Fluglotsenstreik: Verhandlung abgebrochen, weitere Streiks kurz vor Weihnachten

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Die Tarifverhandlung zwischen der isländischen Fluglotsengewerkschaft und dem Arbeitgeberverband (SA) ist heute gegen 14 Uhr ergebnislos geendet. Die staatliche Schlichterin Aldís Magnúsdóttir sagt, es gebe keinen Grund, ein weiteres Treffen einzuberufen. Das lässt darauf schließen, dass die beiden Parteien in ihren Forderungen noch meilenweit voneinander entfernt sind.
Damit geht es nun weiter mit den Streiks der 152 isländischen Fluglotsen, die schon in dieser Woche an zwei Tagen die Insel vollkommenn lahmgelegt hatten. Von der Arbeitsniederlegung am Dienstag und Donnerstag waren um die 13.000 Passagiere betroffen. In der kommenden Woche sind Streiks für den Montag und Mittwoch angekündigt, dann müssen geschätzte 23.000 Passagiere mit Verspätungen und verpassten Anschlussflüge rechnen.

Empfindlichster Zeitpunkt des Jahres
Icelandair-Chef Bogi Nils Bogason gab RÚV gegenüber an, der Tarifstreit zwischen den Fluglotsen und dem Flughafenbetreiber ISAVIA sei sehr ernst und es sei dringend notwendig dass sich so schnell wie möglich geeinigt werde.
“Obwohl Icelandiar sich alle Mühe geben wird, alle Passagiere vor oder zum Weihnachtsfest an ihr Ziel zu bringen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das nicht gelingt, weil alle Flüge um diese betriebsame Zeit kurz vor Weihnachten vollgebucht sind.” sagte Bogi Nils.
Die Gewerkschaft der Fluglotsen habe den Zeitpunkt der Arbeitsniederlegung [4.00 bis 10.00 Uhr] gewählt, um den isländischen Fluggesellschaften den meisten Schaden zuzufügen, während andere internationale Fluggesellschaften weniger beeinträchtigt werden, heisst es in einer Mitteilung der Icelandair.
Zwischen vier Uhr und 10 Uhr Morgens landen die meisten Maschinen aus den USA, und Flugzeuge starten in Richtung Europa.

ISAVIA soll für den Schaden aufkommen
Icelandair schätzt, dass der bereits entstandene Schaden auf fünf bis sieben Mio. Dollar anwachsen könne, wenn es nicht bald zu einer Tarifeinigung komme.
Man versuche alles, um den streikbedingten finanziellen Schaden von der ISAVIA ersetzt zu bekommen.
Island sei, so Bogi Nils, für solche Aktionen besonders empfindlich:
“Die Aktionen treffen am meisten die Leute, die am wenigsten damit zu tun haben – Leute, die reisen, um ihre Familien und Freunde in dieser wichtigen Jahrezeit zu treffen. Wir werden selbstverständlich unser Bestes geben, um unsere Passagiere vor Weihnachten an ihr Ziel zu bringen, aber es ist nicht gewiss, ob das gelingen wird, wenn das so läuft, wie es gerade aussieht. Es ist daher dringend notwenig, dass die Streitparteien sich so schell wie möglich einigen.”

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