Mýflug bedient subventionierte Flüge nach Húsavik und Heimaey

Die isländische Strassenverwaltung hat mit der Fluggesellschaft Mýflug einen Vertrag über Linienflugverbindungen zwischen Reykjavík, den Westmännerinseln und Húsavík geschlossen. Das Abkommen gilt vom 1. bis 31. März, Mýflug bedient dann viermal die Woche die Flugverbindung zwischen Heimaey und der Hauptstadt, sowie zwischen Húsavík und der Hauptstadt.
Buchungen erfolgen nach den gleichen Regeln wie bisher, das heisst dass Personen mit Wohnsitz auf dem Land einen staatlichen Zuschuss beantragen können.
Für die Flüge kommen eine neunsitzige Beechcraft King Air B200 und eine 19-sitzige Jetstream 32 zum Einsatz.

Die Flugverbindung wird vom Staat subventioniert, um einen zeitlich begrenzten Mindesttransportservice für diese Strecken zu garantieren, die ausserhalb der Touristensaison weniger genutzt werden. Die Flugverbindung ist jedoch für Einwohner der Regionen wie für das Arbeitsleben wichtig.
Zuvor war die Fluggesellschaft Ernir vom Flughafen Húsavík aus geflogen. Verträge mit dem Staat waren jedoch ausgelaufen und nicht erneuert worden. Ernir stellt zum Monatsende seinen Betrieb ein.

 

Walbeobachtung: Húsavík setzt neuen Besucherrekord

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In der nordisländischen Küstenstadt Húsavík ist im vergangenen Jahr mit 130.000 Walbeobachtungsgästen ein neuer Besucherrekord gesetzt worden, berichtet RÚV.
Wahlbeobachtung ist für Húsavíks Tourismusbranche seit drei Jahrzehnten der grösste Publikumsmagnet, und trotz der COVID-bedingten Zwangspause wächst die Branche munter weiter. Hjálmar Bogi Hafliðason, der Vorsitzende der Kommune Norðurþing sagt, dies rufe nach einem vermehrten Aufbau der Infrastruktur. Man arbeite etwa derzeit daran, die Anlegekaie für die Walbeobachtungskutter zu erneuern.

Im Jahr 2023 war mit 130.000 Walbeobachtungsgästen ein Rekord gesetzt worden. In den Jahren 2016 bis 2018 hatten sich jeweils rund 110.000 Gäste auf den Weg gemacht, die friedlichen Meeresriesen vom Schiff aus zu beobachten. In Húsavík bieten vier Unternehmen Fahrten aufs Meer an, in der Flotte befinden sich alle Arten von Schiffen, vom traditionellen Eichenkutter bis hin zum hochmodernen Rip-Boot. Die Branche besetzt in den Sommermonaten um die 150 Arbeitsplätze.

Flugverbindung zwischen Húsavík und Reykjavík für den Winter gesichert

Die Flugverbindung zwischen der nordisländischen Stadt Húsavík und Reykjavík wird auch den Winter über aufrecht erhalten, nachdem ein Vertrag zwischen der Fluggsesllschaft Ernir und der isländischen Strassenverwaltung zustandegekommen ist. berichtet RÚV.
In einer Mitteilung der Fluggesellschaft heisst es, dass pro Woche fünf Flüge in die Hauptstadt angeboten werden. Buchungen stehen mindestens bis Ende Februar zur Verfügung. In den kommenden Wochen soll sich dann entscheiden, ob es auch nach dieser Zeit Linienflüge geben wird.
Ernir zufolge gibt es für die Flugverbindung einen hohen Bedarf, sowohl für die Allgemeinheit, als auch für Unternehmen, Insitutionen oder den Tourismus.

Húsavík ist für den gesamten Nordosten Islands infrastrukturelles Zentrum mit eigenem Krankenhaus. In Island dient der Inlandsflugverkehr als eine Art Taxi, vor allem in den Wintermonaten, wenn eine Autofahrt in die Hauptstadt noch zeitaufwändiger, schwieriger und bisweilen unmöglich ist. Man kann bequem an einem Tag und hin und zurückfliegen, ohne eine Übernachtung in Reykjavík buchen und Urlaubstage nehmen zu müssen.
Viele Einheimische nutzen daher die Flüge für wichtige Termine wie Arztbesuche oder ähnliches. Der nächste Flughafen für Tagesflugverbindungen befindet sich in Akureyri. Für Einheimische mit registriertem Wohnsitz auf dem Land subventioniert der Staat drei Hin-und Rückflüge in die Hautstadt pro Jahr.

