Dynjandi: Hubschrauberlandeplatz im Naturschutzgebiet

Eine Archäologin wundert sich, dass Kreuzfahrtschiffe und Hubschrauber Touristen zum Wasserfall Dynjandi bringen dürfen, immerhin befindet der sich im Naturschutzgebiet des Arnarfjörður. Hingegen ist es verboten, dort Drohnen zu fliegen, weil die den Frieden von Vögeln und Menschen stören.

„Das ist ein superschickes Schiff, mit zwei Helikoptern und einem U-Boot, aber wir haben uns darüber geärgert, dass es verboten ist, hier mit der Drohne zu fliegen, aber es ist in Ordnung, per Hubschrauber durch den ganzen Arnarfjörður zu fliegen,“ sagt Margrét Hrönn Hall­munds­dóttir, eine Archäologin bei Naturbüro der Westfjorde über ein Kruzfahrtschiff im Arnarfjörður.  Sie hatte das Schiff heute bei ihrer Ausgrabung mitbekommen. Die Scenic Eclipse II bietet ihren Kunden Luxus und Abenteuer. An Bord befindet sich ein Butler, und eine Reise kostet 8.120 Pfund Sterling, wenn sie für den Zeitraum zwischen dem 5. und 14. August gebucht wurde.

Pausenloser Fluglärm
Auch im vergangenen Jahr waren Kreuzfahrtschiffe in den stillen Fjord eingefahren, sagt Margrét.
“Wir haben hier gegraben, und bis zum Abend war pausenlos Fluglärm im Fjord. Die fliegen nicht besonders tief, aber du kannst dir die Auswirkungen auf das Vogelleben vorstellen, wenn die auf dem Schiff landen. Das ist ein Hubschrauberlandeplatz mitten im Naturschutzgebiet.”

Auf der Webseite der Umweltbehörde steht zu lesen dass die Benutzung von Flugdrohnen am Dynjandi streng verboten ist. Dabei wird auf Untersuchungen hingewiesen, wonach die Drohnen die Vögel stören. Am Dynjandi seien 35 Vogelarten registriert, darunter einige Arten, die auf der Liste stehen, für die Island eine besondere Verantwortung trägt, etwa weil die Vogelart nur in Island brütet. Auch Arten, die vom Aussterben bedroht sind, halten sich am Dynjandi auf.

“Wir haben bemerkt, dass die Vögel unruhig wurden, als wir ziemlich tief im Fjord gegraben haben. Das muss man angehen.” sagt Margrét. “Im letzten Jahr hat ein Reiseleiter aus Ísafjörður im Büro angerufen, um sich wegen dieser Hubschrauberflüge zu erkundigen, und er erhielt als Antwort, dass das nicht verboten sei.” Neben den Hubschraubern ist nicht nur ihr auch das Kreuzfahrtschiff im Fjord ein Dorn im Auge. “Die Leute flippen darüber aus, dass das erlaubt ist, weil alle anderen ihre Touristen aus Ísafjörður herankarren. Aber da legst du ja ein Hotel mitten ins Naturschutzgebiet.”

 

Bevölkerung von Fluglärm durch Hubschrauber genervt

Bei der Stadt Rekjavík prüft man derzeit, ob der Flughafen in der Hólmsheiði ein möglicher Standort für zukünftige Panoramarundflüge sein könnte. Einwohner im Stadtteil Hlíðarendi vergleichen Krach und Umweltverschmutzung mit einem Kriegszustand, berichtet RÚV.
In der Nachbarschaft des Flughafens in der Vatnsmýri hat man die Schnauze voll von den Hubschraubern und ist überzeugt, dass der Krach längst die zulässigen Grenzwerte für Wohngebiete überstiegen hat. Auch Bürgermeister Dagur B. Eggertsson hatte gestern in den Radionachrichten gesagt, es sei dringend, aufgrund stegender Flugzahlen einen neuen Standort für die Rundflüge der Hubschrauberunternehmen zu finden.

