Präsident Guðni bittet zum letzten Mal zum Besuch nach Bessastaðir

bessastaðir

Am Samstag hat Islands amtierender Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson mit seiner First Lady Eliza Reed zum letzten Mal die Tore seines Amtssitzes Bessastaðir auf der Halbinsel Álftanes für die Öffentlichkeit geöffnet. Traditionellerweise können die offiziellen Räumlichkeiten der Residenz einmal im Jahr besucht und besichtigt werden.

Rund 2000 Menschen, soviele wie nie zuvor, hatten sich diesmal auf den Weg gemacht und wurden von Guðni und Eliza per Handschlag an der Tür begrüsst. Nicht nur der Empfangssaal und das Archiv waren zu sehen, auch das erste Automobil des isländischen Präsidenten, ein Packard aus dem Jahr 1942, welches dem ersten Amtsträger, Sveinn Björnsson, zur Verfügung stand, war auf dem Vorplatz der Residenz ausgestellt.

Guðnis Nachfolgerin im Amt, die am letzten Wochenende gewählte Halla Tómasdóttir, wird am 1. August die Amtsgeschäfte auf Besssastaðir übernehmen.

Präsidentschaftswahlen: Spekulationen um Katríns Kandidatur

Iceland President Guðni Th. Jóhannessson and Prime Minister Katrín Jakobsdóttir

Island wählt am 1. Juni einen neuen Staatspräsidenten, nachdem der amtierende Präsident Guðni Th Jóhannesson in seiner Neujahrsansprache angekündigt hatte, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Jeder isländische Staatsbürger ab dem 35. Lebensjahr kann sich zur Wahl stellen. Bis zum 26. April muss ein Kandidat 1500 Stimmen gesammelt haben, um offiziell zur Wahl zu stehen.

11 kandidierten aus Versehen
Oft sind es Menschen aus der Bevölkerung, die nicht im politischen Leben stehen, die zu Anfang Unterstützerstimmen sammeln. Wer Präsident werden will, muss seine Kandidatur auf der Webseite island.is registrieren und auf der Seite auch Stimmen sammeln. Die grosse Zahl an Präsidentschaftswilligen – zuletzt über 50 – hat nun Statistiker stutzig gemacht.
Heute stellte sich heraus, dass von den 50 Willigen mindestens 11 nicht Präsident werden wollen, sondern falsch geklickt hatten – statt ihre Unterstützungsstimme abzugeben ,hatten sie ihre Kandidatur registriert, ohne es zu merken. Die meisten fielen aus allen Wolken, als RÚV bei ihnen anrief, um sie zur Kandidatur zu befragen. Der Fehler ist inzwischen behoben worden.

Kandidiert Katrín Jakobsdóttir?
Von den bisherigen ernsthaften Kandidaten führen ein Politikwissenschaftler und eine Geschäftsfrau die Liste an, und seit einigen Wochen kursiert auch die Idee, dass die amtierende Premierministerin Katrín Jakobsdóttir noch ihre Kandidatur ankündigen könnte.
Björn Ingi Hrafsson, der streitbare Herausgeber des Onlinemagazins Viljinn, gab heute Vísir gegenüber an, bei den Linksgrünen stellten sich inzwischen alle diese Frage, und er sei der Meinung, Katrín werde nicht nur kandidieren, sondern auch zur nächsten Präsidentin gewählt werden.

In einem Radiointerview am Morgen sagte er, die Erfahrung habe gezeigt dass die grossen Kandidaten ihre Kandidatur oft kurz vor Ostern bekanntgäben. Das sei ein alter Trick, denn die grossen Familienfeiern rund um Ostern und Konfirmation stünden bevor, wo Leute sich treffen und Politik debattierten – und wo Stimmen für die Kandidaten zusammenkämen.
Wenn Katrín nicht die Absicht habe, zu kandidieren, dann hätte sie das längst klar zum Ausdruck gebracht, glaubt Björn Ingi.
Am 4. März hatte sie auf eine Anfrage im Parlament angegeben, sie sei noch Premierministerin, und dies noch eine ganze Weile, auf die Nachfrage antwortete sie, sie habe über eine solche Kandidatur nicht nachgedacht weil es im Büro des Premierministers genug zu tun gebe. Es bleibt also spannend.

Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson will nicht mehr kandidieren

President of Iceland Guðni Th. Jóhannesson.

Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson wird sich bei den kommenden Präsidentschaftswahlen nicht mehr zur Wahl stellen. Das hat er in seiner Neujahresansprache angekündigt, berichtet RÚV.
Er habe entschieden, nicht die 12 Jahre im Amt zu verweilen, die er maximal vorgehabt habe, als er im Jahr 2016 zum ersten Mal gewählt worden war. Über eine weitere Wiederwahl habe er lange nachgedacht.

„Auf der anderen Seite bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es besser ist, mein Herz entscheiden zu lassen, als anderen Argumenten zu folgen, die sich am Ende dann aber als schwächer herausstellen,“ sagte Guðni in seiner Ansprache an die Nation.
In einer demokratischen Gesellschaft nehme einer den Platz des anderen ein. Für niemanden sei es gesund, sich für unersetzlich zu halten.
„Liebe Landsleute, liebe Freunde, aus allen diesen Gründen habe ich nicht vor, bei der Präsidentschaftswahl, die diesen Sommer stattfinden wird, zu kandidieren.“

Guðni Th. Jóhannesson war 2016 zum Staatspräsidenten gewählt worden und damit der siebte Amtsträger der jungen Nation. Bei seiner Wahl hatte er 39 Prozent aller Stimmen erhalten. Im Jahr 2020 war er in eine zweite Amtszeit geählt worden.

 

Islands Staatspräsident beim Wacken Open Air Rockfestival zu Gast

President of Iceland Guðni Th. Jóhannesson.

Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson reist morgen zum Wacken Open Air Festival nach Deutschland. Das Rockfestival ist das grösste seiner Art weltweit, seit dem Jahr 1990 gibt es dort vor allem Hardrock zu hören.
Ebenfalls aus Island sind vier Bands angereist: Skálmöld, Sólstafir, The Vintage Caravan und Krownest. Noch nie hatte Island soviele musikalische Vertreter in Wacken Und aus diesem Grund luden die Veranstalter den Staatspräsidenten als Ehrengast ein.
Guðni wird den Konzerten der isländischen Bands zuhören, aber auch anderen Bands, und backstage mit Musikern sprechen. Ausserdem ist eine Podiumsdiskussion mit den Wacken-Organisatoren geplant, wo es um die isländische Hardrockszene und ihre Verbindung zum nordischen Kulturerbe geht.
Am Sonntag kehrt der Präsident nach Island zurück.

Von den 85.000 gebuchten Gästen in Wacken mussten übrigens jetzt schon 35.000 wieder abreisen, weil das Gelände im Schlamm versinkt, berichtet die Deutsche Welle. Auch für die kommenden Tage ist viel Regen angekündigt.

Bessastaðanes unter Naturschutz gestellt

Die Halbinsel Bessastaðanes im Skerjafjörður ist gestern offiziell unter Naturschutz gestellt worden, auf Wunsch des Präsidentenamtes und des Stadtrates von Garðabær. Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson begrüsste es, dass Naturschutz- und Naherholungsaspekte bei der Entscheidungsfindung federführend gewesen sind. Die Leiterin der isländischen Umweltbehörde bezeichnete den neuen Schutzstatus als bedeutungsvoll für die Biodiversität.

“Wir schützen hier zum Wohle des menschlichen Lebens, der Naturdenkmäler und der Natur. Bessasaðanes ist sehr beliebt und die Menschen gehen hier gerne spazieren, joggen, fahren Rad und reiten, und wir möchten sicherstellen, dass auch zukünftige Generationen diese Landqualitäten hier genießen können. Abgesehen davon, was nicht weniger wichtig ist, gibt es hier eine vielfältige Vogelwelt, und wir wollen dafür sorgen, dass dies auch weiterhin so bleibt,“ sagte Guðni Th. Jóhannesson.  Auch die Moore in Bessastaðanes werden in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. “Wenn also im Frühjahr die Ringelgans nach Island kommt, dann findet sie dort weiterhin einen sicheren Ort, und auch im Herbst, wenn sie von hieraus nach Norden weiterzieht.”

