Drei Anträge auf Waljagd eingegangen

Drei Unternehmen haben beim Arbeits- und Innovationsministerium eine Lizenz für die Waljagd in diesem Sommer beantragt, berichtet RÚVBislang hat das Ministerium die Anträge noch nicht beantwortet.

Eingegangen waren sie vom Unternehmen Hvalur ehf. für die Jagd auf Finnwale, sowie von den Unternehmen IP útgerð ehf. und Runo ehf. für die Jagd auf den Minkwal.

Die Fangquote für Finnwale bis zum Jahr 2015 beträgt 209 Tiere, bei den Minkwalen sind es 217 Tiere.

Die Fangsaison läuft nach Reglement der Internationalen Walfangkommission über sechs Monate.

In Island gibt es keine Frist, innerhalb welcher eine Fanglizenz beantragt werden muss. Die Fanglizenz kostet auch keine Gebühr.

Erst kürzlich hatte die Interessensgemeinschaft Jarðvinir eine mehrteilige Klage gegen Hvalur ehf. eingereicht, weil die Lizenz ausgelaufen sei, nachdem in den Jahren 2016 und 2017 nicht gejagt worden war. Nach Ansicht von Jarðvinir ist im Jahr 2018 daraufhin ohne Lizenz gejagt worden, was einen Rechtsbruch darstelle. Des weiteren klagt Jarðvinir die Jagd auf Hybridwale an, sowie die Verwendung von Harpunen. Die Klage umfasst auch die Schlachtung, die unter freiem Himmel stattfindet, und nicht unter einem Schutzdach, wie es das Gesetz vorschreibt. Für letzteres, so war im vergangenen Winter bekannt geworden, hatte Hvalur ehf. den Minister für Fischerei und Landwirtschaft per Email um eine entsprechende Regeländerung gebeten.

Staatsanwalt ermittelt gegen Walfangunternehmen

Die Staatsanwaltschaft hat einen Beschluss der westisländischen Polizei für ungültig erklärt, nach dem die Ermittlungen in einem von drei vermuteten Vergehen des Walfangunternehmens Hvalur ehf. eingestellt werden sollen, und will in diesem einen Fall weiter ermitteln. Diese Information ist einem Papier des Chefs der westisländischen Polizei zu entnehmen.

Der Naturschutzverband Jarðvinir (Erdfreunde) hatte das Unternehmen im vergangenen August wegen Nichteinhaltung der Regeln zum Walfang angezeigt. Die Anzeige bestand aus drei Teilen, es ging um die Jagd des Unternehmens auf Hybridwale, um die Jagd mit Harpunen und um die Verarbeitung des Walfleischs.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Anzeige an die Polizei des Westlandes weitergeleitet, welche im Dezember verkündet hatte, dass sie die Ermittlungen einstelle. Damit gaben die Jarðvinir sich nicht zufrieden und erstatteten Anzeige gegen die Entscheidung der Polizei, berichtet RÚV.

Die Staatsanwaltschaft nahm sich die Anzeige vor und bestätigte die Entscheidung der Polizei, die Ermittlungen im Fall der Harpunen und der Jagd auf die Hybridwale einzustellen. Die Verarbeitung des Walfleischs muss nun jedoch weiter untersucht werden, wie es in dem Schreiben der Staatsanwaltschaft heisst.

Der Anzeige zufolge hält Hvalur ehf. sich nicht an die Regel, dass Fleischerzeugnisse unter einem Dach verarbeitet werden müssen, die Staatsanwaltschaft sieht daher Anlass, in dieser Sache weitere Informationen zu sammeln.

Zugleich verweist der Staatsanwalt auf die westisländische Polizei, die untersuchen muss, ob das Unternehmen seiner Verpflichtung nachgekommen ist, die Fanglogbücher der Kapitäne an das Fischereiamt zu übergeben. Auch hier waren es die Jarðvinir gewesen, die eine Untersuchung der Angelegenheit gefordert hatten.

Im vergangenen Winter war ein Brief von Hvalur-Chef Kristján Loftsson in die Medien geraten, in welchem dieser den Minister für Fischerei und Landwirtschaft um eine Ausnahmegenehmigung für die Verarbeitung seiner Erzeugnisse unter freiem Himmel gebeten hatte.

Minister Kristján Þór Júlíusson hatte auch die Fanglizenz für das Unternehmen für weitere fünf Jahre ausgestellt. Grundlage für die Entscheidung war eine Studie des Wirtschaftsinstitutes der Universität Islands gewesen, nach der der Walfang mehr Einnahmen für das Bruttosozialprodukt schaffe als die Aktivitäten der Walbeobachtungsunternehmen.