COVID-19: Genesene können ab 10. Dezember Attest an der Grenze vorlegen

Ab dem 10. Dezember müssen Einreisende die eine COVID-19 Erkrankung überstanden haben, sich keinem Test an der Grenze mehr unterziehen, vorausgesetzt, sie können ein ärztliches Attest vorlegen.
Alle anderen Grenzregeln – Test bei Betreten des Landes, fünf Tage Quarantäne und ein weiterer Test, oder wahlweise eine 14-tägge Quarantäne ohne Test – bleiben unverändert bis 1. Februar bestehen. Am 15. Januar will die Regierung dann das weitere Vorgehen ankündigen. Zur Debatte stünden, so Premierministerin Katrín Jakobsdóttir, alles mögliche, auch die Testung im Heimatland plus Zweifachtestung in Island, sowie die Ausgestaltung der fünftägigen Quarantäne, berichtet RÚV.
Die COVID-19 Tests sind jetzt kostenfrei.

Die Grenztestung hatte die Tourismusbranche stark getroffen, doch Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason hat wiederholt seine Überzeugung darüber ausgedrückt, dass diese Massnahmen ihren Wert bewiesen hätten, da ein Auffinden von Infektionen an der Grenze die Ausbreitung des Virus hemmt. Er hatte eine Testpflicht für alle gefordert, weil der Verdacht aufgekommen war, dass Einreisende die 14-tägige Quarantäne gewählt hatten, ohne sie einzuhalten.

Nun soll die kostenfreie Test-Variante die Leute dazu bringen, eher den Test als die Quarantäne zu wählen.

Personen, die die Erkrankung bereits durchgemacht haben, stellen nach Ansicht der Gesundheitsbehörden kein Ansteckungsrisiko mehr dar. Allerdings gelten für sie wie für alle anderen auch die allgemeinen Seuchenpräventionsmassnahmen wie Maskenpflicht, Händewaschen und Desinfektion, sowie Abstand halten.

COVID-19: Grenztestung vorläufig kostenfrei

COVID-19 samples

Der COVID-19 Test an den isländischen Grenzen wird Einreisende im Dezember und Januar nichts kosten. Islands Regierung kündigte diese Entscheidung an, die sie nach einer Empfehlung des Chefepidemiologen Þórólfur Guðnason getroffen hatte. Þórólfur hatte vorgeschlagen, den Test entweder verpflichtend zu machen, oder kostenfrei anzubieten.
Zur Zeit müssen Einreisende sich entscheiden, ob sie die Doppeltestung mit fünftägiger Quarantäne zum Preis von 11.000 ISK (68 EUR) vor Ort oder 9000 ISK (55 EUR) mit Vorbuchung wählen oder in eine 14-tägige Quarantäne gehen.

In Þórólfurs Empfehlungsschreiben an die Gesundheitsministerin drückte er seine Besorgnis darüber aus, dass das Anwachsen der Pandemie im Ausland zu einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen in Island führen würden, wenn Einreisende die 14-tägige Quarantäne wählen, sich aber nicht an die Quarantäneregeln hielten. Er wies darauf hin, dass in mehreren Fällen der Verdacht aufgekommen war, dass Reisende sich nicht in Quarantäne aufgehalten hatten, vor allem solche, die ohnehin nur wenige Tage im Land geblieben waren. Er schlug daher vor, entweder den Test verpflichtend für alle zu gestalten, ausser ein medizinischer Grund spricht dagegen, oder den Test kostenfrei anzubieten.

Bei der gestrigen Pressekonferenz hatte Þórólfur offengelegt, dass zusätzlich zu den am meisten vorkommenden Virusstämmen während dieser dritten Welle der Pandemie auch zwei Gruppeninfektionen aufgetreten waren, bei denen neue, bislang im Land unbekannte Virusstämme identifiziert wurden, was darauf hinweist, dass Infektionen offenbar am Grenztestprogramm vorbei ins Land gekommen sind.
Justizministerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir hatte zuvor angegeben, sie halte einen verpflichtenden Test für rechtlich schwierig.
Die Enscheidung von Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir zum kostenfreien Test an der Grenze tritt am 1. Dezember in Kraft und gilt bis 31. Januar.

 

Infizierte Reisegruppe bei Grenztestung gefunden

Keflavík airport

Die achtzehn Passagiere, die vor zwei Tagen zusammen nach Island eingereist und bei der Grenztestung positiv auf das SARS-CoV-2 Virus getestet worden waren, haben einer Antikörperuntersuchung zufolge alle eine aktive COVID-19 Infektion. Dies hat der Kommunikationsleiter der isländischen Polizei, Jóhann K. Jóhannson RÚV gegenüber bestätigt.

Die Kontaktrückverfolgung der 18 Personen ist noch im Gange, zum jetztigen Zeitpunkt gibt es keine Informationen darüber, ob die Gruppe mit anderen Reisenden in Kontakt gestanden hat.
Gestern war berichtet worden, dass die 18 eingereisten Personen an der Grenze positiv auf das die COVID-19 Infektion auslösende Virus getestet worden waren. Soviele positive Tests an einem Tag an der Grenze hatte es bislang nicht gegeben, schreibt RÚV.

Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason sagte gestern beim COVID-Pressebriefing, dass die Personen hier im Land gemeldet und zusammen auf Reisen gewesen seien. Die Kontaktrückverfolgung könne weitere Ansteckungsfälle ans Licht bringen. Jóhann sagte, die Leute hätten alle isländische Personenkennziffern und seien aus Polen auf dem Weg nach Hause gewesen.
Seit die Testung an der Grenze zur Pflicht gemacht wurde, sind täglich zwischen einem bis acht positive Fälle gefunden worden. Bis vorgestern waren nie mehr als neun Fälle pro Tag gefunden worden.

