektionen im Vergleich zum Vorjahr, was durchaus Anlass zur Sorge gibt”, so Guðrún.
In Island konnten die Masern in den Achzigerjahren ausgerottet werden, und bis zum Jahr 2014 hatte es keinen einzigen Masernfall mehr auf der Insel gegeben. Seitdem sind alle Masernfälle aus dem Ausland gekommen. Die letzte Infektion war im Jahr 2019 festgestellt worden, damals erkrankten neun Personen, sieben davon in einer Gruppeninfektion.
Man wolle unbedingt verhindern, dass sich die Masern in Island wieder etablierten und ausbreiten, so die Chefepidemiologin.

Sinkende Teilnahme an Impfungen im Kindesalter

Die Teilnahme an den klassischen Kinderimpfungen ist seit dem Rückgang bedingt durch die COVID-Pandemie nicht wieder gestiegen, berichtet RÚV. Ausserdem sind aufgrund von Produktionsengpässen nicht genügend Impfdosen vorhanden.

Im Jahr 2022 sind weniger Kinder als in den Jahren zuvor geimpft worden. Diese Information ist einem Report der Landesepidemiologin zu entnehmen. Steigende Belastung der Gesundheitszentren und zuwenig Impfdosen haben die Lage nur weiter verschlechtert, und das Gesundheitssystem hat die wegen der Pandemie verpassten Impfungen nicht auffangen können.
Die Zahl der ungeimpften ausländischen Bürger könnte die Statistik allerdings etwas verzerren.

Die isländische Arzneimittelbehörde berichtet, dass der Polio-Impfstoff Boostrix, der seit einiger Zeit in Island nicht mehr erhältlich war, nun im Land angekommen sei und ab dem 13. September in den Verkauf geht. Auch andere klassische Impfstoffe, die im Kindesalter appliziert werden, waren zuletzt nicht erhältlich gewesen. Die pharmazeutischen Grosshändler sind verantwortlich für die gängigen Medikamente, ein Mangel an Impfstoff kann jedoch allerlei andere Gründe haben.

Die systematische Impfung hat über die Jahrzehnte viele Krankheiten zum grossen Teil ausgerottet, die in früheren Zeiten noch regelmässig Todesopfer gefordert haben. Impfungen sind wichtig, um eine Herdenimmunität zu entwickeln, die dabei hilft, schwere Infektionskrankheiten unter Kontrolle zu halten. Statistiken aus anderen Ländern zeigen, dass überall dort, wo die Impfroutine verwässert wird oder Leute sich zunehmend weigern, ihre Kinder impfen zu lassen, schwere Kinderkrankheiten wie Masern, Diphterie und Polio wieder auf dem Vormarsch sind.

 

Anstieg von COVID-19 Fällen in Island

In den vergangenen vier Wochen sind immer mehr Fälle von COVID-19 Fällen aufgekommen, sagte Islands Chefepidemiologin Guðrún Aspelund RÚV gegenüber. “Wir sprechen da von einem Anstieg von 10 auf um die 30 Fälle,” sagte sie. Vor allem älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen soll in diesem Herbst erneut eine Boost-Impfung angeboten werden.

Die von Guðrún zitierten COVID-19 Fälle sind alle mit PCR-Test in der Klinik bestätigt worden, damit geben sie kein vollständiges Bild der Verbreitung in der Bevölkerung.
“Da gibt es viele Leute, die nicht beim Arzt waren, die zuhause sind, sich zuhause testen, oder einfach nur krank zuhause sind. Die Krankenhäuser testen die Leute die in der Ambulanz vorsprechen, und stationäre Patienten mit Symptomen. Daher bekommen wir unsere Daten,” erklärte Guðrún.