Kristján Vigfússon aus dem Stadtteil Hlíðarendi fühlte sich ein bisschen wie im Kriegszustand: „Wenn ichs richtig verstehe, dann sind da inzwischen sieben oder acht Unternehmen tätig. Das sind jeden Tag mehr als 80 Landungen, mit unglaublichem Lärm ganz nahe an den Wohnhäusern hier.“
Nicht nur bei den Reykjavíker Gesundheitsbehörden, sondern auch beim Flughafenbetreiber Isavia sind Klagen eingegangen – 135 wegen Lärmbelästigung und 121 wegen der Hubschrauber, davon allein 95 seit Beginn des Vulkanausbruchs. Im letzten Jahr waren insgesamt nur 23 Beschwerden eingegangen, 11 davon wegen Hubschrauberlärm.

Die beiden schönsten Naherholungsorte der Hauptstadt, Nauthólsvík und der Berg Öskjuhlíð, seien in diesem Zustand eigentlich nicht mehr nutzbar, so Kristján. Er findet, die Bewohner von Hlíðarendi hätten die gleichen Rechte wie alle anderen Bewohner der Hauptstadt, nämlich das Recht, in Ruhe und Stille zu leben. Es spiele keine Rolle, ob da nun ein Superreicher im Privatjet ist, oder Privatunternehmen mit Hubschrauber, die am Vulkanausbruch verdienen, weil irgendwelche reiche Touristen mit ihnen da hinfliegen, das könne alles nicht auf Kosten des öffentlichen Interesses passieren, so Kristján.

Das Hubschrauberunternehmen Reykjavik Helicopters operiert aus der Vatnsmýri und hat durchaus schon geprüft, wie es mit einem Umzug des Unternehmens aussehen würde. Geschäftsführer Friðgeir Guðjónsson meint, sein eher kleines Unternehmen habe sehr viel zu tun dieser Tage, auch weil das Wetter so gut sei, und so ein Flugstandort sei nicht mal in einer Nacht umgezogen.
“Unsere Piloten haben versucht, Wege zu fliegen, wo sie so wenig wie möglich stören. Aber wir müssen natürlich auch den Anweisungen der Lotsen Folge leisten.” Da werde oft um mehr Flughöhe als möglich gebeten, zudem müssten Hubschrauber sich auch nach der Windrichtung bewegen.
Er sehe aber durchaus, dass es an der Zeit sei, an einen Umzug zu denken.
Auf dem Reykjavíker Inlandsflughafen landen auch immer mehr Privatjets, die zusätzlichen Lärm zu den Linienflügen der Inlandsmaschinen bringen.

 

Litli-Hrútur: Zwei Hubschrauber und Paraglider im Sperrgebiet

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Vulkanlustige haben es gestern Abend geschafft, dass die Polizeidirektion in Suðurnes zwei Hubschrauberunternehmen unter die Lupe nimmt, nachdem deren Maschinen gegen 21 Uhr mit Fluggästen innerhalb des Sperrgebietes gesehen wurden. Polizeileiter Úlfar Lúðvíksson sagte RÚV gegenüber, es sei traurig zu wissen, dass sich manche Piloten so verhielten.

„Das ist fotografisch dokumentiert, das ist also kein Geheimnis, dass die Hubschrauber innerhalb der Gefahrenzone untewegs waren.“
Die Polizei prüft die Vorfälle und hat sich mit dem Hubschrauberunternehmen in Verbindung gesetzt. Nicht zum ersten Mal seien Hubschrauber mit Fluggästen im Sperrgebiet gelandet.
Die meisten Besucher hätten Verständnis, dass der Zugang zum Vulkangebiet gewisse Beschränkungen erfordere. Die Leute begeben sich auf eigene Verantwortung in das Sperrgebiet. Einsatzkräfte hatten mehrfach angekündigt, niemanden aus der Lava zu holen, der dort in Lebensgefahr gerate.

