Kindergartenplätze: Þorlákshöfn baut für die Zukunft

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Die Einwohnerzahl von Þorlákshöfn im Süden Islands ist in den vergangenen Jahren derart stark angestiegen, dass der dortige Kindergarten aus allen Nähten platzt. Nun soll Abhilfe durch einen Neubau geschaffen werden, berichtet RÚV. Am 1. Januar 2024 waren 2631 Einwohner in der Gemeinde registriert.

Der neue Kindergarten soll im Herbst 2025 fertiggestellt werden. Stadtratsvorsitzender Gestur Þór Kristjánsson erklärt: „Zur Zeit befinden sich 143 Kinder im Kindergarten. Und wir nehmen Kinder im Alter von 18 Monaten an. Allein in den vergangenen vier Jahren sind hier sicher 40 oder 50 Kinder in den Kindergarten angemeldet worden.“ Das ist eine hohe Zahl in kurzer Zeit. Vor rund 25 Jahren waren um die 70 Kinder im Kindergarten von Þorlákshöfn gewesen.

Weiteres Wachstum erwartet
Gestur sagt, in den letzten vier bis sechs Jahren sei die Bevölkerungszahl der Kommune Ölfus um sieben bis acht Prozent angewachsen, die meisten Zuzüge seien Familien mit Kindern im Kindergarten- und Schulalter. Noch gibt es keine Warteliste für Kindergartenplätze, weil kurzfristig zwei Gebäude hinzugekommen waren. Mit dem neuen Kindergarten arbeite man für die Zukunft, dort soll es dann immer freie Plätze geben.

Der Küstenort Þorlákshöfn hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Art Boomtown entwickelt, immer mehr Industrie siedelt sich dort an, oder verfolgt entsprechende Pläne, wie etwa die des deutschen Unternehmens Heidelberg, das Vulkansand abbauen und über den Hafen exportieren will. Da ist jedoch noch nichts entschieden, und eine Abstimmung der Einwohner zu dem Megaprojekt steht noch aus.

Grindavíker Ansiedlung
Die Vulkanausbrüche auf der Halbinsel Reykjanes hatten zuletzt zahlreiche Bewohner des benachbarten Grindavík obdachlos gemacht, und Þorlákshöhn hatte sich auf die Fahnen geschrieben, den Nachbarn Priorität bei der Grundstücksvergabe in einem neuen Wohnviertel zu erteilen. „Die haben den gleichen Zugang zu den Dienstleistungen von Ölfus wie andere,“ versichert Gestur. „Ob das Grundschule, Kindergarten oder Seniorendienstleistungen betrifft.“
Auch im heute nicht mehr bewohnbaren Grindavík hatten viele junge Familien gelebt, deren Kinder derzeit auf Dutzende von Schulen und Kindergärten im Südwesten verteilt sind.

Reykjanes: Ausbruch hat möglicherweise Gleichgewicht erreicht

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Der Vulkanausbruch an der Sundhnjúkargígaröð sprudelt weiter vor sich hin. Die östliche Lavazunge, die am Wochenende den Suðurstrandavegur bedroht hatte, bewegt sich nicht weiter vorwärts, dort türmt sich jetzt neues Material auf der älteren Lava auf. Auch von der anderen Lavazunge in Richtung Svartsengi geht derzeit keine unmittelbare Bedrohung von Infrastrukturen aus. An der rund vier Kilometer langen Spalte haben sich mehrere Schlote gebildet, aus denen Lava unvermindert und fontänenartig hochschiesst.