Die COVID-19 Impfung kann man in jedem Gesundheitszentrum in Island erhalten, eine Impfkampagne gibt es derzeit nicht. Die Risikogruppen sollen im Herbst einen Booster angeboten bekommen.
“Im September gibt es klarere Richtlinien dazu, das würde dann zur gleichen Zeit kommen wie die Grippeimpfung. Das sind unsere Zielgruppen, wie in den im Frühjahr veröffentlichten Richtlinien angekündigt: die Generation über 60, ausserdem die Risikogruppen mit Vorerkrankungen, sowie Pflegepersonal, das dem Virus ausgesetzt ist.”

 

Impfschwindler erwischt, Saalaufsicht verstärkt

bólusetning mass vaccination Laugardalshöll

In Island finden die COVID-Impfungen in Schulen und Sporthallen statt. Da sämtliche Daten im nationalen Gesundheitsnetz Heilsuvera verzeichnet sind, kann die Impfung nach Registrierung problemlos durch Krankenpflegepersonal vorgenommen werden. So hatten in der Vergangenheit Tausende an einem Tag geimpft werden können. Den Gesundheitsbehörden sind jedoch Fälle bekannt, wo besonders Schlaue sich am Eingang registriert haben, im Saal Platz nahmen und den Saal vor Verabreichung der Spritze verliessen. Damit waren sie zwar nicht geimpft, im Gesundheitsnetz aber als geimpft verzeichnet, sie hätten damit ein Impfdokument erhalten und problemlos ins Ausland reisen können.

Es sei vorgekommen, so berichtet Vísir, dass Polizisten und Feuerwehrleute solche Personen verfolgen mussten. In einem Fall, so schreibt mbl.is, sei der Spritzenflüchtling erst im nahegelegenen Fitnesscenter eingeholt worden.
Im November hatte man die Organisation der Impfveranstaltung umgestellt, um sicherzustellen, dass niemand registriert wird, der nicht auch geimpft ist. “Das darf einfach nicht passieren, aber wenn der Vorsatz vorhanden ist, dann ist das natürlich möglich,” hatte die Leiterin der Reykjavíker Gesundheitszentren, Ragnheiður Ósk Erlendsdóttir, damals angegeben.

Kontrolle im Saal verstärkt
Auch jetzt wird genau beobachtet, wohin Leute sich nach der Registrierung begeben, und ob sie den Saal möglicherweise früher verlassen. Ragnheiður sagt, niemand wird gezwungen, sich impfen zu lassen, doch wer ungeimpft das Gebäude verlässt, weil er sichs anders überlegt hat, muss auch die Registrierung rückgängig machen.

Zur Zeit wird der Booster verabreicht, ausserdem benachrichtigen die Behörden Leute, die im letzten Jahr den Janssen-Impfstoff erhalten hatten. Dieser Impfstoff wird nicht mehr als vollständige Impfung anerkannt und muss ergänzt werden. Dazu steht das Impfzentrum in der Laugardalshalle offen, und alle, deren letzte Impfung vier Monte zurückliegt und die in Island gemeldet sind, können sich registrieren und spritzen lassen.
Die Behörden schätzen, dass in Reykjavík noch um die 50.000 Personen geboostert werden müssen. Zum Monatsende sollen dann die Kinderimpfungen fortgesetzt werden.

 

COVID-19: Impfung nach Zufallsprinzip, um Herdenimmunität schneller zu erreichen

Wenn in Island die Impfung der besonders gefährdeten Gruppen abgeschlossen ist, soll die Allgemeinheit nicht etwa nach absteigendem Alter geordnet geimpft werden, sondern per Zufallsprinzip. Das bestätigte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason heute mbl.is gegenüber. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von deCODE Genetics hatte herausgestellt, dass man mit dieser Strategie eher eine Herdenimmunität gegen die COVID-19 Erkrankung herstellen könne als wenn die Bevölkerung nach absteigendem Alter durchgeimpft würde.

