Isländische Legehennen alle im Freilauf

Alle isländischen Legehennen sind jetzt im Freilauf unterwegs. Eine entsprechende Bestimmung aus dem Jahr 2015 war im vergangenen Sommer gesetzlich umgesetzt worden, damit entspricht die Legehennenhaltung nun endlich europäischen Massstäben.

In der europäischen Legehennenverordnung sind zwei Haltungsformen festgelegt: vergrösserte Legebatterien, wo jede Henne 750 Zentimeter Platz hat, oder Stallungen für freilaufende Hennen, wobei hier maximal neun Hennen pro Quadratmeter gehalten werden dürfen. In beiden Fällen muss allen Hennen ein „Nest“, ein Platz zum Sitzen, Einstreu zum Picken und Kratzen, sowie uneingeschränkter Zugang zu einem Futterverteiler und einer Tränke zur Verfügung stehen.
In Island kommt das zweite System zur Anwendung, so wie es Artikel 22 des Gesetzes zum Tierschutz bei Geflügel vorsieht. In Artikel 23 geht es um die vergrösserten Legebatterien.

Keine Käfighaltung mehr
Die Fachtierärztin für Geflügel bei der Veterinäraufsichtsbehörde (MAST), Brigitte Brugger, sagte Iceland Review, dass keine isländische Hühnerfarm mehr Käfighaltung betreibe, weder in der alten noch in der neuen Form. Die Legebatterien laufen auch in Europa aus, daher hat man in Island entschieden, die alten Käfige gar nicht erst durch sie zu ersetzen, sondern gleich auf das Freilaufsystem umzusteigen.

Freilaufskandal bei Brunegg
Die 200.000 Legehennen auf der Insel leben also alle im Freilauf. Allerdings ging auch dieser Prozess nicht ohne Tierschutzskandale vor sich. Im Jahr 2016 veröffentlichte RÚV eine Reportage über die Misshandlung von Legehennen beim Eiervermarkter Brúnegg. Diese Eier wurden als „Bio-Eier“ aus glücklichen, freilaufenden Hühnern beworben, was in keinster Weise der Realität entsprach. In der Folge mussten um die 140.000 Hennen gekeult werden. Das danach insolvente Unternehmen unternahm Versuche, RÚV und MAST auf Schadensersatz zu verklagen, die jedoch abgewehrt wurden, stattdessen hatte Brunegg am Ende auch noch die Verfahrenskosten zu tragen – ein “seltener Fall”, wie RÚV damals schrieb.

Freilauf (lausagöngu) bedeutet, dass die Hennen im Stall frei umherlaufen können. Nur Bio-Hennen dürfen auch nach draussen, allerdings nur in speziellen Einrichtungen, um die Tiere vor der Vogelgrippe zu schützen.

 

Drei Fälle von Vogelgrippe in wilden Vögeln gefunden

Die Vogelgrippe ist in den vergangenen Tagen bei wilden Vögeln in Island festgestellt worden, berichtet Vísir. In der letzten Woche war bekannt geworden, dass ein im Oktober tot aufgefundener Seeadler mit dem Virus infiziert gewesen war. Bei den neuen Vogelgrippeopfern handelt es sich um eine Wildgans im Hornafjörður, einen Raben im Skeið in Árnessýsla und mehreren Basstölpeln in der Nähe der Strandakirkja am Suðurstrandavegur.

Ausserdem sind auf einem Bauernhof im Skeið Hühner mit Krankheitssymptomen gemeldet worden, bei drei von ihnen wurde das Vogelgrippevirus gefunden. Die zehn Hühner und ein Hahn sind vorsorglich gekeult worden, berichtet mbl.is. Der verendete Rabe war in Nähe des Hühnerstalls gefunden worden.
Vom gefundenen H5-Vogelgrippetyp ist bislang nicht bekannt, ob er schwere Krankheitssymptome verursacht, hier warten die Behörden auf weitere Informationen aus dem Ausland.

Infektionsgefahr für den Menschen eher gering
Der Virustyp H5N1, der im europäischen Ausland in den meisten Fällen diagnostiziert worden war, hat keine Infektionen beim Menschen verursacht. Man geht auch davon aus, dass eine Infektion durch den Konsum von Eiern oder Geflügelfleisch übertragen wird. Auch die Übertragung des Virus von erkrankten Vögeln auf den Menschen gilt als eher unwahrscheinlich, allerdings wird dringend empfohlen, kranke oder verendete Vögel wenn überhaupt, nur mit Handschuhen anzufassen und die Hände zu desinfizieren.

Die Veterinäraufsichtsbehörde hat einen Einsatzplan für Vorbeugung und Reaktion auf infektiöse Vogelerkrankungen aktiviert. Dazu gehört das Melden aller verendeten Vögel, damit Proben entnommen werden können, und die Verbringung von Hausgeflügel in Stallungen oder unter ein umzäuntes Dach.