Magmakammer nur Durchlauf
Inzwischen mehren sich Hinweise darauf, dass die Magma sich nicht mehr unter dem Svartsengigebiet ansammelt, sondern aus der Erdkruste durch die Magmakammer direkt nach oben steigt. Elísabet Pálmadóttir, eine Expertin für Naturkatastrophen, sagte RÚV, dies weise darauf hin dass der Ausbruch ein gewisses Gleichgewicht erreicht habe und nun fortdauern könne.
„Die Magma steigt aus der Tiefe in die Magmakammer und fliesst von dort aus ungehindert in den Intrusionsgang und durch die Schlote an die Erdoberfläche. Da besteht ein Gleichgewicht, die gleiche Menge fliesst raus, wie unten einfliesst,“ erklärt Elísabet. Am 17. März sei eine klare Landhebung bei Svartsengi festgestellt worden, aber schon am 18. März habe sich der Prozess abgeschwächt. Auch die Bebentätigkeit ist fast zum Erliegen gekommen.
Für eine Bestätigung der Theorie des sich im Gleichgewicht befindlichen Ausbruchs benötige man weitaus mehr Messdaten, aber es könne durchaus sein, dass dieser Ausbruch nun einfach weitergehe, ähnlich wie am Fagradalsfjall.

Strassenbauer schon wieder am Werk
Derweil hat die Strassenverwaltung damit begonnen, den von Lava zerstörten Grindavíkurvegur für eine Reparatur vorzubereiten. Dazu musste die Lava sich ausreichend abgekühlt haben. Eine Piste wurde bereits durch die Lavadecke geschlagen, bald soll der Strassenbelag folgen. Grindavíkurvegur ist die kürzeste Verbindung zwischen dem Hauptstadtgebiet und dem Küstenort Grindavík, wo Fischereihafen, Fischfabrik und andere Unternehmen ihren Betrieb wieder aufgenommen haben. Auch die Touristenattraktion Blaue Lagune erreicht man über diese Strasse.

Reykjanes: Ausbruch weiter aktiv

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Der Vulkanausbruch vom Samstagabend ist noch nicht zuende und hat damit seine drei Vorgänger an Länge überdauert. Die Lava strömt weiter an den gleichen Stellen an die Erdoberfläche, entlang der Spalte haben sich einzelne Schlote aufgebaut, aus denen bisweilen auch Fontänen emporschiessen. Auf einer Fläche von inzwischen sechs Quadratkilometern bedeckt Lava den Boden. Das Ausbruchsgelände selbst ist weder zu Fuss noch mit Fahrzeugen zu erreichen.

Längster Ausbruch seit Dezember
Von den beiden ursprünglichen Lavazungen wird nur noch die Zunge nach Süden mit frischer Lava gespeist. Sie steht etwa 300 Meter vor dem Suðurstrandavegur. Bislang sieht es nicht danach aus, dass sie wie zunächst befürchtet die Strasse überrollt. Das Gelände wurde dennoch abgesperrt. Auch ein Ende des Ausbruchs ist bislang nicht in Sicht. Grindavíkurvegur, die Verbindungsstrassen zwischen Grindavík und Reykjanesbær, war schon am Sonntag überrollt worden. Strassenbaumannschaften machen sich bereit, wie beim letzten Ausbruch eine Piste zu planieren., sobald die Lava ausreichend abgekühlt ist.
Der erste Ausbruch im Dezember dauerte rund 57 Stunden, der Januarausbruch dauerte 41 Stunden, im Februar waren es rund 26 Stunden. Der jetztige Ausbruch liegt bei rund 70 Stunden.
Seit Beginn des Ausbruchs ist keine seismischen Aktivität am unterirdischen Magmagang festzustellen, aber vulkanischer Tremor konnte während der vergangenen zwei Tage aufgezeichnet werden. In einer Mitteilung des Wetterdienstes heisst es, dies sei ein Hinweis darauf, dass die Kraft des Ausbruchs nicht nachgelassen habe.

Landhebung und Rückkehr zum Alltag
Nach dem Ablaufen der Magma aus dem Svartsengigebiet am vergangenen Samstagabend senkte sich das Land ab. Nun haben GPS-Daten und Satellitenbilder aufgezeigt, dass sich das Land bei Svartsengi wieder hebt – nach bekanntem Muster der letzten Ausbrüche – was bedeutet, dass weiterhin Magma aus der Tiefe in die Magmakammer strömt und den Ausbruch mit Material versorgt. Mit aktuellen Daten zur Verwerfungssituation wird in den kommenden Tagen gerechnet. Dann sollte auch ein Modell zu der Magmamenge bereitstehen, die in die unterirdische Kammer einströmt.
Gestern hatte das Erdwärmekraftwerk Svartsengi kurzzeitig wegen hoher Gasverschmutzung in der Atemluft evakuiert werden müssen. Heute ist die Gasbelastung zurückgegangen.
Ansonsten hat sich die Lage rund um den Ausbruch beruhigt. Die Polizei hat Bewohnern und Arbeitnehmern von Grindavík den Aufenthalt im Küstenort erlaubt, wenn auch wie bisher auf eigene Gefahr. Derzeit geht man nicht davon aus, dass der Ausbruch eine Gefahr für den Ort darstellt.

