Mýflug bedient subventionierte Flüge nach Húsavik und Heimaey

Die isländische Strassenverwaltung hat mit der Fluggesellschaft Mýflug einen Vertrag über Linienflugverbindungen zwischen Reykjavík, den Westmännerinseln und Húsavík geschlossen. Das Abkommen gilt vom 1. bis 31. März, Mýflug bedient dann viermal die Woche die Flugverbindung zwischen Heimaey und der Hauptstadt, sowie zwischen Húsavík und der Hauptstadt.
Buchungen erfolgen nach den gleichen Regeln wie bisher, das heisst dass Personen mit Wohnsitz auf dem Land einen staatlichen Zuschuss beantragen können.
Für die Flüge kommen eine neunsitzige Beechcraft King Air B200 und eine 19-sitzige Jetstream 32 zum Einsatz.

Die Flugverbindung wird vom Staat subventioniert, um einen zeitlich begrenzten Mindesttransportservice für diese Strecken zu garantieren, die ausserhalb der Touristensaison weniger genutzt werden. Die Flugverbindung ist jedoch für Einwohner der Regionen wie für das Arbeitsleben wichtig.
Zuvor war die Fluggesellschaft Ernir vom Flughafen Húsavík aus geflogen. Verträge mit dem Staat waren jedoch ausgelaufen und nicht erneuert worden. Ernir stellt zum Monatsende seinen Betrieb ein.

 

Frischwasserleitung nach Heimaey beschädigt

Die Wasserleitung vom Festland zu der bewohnten Westmännerinsel Heimaey ist am vergangenen Freitag beschädigt worden. Auf einem Abschnitt von 50 Metern leckt es an zwei Stellen aus der Wasserleitung. Der Schaden ereignete sich im östlichen Teil des Hafens am Heimaklettur, als sich der Anker eines Fangschiffes in der Leitung verfing, die gleich neben dem Unterseestromkabel liegt. Taucher hatten das Leck fotografiert. Die Bilder sind an den ausländischen Hersteller der Wasserleitung geschickt worden, mit der Bitte um Reparaturvorschläge. Der Vorfall wurde als sehr ernst bezeichnet.

Die 15,5 Kilometer lange Unterwasserleitung kann 110 Liter Wasser pro Sekunde transportieren und versorgt den Ort mit Trinkwasser, ausserdem wird die Wärmepumpe zur Beheizung der Gebäude damit betrieben. Der Energiekonzern HS Orka betreibt die Leitung und Wasserversorgung, die Leitung selbst befindet sich jedoch im Besitz der Gemeinde.

Erst in diesem Sommer hatte der Staat eine Willensbekundung unterzeichnet, nach der man sich an der Finanzierung einer zweiten Wasserleitung beteiligen wolle. Die beschädigte Wasserleitung stammt aus dem Jahr 2008 und war ohnehin reparaturbedürftig. In der Erklärung aus dem Juli hatte es unter anderem gehiessen, dass die Gemeinde der Westmännerinseln und der Zivilschutz der isländischen Polizei darauf aufmerksam gemacht hätten, dass es zu einem Notstand kommen könne, falls die Wasserleitung zur Insel berste.
RÚV berichtet dass es wetterbedingt nicht möglich war, weitere Unterwasserfotos aufzunehmen, die vom ausländischen Hersteller angefordert wurden. Mit einem Schadensgutachten daher wird nicht vor Freitag gerechnet.

Der Wasserdruck nach Heimaey ist nicht beeinträchtigt, weil mit Überdruck gepumpt wird. Meerwasser kann RÚV zufolge nicht in die im Meeresboden verlegte Leitung eindringen. Einmal pro Jahr wird der Zustand der Wasserleitung überprüft, in diesem Sommer hatte man sie auf weitere 15 Jahre für tauglich befunden.
Bürgermeisterin Íris Róbertsdóttir sagte RÚV gegenüber, die Verhandlungen um den Kauf einer neuen Wasserleitung seien weit gediehen, aber noch nicht in trockenen Tüchern. Nach einer Unterschrift müsse man weitere 18 Monate warten, bis man die Leitung verlegen könne. Die Verlegungsarbeiten können nur in den Sommermonaten durchgeführt werden.

Þjóðhátíð: Zum Volksfest mit 139 Jahre altem Segelboot

Die wohl ungewöhnlichste Reise zum Volksfest Þjóðhátið auf den Westmännerinseln haben 18 Skipper auf einem 139 Jahre alten Segelboot hinter sich gebracht: Kári Jakobssen auf Vogi auf der färöischen Insel Suðurey segelte mit Skippern im Alter zwischen 25 und 86 Jahren durch den Nordatlantik, um auf Heimaey mit Isländern zu singen und zu feiern, berichtet mbl.is.