Bislang haben 29,89 Prozent der Bevölkerung eine oder beide Impfdosen eines COVID-Impfstoffes erhalten. Nachdem die Massenimpfung eher langsam angelaufen war, hatte sie in der vergangenen Woche deutlich an Tempo zugelegt. Bis Ende Juli wollen die Behörden 75 Prozent der Bevölkerung mit wenigstens einer Dosis versorgt haben.

Begonnen hatte man mit Mitarbeitern des Gesundheitssystems, mit Polizei und Feuerwehr, sowie mit den Bewohnern von Altenheimen, nach Alter geordnet. Danach folgten die älteren Semester in der Bevölkerung.  Dieser Tage ist die siebte Gruppe an der Reihe, Personen aller Altersstufe mit chronischen Vorerkrankungen. Die verbleibenden drei Gruppen betreffen Lehrer und Beschäftigte im Wohlfahrtssystem, Personen, die durch ihre prekäre soziale Situation gefährdet sind, sowie am Ende der Rest der Bevölkerung.
Mit der geänderten Strategie sollen die Personen aus diesen drei Gruppen nun nicht etwa dem Alter nach aufgerufen werden, sondern nach Zufallstreffer.

Impfung nach dem Zufallsprinzip
“Das wird im Bezug auf das Alter eher zufällig erfolgen,” bestätigte Þórólfur Guðnason. “Wenn etwa Lehrer oder Leute im Sozialdienst aufgerufen werden, dann geht es nicht dem Alter nach, sondern nach Zufallstreffer. Wir wollen zwei Fliegen mit einer Klappe treffen, also priorisierte Personen erreichen, aber auch so gut wie mögliche auf die Herdenimmunität hinarbeiten.”

In der Studie von deCODE, die am 29. April den Gesundheitsbehörden überreicht worden war, hatte es gehiessen, dass in Island eine Herdenimmunität am schnellsten erlangt werde, wenn bei den noch zu impfenden Gruppen die Jüngeren vor den Älteren geimpft würden, also genau entgegengesetzt der bisherigen Methode, die in Island und in den meisten anderen Ländern Anwendung findet.
Jüngere Menschen zuerst zu impfen würde die Ausbreitung des SARS-CoV-2 besser verhindern als eine Impfung der alten Menschen.

“Um die Pandemie auf 100 Personen (strenge Versammlungverbote vorausgesetzt) zu begrenzen, hätten wir 75 Prozent der Erwachsenen impfen müssen,” erklärte Páll Melsted, einer der Wissenschaftler hinter der Studie. “Aber wenn wir damit beginnen, Teenager zu impfen, dann würden wir diesen Punkt bereits mit 55 Prozent geimpfter Personen erreichen. Wenn wir diesen Punkt früher erreichen wollen, dann müssen wir mit den Jüngeren anfangen. Wir erreichen ein ähnliches Ziel, wenn wir nach dem Zufallsprinzip impfen. Politisch korrekter wäre es vielleicht, sowohl altersabsteigend als auch per Zufallsprinzip zu impfen, aber das möchte ich nicht bewerben.”

Katrín Jakobsdóttir COVID-19 mask
deCODE genetics. Kári Stefánsson presenting the results of a study on vaccination against COVID-19 on April 29, 2021

DeCODE Geschäftsführer Kári Stefánsson hatte mehrfach davor gewarnt, die Seuchenschutzbestimmungen aufzuheben, bevor eine Herdenimmunität erreicht ist. “Ich denke, wir sollten bei den Beschränkungen bleiben und noch ein paar Wochen lang katholischer als der Papst sein, und dann kommen wir da gut raus,” sagte er.

Tourismussommer hat mit US-Besuchern begonnen
Während die Impfung der isländischen Bevölkerung noch im vollen Gange ist, landen bereits die ersten Maschinen mit Touristen aus den USA, berichtet RÚV. Seit dem 6. April dürfen geimpfte US-Bürger zwar nicht in die EU, aber nach Island einreisen. Geimpfte Personen müssen sich den derzeit gültigen Bestimmungen nach in Island einmalig an der Grenze testen lassen und ihr Ergebnis in einer geeigneten Unterkunft abwarten, bevor sie sich auf Reisen begeben können.
Aus Europa gingen die Buchungen eher verhalten ein, heisst es von Seiten der isländischen Tourismusindustrie, nicht zuletzt, weil die Massenimpfung dort langsamer vonstatten geht, aber das Rad beginne sich zu drehen, und man hoffe sehr, dass damit der Tourismussommer begonnen habe.