Gleiche Lava wie seit Dezember
Eine Analyse der Lavaproben, die am Sonntag genommen worden waren, hat ergeben, dass es sich um genau die gleiche Lava wie bei den letzten Ausbrüchen handelt, was bedeutert dass das Material aus der gleichen Magmakammer stammt. Die Lava aus der Kraterreihe Sundhnjúksgígaröð ist etwas weiter entwickelt als jene vom Fagradalsfjall. Sie hat auch eine höhere Magnesiumoxidkonzentration. Dies weist darauf hin, dass sie länger in der Erdrkuste verweilte als die Magma vom Fagradalsfjall und währenddessen entgaste.

Reykjanes: Ausbruch verlangsamt, Strasse weiterhin in Gefahr

Der Lavaausbruch, der am Samstagabend südwestlich des Stóra-Skógfell auf der Halbinsel Reykjanes losgegangen war, ist auf rund fünf Prozent seiner ursprünglichen Kraft zurückgegangen, berichtet RÚV. Zwei Lavaströme hatten sich in verschiedene Richtungen bewegt, der eine hatte den Grindavíkurvegur überrollt und war vor dem Schutzwall nördlich von Grindavík erstarrt, der zweite fliesst derzeit langsam an der Ostkante entlang. Befürchtungen, letzterer könne den Suðurstrandavegur überrollen und danach das Meer erreichen, haben sich bislang nicht bestätigt, die Gefahr besteht jedoch weiterhin.

Nur noch zwei Schlote fördern Lava
Gestern Abend noch hatten sich Mitarbeiter der Strassenverwaltung auf den Weg zum Nesvegur gemacht, der zu dem Zeitpunkt einzigen Verbindungsstrasse zum evakuierten Küstenort Grindavík, um zu prüfen, ob dort Ausbesserungen vorgenommen werden müssen. Nesvegur war während der schweren Erdbeben im November letzten Jahres in Mitleidenschaft gezogen worden, nun hatte es Hinweise darauf gegeben, dass die Strasse abgesunken sei.

Heute Morgen sind von der einstmals drei Kilometer langen lavafördernden Spalte nur noch zwei bis drei Schlote übriggeblieben, aus denen Lava hervorquillt. Der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson sagte RÚV am Morgen, der Ausbruch verlaufe offenbar nach dem gleichen Muster wie die vorherigen. Die Bewohner der Region müssten sich damit abfinden, dass solche Ausbrüche dort vorkämen, die Erdgeschichte Islands habe gezeigt, dass derartige Serien zwischen 10 und 30 Jahren andauern können. Effusive Ausbrüche seien längst nicht so gefährlich wie explosive Ausbrüche aus Hauptvulkanen, da spiele vor allem die Fliessrichtung der Lava eine Rolle, und inwiefern sie Infrastrukturen bedrohten.
Er bestätigte dass die Magma stets aus der gleichen Spalte in der Erdkruste emporsteige, und sich erst weiter oben den einfachsten Weg an die Erdoberfläche suche.

Neue Magmasammlung hat begonnen
Kristín Jónsdóttir, die Fachbereichsleiterin für Vulkane beim isländischen Wetterdienst, sagte Vísir am Morgen, es gebe Hinweise darauf dass sich unter dem Svartsengi-Gebiet erneut Magma ansammle. Sie rechne damit, dass der aktuelle Ausbruch innerhalb der nächsten Tage beendet sei.
Diesmal befinde sich der unterirdische Intrusionsgang an ungeeignetem Ort, er liege südlicher als bei den vorausgegangenen Ausbrüche und fliesse damit vom Gelände gefördert nach Westen in Richtung Kraftwerk und Grindavík und nach Süden in Richtung Strasse und Meer. Beides bedroht Infrastrukturen mehr als zuvor.