Kein Flugplatz, kein Wohnblock
Guðni sagte, der Mensch habe Umgebung und Natur von Bessastaðir durchaus seinen Stempel aufgedrückt. Damit es möglich ist, so harmonisch wie nur möglich mit der Natur zu leben, habe man das Gebiet nun unter Schutz gestellt. “Hier wird es keinen Flugplatz geben, und hier wird es keine Wohnblocks geben, und hier wird im Großen und Ganzen alles so bleiben, wie es jetzt ist.” bekräftigte Guðni.
Tatsächlich hatte es im 20. Jahrhundert Überlegungen gegeben, in Bessastaðanes einen Inlandsflughafen zu bauen. Doch gerade weil die Gegend so ein wunderbares Naherholungsgebiet sei, hätte er es, so der Präsident, als grosse Sünde empfunden, wenn andere Aspekte als Naturschutz und Naherholung die Oberhand gewonnen hätten. Guðni selbst ist begeisterter Läufer und oft mit anderen Läufern in Bessastaðarnes anzutreffen.
Durch den Natrschutzstatus soll es zu keinen Einschränkungen kommen.“Was wir brauchen, um diese Natur genießen zu können, ist, dass sie da ist. Der Schutz erfolgt also keineswegs so, dass wir dieses Gebiet irgendwie abzäunen und unberührt lassen, ganz und gar nicht, wir wollen, dass die Menschen diese Naturperle nutzen,“ sagt Guðni.

Weitere Strände sollen folgen
Umweltminister Guðlaugur Þór Þórðarson hatte den Naturschutzstatus gestern Morgen unterzeichnet. “Das ist ein grosser Freudentag und sehr wichtig, dass wir auch in den Städten an Naturschutz und Umweltschutz denken,” sagte der Minister. “Hier gibt es viel Leben und viel Natur, und hier ist ein Lebensraum der Vögel, und hier gibt es unberührte Strandabschnitte.” Er bezeichnete es als vorbildhaft, dass Präsidentenamt und Stadtrat sich ans Werk gemacht und dafür gesorgt hätten, dass das Gelände das auch weiterhin als Naherholungsgebiet genutzt werden könne. Er hoffe dass andere Gemeinden im Hauptstadtbereich dem Beispiel folgten.
Die Direktorin der Umweltbehörde, Sigrún Ágústsdóttir, betonte die grosse Bedeutung des Naturschutzes für die Biodiversität, nicht nur für die Natur selbst, und etwa die Ringelgans, sondern auch als Naturlehrpfad für die Hauptstadtbewohner.
Der Naturschutzstatus für Bessastaðanes war seit 2004 in Bearbeitung gewesen.

Staatspräsident nimmt an Rettungsaktion teil

iceland coast guard

Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson ist gestern in ein kleines Abenteuer geraten, als seine Reise in die Westfjorde einen Umweg nahm.
Der Präsident war auf seinem Weg nach Patreksfjörður, einer kleinen Stadt in den Westfjorden, um dort den Gedenkfeierlichkeiten der Gemeinde anlässlich eines Lawinenunglücks vor 40 Jahren beizuwohnen. Bei dem Unglück waren vier Personen ums Leben gekommen.

Nach heftigen Schneefällen im Januar 1983 hatten zwei Schneelawinen grosse Teile des Hangs oberhalb der Stadt mitgerissen. An die 30 Personen wurden vermisst, darunter viele Kinder. Insgesamt nahmen 19 Häuser im Patreksfjörður Schaden, 500 Einwohner mussten in der selben Nacht in Notunterkünften Schutz suchen. Die Lawinen gehören zu den einschneidensten Ereignissen in der kleinen Stadt, und einmal im Jahr wird der Toten gedacht.
In diesem Jahr jährte sich das Unglück zum 40. Mal, und es gab eine Messe, Musikveranstaltungen, sowie ein Kranzniederlegung, an diesen Feierlichkeiten hatte Guðni Th. Jóhannesson teilnehmen wollen. Doch daraus wurde nichts. Wie Guðni auf seiner Facebookseite schrieb “Nicht immer läuft alles nach Plan.”

Auf seinem Weg in die Westfjorde musste das Küstenwachschiff Freyja, das den Präsidenten als Passagier an Bord genommen hatte, einen Umweg nehmen, um dem Trawler Hrafn Sveinbjarnasson GK zu Hilfe zu kommen, der aus den Fischereigründen Halamið nordwestlich der Westfjorde abgeschleppt werden musste.
Nach der Rettungsaktion setzte die Freyja ihren Weg fort.

Guðni schrieb: “Das ist kein Spass, da draussen auf offener See ohne Licht und Heizung zu sitzen, gleich neben einer Eisfläche. Aber glücklicherweise war das Wetter ruhig, und möglicherweise nirgendwo in Island so schön wie da draussen in der Halamið.”