 

Vierstufenplan zur Lockerung der COVID-Massnahmen im Inland

Minister of Agriculture, fisheries and food Svandís Svavarsdóttir

Das isländische Gesundheitsministerium hat in dieser Woche seinen “Meilensteinplan” und eine grobe Zeitleiste für die Lockerung der Seuchenpräventionsmassnahmen im Land angekündigt, die in Relation zu den angestrebten COVID-Massenimpfungen erfolgen sollen.
Dem Plan zufolge können Ende Juni alle Einschränkungen im Inland aufgehoben werden, wenn 75 Prozent der Bevölkerung zumindest eine Impfdosis erhalten hat.

Der Vierstufenplan ist vom Erfolg der Impfaktion abhängig. Er kann jederzeit geändert werden, wenn die Einschätzung des Chefepidemiologen zur internationalen Pandemielage dies für erforderlich hält. Bis zum 4. Mai können im Gesetzesportal der Regierung Einwände zu dem Plan eingesandt werden.

Meilensten 1 – Der erste Schritt ist bereits getan, als am 15. April Bestimmungen zu Versammlungsverboten und Verhaltensmassregeln an den Schulen gelockert wurden.
Meilenstein 2 – Bis Anfang Mai sollen etwa 35 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Dann ist geplant, die Zahl der erlaubten Personen an einem Ort von 20 auf 200 zu erhöhen. Auch die Abstandsregel soll gelockert werden, ausserdem sind Ausnahmen bei den Versammlungszahlen für bestimmte Veranstaltungen in Aussicht.
Meilenstein 3 – Ende Mai – Wenn 50 Prozent der Bevölkerung ihre erste Impfdosis erhalten hat, soll die Abstandsregel auf einen Meter gesenkt werden, die Zahl der erlaubten Prsonen an einem Ort wird auf bis zu 1000 Personen erhöht.
Meilensten 4 – Ende Juni – alle Beschränkungen werden aufgehoben. Die Regierung geht davon aus, dass Ende Juni alle Beschränkungen des sozialen Lebens im Inland aufgehoben werden können. Bis zu 75 Prozent der Bevölkerung haben dann wenigstens eine Impfdosis erhalten.

Der Plan ist jedoch auch abhängig davon, wie zuverlässig der Impfstoff ins Land geliefert wird, und wie erfolgreich sich die Impfaktionen des Gesundheitsamtes umsetzen lassen.

In dieser Woche sollen 23.000 Personen gegen COVID-19 geimpft werden, zum Ende der Woche wird die Zahl der Personen, die zumindest eine Impfdoses erhalten hat, bei 104.000 liegen, oder 28,2 Prozent der Bevölkerung.

Geimpft werden dieser Tage Personen ab 60 Jahren mit dem AstraZeneca Impfstoff. Auch Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason befand sich gestern unter den Impflingen, nachdem er sich vor drei Wochen hatte zurückstellen lassen, mit der Begründung, dass er keinen Patientenkontakt habe.
Vísir berichtet, dass Þórólfur wie einem Rockstar donnernder Applaus entgegenscholl, als er den Impfsaal in der Reykjavíker Sporthalle betrat. Zusammen mit Víðir Reynisson, dem Leiter des isländischen Zivilschutzes der Polizei und Gesundheitsamtleiterin Alma Möller hatte der Epidemiologe und Kinderarzt in einem festen Krisenstab von Pandemiebeginn an die Seuchenschutzgeschicke der isländischen Bevölkerung gelenkt.

