Icelandic Tweed kehrt nach 50 Jahren in die Mode zurück

Die verarbeitete Wolle von isländischen Schafen erlebt dieser Tage auch COVID-bedingt ein Revival, das Stricken ist so populär wie lange nicht mehr, und auch Meterware aus isländischer Wolle ist wieder aktuell.
Der Reykjavíker Herrenausstatter Kormákur&Skjöldur hatte im vergangenen Frühjahr eine neue Kollektion aus isländischem Webstoff vorgestellt. Jackett, Weste und Schirmmütze aus “Icelandic Tweed” sind inzwischen feste Bestandteile der Tuchschneiderei, zum ersten Mal seit etwa 50 Jahren wieder, berichtet das Bændablaðið.

Gunnar Hilmarsson, Chefdesigner in der Schneiderei, der sich auch um die Produktion der Tuchware kümmert, freut sich darüber, dass die Maschinen nun so richtig surren. “Wir stellen Kleidungsstücke und Accessoires her, aber wir verkaufen auch Meterware, vor allem für Polstermöbel.” erklärt er.

Die Wolle kommt von Schafzüchtern aus dem ganzen Land, gesponnen wird sie in der Grossspinnerei Ístex, dann wird sie zum Weben nach Österreich geschickt. Gunnar zufolge fehlt es in Island leider an Gerät und Erfahrung im Weben von Meterware, sonst wäre es möglich, das Tuch von Anfang bis Ende im Land herzustellen. Die Schneiderei ist mit Exponaten auch in der Ausstellung 100% ull vertreten, welche im isländischen Designmuseum zu sehen ist (zu Zeit nur im Video).

Isländischer Tweed ist in den vier Naturgrundfarben erhältlich, braunrot, weiss, grau und schwarz. Aus diesen vier Farben wird eine Auswahl an Mustern geschaffen, von denen jedes seine eigene Liniengebung hat.