Zur Zeit steht die Lava rund 100 Meter vom Suðurstrandavegur entfernt. Fachleute haben an der Kante einen Lavasee identifiziert, wenn die Kante bricht, muss damit gerechnet werden, dass eine Flutwelle aus Lava mit grosser Geschwindigkeit die Strasse erreicht. Das Gelände ist aus Sicherheitsgründen weiträumig abgesperrt worden. RÚV berichtet, dass für heute wegen schlechter Sicht kein Überflug des Gebietes geplant ist.

Gasbelastung ist möglich
Die Vulkangruppe Südisland wies gestern Abend darauf hin, dass die Schwefeldioxidverschmutzung durch den Ausbruch die stärkste seit 2021 ist, unter anderem weil die Lavamenge zu Beginn des Ausbruchs rund 1000 Kubikmeter pro Sekunde betragen habe (im Februar waren es nur 600 m3/sek gewesen). Zur Zeit befinde sich die Gaswolke über dem Meer, wo die Schwefelverbindungen mit der feuchten Luft reagieren. Wenn die Wolke dort einige Tage verbleibt und dann an Land geweht wird, kann sich schwefelsäurehaltiger blauer Dunst bilden, wie etwa nach dem Ausbruch am Litla Hrútur im vergangenen Sommer. Vulkantouristen sollten sich der Gefahr bewusst sein und auch der frischen Lava nicht nahekommen.

Notfallstufe falsch interpretiert
In Tourismusgruppen auf Facebook war kritisiert worden, dass die Notfallstufe des Zivilschutzes, die am Samstagabend routinemässig ausgerufen worden war, international falsch interpretiert worden sei. Englischsprachige Medien seien schnell dabei, Island als gefährlichen Ort darzustellen, was sich negativ auf den Tourismus auswirke.
Die Notfallstufe des Zivilschutzes gilt in diesem Fall ausschliesslich für die vom Ausbruch betroffene Region. Sie betrifft Kommunikation und Priorisierung bei den mit Projekten betrauten Einsatzkräften. Einsätze auf dieser Ebene zeichnen sich durch sofortige Maßnahmen zur lebensrettenden Hilfe sowie durch Bemühungen aus, weiteren Schaden zu verhindern. Sie betrifft schwere Unfälle etwa in der Luft- und Schifffahrt, Seuchen, und Naturkatastrophen, bei denen die Gesundheit der Bevölkerung bedroht sein kann.

 

Reykjanes: Ausbruch verlangsamt, Schutzwälle halten

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Der Vulkanausbruch von gestern Abend hat sich verlangsamt. Zwischen Stóra-Skógfell und Hagafell war entlang der alten Kraterreihe Sundhnjúkargígaröð die Erde auf drei Kilometern Länge aufgebrochen und hatte grosse Mengen an Lava gefördert. Der Lavastrom hatte sich in zwei Zungen geteilt, die eine floss nach Westen in Richtung Grundavíkurvegur und Kraftwerk Svartsengi, die andere Lavazunge floss geradewegs nach Süden und bedroht derzeit den Suðurstrandavegur zwischen Grindavík und Þorlákshöfn.

Grosse Ähnlichkeit mit Februarausbruch
In einer Extrasendung der Nachrichten bei RÚV hiess es, Bauunternehmen hätten die ganze Nacht daran gearbeitet, bekannte Lücken in den Lavaschutzwällen zu schliessen, um den Lavastrom umzuleiten. Auch der Hof Hraun vor den Toren von Grindavík sei in der Nacht mit einem Schutzwall versehen worden. Am Zipfel der Ostzunge hat sich nämlich ein Lavasee gebildet. Sollte die Kante aufbrechen, kann die Lava dort mit grossem Tempo herausschiessen, und geradwegs nach Süden abfliessen.