Die Hubschrauber waren nicht die einzigen, die gestern die Gefahr suchten. Ein ausländischer Tourist hat sich am Abend mit einem Paragliderschirm vom Litli-Hrútur in die Tiefe gestürzt, offenbar hatte er über die frische Lava gleiten wollen. Er konnte von Glück sagen, dass das nicht funktionierte. Bei der Landung habe er sich dann beinahe verletzt.
“Wir haben nicht wirklich verstanden, was er da machte, aber diese Aktion… das ist natürlich dämlich und dummdreist,”  so Úlfar. Dessen sei der Paraglider sich offenbar auch bewusst gewesen. Der Fotograf Björn Steinbekk hatte den gefährlichen Flug mit seiner Drohne aufgenommen, wie man sieht, steht eine ganze Gruppe von Leuten auf dem Berg, der nicht betreten werden sollte.

Die Berge Litli-Hrútur und Keilir liegen beide innerhalb des Sperrgebietes. Auch weiterhin wird der Zugang zum Ausbruchs abends abgeriegelt. Der Wanderweg Meradalaleið eignet sich nicht für Kinder, Schwangere und Menschen mit Atemwegsbeschwerden, sowie Leuten, die Wandern nicht gewöhnt sind. Wegen der hohen Gasemmission wird geraten, Gasmasken zu tragen. Die Polizei weist darauf hin, dass die Gasemmission gesundheitsschädlich ist, und dass sich die bedingungen im Ausbruhsgebiet, was Gasaufkommen und frische Lava angeht, jederzeit und dramatisch ändern können.

 

Hubschrauber der Küstenwache kann wegen Ruhezeit nicht im Dauerensatz sein

Gestern morgen hatte der Hubschrauber der Küstenwache nicht abheben können, um Verletzte aus einem Busunfall im Öræfi abzutransportieren, weil keine Besatzung zur Verfügung stand, berichtet mbl.is. Die Besatzung befand sich in der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeit und wollte nicht einspringen.
Seit vier Jahren verhandeln Islands Berufspiloten mit dem Staat um einen neuen Tarifvertrag, und es wird immer schwieriger, Leute aus der Ruhezeit zum Dienst zu rufen.

Ásgeir Erlendsson, der Pressesprecher der Küstenwache, gab mbl.is gegenüber an, der Hubschrauber sei für den Busunfall angefordert worden, weil es sich um einen langen Transportweg für die Verletzten gehandelt habe, nicht etwa weil die Verletzungen so schwer gewesen seien. Drei Insassen seien mit dem Krankenwagen nach Höfn gefahren worden und von dort per Krankenflugzeug nach Reykjavík geflogen. Keiner von ihnen hatte schwere Verletzungen davongetragen.

Langer Dienst im Lawinengebiet
Die Hubschrauberbesatzung hatte in den vergangenen Tagen wegen der Lawinensituation in den Ostfjorden lange Dienste verrichtet und war von acht Uhr morgens bis zum nächsten Morgen beinahe dauerhaft im Einsatz gewesen, unter anderem um eine Schwangere aus dem von Lawinen eingeschlossenen Neskaupstaðir ins Krankenhaus zu fliegen. In der gleichen Nacht hatte der Hubschrauber einen Einsatz am Eyjafjallajökull fliegen müssen, wo zwei Touristen aus einer Felswand abgestürzt waren.
Nach Angaben der Küstenwache stand nur ein Hubschrauber bereit, und statt zwei Besatzungen gab es nur eine. Die beiden anderen Hubschrauber befinden sich in Reparatur. In der Vergangenheit sei es immer gelungen, so Ásgeir, den Hubschrauber aus Gutmütigkeit zu besetzen, also Leute aus der vorgeschriebenen Erholungspause zu rufen. Das sei diesmal nicht gelungen und gestalte sich wegen des andauernden Tarifstreites auch immer schwieriger.

Mehr Einsätze als Mannschaft
Dabei werden die Unfälle ja nicht weniger. Gestern Abend ereignete sich im Lawinengebiet der Ostfjorde ein Verkehrsunfall, bei dem zwei Fahrzeuge frontal zusammengeprallt waren. Die Touristen, die in dem einen Fahrzeug sassen, blieben unverletzt, die Insassen des anderen Fahrzeugs, Einheimische, trugen kleinere Verletzungen davon und wollten sich heute selbst ins Krankenhaus begeben. Ein Kranwagen hatte die beiden verkeilten Fahrzeuge auseinanderziehen müssen.

