Seltener Kapellanschwarm vor der Küste von Hjalteyri gefunden

Der Berufstaucher Erlender Bogason in Hjalteyri staunte nicht schlecht, als er nach Muscheln für seine zahmen Seewolf tauchte und sich auf einmal in einem riesigen Kapellanschwarm wiederfand. In Windeseile schwamm er ans Ufer, holte seine Kamera aus der Tauchstation und fand den Schwarm tatsächlich auch wieder.

“Seit bald 20 Jahren versuche ich, Bilder eines Kapellanschwarms zu bekommen,” erzählt Erlendur, der seit drei Jahrzehnten im Wasser unterwegs ist und schon die unglaublichsten Dinge dort gefunden hat. Mit taucherfahrenen Gästen taucht er regelmässig zu den heissen Geysiren vor der Küste von Hjalteyri.
“Das ist unglaublich, in sowas zu landen, so glasklar und schön wie es nur sein kann, und natürlich, in aller Ruhe dort Bilder aufnehmen zu können.” schwärmt der Taucher. Hier gibts das Video zu sehen.

Obwohl der Kapellan ein beliebter Fangfisch für die isländische Fischereiflotte ist und ihm eine grosse Bedeutung in der Futterkette der Atantikfische zukommt, weiss man relativ wenig über den kleinen Fisch, und es gibt kaum Bildmaterial über Schwärme.
“Nur mit diesen Bildern sieht man ja die Dichte im Schwarm,” sagt Erlendur. “Dann gibt es da die Trennung von weiblichen und männlichen Fischen im Schwarm, wo die sich aufhalten.”  Über Dichte und Aufbau eines Kapellanschwarms, und auch über das Laichen des Fisches sei kaum etwas bekannt.

Mehr von Erlendur und seinem Seewolf Stefanía.

 

Dem Ursprung des Lebens im Eyjafjörður auf der Spur

Hjalteyri, herrings factory, Eyjafjörður

Die heissen Quellschlote auf dem Grund des Eyjafjörður im Norden Islands sind das Ziel einer internationalen Wissenschaftlergruppe, die dort erforschen will, wie sich Leben auf dem Mars und möglicherweise an anderen Orten im Sonnensystem entwickelt haben könnte. Am Ende steht die Vorbereitung eines weiteren Erkundungsflugs zum Mars, berichtet Vísir.
Die Reise zum Ursprung irdischen Lebens findet unter Leitung des Tauchers Erlendur Bogason auf Hjalteyri statt, der die heissen Quellschlote vor der Küste von Hjalteyri wie kein Zweiter kennt.

Gleiche chemische Verbindungen wie auf dem Mars
Forschungsleiter Roy Price von der Stony Brook-Universität in New York erklärt, besonders spannend sei die Tatsache, dass man in den Quellschloten und auf dem Mars die gleichen chemischen Verbindungen gefunden habe.
“Die sind den vier Milliarden Jahren alten, ausgefällten Mineralien auf dem Mars sehr ähnlich. Vor vier Milliarden Jahren war der Mars von Wasser bedeckt, da gab es dort Meere, wie auf der Erde.” erklärt Roy.
Um Bohrkerne aus den unter Naturschutz stehenden Schloten zu ziehen, hatten die Forscher Genehmigungen von der Umweltbehörde, der Energiebehörde und der Naturschutzbehörde eingeholt. Die Löcher werden nach den Bohrungen wieder verschlossen.
“Wir möchten den Mars in seinen Anfangsjahren besser verstehen, und ob sich Leben dort entwickelt hat. War der Mars in seiner Anfangszeit ein Ort wo Leben existieren, überleben und möglicherweise sogar gedeihen konnte?” Die gleiche Frage stelle sich auch für andere Gestirne des Sonnensystems.