„Der Jüngste an Bord ist 25 Jahre alt, der älteste ist 86. Die meisten an Bord sind im Pensionsalter,“ erzählt Kári, der selbst 77 Jahre zählt und in Begleitung seines 55 jährigen Sohnes und 25 jährigen Enkels reist.
„Ich bin oft auf die Westmännerinseln gereist, weil ich meine Frau dort kennengelernt habe. Zum ersten Mal bin ich 1962 dorthin gereist, dann 1965 als Fischer und blieb bis zum Oktober. Ein Jahr später kam ich wieder als Fischer und lernte meine Frau kennen und wir lebten fünf Jahre lang dort, bevor wir auf die Färöerinseln umzogen.“

‘Johanna’ segelt zum dritten Mal nach Heimaey
Nicht zum ersten Mal segelt er auf dem Segelboot ‘Jóhanna’ auf die Inseln, schon in den Jahren 2013 und 2019 war er mit diesem alten Schiff zum Volksfest gesegelt. Aber in dieses Mal hatte er mehr Leute an Bord, und manche von ihnen waren noch nie auf die Westmännerinseln gekommen. Als sie hörten, wieviel Spass man dort beim Volksfest haben kann, hätten sie sich für die Mitfahrt angemeldet, erzählt Kári. Denn, so sagt er, die Leute von den Färöerinseln würden so gerne bei den sogenannten ‘brekkusöngur’, dem Gesang in den Grashügeln, zuhören und andere Besucher in den weissen Zelten treffen, und man sei dort immer gerngesehener Gast.

Heissgeliebtes Volksfest
Das Volksfest Þjóðhátíð findet an diesem Wochenende, dem Kaufmannswochenende, in Heimaey auf den Westmännerinseln statt.  Jedes Jahr machen sich tausende „Festlandsisländer“ auf den Weg zum Hafen nach Landeyjar, um mit der Fähre auf die Insel zu fahren und dort in der Naturbühne Herjólfsdalur zu zelten und Live-Musik zu hören. Für viele Isländer ist dieses Volksfest, das gemeinsame Singen am Samstagabend und das nächtliche Feuerwerk ein Höhpunkt ihres Sommers.

Das erste Volksfest war im Jahr 1874 auf Heimaey abgehalten worden, um die 1000-Jahrfeier der Besiedelung zu begehen – und die Tatsache, dass Island seine erste Verfassung vom dänischen König erhalten hatte. Seit 1901 ist das Fest ein alljährliches Ereignis. In den Anfangsjahren spielten sportliche Wettkämpfe noch eine grosse Rolle, wie das Rudern oder die isländische Kampfsportart Glíma. Selbst im Jahr 1973, als der Vulkan auf Heimaey ausbrach und das Herjólfsdalur unter Asche begrub, wurde ein kleines Fest abgehalten, diesmal an anderem Ort und vor allem für die Einsatzkräfte, die die Insel von der Asche reinigten. Manche Riten haben sich bis auf den heutigen Tag gehalten, wie etwa die gemeinschaftliche Verkleidung von Besuchergruppen, und natürlich die jährliche Hymne, die in diesem Jahr von Emmsje Gauti komponiert und gesungen wurde.

Verkehrsbehinderungen möglich
Die Fähre nach Heimaey ist oft Wochen vorher schon ausgebucht, und das Busunternehmen Strætó bietet Extrafahrten von Reykjavík zum Hafen. An den An- und Abreisetagen muss am Festland mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und Alkoholkontrollen gerechnet werden.
Für alle, die nicht vor Ort sein können, gibt es einen Livestream.

 

Neue Wasserleitung für Westmännerinseln mit staatlichem Zuschuss

Gestern haben Staat und die Kommune der Westmännerinseln eine Absichtserklärung unterzeichnet, nach der der Staatshaushalt sich an der Verlegung einer neuen Wasserleitung auf die Inseln finanziell beteiligt. Bislang gibt es nur eine Wasserleitung, die Frischwasser vom Festland nach Heimaey pumpt. Doch ist die in die Jahre gekommen und reparaturbedürftig. Nun steht die Verlegung einer neuen Leitung an, um die Sicherheit der Inselbewohner zu gewährleisten.

Bürgermeisterin Íris Róbertsdóttir sagt, die staatliche Unterstützung habe eine grosse Bedeutung. “Das ist eine Zivilschutzoperation. Das ist ein grosser Schritt, eine neue Wasserleitung zu verlegen und den Leuten auf den Westmännerinseln entgegenzukommen.” Dabei gehe es darum, sicherzustellen, dass es auf der Insel nicht zu einer Notlage der öffentlichen Sicherheit komme.
Auf den Westmännerinseln gibt es kein Trinkwasser, das für die Versorgung der Bevölkerung genutzt werden kann, das gesamte Wasser muss vom Festland herübergepumpt werden.

Der Staat will bis zu 80% der Kosten tragen, die die veranschlagte Gesamtsumme von 1,2 Mrd. ISK übersteigen, jedoch nicht mehr als 800 Mio. ISK. Dieser staatliche Zuschuss war seit etwa einem Jahr geprüft worden. Infrastrukturminister Sigurður Ingi Jóhannsson sagte RÚV gegenüber: “Natürlich sind die Gemeinden für die Wasserversorgung von Bewohnern und Unternehmen verantwortlich, aber am Ende wird dann der Staat mit einer Unterstützung von etwa 80% der Mehrkosten dazukommen.”