Die Vulkanologin Kristín Jónsdóttir erklärte, der Ausbruch zeige starke Ähnlichkeit mit dem letzten Ausbruch vom 8. Februar: er begann ohne lange Vorwarnung aufgrund des unterirdischen Spannungsverlustes recht heftig und verebbte dann. Der grösste Unterschied sei in der Lage der Spalte zu finden, die ziehe sich jetzt weiter nach Süden und komme hinter die Wasserscheide der Region zu liegen. Damit sei die neue Fliessrichtung der Lava vorgegeben: nach Süden, zum Suðurstrandavegur, zum Hof Hraun und zum Meer.

Gefahr von Gasentwicklung
Kristín erklärt, aus den vorhandenen Lavaseen, mehrere an der Zahl, könnten regelrechte Flutwellen hervorwellen, die dann mit sehr hohem Tempo vorwärtsschiessen. Sollte die Lava es dadurch bis ins Meer schaffen, zeige Erfahrung aus Hawaii, dass dann giftige Chlorgase freigesetzt werden. Auch eine explosiver Verlauf mit Aschefreisetzung ist dann möglich. Für diesen Fall seien Warnungen vorgesehen. Sie betonte, das Gelände sei Gefahrengebiet.
Das ganze Spaltensystem der Region sei inzwischen auseinander gefallen, damit habe die sich in der Kammer ansammelnde Magma freie Bahn. Man kenne jetzt die Magmamenge, ab der ein Ausbruch wahrscheinlich werde, und bislang sei alles immer nach dem gleichen Muster abgelaufen. Auch diesmal gehe man davon aus, dass es sich um ein kurzes Ereignis handle.

Gute Vorbereitung auf alle Eventualitäten
Zivilschutzleiter Víðir Reynisson gab an, die westliche Lava befinde sich rund 100 Meter von wichtigen Leitungen entfernt, im Süden seien es nur noch 450 Meter. Für alle Ereignisse gebe es einen Massnahmenplan, man sei gut vorbereitet und warte nun ab, was wo passiere. Die aufgetürmten Lavaschutzwälle hätten ihren Zweck in der vergangenen Nacht einmal mehr unter Beweis gestellt.

Wasserzuleitungen und die Hauptwasserleitung aus dem Kraftwerk nach Grindavík seien beim letzten Ausbruch mit neuen Lavaströmen im Hinterkopf entsprechend verlegt und geschützt worden, und bezüglich der Glasfaserkabel entlang des Suðurstrandavegur wisse man jetzt schon, dass sie im Fall eines Lavaüberstroms verloren seien. Ersatzkommunikationswege für die Einsatzkräfte seien daher bereitgestellt.
Gegen Mittag berichtet RÚV, dass sich der Lavasee entleere. Bis zum Meer sind es rund 1000 Meter.

Reykjanes: Neuer Magmaeinschuss in Kürze zu erwarten

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Die Lage auf der Halbinsel Reykjanes hat sich nach dem gestrigen Magmaeinschuss wieder beruhigt. Gegen 16 Uhr hatte sich an der Kraterreihe Sundhnjuksgígaröð ein Erdbebenschwarm ereignet, kurz darauf wiesen Messdaten auf einen unterirdischen Magmaeinschuss hin. Die Magma erreichte jedoch nicht die Erdoberfläche und es kam zu keinem Ausbruch.

Nächster Einschuss in den Startlöchern
Es gilt jedoch als wahrscheinlich dass es in den kommenden Tagen zu einem weiteren Magmaeinschuss kommt, der dann zu einem Ausbruch führen könnte.
“Da der gestrige Einschuss es nicht an die Oberfläche geschafft hat, blieben Druckveränderungen und Verwerfungen geringer als vorher. Die seismische Aktivität war gegen 18 Uhr zurückgegangen, und es scheint, dass der Einschuss da zum Stillstand gekommen ist,“ erklärte der Geophysiker Benedikt Ófeigsson Vísir gegenüber. Der unterirdische Magmatunnel erstreckt sich vom Hagafell in nordöstliche Richtung zum Stóra-Skógfell.

