Kältewelle und Sturm, Reykjavíker sollen Heisswasserverbrauch reduzieren

A woman walking two young children through the snow

Der isländische Wetterdienst hat für das gesamte Land gelbe und orange Warnstufen ausgerufen, je nach Tageszeit und Landesteil zu unterschiedlichen Zeiten. Hier gibt es detaillierte Information dazu. Mit dem Wind kommt auch eine extreme Kälte über das Land, die mindestens bis zum Wochenende andauert. Das Reykjavíker Heisswasserwerk bittet die Landsleute, sparsam mit dem heissen Wasser umzugehen.

Schon gestern ist es vielerorts stürmisch gewesen und die Holtavörðuheiði, ein bergiger Abschnitt der Ringstrasse in Richtung Norden, hatte zum ersten Mal in diesem Winter wetterbedingt gesperrt werden müssen. Sturm aus Nord und in der Nordhälfte des Landes Schneefall und möglicherweise Schneesturm stehen für heute ebenfalls auf dem Wetterprogramm. Böen können Geschwindkeiten von bis zu 45 m/s erreichen, da fliegen dann auch Steine und Sand durch die Luft und können Autoscheiben zertrümmern.

Auch morgen bleibt es stürmisch, erst zum Freitag hin soll der Wind sich legen. Derweil sinken die Temperaturen auf zweistellige Minuszahlen, mancherorts auf bis zu -18 Grad. Der starke Frost zusammen mit dem Sturm könnte in Reykjavík die grösste Kältewelle seit 2013 auslösen, erklärt Wetterexperte Einar Sveinbjörnsson. An windstillen kalten Tagen ist die Bodentemperatur zwar niedrig, doch schon kurz über dem Boden wird die Luft bereits wärmer. Stürmt es hingegen bei solcher Kälte, wird der Wind richtig unangenehm. Einar empfiehlt dringend das Tragen von Handschuhen und Mützen. Vor allem Kindergartenkinder müssten jetzt gut vor der Kälte geschützt werden.

Der Heisswasserversorger Veitur bereitet sich ebenfalls auf die Kälte vor. Unter anderem werden die Hauptstadtbewohner aufgefordert, ihren Heisswassergebrauch zu reduzieren, damit genügend heisses Wasser vorhanden ist, um alle Häuser zu heizen. Einer auf Wettermodellen basierenden Vorschau zufolge erreicht der Heisswasserverbrauch am Freitag und zum Wochenende hin seine Toleranzschwelle. Etwa 90 Prozent des heissen Wassers in Reykjavík dient der Beheizung von Gebäuden.

Empfohlen wird, alle Fenster geschlossen zu halten, Haustüren nicht länger als nötig zu öffnen, den heissen Pott nicht zu benutzen, Heizöfen im oberen Bereich warm zu halten, nicht im Fussbodenbereich, darauf zu achten, dass zusätzliche Heizgeräte nicht von Decken oder Vorhängen bedeckt werden, Schneeschmelzanlagen herunterzufahren.
Ausserdem soll jeder Einzelnen seinen Heisswasserverbrauch vermindern. Das Unternehmen erhöht auch die Temperatur des Brauchwasserzuflusses in Stadtteile mit eher niedriger Wassertemperatur und überholt im Herbst zugekaufte neue Pumpen, um die Versorgung zu verbessern.

Regeln vom 30. Juli werden strenger gefasst

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Islands Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir hat dem Vorschlag von Chefepdemiologen Þórólfur Guðnason zugestimmt, die am 30. Juli veröffentlichten Seuchenschutzmassnahmen in der Öffentlichkeit abzuändern.

Demnach galt bis zum 13. August, dass nicht mehr als 100 Personen an einem Ort zusammen kommen dürfen. Nun dürfen Supermärkte 100 Personen in ihren Räumlichkeiten einlassen, und wenn das Geschäft grösser als 1000 qm misst, darf zusätzlich ein Kunde pro 10 qm eingelassen werden, maximal jedoch 200 Kunden auf einmal.

Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt nun die Maskenpflicht bei allen Fahrten, die länger als 30 Minuten dauern. An Bord der Fähre Herjólfur auf die Westmännerinseln herrscht allgemeine Maskenpflicht

Die Regeln für Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen noch weiter ausgearbeitet werden. Zur Zeit dürfen nicht mehr als die erlaubte Maximalzahl an Badegästen im Schwimmbad sein. Kinder, die ab dem Jahr 2015 geboren sind, werden bei der Gästezahl nicht mitgerechnet. Ähnliches gilt für Naturbäder. Doch will Þórólfur hier nähere Ausführungen nachreichen.
Manche Bäder haben bereits reagiert. Die öffentlichen heissen Pötte in Hjalteyri, Hauganes und Guðlaug in Akranes etwa wurden geschlossen.

Ausserdem soll es keine zeitlich befristeten Genehmigungen für Veranstaltungen mehr geben, die sich möglicherweise länger als 23 Uhr hinziehen, wie Konzerte, Tanzveranstaltungen, Grossfeuerlager und ähnliches.