Nebenwirkungen nach Impfung bei einem Drittel der gestern Geimpften

Rund ein Drittel der Feuerwehrmänner, die ihre zweite Impfdosis gestern erhalten haben, verspüren Influenzasymptome, berichtet V.
“Das sind normale Grippesymptome, Gliederschmerzen, Fieber. Das ist nichts Ernstes, aber wirkt sich bei jedem anders aus. Ich denke, das ist ein Drittel der Mannschaft bei uns, die unangenehme Symptome verspürt,” gab Sigurjón Hendriksson, der Wachtleiter der Hauptstadtfeuerwehr am Abend an.
Die Symptome sind seiner Auskunft nach unterschiedlich stark. Bei der Polizei sei es auch zu Krankheitsfällen gekommen. Insgesamt 377 Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter waren gestern mit der zweiten Impfdosis von Moderna versorgt worden.

“Wir mussten Reserveleute zum Dienst rufen, um die wichtigsten Stellen bei uns zu besetzen und Mannschaft für alle Krankenwagen zu haben. Wir mussten auch innerhalb der Schichten umdisponieren, was wir bislang umgangen haben, um COVID zu vermeiden, aber daran führt heute kein Weg vorbei.”

Vielleicht war es keine so gute Idee, alle wichtigen Mitarbeiter am selben Tag zu impfen? “Ja das ist die Frage,” meint Sigurjón. “Wir haben erwartet, dass es Symptome geben wird, das gab es ja auch letztens. Wir wussten, dass es nun etwas mehr sein würde, aber das hier ist mehr als erwartet. Das ist die Frage, ob wir das nicht besser eingeteilt hätten, aber es scheint rasch vorüberzugehen.”

Dennoch sind alle froh, die Impfung erhalten zu haben. Birgir Finnsson, der stellvertretene Feuerwehrwachleiter der Hauptstadtbrigade, sagte Vísir gegenüber: “Das wird ein ganz anderes Leben für unsere Arbeit und die Personen, die sie ausführen. Auch wenn Island sich in der Pandemie sehr gut steht, weiss man hat nie.”

 

COVID-19: Jeder in Island Lebende hat Anrecht auf Impfung

Alle in Island lebenden Personen haben Zugang zur COVID-19 Impfung, ungeachtet ihres Meldestatus oder ob sie ihren Wohnsitz in Island haben. Das geht aus einer Mitteilung des Gesundheitsamtes hervor. Ausländische Bürger werden in die gleichen nach Alter und Risikofaktoren aufgestellten Impfgruppen eingeteilt wie Isländer.

“Jeder der in Island lebt, wird die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen, ganz gleich ob er eine Personenkennziffer (kennitala) oder einen Wohnsitz hier hat oder nicht,” sagte Anna María Snorradóttir, eine Projektmanagerin beim Gesundheitsamt Iceland Review gegenüber.

Die Impfungen gegen COVID-19 hatten am 29. Dezember begonnen. Der Chefepidemiologe hatte eine Liste von Risikogruppen erstellt, nach der vorgegangen wird. In der ersten Gruppe hatte sich medizinisches Personal in Risikobereichen und die ältesten Bewohner in Pflegeheimen befunden. Als nächstes sind die über 70-Jährigen an der Reihe. Anna María zufolge können Bürger ohne kennitala oder Wohnsitz, die zu dieser Gruppe zählen, sich ebenfalls impfen lassen.