“Und da besteht immer noch die Möglichkeit, dass Magma dort an die Erdoberfläche kommt, aber wir sehen dafür jetzt keinen Hinweis. Wahrscheinlich ist das erst mal vorbei, das bedeutet jedoch, dass sich die Spannung in Svartsengi nicht hat lösen können, sodass wir recht bald mit einem weiteren Einschuss zu rechnen haben.” Die Verwerfungsdaten zeigten bei Svartsengi so gut wie keine Veränderungen. Benedikt hält es daher für hochwahrscheinlich, dass sich der Prozess fortsetzt – mit oder ohne Lavaausbruch.
Die Magmakammer liegt unter dem Kraftwerk Svartsengi. Auch wenn die Magma sich bislang immer in Richtung der alten Kraterreihe in Bewegung gesetzt hatte, kann nach Angaben des Vulkanologen Þorvaldur Þórðarson nicht ausgeschlossen werden, dass sich bei Svartsengi und damit an der Blauen Lagune eine neue Spalte bildet, aus der Magma an die Erdoberfläche bricht.

Neue Satellitendaten am Abend
Gegen Abend erwarten die Experten beim Wetterdienst aktuelle Satelitenbilder, die deutlich zeigen, ob die Magma im unterirdischen Tunnel immer noch in Bewegung ist oder nicht, so Benedikt. Je mehr Zeit vergehe, desto unwahrscheinlicher sei es, dass sie noch strömt. Benedikt sagt, das gestrige Ereignis habe die Ungewissheit über die Zukunft nur noch weiter erhöht.

Heute um 15 Uhr wird entschieden, ob der Ort Grindavík für Anwohner wieder geöffnet wird. Grindavík und die Blaue Lagune waren gestern mit Einsetzen der Erdbeben evakuiert worden. Einer neuen Risikobewertung von 13.00 Uhr zufolge besteht für Grindavík und die Kraterreihe Sundhnúksgígaröð immer noch erhebliche Eruptionsgefahr. Die Bewertung gilt bis zum 5. März.

 

Reykjanes: Bebenschwarm und Warten auf den Ausbruch

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Gegen 16 Uhr hat auf der Halbinsel Reykjanes ein Erdbebenschwarm zwischen den Bergen Stóra-Skógfell und Sýlingarfell eingesetzt, berichtet RÚV. Bei den letzten Lavaausbrüchen waren Ereignisse wie dieses die Vorboten der Ausbrüche gewesen.

Nach Angaben der wachthabenden Vulkanologen hat der Magmaeinschuss bereits eingesetzt. Das hätten Druckveränderungen an den Bohrlöchern des Kraftwerks in Svartsengi gezeigt. Nun müsse man abwarten, ob die Magma es an die Erdoberfläche schaffe, und vor allem, wo sie hervorbreche. Als Ausbruchsort wird die schon bekannte Kraterreihe Sundhnjúkargígaröð vermutet, wobei es aktuell Hinweise darauf gibt, dass sich die seismische Aktivitat nach Süden verschiebt.

Der Küstenort Grindavík ist geräumt worden. Polizeistellenleiter Úlfur Lúðvíksson sagte in einem Radiointerview, nur wenige Personen hätten sich in dem von Erdbeben zerstörten Ort aufgehalten.
Auch im Touristenbad Blaue Lagune haben die Sirenen geheult, alle Bade- und Hotelgäste sind evakuiert worden. Nach Angaben der Unternehmensleitung dauerte die Räumung 40 Minuten und verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Zwischen 600 und 800 Personen (Gäste und Personal) hatten sich in der Lagune befunden.
Wir halten unsere Leser auf dem Laufenden.

Reykjanes: Nächster Lavaausbruch steht bevor

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Der nächste Lavaausbruch auf der Halbinsel Reykjanes könnte sich mit einer Vorwarnzeit von weniger als 30 Minuten ereignen. Die Anzeichen im Vorfeld werden mit jedem Ausbruch in der Region schwächer, berichtet Vísir.