Seetangfabrik im Húsavíker Hafen auf Eis gelegt

Húsavík

Das Grossprojekt des Seetangverarbeiters Íslandsþari in Húsavík ist vorerst auf Eis gelegt worden. Die Kommunalverwaltung im Norðurþing hat entschieden, eine Entscheidung zur Ausgabe zweier Grundstücke im Hafengebiet von Húsavík für das Projekt zu verschieben. Die Mehrheit im Stadtrat ist sich jedoch darüber einig, dass man die Verarbeitung von Seetang in Húsavík oder im Norðurþing weiter planen will, berichtet RÚV.

“Gemeinde und Íslandþari teilen die Ansicht, dass es sich lohnt, die Entscheidungsfindung auf unbestimmte Zeit zu verschieben, beide Parteien sind sich jedoch bewusst, dass der Wille zur Zusammenarbeit noch vorhanden ist. Forschung und weitere Detailarbeit durch Íslandþari gehen weiter, weil man in die fernere Zukunft schaut,” heisst es in einem Sitzungprotokoll der Stadt. Auch wenn man Planungstätigkeit und damit verbundene Änderungen im Flächennutzungsplan ausgesetzt habe, so die Bürgermeisterin, gebe es auch weiterhin Gespräche.

Kritik aus der Bevölkerung
Der Fabrikbau im Húsavíker Hafen war seit der ersten Verhandlungen zwischen Stadt und Íslandsþari umstritten gewesen. Vor allem der Standort der 5000 Quadratmeter grossen Fabrikhalle erntete Kritik, aber auch die zu erwartende Umweltverschmutzung und eine Verschandelung des piktoresken Hafens, der sich bei Touristen immer grösserer Beliebtheit erfreut.

Und dann war es die generelle Natur des Seetangprojektes, die nicht bei allen Ratsmitgliedern Zustimmung fand. Zwei Oppositionsmitglieder hatten kürzlich in veröffentlichten Kommentaren kritisiert, wie weit die Gemeinde das Projekt vorangetrieben habe, ohne dass Íslandsþari eine dauerhafte Forschungslizenz vom Ministerium für Lebensmittel, Fischerei und Landwirtschaft erhalten habe. Dem Unternehmen liegt bisher nur eine bis 2027 befristete Genehmigung vor.
Innerhalb diesen Zeitraumes hatte Íslandþari 40.000 Tonnen Seetang im Küstenbereich ernten und verarbeiten wollen.

Bürgermeisterin Katrín Sigurjónsdóttir bezeichnete es als normale Arbeitsweise, dass der Antrag des Unternehmens genau geprüft würde. Man glaube fest daran, dass eine dauerhafte Forschungslizenz erteilt werde, wenn das Unternehmen nachweise, dass es das Produkt auf nachhaltige Weise nutze.

 

Húsavík erhöht Katzensteuer drastisch

Im nordisländischen Húsavík ist es ausgesprochen kostspielig, eine Katze zu besitzen, denn die dort übliche Katzensteuer gilt als höchste im ganzen Land. Deshalb haben nun einige Katzenbesitzer darum ersucht, ihre Katze von der Gebührenliste zu streichen, berichtet Vísir. Für die hohe Steuer gibt es keine Gegenleistung, und nach draussen dürfen die Katzen sowieso nicht.

Im Jahr 2021 zahlten die Besitzer von Hunden und Katzen noch 3.900 Kronen Steuer, 2022 war die Katzensteuer auf 14.719 Kronen erhöht worden.
Guðný María Waage, die Vorsitzende des Hundevereins in Húsavík, erhielt eine Rechnung über 30.000 Kronen für ihre beiden Katzen, hinzu kamen 60.000 Kronen für ihre Hunde. Über die Summen kann sie nur mit dem Kopf schütteln.
Und so ist es durchaus verständlich, dass im katzenfeindlichen Húsavík nur 16 Katzen registriert sind. Obwohl eigentlich viel mehr Katzen dort leben.
Heute übergaben sechs Katzenbesitzer der Gemeindeverwaltung eine Unterschriftenliste, in der sie darum ersuchten, ihre Katze aufgrund der Steuererhöhung von der Liste zu streichen.

Angst ums Haustier
In Húsavík dürfen Katzen niemals frei herumlaufen, und Katzenbesitzer sehen sich negativer kritik ausgesetzt. “Da gibt es viel Unzufriedenheit, und es gibt Hass auf Haustiere, den die Leute zu spüren bekommen. Die haben Angst um ihre Haustiere, weil die sofort erschossen werden, wenn sie weglaufen.” sagt Guðný, die vor fünf Jahren von Hafnarfjörður nach Húsavík gezogen war und ihrer 14 Jahre alten Katze beibringen musste, den Rest ihres Lebens im Haus zu verbringen.
Die Gesundheitsbehörden im Hauptstadtbereich fanden Guðný zufolge die Húsavíker Katzensteuer ganz schön hoch angesetzt.
“In Hafnarfjörður kostet es nichts, eine Katze zu haben, und als ich nach Húsavik zog, musste ich auf einmal bezahlen. Und die Katze darf nicht mal nach draussen.”