Risikofaktoren und Adresse müssen registriert sein
Alle Personen, die in Island leben, aber keine kennitala haben und mit Erstwohnsitz im Ausland registriert sind, haben Zugang zu einer COVID-Impfung in Island. Man will andere Möglichkeien nutzen, um Personen zu finden, die zu den jeweiligen Gruppen gehören.
“Es sollte möglich sein, jeden zu finden, der eine registrierte Adresse hat und ihn seinem Alter entsprechend zuzuordnen. In einigen Fällen haben die Gemeinden Informationen zu diesen Gruppen,” sagte Anna María

Ausländische Bürger mit Risikovorerkrankungen müssen allerdings dafür sorgen, dass diese Faktoren im isländischen Gesundheitssystem registriert sind. “Wenn es keine Information über Risikofaktoren hier in Island gibt, dann können wir sie nicht in eine Vorgangsgruppe für Vorerkrankungen stecken. Es wird zweifellos schwierig sein, manche Personen zu finden, aber wir tun alles in unserer Macht Stehende, um die zu finden, die das Recht auf eine Impfung haben.”

Die COVID-19 Impfung kostet nichts und ist in Island freiwillig. Die Behörden hatten mitgeteilt, dass die Gruppe der unter 70-Jährigen mindestens bis April auf eine Impfung warten muss. Leidet man an einer Vorerkrankung, rückt man vor, wenn diese Vorerkrankung registriert ist.
Weil nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht, werden die Vorgangsgruppen zuerst geimpft. Zur Zeit wird es so gehandhabt, dass man keinen Impftermin bucht, sondern automatisch benachrichtigt wird, sobald man seinem Alter, Beruf oder Vorerkrankung entsprechend zu einer Impfung berechtigt ist. Die Benachrichtigung wird per SMS oder über das Heilsuvera-Intranet zugestellt. Informationen zu den jeweils aktuellen Impfgruppen sind auf covid.is in mehreren Sprachen zu finden und werden regelmässig ergänzt, die Impftermine innerhalb der jeweiligen Vorgangsgruppe finden dann nach Absprache statt.

 

COVID-19: Kein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und Todesfällen in Pflegeheimen

Drei Todesfälle von Personen, die den COVID-Imfpstoff erhalten haben, sind bislang in Island gemeldet worden, berichtet RÚV. Bei den drei Personen handelte es sich um hochbetagte Pflegeheimbewohner mit Vorerkrankungen. Rúna Hauksdóttir Hvannberg, die Leiterin der isländischen Arzneimittelbehörde, sagte, es gebe keinen kausalen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Todesfällen, dennoch würden sie untersucht.

Island hatte mit den Impfungen am 29. Dezember begonnen, 4917 Beschäftigte in der Pflege und Bewohner von Altenheimen erhielten ihre erste Impfdosis von der Firma Pfizer kurz vor dem Jahreswechsel. Rúna weist darauf hin, dass diese ersten Dosen an die ältesten und kränksten Personen der Gesellschaft gegangen seien, die meisten von ihnen hätten an mehr oder weniger schweren Vorerkrankungen gelitten. In solchen Fällen sei es oft unmöglich, einen Kausalzusammenhang zwischen Impfung und Nebenwirkung zu finden. Rúna zufolge ist die Wahrscheinlichkeit äussest gering, dass die Todesfälle auf die Impfung zurückgingen.

“Es ist nicht sicher, dass dies eine Nebenwirkung des Impfstoffes ist, absolut nicht, dass es einen kausalen Zusammenhang gibt,” sagte Rúna. “Aber es ist wichtig, dieses zu melden, damit es geprüft wird, weil es einen zeitlichen Zusammenhang gibt. Auch wenn es sich um Personen handelt, die betagt sind und Vorerkrankungen haben. Es ist sehr wichtig, diese Informationen zu sammeln.”

Die isländische Arzneimittelbehörde hat bislang 16 Meldungen zu Nebenwirkungen auf den Pfizer Impfstoff erhalten. Zehn von ihnen stammen von Mitarbeitern aus dem Pflegebereich. Zehn von den 16 gemeldeten Fällen beschreiben milde Nebenwirkungen. Alle Meldungen sind auch an die Europäische Arzneimittelbehörde weitergeleitet worden.

Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason unterstützt Rúnas Einschätzung. “Man muss sich erinnern, dass wir die kränksten und ältesten Mitglieder unserer Gesellschaft geimpft haben, die schwach waren und an chronischen Krankheiten litten,” sagte Þórólfur. “Es gibt für diese Gruppe eine ganze Reihe von Dingen, die sie treffen können, die nichts mit der Impfung zu tun haben. Der Anteil von Patienten, die bei Grossversuchen starben, wo zehntausende geimpft wurden, war geringer als in der Kontrollgruppe, in der die Leute nicht geimpft wurden.”

COVID: Britische Virusvariante an der Grenze gefunden, Impfung hat begonnen

A screenshot from RÚV. First COVID-19 vaccines being administered in Iceland, December 29, 2020

Bei insgesamt elf Personen ist kurz vor Weihnachten beim Test an der isländischen Grenze die sogenannte “britische” Variante des Sars-CoV-2 Virus gefunden worden, berichtet RÚV. Zehn Personen waren aus Grossbritannien angereist, eine kam aus Dänemark. Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason sagte, dies sei ein höheres Aufkommen als in anderen Ländern, allerdings weil in Island alle positiven Ergebnisse auf Virusvarianten untersucht werden. In anderen Ländern liege der Anteil bei 10 bis 20 Prozent.
Die neue Virusvariante hatte international Sorge bereitet, weil Experten davon ausgehen, dass die Variante ansteckender ist als bisher bekannte Varianten.

Nicht viel bekannt über “britisches” Virus
Bei der Pressekonferenz am Vormittag sagte Gesundheitsamtsleiterin Alma Möller, dass sich das Virus in Grossbritannien trotz strikter Präventionsmassnahmen rasch ausgebreitet habe und inzwischen bei 70 Prozent aller Ansteckungsfälle gefunden werde. Bisher wisse man nicht, ob diese Mutation die Wirksamkeit der Impfung beeinträchtige, Ergebnisse diesbezüglich seien in etwa zwei Wochen zu erwarten. Ebensowenig sei bekannt, ob Personen, die von einer COVID-19 Erkrankung genesen sind, sich mit der neuen Virusvariante anstecken können. Alma zitierte den Chef des Pharmaunternehmens BioNTech, demnach sei es möglich, einen Impfstoff gegen die neue Variante in nur sechs Wochen zu entwickeln.

Nachdem über die Feiertage weniger Tests durchgeführt worden waren, sind gestern sieben positive Test eingegangen. Fünf davon waren Personen, die sich nicht in Quarantäne befunden hatten. Eine Person verstarb in der vergangenen Nacht an COVID-19.

Impfung in Island hat begonnen
Derweil hat in Island die Impfung der ersten von zehn Gruppe begonnen. Vier Krankenschwestern erhielten den Impfstoff zuerst, danach war ein Pflegeheim in Reykjavík an der Reihe. Insgesamt werden heute und morgen 1600 Bewohner von Pflegeheimen und 770 Pflegepersonen gegen das Sars-CoV-2 Virus geimpft. Im Norden des Landes sind 520 Impfdosen angekommen. Die Behörden hoffen, in der ersten Jahreshälfte 2021 etwa 75 Prozent der Bevölkerung durchimpfen zu können.

Die ersten vier Personen in Island, die die Impfung erhielten, waren die Intenisivärztin Christina Elí Zondo, die Intensivschwester Kristín Gunnarsdóttir, ein Patient auf der Inneren Medizin namens Elías Eyþórsson und Thelma Guðrún Jónsdóttir, Assistentin in der Notfallabteilung.

Gestern hatte das Gesundheitsministerium verlauten lassen, dass Island weitere 80.000 Impfdosen des Pharmaherstellers Pfizer erhalten wird, zusätzlich für die vertraglich zugesicherten 170.000 Dosen. Damit ist genug Impfstoff vorhanden um 125.000 Personen impfen zu können. Die ersten 10.000 Impfdosen erreichten das Land gestern, weitere 3000 bis 4000 werden dann wöchentlich im Januar und Februar erwartet.