Den Anfang der Welt im Fischcontainer nachgebaut
In den alten Fischzuchtbecken der Heringsfabrik auf Hjalteyri gelang es den Forschern, die Schlote aus Erdwärmewasser nachzubauen, denn dieses Wasser hat die gleiche Mineralzusammensetzung wie das heisse Wasser, welches den Schloten auf dem Meeresgrund entweicht und sie gebildet hat.
„Je mehr unser Wissen über diesen primitiven Stoffwechsel, den wir Steinleben nennen, wächst – Leben auf Steinen und die chemischen Reaktionen von Wasser und deren Zusammensetzung – desto mehr wissen wir über den Beginn des Lebens auf der Erde, das mögliche Leben auf anderen Planeten und wie sich das Leben generell entwickelt hat,“ erklärt Roy Price.

Die Ergebnisse aus dem Eyjafjörður könnten seiner Ansicht nach der NASA helfen, auf dem Mars weiter nach Hinweisen auf Leben zu suchen.
„Wenn wir wissen, wo diese Umgebung ist, können wir Entdecker, Satelliten und Vermessungsgeräte der Zukunft zu diesen Orten schicken, um sie besser zu erforschen,“ blickt der Wisenschaftler in die Zukunft. “Mit der Erforschung dieses Fjords in Nordisland können wir mehr Informationen darüber sammeln, wie sich das alles verhält und sie für zukünftige Erkundungsreisen auf den Mars nutzen.”

Tödlicher Unfall im Eyjafjörður: Taucherkrankheit durch zuviele Tauchgänge

Ein Amerikaner um die 70 Jahre, der im September 2019 beim Tauchgang im Eyjafjörður ums Leben kam, ist Obduktionsergebnissen zufolge an der Taucherkrankheit gestorben. Er hatte sich zusammen mit anderen Tauchern unter Leitung von erfahrenen Tauchlehrern und Guides auf dem Tauchgang befunden.
Der Unfall war vom Untersuchungsausschuss der Verkehrsbehörde geprüft worden. Als Ursache für den tödlichen Unfall gilt dem Untersuchungsbericht zufolge, dass die Regeln für sicheres Tauchen nicht genaustens befolgt wurden. Der Ausschuss fordert die Tauchunternehmen auf, ihren Kunden klarzumachen, dass eine realistische Einschätzung des Gesundheitszustandes vorliegen muss, um ihre Sicherheit garantieren zu können.

Taucher ging zu früh an die Wasseroberfläche
In dem Boot hatten sich sechs Taucher befunden, die von Hjalteyri aus aufgebrochen waren, um submarine Geysire zu besuchen, berichtet RÚV.
Der Amerikaner verliess zusammen mit einem weiteren Hobbytaucher und einem Taucherguide das Boot als Erster. Zunächst wurde auf 17 Metern Tiefe getaucht, dann auf 32 Metern Tiefe, dort verweilten die Taucher etwa 20 Minuten. Alle drei Taucher begaben sich dann an der Leine wieder nach oben, auf fünf Metern Tiefe wurde regelkonform ein Sicherheitsstopp zur Druckentlastung eingelegt.

In dem Bericht heisst es, dass der Mann jedoch nach bereits zwei bis drei Minuten wieder aufgetaucht sei. Der andere Tauchgast wartete die vorgeschriebenen fünf Minuten. Er gab an, es habe so ausgesehen, als ob der Amerikaner kein Wasser mehr getreten habe und die Oberfläche fast bewegungslos schwebend erreicht hätte. Der Bootsguide hingegen gab an, der Mann sei an die Wasseroberfläche gekommen und habe Zeichen gegeben, dass alles in Ordnung war. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass da doch etwas nicht stimmte, und der Taucher wurde bewusstlos an Bord gezogen. Die Wiederbelebungsversuche zeigten keine Wirkung, der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Taucherausrüstung, Weste und Tauchmaske waren entfernt worden, als der Mann an Bord gezogen wurde, die Gegenstände sanken ins Wasser und konnten bis heute nicht gefunden werden.

Sieben Tauchgänge in neun Tagen
Als Todesursache wurde per Obduktion die Taucherkrankheit festgestellt, in deren Folge der Mann verstarb. In dem Bericht heisst es, der Mann sei in neun Tagen siebenmal getaucht, davon die letzten drei Tauchgänge an zwei Tagen und zwei Tauchgänge an einem Tag.
Medizinischer Expertenmeinung zufolge sollen immer 24 Stunden zwischen zwei Tauchgängen liegen. Die Zeit zwischen den Tauchgängen des Mannes sowie die Tiefe des Tauchganges erklärten, warum ihn die Taucherkrankheit ereilte. Zudem sei er zu schnell aufgetaucht. Es bestehe der Verdacht, dass er da die Symptome der Taucherkrankheit bereits verspürte und nicht zurechnungsfähig war.