Drei potentielle Ausbruchsorte
Unter dem Gebiet von Svartsengi hat sich wieder eine vergleichbare Magmamenge wie vor dem letzten Ausbruch angesammelt. Wenn Magma im gleichen Tempo in die unterirdische Magmakammer strömt, rechnen Experten mit einem neuen Ausbruch in der kommenden Woche. Die Vorwarnzeit könnte dann sehr kurz ausfallen.
„Das hängt ganz davon ab, wo der Ausbruch beginnt. Wenn er am Berg Sýingarfell beginnt, dann kann das sehr kurz sein. Weniger als eine halbe Stunde, und bei schlechtem Wetter überdies kaum zu sehen,“ gibt der Geophysiker beim isländischen Wetterdienst, Benedikt Ófeigsson, zu bedenken.
Drei potentielle Ausbruchsorte werden derzeit für am wahrscheinlichten gehandelt: am Sýlingarfell, am Hagafell, oder innerhalb des Schutzwalls, der den Küstenort Grindavík umgibt.
Benedikt hält es für unwahrscheinlich, dass es in Svartengi selbst zu einem Ausbruch kommt, ausschliessen könne man dies jedoch nicht. Allerdings benötige die Magma dort vier bis sieben Stunden, bis sie die Erdoberfläche aus fünf Kilometern Tiefe erreicht habe.

Immer schwächere Anzeichen
Die gesamte Region wird permanent überwacht, aber die Anzeichen für einen Ausbruch schwächten sich ab, so Benedikt. “Da hat sich soviel Spannung gelöst, dass wir keine schweren Erdbeben mehr haben. Vielmehr handelt es sich um eine intensive Aktivität, bei der es in kurzer Zeit zu vielen Erdbeben kommt und diese sich so verschieben, wie die Magma sich verschiebt.“ hat er beobachtet.
„Wir sehen das auch auf den GPS Instrumenten und bei den Druckmessungen in den Bohrlöchern bei HS Orka. Das sind Anzeichen, die wir als Vorwarnung interpretieren, bevor etwas passiert, aber die werden mit jedem Ausbruch schwächer.“

Informationsabend für Einwohner
Am vergangenen Montag hatten die Behörden Bewohnern und Beschäftigten von Grindavík erlaubt, sich dauerhaft in Gebäuden aufzuhalten. Allerdings war darauf hingewiesen worden, dass ein jeder sich dort auf eigene Gefahr aufhalte, dass es weder kaltes Wasser noch eine funktionierende Kanalisation gebe, und dass der Aufenthalt im Freien wegen der zahlreichen sichtbaren und unsichtbaren Spalten nicht sicher sei. Immer noch wird an der Wiederherstellung der Wasserleitungen durch die frische Lava gearbeitet. Eine neue Strasse war vor einigen Tagen quer durch die Lava gelegt worden, um den Weg nach Grindavík zu verkürzen und die Zufahrt zur Blauen Lagune zu ermöglichen, die für Besucher wieder geöffnet ist.
Am kommenden Montag lädt der isländischen Zivilschutz zu einer Einwohnerversammlung, um über die Gefahrenlage und den Zustand der Infrastuktur von Grindavík zu informieren.

 

 

 

Gewerkschaftsführer kritisiert Öffnung von Grindavík

Grindavík

Der Vorsitzende der Grindavíker Gewerkschaft hat die Zutrittserlaubnis nach Grindavík wegen fehlender Infrastruktur, und Sicherheitsbedenken scharf kritisiert. Er sprach sich dafür aus, die Kauf- und Verkaufsbedingungen für die Leute, die sich vom Staat für eine unbewohnbare Immobilie auszahlen lassen, rechtlich zu verbessern und damit mehr Fairness und finanzielle Sicherheit zu schaffen.