Am vergangenen Wochenende ereigneten sich gleich drei Unfälle mit Motorschlitten, einer auf dem Langjökull, einer an den Jarlshettur, und einer im Norden des Landes. Der Hubschrauber hatte den Unfall im Norden nicht bedienen können, weil er im Süden unterwegs war. Zum Glück war der Verunfallte im Svarfaðardalur nicht allzu schwer verletzt und konnte im Krankenwagen transportiert werden.

Küstenwache hat zuwenig Piloten um Hubschrauber zu bemannen

Ein Drittel des Jahres hat die isländische Küstenwache nur eine Hubschraubermannschaft zur Verfügung, um Einsätze zu fliegen, berichtet RÚV. Gestern Morgen konnte der Hubschrauber für einen Unfalleinsatz nicht bemannt werden, weil sich Mannschaftsmitglieder krank gemeldet waren. Justizminister Jón Gunnarsson nannte die Lage inakzeptabel. Er will mehr Hubschrauberpiloten einstellen.

Ein oder zwei Teams im Einsatz
Gegen 11 Uhr gestern Morgen hatte sich unterhalb des Bergzugs der Eyjafjöll ein Verkehrsunfall ereignet, bei der eine Person schwer verletzt wurde. Weil es keine Hubschraubermannschaft gab, musste der Verletzte per Krankenwagen in die Universitätsklinik nach Reykjavík transportiert werden, eine Fahrt die eineinhalb Stunden länger dauerte als mit dem Hubschrauber.
Ásgeir Erlendsson, der Pressesprecher der Küstenwache, erklärte, zwei Drittel des Jahres verfüge die Küstenwache über zwei Einsatzteams in Bereitschaft, aber die restlichen drei Monate sei nur eine Mannschaft verfügbar. In der Vergangenheit waren Krankheitsfälle oder andere Ausfälle dergestalt gelöst worden, dass man ein Crewmitglied der anderen Mannschaften zum Dienst gerufen habe. Das sei jedoch gestern nicht möglich gewesen.

Minister will mehr Piloten einstellen
Die gestrige Situation sei nicht akzeptabel, sagte Justizminister Jón Gunnarsson Journalisten gegenüber. “Solche Vorfälle sollte nicht passieren, und wir werden alles versuchen, um zu verhindern, dass das wieder passiert.” sagte er. Der Haushalt sehe mehr Geld für die Küstenwache vor, sodass die Schichten von sechs auf sieben erhöht werden könnten. Auch die Hubschrauberflotte war im letzten Jahr von fünf auf sechs Maschinen erweitert worden. “Es ist kein Geheimnis, dass wir mit mehr Mannschaften auch die Einsatzkapazitäten erweitern könnten,” sagte Ásgeir.
Die Piloten der Küstenwache arbeiten seit zweieinhalb Jahren ohne gültigen Tarifvertrag. Ihrer Ansicht nach beinträchtige es die Flugsicherheit, wenn man die Forderungen des Finanzministers einhalten würde. Das Ministerium hat diese Vorwürfe zurückgewiesen. Das gestrige Einsatzproblem hat jedoch nichts mit der Tarifauseinandersetzung zu tun.

 

Finanzaufsicht moniert Billigtanken und Privatflüge der Küstenwache

Die isländische Küstenwache hat für ihr Schutzschiff Kraftstoff im Wert von etwa 200 Millionen Kronen auf den Färöerinseln eingekauft, aber für nur zwei Millionen Kronen in Island, berichtet RÚV. Auf den Färöerinseln wurde getankt, um die Mehrwertsteuer zu sparen. Damit hat die Küstenwache dem isländischen Staatssäckel 13 Mio. Kronen vorenthalten.
Diese Berechnung stammt aus einem Prüfbericht der Finanzaufsicht, die der Küstenwache damit zur Last legt, die fällige Mehrwertsteuer in Island entzogen zu haben.