Steuer soll Entwurmung decken
Nach Angaben der Gemeinde Norðurþing entfallen bei der Gebühr 9.450 Kronen auf die Entwurmung, 769 Kronen kostet die Katzenhaftpflicht, 4.500 Kronen schlagen für die Katzenkontrolle zu Buche.Wenn man nachweisen kann, dass man seine Katze entwurmt und geimpft hat, kann man eine Rückzahlung beantragen. Guðný kritisiert, es sei viel günstiger, die Katze beim Tierarzt zu entwurmen. Die meisten, so sagt sie, fahren mit ihrem Haustier ohnehin lieber nach Akureyri zum Tierarzt, denn der Húsavíker Tierarzt ist auf Pferde spezialisiert.
Ihre Nachfrage bei der Gemeinde zur Steuererhöhung blieb unbeantwortet, und sie findet, dass da mehr kommen muss.
“Ich würde gerne mehr Service dafür bekommen. Ich möchte, dass sie einen Tierarzt von anderswo holen, von Akureyri etwa, zweimal im Jahr, und dann Entwurmung und Impfung anbieten, damit wir nur diese Steuer bezahlen und zum Termin kommen,” fordert Guðný. Auch die sogenannte Kontrolle müsse verbessert werden, denn eigentlich gebe es sie überhaupt nicht.

Ungeliebte Freigangkatzen
Immer wieder kochen zum Thema Freigangkatzen die Emotionen hoch. In Akureyri etwa sollte der Freigang bis zum Jahr 2025 komplett verboten werden. Daraufhin gab es einen Sturm der Entrüstung, und die angedachte Regelung wurde in ein Nachtverbot geändert. Die Gemeinde Fjallabyggð im äussersten Norden will ähnliche Massnahmen ergreifen.
Guðný vermisst bei allen Regeln und Verboten ein Entgegenkommen für die Katzenbesitzer.
“Ich finde die Ansicht absolut in Ordnung, dass du Verantwortung für dein Tier übernehmen musst, dass du dir nicht nur eine Katze anschaffst und dich nicht weiter kümmerst. Ein bisschen Ehrgeiz beim Aufwachsen, dass ist es was uns Isländern vielleicht fehlt, dass wir ein bisschen Ehrgeiz zeigen,” meint Guðný.

Justizminister will Landräte von neun auf einen reduzieren

Jón Gunnarsson

Justizminister Jón Gunnarsson hat entschieden, dass das Amt des isländischen Landrates (sýslumaður) im nordisländischen Húsavík beheimatet werden soll, nachdem alle bisherigen neun Amtssitze zu einem zusammengefasst worden sind. Die Landratsämter, die sich in allen grösseren Orten des Landes befinden, sollen demnach geschlossen werden, stattdessen soll es nach Willen des Ministers nur noch eines geben. Im Frühjahr hatte er angekündigt, dass sich dieses Amt auf dem Land befinden soll, und beauftragte die Regionalbehörde Byggðarstofnun damit, einen passenden Ort zu finden. Am Ende erhielt Húsavík im Nordosten Islands die meisten Punkte, berichtet RÚV.

Mehr elektronische Dienstleistung
Veränderte gesellschaftliche Bedingungen und technische Neuerungen sind wohl die Hauptgründe für die Zusammenlegung der Landratsämter. Beides rufe nach einer neuen und veränderten Organisation, denn die jetztige Handhabung behindere die elektronische Dienstleistung. Ein Gesetz zur Zusammenlegung der Landratsämter soll Ende des Monats dem Parlament vorgelegt werden.
Nicht alle sind mit Jón Gunnarssons Neuerung einverstanden, bei Vorlage des Vorschlags im Frühjahr hatte es bereits zahlreiche Einwände gegeben. Der Verband der Landräte etwa kritisiert den Plan, und auch der Bürgermeister der Westmännerinseln, wo sich eins der Ämter befindet, ist mit der geplanten Neuregelung nicht einverstanden.

Büro für fast alles
Im Büro des isländischen Landrates werden beispielsweise Anträge auf Führerschein oder Pass bearbeitet, hier werden Steuern und andere Gebühren eingezogen, polizeiliche Führungszeugnisse und andere Bescheinigungen ausgestellt, hier kümmert man sich um Familienangelegenheiten wie Erbsachen oder Aufenthaltsorte für Kinder getrennt Lebender. Ausserdem werden Versicherungsangelegenheiten bearbeitet und offizielle Registrierungen wie Grundbucheintragungen etc vorgenommen. Im Amt des Sýslumaður sitzt auch ein Notar, der Beglaubigungen von Urkunden vornimmt. Und wer zur Parlaments- oder Gemeindewahl nicht erscheinen kann, kann hier im Vorraus seinen Wahlzettel ausfüllen.