Höhlen in Hella: Rätsel um Alter und Nutzung bald gelöst?

Eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler ist derzeit damit befasst, die Höhlen in Ægissíða im südisländischen Rangárþing ytra auf ihr Alter und mögliche Funktion bei der Besiedlung zu untersuchen, berichtet mbl.is. Dabei benutzen die Geochemikerin Laura Haynes und die Kunsthistorikern Elizabeth Lastra vom Vassar College neue Methoden, die bislang hierzulande noch nicht zur Anwendung gekommen war.
Das Höhlensystem vor den Toren der Ortschaft Hella ist seit 2021 ein beliebter Besuchsort für Höhlenfreunde. Der Webseite zufolge gibt es 12 Höhlen auf der Gemarkung, vier von ihnen sind Besuchern zugänglich, in allen finden sich Einritzungen und verzierte steinerne Sitzgelegenheiten.

Felsritzungen im Fokus
Im Jahr 2017 hatte der Historiker Árni Freyr Magnússon einen wissenschaftlichen Aufsatz über die vier Methoden zur Altersbestimmung dieser Höhlen veröffentlicht: schriftliche Quellen, Felsritzungen, menschliche Hinterlassenschaften sowie Gegenstände, die in einer der Höhlen gefunden worden waren.
„Die Methode der amerikanischen Experten ist ausgesprochen bemerkenswert. Sie konzentriert sich auf die Untersuchung der Felsritzungen an den Wänden.“ erklärt Árni Freyr. „Als ich mir das vor fünf Jahren anschaute, war mir nicht klar, dass ausländische Experten so schnell mit der Untersuchung beginnen würden, mit modernsten technischen Mitteln. Das ist Technik, über die isländische Wissenschaftler in der Regel nicht verfügen. Aber es ist ist grossartig, dass ausländische Experten auf dem Gebiet der Kunstgeschichte und Geochemie sich ausgerechnet die Höhlen von Hella für ihre Forschungen aussuchen.“

Staub und Sediment unter der Lupe
Die beiden Wissenschaftlerinnen nutzen die Reflectance Transformation Imaging (RTI) Technologie, sowie die Röntgen-Fluoreszenzanalyse. Dazu wird mit einer Kamera Licht aus verschiedenen Winkeln auf die Felsritzungen gerichtet, um die Zeichnungen auf allen Ebenen in 3D zu kartieren.
Bei der Fluoreszenzanalyse wird der mineralische Staub auf den Felswänden röntgenologisch untersucht. Da sich dieser Staub auch in den Einritzungen findet, gibt er Hinweise auf das Alter der Ritzung, und damit auf Höhlenalter, Klima und Vegetation. Die mineralische Zusammensetzung des Staubs bietet Einsicht in die Zeit, als die Höhlen geschaffen und genutzt wurden. Auch die Sedimentschichten am Boden der Höhle werden analysiert, in der Hoffnung auf Hinweise, wann und wofür die geheimnisvollen Höhlen einst geschaffen wurden.
Árni Freyr wartet nun gespannt auf die Ergebnisse. Es sei kein Geheimnis, dass die Altersbestimmung von menschengemachten Höhlen isländischen Wissenschaftlern bislang Probleme bereitet hätten, aber mit der neuen Technologie könne man der Wahrheit um diese bemerkenswerten Bauwerke nun näherrücken.

Langzeitparker in Hella werden zur Kasse gebeten

Die Gemeinde Rangárþing ytra plant, ab dem kommenden Jahr Parkgebühren für Langzeitparker auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum in Hella zu erheben, berichtet Vísir.
Bürgermeister Jón G. Valgeirsson sagt, nach der ruhigen Zeit während der Pandemie und dem Aufleben des Tourismus werde nun offenbar, dass manche Fahrzeuge auf den Parkplätzen tagelang nicht bewegt würden.
“Das sind zum grossen Teil die Autos von Leuten, die sie dort zurücklassen, wenn sie sich auf längere Reisen begeben. Und das blockiert unter anderem Platz, der für den täglichen Betrieb benötigt wird.” erklärt Jón.

Nun überlege man, wie man am besten auf den Umstand reagiere. Parkgebühren stünden zur Debatte aber auch eine Erweiterung des Parkplatzes. Die Kosten dürften den Nutzen allerdings nicht übersteigen. Eine Parkgebühr würde erst kommendne Sommer erhoben, und nur auf den Langzeitparkplätzen nahe der Ringstrasse. Tageskunden des Einkaufszentrums werden nicht zur Kasse gebeten.

Die Angelegenheit war auf der Sitzung des Siedlungsausschusses der Gemeinde zur Sprache gekommen, wo es Klagen über den überfüllten Parkplatz während der Sommermonate gegeben hatte. Der Ausschuss hatte daraufhin den Bürgermeister beauftragt, Möglichkeiten zur Gebühreneintreibung für diese Parkplätze zu prüfen. Auch die Einrichtung einer öffenlich zugänglichen Toilettenanlage hatte auf der Tagesordnung gestanden.

Auf dem Titelfoto ist der Langzeitparkplatz am Flughafen in Keflavík zu sehen.

 

Landsmót wurde abgesagt

Die nationale Pferdezuchtschau Landsmót hestamanna wird in diesem Jahr nicht stattfinden, berichtet RÚV. Die Veranstaltung ist auf das Jahr 2022 verschoben worden, da im kommenden Jahr die Weltmeisterschaft in Dänemark abgehalten wird. Traditionell finden diese beiden Veranstaltungen im Wechsel statt.

Das Landsmót 2022 soll dann in Hella seine Türen öffnen, wie eigentlich in diesem Sommer, die für 2022  geplante Landsmótsveranstaltung in Kópavogur wird dann auf das Jahr 2024 verschoben.

Allen, die schon Eintrittskarten für das Landsmót gekauft haben, stehen drei Möglichkeiten offen:
1. sich das Geld zurückerstatten lassen
2. das Ticket für 2022 gültig lassen
3. das Ticket verfallen lassen und dem Landsmót spenden.

Die Entscheidung war durch den Dachverband der Reitvereine, den Verband der Pferdezüchter und Rangárbakka, dem Veranstalter vor Ort getroffen worden.

In einer gemeinsamen Erklärung hiess es: “Die gesundheitliche Gefahr, die die COVID-19 Pandemie weltweit verursacht, ist nicht vorüber, und wird in den kommenden Monaten viele Einschränkungen mit sich bringen. Aus der Rede des Epidemiologen Þórólfur Guðnason ging hervor, dass Grossveranstaltungen mindestens bis Ende August auf 2000 Personen beschränkt werden. Das Landsmót der Reiter ist daher eine zu besucherstarke Veranstaltung, um sie in diesem Somer stattfinden zu lassen.
Die Veranstalter senden allen Reitern Kampfgrüsse und ermuntern sie, dass sich alle an die Regeln und Empfehlungen der Polizei halten.”

Gebuchte Plätze auf dem Campingplatz werden zurückerstattet.
Fragen bezüglich der Veranstaltung selbst kann man an [email protected] schicken, Fragen zum Ticketverkauf werden unter [email protected] beantwortet.