Verlängerte Reaktionszeit, wenn Schiff woanders tankt
In den Jahren 2018 bis 2020 hatte die Küstenwache zehnmal ihr Schutzschiff auf den Färöerinseln betankt, aber nur einmal in Island. Der Schiffsdiesel ist auf den Inseln günstiger, weil dort keine Mehrwertsteuer gezahlt werden muss. Damit sparte die Küstenwache 13 Mio. Kronen.
Die Finanzaufsicht weist darauf hin, dass dies keine echte Ersparnis sei, weil diese Mehrwertsteuer ohnehin in den Staatshaushalt geflossen wäre, aus dem die Küstenwache finanziert wird. Und obwohl der Literpreis auf den Färöerinseln niedriger ist, sei es trotzdem teurer gewesen, zum Tanken dorthin zu fahren. Ausserdem habe sich die Reaktionszeit des Schutzschiffes durch die Abwesenheit um fast zwei Tage verlängert.

Finanzaufsicht will private Hubschrauberflüge verbieten
Auch die Nutzung des Hubschraubers der Küstenwache durch Politiker ist der Finanzaufsicht ein Dorn im Auge, vor allem wenn ein Politiker in Privatangelegenheiten abhebt. Die Behörde schlägt daher vor, solche Fahrten grundsätzlich zu verbieten.
Zwischen 2018 und 2020 waren Politiker insgesamt zehnmal mit dem Hubschrauber der Küstenwache unterwegs. In dem Prüfbericht heisst es, es habe unvermeidbar negative Auswirkungen darauf, wie schnell der Hubschrauber am Einsatzort sein kann, wenn sich ein Passagier an Bord befindet, während gleichzeitig ein Einsatz geflogen wird. Der Hubschrauber muss erst einen geeigneten Landeplatz finden, um seinen Passagier abzusetzen, bevor er zum Einsatz aufbrechen kann.

Als die damalige Justizministerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir im Sommer 2020 mit dem Hubschrauber vom Strand Reynisfjara nach Reykjavík zur einer Pressekonferenz geflogen wurde, war dieser Hubschrauber der einzig verfügbare im Land. Die Küstenwache hatte den Flug nicht als Privatflug gewertet, obwohl sich die Ministerin in einer Privatangelegenheit an der Reynisfjara befunden hatte, als sie von ihrer Reittour zur Pressekonferenz nach Reykjavík und wieder zurück zur Reittour an die Reynisfjara geflogen wurde. Der Hubschrauber war eigentlich auf dem Weg zu einem Erkundungsflug zur Svartá am Langjökull im zentralen Hochland, der Flug zur Reynisfjara an der Südküste, Reynisfjara, um die Ministerin an Bord zu nehmen, wurde dem Flugplan hinzugefügt.

 

Hubschrauberlandung in Hornstrandir endet mit Schuldspruch und Strafe

Ein Hubschrauberflugunternehmen, der Geschäftsführer und zwei Piloten des Unternehmens müssen zusammen mehrere 100.000 Kronen Strafe zahlen, weil sie einen Hubschrauber des Unternehmens zweimal ohne Genehmigung der Umweltbehörde im Naturschutzgebiet Hornstrandir gelandet hatten. Das Bezirksgericht in Westisland hatte Unternehmen und Beschäftigte zunächst von dem Vorwurf freigesprochen, berichtet Vísir.

Bei dem Vorfall im Juli 2020 war eine Gruppe amerikanischer Touristen nach Hornstrandir geflogen worden. Sie landeten in Fljótavík und wurden dort auch wieder abgeholt. Die Landung des Hubschraubers war bei der Umweltbehörde angezeigt worden.
Beim Bezirksgericht Westisland waren die drei Männer zuächst freigesprochen worden. Der Richter begründete den Freispruch damit, dass eine Bestimmung im Verwaltungs- und Schutzplan des Naturschutzgebietes, wonach Hubschrauber ohne Genehmigung des Umweltamtes nicht innerhalb von Naturschutzgebieten landen dürfen, im Naturschutzgesetz keine hinreichende Rechtsgrundlage finde.