Hörður sagt, so manche Mitarbeiter hätten Angst, zur Arbeit in die Stadt zurückzukehren. Einige Unternehmen seien zwar in der Lage, den Betrieb aufzunehmen, wenn die Bedingungen dies zulassen, insgesamt müsste die Lage aber besser untersucht und die Sicherheit der Menschen vor Ort gewährleistet werden. Vor der Entscheidung, den Ort für Bewohner und Arbeitende zu öffnen, habe es keine Konsultation mit der Gewerkschaft gegeben. Die Gewerkschaft war jedoch heute zu einem Treffen mit dem Minister eingeladen worden.
“Ich finde es vollkommen unverantwortlich, den Leuten zu erlauben, hier zu bleiben. Das ist so als ob wir vorschlagen, die Verkehrsregeln abzuschaffen und den Leuten stattdessen zu sagen: das ist gefährlich, aber lasst uns einfach vorsichtig und auf der Hut sein.”

Hörður fordert auch Änderungen am Gesetzesentwurf zum Aufkauf von Immobilien durch den Staat.
„Kein Einwohner von Grindavík wird danach so gestellt sein wie vorher, wenn er verkauft hat. Er wird ein Haus in teureren Gegenden kaufen, er wird in ein kleineres Haus ziehen, er wird aus einem Einfamilienhaus in ein Mehrfamilienhaus ziehen, er verschuldet sich mehr und dergleichen.“
Hörður möchte, dass die 95-Prozent-Grenze für den Feuerversicherungswert erhöht wird und die Menschen für die Verkaufs- und Rückkaufentscheidung mehr Zeit erhalten als im Beschluss vorgesehen.

 

Grindavík: Bewohner dürfen auf eigene Gefahr nach Hause

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Den Bewohnern von Grindavík ist es seit heute erlaubt, sich rund um die Uhr in der Stadt aufzuhalten. Allerdings geschieht dies auf eigene Gefahr. Die Behörden weisen einmal mehr darauf hin, dass die Infrastruktur baufällig und beschädigt ist und dass weiterhin Gefahr besteht, berichtet RÚV.

Auf eigene Gefahr
Die Entscheidung, ob oder ob die Grindavíker nicht in ihren Heimatort zurückkehren dürfen, hatte auf den Schultern von Polizeistellenleiter Úlfur Lúðvíksson gelegen, nachdem die Landespolizei die Evakuierungsanordnung vom 10. November 2023 gestern Abend nicht verlängert hatte. Nun dürfen also alle Einwohner heimkehren, und die ansässigen Betriebe wieder öffnen, allerdings jeder auf eigene Gefahr.
Úlfur weist in einer Mitteilung darauf hin, dass die Infrastruktur des Ortes schwere Schäden aufweist. Vielerorts sei ein dauerhafter Aufenthalt in den Wohnhäusern nicht zumutbar.
Alle, die sich dennoch für eine Rückkehr entscheiden, müssten sich darüber im Klaren sein, dass sie auf eigene Gefahr in Grindavík unterwegs sind. Jeder trage die Verantwortung für sein eigenes Handeln.

Kein Ort für Familien
Grindavík sei kein Ort für Familien mit Kindern und auch kein Spielplatz. Es gibt keine Schulen und keinen Kindergarten, und keinen sicheren Ort zum Spielen.
Die Hauptleitung für heisses Wasser hat ein Leck, möglicherweise metertief unter der Lava, nach dem Schaden wird seit Tagen erfolglos gesucht. Die Kaltwasserleitung ist zerstört, und daher fliesst auch kein Brauchwasser in Küche und Badezimmer.
Überall im Ort lauern Erdspalten, und die Gefahr, dass das Erdreich urplötzlich einbricht, wird als erheblich eingeschätzt. Die Spalten innerorts werden derzeit kartiert, im freien Gelände ist jedoch noch nichts untersucht worden, daher sollten Fussgänger sich auf dem Bürgersteig halten und keineswegs auf Grundstücken oder Wiesen herumlaufen.
Ausschliesslich Bewohnern, Mitarbeitern von Betrieben und Einsatzkräften ist das Betreten des Ortes erlaubt.

Úlfur glaubt nicht, dass unter diesen Bedingungen viele Einwohner zurückkehren werden. Die Entscheidung, den Ort für Bewohner und Mitarbeiter zu öffnen, wird am 29. Februar erneut geprüft.
Der Stadtrat hat am Abend zu einer Informationsveranstaltung für die Einwohner geladen.