Die Küstenwache schrieb in ihrem Expertengutachten, dass den Tauchdaten nach nichts auf Unregelmässigkeiten hinwies, ausser einer möglichen Müdigkeit des Tauchers.
Der Ausschuss vermutet die Unfallursache darin, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Sicherheitsregeln nicht auf das Genauste befolgt wurden. Alles deute darauf hin, dass der Tod des Mannes durch die Taucherkrankheit verursacht wurde, die darauf zurückzuführen sei, dass zuwenig Zeit zwischen den Tauchgängen vergangen war, und die Zeit beim Druckentlastungsstopp zu kurz ausfiel. Sicherheitsvorschriften müssten auf das genauste befolgt werden, und die Angaben der Kunden zu Gesundheit und Vorgeschichte müssten realistisch sein, um ihre Sicherheit und die der anderen nicht zu gefährden.

 

Aquafarming im Eyjafjörður stört Walbeobachtung

iceland whale

Die Walbeobachtungsunternehmen im Eyjafjörður sehen die Pläne für ein geplantes grosses Aquafarmingprojekt im Fjord mit einem eher mulmigen Gefühl im Magen, berichtet RÚV.

Das sind ja nicht nur ein paar Tanks draussen im Fjord, sondern das ist eine Grossindustrie,” sagt Halldór Áskelsson, der Besitzer von Keli Sea Tours. Er kritisierte, wie in der Sache vorgegangen werde.

Ich bin auf die Sitzung des Arbeitsentwicklungsvereins im Eyjafjörður gegangen, und dort war der Tenor so, dass dies im Konsens mit Gemeinschaft und Natur gemacht werden soll, und ich sehe aber nicht, dass die Gemeinschaft da etwas zu sagen hat.”

Seiner Ansicht nach nehme man die natürlichen Resourcen des Fjords und überreiche sie ausländischen Reichen und Grossunternehmen und trample gleichzeitig auf den Interessensparteien im Eyafjörður herum.

Das Unternehmen Akvafuture bereitet derzeit Aquafarming mit einem Umfang von 20.000 Tonnen Zuchtlachs im Fjord vor. Dem Unternehmen zufolge werden die Lachse in geschlossenen Behältern gezüchtet, die Auscheidungen sollen an Land gepumpt und dort zu Blumenerde und Biodiesel verarbeitet werden. Es handle sich um eine umweltfreundliche Fischzucht, in der durch die Verwendung von Tiefenwasser auch keine Lachslaus vorkomme, schreibt RÚV. Das Belastungs- und Gefahrengutachten muss noch fertig gestellt werden, im Jahr 20121 soll der Betrieb dann losgehen.

Halldór glaubt, die Aquafarm sei viel grösser als die Leute sich klarmachten. An sechs Stellen auf beiden Seiten des Fjords, vor Svalbarðseyri, Skjaldarvík, Dagverðareyri, Ystu-Vík, Hraná und Hjalteyri, sollen die Fischbehälter im Wasser liegen.

Zwischen Akureyri und Hjalteyri verläuft die Fahrtroute der Walbeobachtungsunternehmen. Sprecher der Walbeobachtungsunternehmen zeigen sich besorgt darüber, dass die Fischzuchtbehälter sich auf ihre Fahrt auswirken. Halldór bezeichnet es als enorme Sichtverschmutzung.

Und zu einer Zeit, wo man den Eyjafjörður als Naturparadies bewirbt, und wo man die Natur des Fjords mit Direktflügen aus dem Ausland verkauft, da stampft man eine der grössten Fischzuchten in der Geschichte Islands mitten in der Natur des Eyjafjörður aus dem Boden. Ich finde, da weiss die rechte Hand nicht genau, was die Linke eigentlich tut,” äusserte sich Halldór RÚV gegenüber.