Der Fall ging in die Berufung vor dem Landgericht, welches gestern sein Urteil sprach. Dort wies der Richter darauf hin, dass nach dem Naturschutzgesetz unerlaubte Handlungen innerhalb von Naturschutzgebieten strafbar sind, wenn nach behördlicher Anordnung eine Genehmigung oder Ausnamegenehmigung erforderlich ist. Das Landgericht kam zu dem Schluss, dass die Regeln, die für ein Verbot von Hubschrauberlandungen in Naturschutzgebieten gelten, eine gesetzliche Grundlage haben.

Das Hubschrauberunternehmen muss nun 150.000 Kronen Strafe zahlen, die Geschäftsführer und beide Piloten müssen jeweils 75.000 Kronen Strafe zahlen. Ihnen wurde dabei zugute gehalten, dass sie die Landung des Hubschraubers im Naturschutzgebiet zugegeben hatten, dass es sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt habe und dass sich keiner von ihnen zuvor strafbar gemacht hatte.

 

Reykjavík Helicopters wegen Flug ins Naturschutzgebiet angeklagt

Die Polizei der Westfjorde hat das Hubschrauberunternehmen Reykjavík Helicopters und dessen Sprecher wegen eines Fluges in das Naturschutzgebiet Hornstrandir im letzten Sommer angeklagt. Am Donnerstag findet die Verhandlung im Bezirksgericht der Westfjorde statt, die Klageschrift ist nach Aussage der Polizei jedoch noch nicht vollständig veröffentlicht und kann daher nicht eingesehen werden, berichtet RÚV.

Die isländische Umweltbehörde hatte bei der Polizei Anzeige erstattet, nachdem im vergangenen Sommer zwei Hubschrauber mit amerikanischen Touristen an Bord im Naturschutzgebiet in Hornstrandir gelandet waren.  Hubschrauber dürfen Naturschutzgebiete weder überfliegen noch dort landen, ausser es liegt eine Genehmigung der Naturschutzbehörden vor.

Kristín Jónsdóttir, eine Expertin bei der Behörde, hatte damals im Gespräch mit Vísir angegeben, dass Ranger der Umweltbehörde die Hubschrauber gehört hätten. “Wir haben Kontakt mit dem Unternehmen gehabt zum Thema, was in der Angelegenheit erlaubt ist und was nicht.”
Im Gespräch mit dem Fréttablaðið sagte Kristín, dies sei das erste Mal gewesen dass ein Hubschrauberflug und eine Landung in Hornstrandir angezeigt worden sei. Die Touristen seien von Reykjavík nach Fljótavík geflogen. Dort habe ein Boot die Gruppe abgeholt und zu einer Yacht gebracht, die in Hornvík vor Anker lag. Einige hätten den Tag mit Tauchen verbracht, andere seien auf der Yacht geblieben. Später habe der Hubschrauber die Leute wieder nach Fljótavík geflogen.

Strengere Regeln zum Schutz der Stille
Vor zwei Jahren waren strengere Regeln für die Naturschutzgebiete in Kraft getreten, die darauf abzielen, diese Regionen als unberührtes Land für kommende Generationen zu erhalten. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass die Stille in den Naturschutzgebieten erhalten bleibt. In dem Zusammenhang wurde explizit klargestellt, dass Hubschrauberlandungen und Dronengebrauch verboten werden.

Der Fall ist nicht der erste – vor fünf Jahren war ein Hubschrauberpilot zur Zahlung von 200.000 Kronen verurteilt worden, nachdem er mit einem Passagier ins Sperrgebiet des damals aktiven Vulkanausbruchs in der Holuhraun geflogen war. Der Pilot landete zweimal und liess seine Passagiere aussteigen.
Bekannt geworden war der Fall, nachdem der eine Passagier, Goga Ashkenazi, ein kasachischer Milliardär, ein Video seines Ausflugs in die frische Lava auf Instagram veröffentlichte.

Hubschrauber der Küstenwache wieder einsatzbereit

Icelandic coast guard

Die Flugmechaniker der isländischen Küstenwache haben vorgestern Nacht die Überholung des Hubschraubers TF-GRÓ beendet, und dieser steht nun für Rettungseinsätze wieder zur Verfügung.
Ein Streik der Mechaniker hatte die Arbeiten aufgehalten und seit vergangenem Donnerstag war für das Notfallteam der Küstenwache kein Hubschrauber für Einsätze auf dem Meer, bei Naturkatastrophen oder für medizinische Notfälle einsatzbereit gewesen.

Nachdem Tarifverhandlungen wiederholt ergebnislos verlaufen waren, hatte die Regierung am vergangenen Freitag dem Streik per Gesetz ein Ende bereitet, und am Samstagmorgen waren die Mechaniker an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die überfällige Überholung des Hubschraubers TF-GRÓ hatte dabei als erstes auf dem Plan gestanden, damit die Küstenwache wieder Notfalleinsätze fliegen kann.

Das Gesetz hatte den Streik beendet, doch die Tarifverhandlungen gehen weiter. Wenn die Verhandlungsparteien nicht vor dem 4. Januar zu einem Ergebnis gekommen sind, geht die Auseinandersetzung vor das Schiedsgericht.

Streik der Flugzeugmechaniker, Küstenwache ohne Hubschrauber

Die isländische Küstenwache hat in der vergangenen Nacht keinen Einsatz gehabt. Seit Mitternacht hätte sie auch gar keinen fliegen können, denn es stand kein Hubschrauber für Notfalleinsätze zur Verfügung. Sollte auf die Gehaltsforderungen der Flugmechaniker nicht eingegangen werden, hat die Küstenwache nach dem 14. Dezember keine einsatzbereiten Hubschrauber mehr.

In den vergangenen Wochen hatte die Küstenwache ihren Dienst nur eingeschränkt versehen können, weil nur der Hubschrauber TF-GRÓ bereit zum Einsatz war. Der andere Hubschrauber, TF-EIR, muss überholt werden. Seit Mitternacht steht nun auch TF-GRÓ zur Überholung im Hangar, wo die Flugmechaniker jedoch streiken, sodass für die kommenden zwei Tage kein Hubschrauber mehr Notfalleinsätze fliegen kann. Falls sich bei der routinemässigen Überholung ein Reparaturbedarf herausstellt, könnte der Zustand noch länger andauern.

Ásgeir Erlendsson, Sprecher der Küstenwache, sagte RÚV, dass die Küstenwache nach dem 14. Dezember gar keinen Hubschrauber mehr hat. Je länger der Streik andauert, desto länger wird es dauern, den Hubschrauber zu reparieren, weil bei stillgelegten Hubschraubern eher Schäden entstehen als bei solchen, die regelmässig fliegen. Selbst wenn der Streik in dieser Woche beigelegt wird, hätte die Küstenwache nur die zwei Hubschrauber, die sie für 10 Tage im Dezember benötigen.

Streikverbot steht im Raum
Quellen des Morgunblaðið zufolge hat das Justizministerium einen Gesetzentwurf fertiggestellt, mit dem ein Streik der Flugmechaniker gestoppt würde, doch nicht alle Mitglieder der Regierung sind damit einverstanden, zu solchen Massnahmen zu greifen, um einen Streik zu beenden. Morgunblaðið berichtet, dass vor allem linksgrüne Minister dagegen sind.

Premierministerin Katrín Jakobsdóttir, ebenfalls von der Linksgrünen Partei, sagte dem Morgunblaðið, sie habe keinen Gesetzentwurf wie diesen gesehen und betonte, dass wegen der Art der Tätigkeit [der Flugzeugmechaniker] alle Verhandlungsparteien ihr Allerbestes gäben, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Die Tarifverhandler für die Mechaniker der Küstenwache und Vertreter der Regierung haben sich heute morgen mit dem staatlichen Vermittler erneut getroffen, nachdem die Verhandlungen gestern nachmittag ergebnislos abgebrochen worden waren.