 

Reaktionen auf die neue Quarantäneregel

Keflavík airport

Die neue Quarantäneregel, die ab heute um Mitternacht in Kraft tritt, und die neben zwei COVID-Tests auch eine fünftägige Quarantäne umfasst, ist von der Tourismusbranche scharf kritisiert worden.
Jóhannes Þór Skúlason, der Vorsitzende des isländische Tourismusverbandes äusserte, der isländische Tourismus sei geschlossen worden. Die Regierung habe bewusst wirtschaftliche Interessen geopfert, bei der Entscheidung habe allein der Aspekt des Seuchenschutzes eine Rolle gespielt. Er rechnet damit, dass nun massenhaft Buchungen widerrufen werden, weil niemand vier Tage in einem Hotelzimmer verbringen wolle.

In den vergangenen Wochen sind weit mehr Touristen ins Land gereist als erwartet. Seit Januar haben nach Angaben eines Wirtschaftsexperten der Íslandsbanki immerhin 400.000 ausländische Touristen das Land bereist, viele hatten ihre Reiseentscheidung erst spontan im Sommer getroffen, als die zweiwöchige Quarantänepflicht am 15. Juni zugunsten des COVID-Testes wegfiel.

Für morgen werden am internationalen Flughafen in Keflavík 19 Flugzeuge erwartet, berichtet turisti.is. Acht von ihnen sind Maschinen der Icelandair, sowie eine Maschine im Auftrag der Icelandair aus Teneriffa. Icelandair habe, so das Magazin, seine Passagiere über die neue Quarantänepflicht und das Registrierungsformular aufgeklärt. Die anderen Maschinen fliegen für ausländische Gesellschaften. Bislang ist nicht bekannt, wie und ob die Fluggesellschaften ihre Passagiere über die aktuelle Lage informiert haben.

Islands Regierung hatte anlässlich der Vorstellung der neuen Regel betont, dass vor allem Gesundheits- und Seuchenschutzaspekte im Vordergrund gestanden hätten. Die Regierung stehe geschlossen hinter ihrer Entscheidung.
“Wir hoffen darauf, dass die Verschärfung, zu der wir an den Grenzen nun greifen, dazu führt, dass wir langsam die Seuchenschutzmassnahmen im Land lockern können. Denn die sind immer noch in Kraft,” sagte Premierministerin Katrín Jakobsdóttir. Man sei sich jedoch der Tatsache bewusst, dass die zweifache Testung kostenträchtig sei und Auswirkung auf den Reisewillen der Leute habe.

Eine Insel ist anders
Schützenhilfe bekommen Krisenstab und Regierung von einem weiteren Mediziner der Uniklinik. Magnús Gottfreðsson, Internist und Facharzt für Infektionskrankheiten, sagte RÚV gegenüber, Inseln hätten anderen Ländern gegenüber den Vorteil, dass sie die Einreise besser kontrollieren könnten. Daher sei es realistisch und ratsam für eine Insel, seine Grenzen gut zu bewachen und die Einschleppung von Infektionen durch Einreisende abzuwehren. Er bezeichnete die zweifache Testung als vernünftig. Bislang seien die Isländer durch die isolierte Lage ihres Landes in Bezug auf Seuchen gut weggekommen. Der wachsende Flugverkehr in und aus dem Land verspiele diesen Vorteil. Magnús hält die Kurzquarantäne mit zwei COVID-Tests für eine gute Kompromisslösung. Immerhin gebe es Länder wie Neuseeland oder Taiwan, die jeden Einreisenden ausnahmslos in eine 14-tägige Quarantäne setzten.
Vor zwei Tagen hatte das isländische Gesundheitsamt Isländer vor Reisen ins Ausland gewarnt. Angesichts der steigenden COVID-Infektionszahlen überall im Ausland sind nun alle Länder wieder in der Risikokategorie zu finden.

Quarantäneregel gilt für länger
Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason sagte im Abendmagazin Kastljós, die neue Regel – Test an der Grenze, fünf Tage Quarantäne und ein weiterer Test – müsse für Monate gelten. Bislang waren alle Massnahmen im Rhythmus von zwei bis drei Wochen auf ihre Notwendigkeit überprüft worden. Es sei nun nötig, eine neue Arbeitsweise einzuführen und sich von Aktionismus und Krisenmanagement zu verabschieden. Am Donnerstag wird der neugegründete Seuchenschutzrat, ein fachübergreifendes Expertengremium im Auftrag der Regierung, seine Tätigkeit aufnehmen.

Viel habe man in den Wochen seit dem 15. Juni, als die Reisebeschränkungen zugunsten der Grenztestung aufgehoben wurden, über das Virus gelernt, vor allem darüber, wie es sich verhalte.
Insgesamt seien seit dem 15. Juni 60 Infektionsfälle an den Grenzen festgestelt worden. Heute wisse man, dass ein einziger Reisender ausreiche, um eine Infektionskette im Land in Gang zu setzen. Bei ihren Entscheidungen könne die Regierung das gesammelte Wissen der vergangenen Wochen nun nutzen. Zum Thema Infektionskette hatte Kári Stefánsson, der Chef des isländischen Genforschungsinstitutes deCODE, heute ein erläuterndes Video veröffentlicht (nur in isländischer Sprache).

Quarantänetaugliche Hotels und Angebote
Inzwischen hagelt es zwar Absagen aus dem Ausland, doch Islands Unternehmer sind nicht auf den Kopf gefallen, um den Touristen das Reisen trotzdem schmackhaft zu machen.
Der isländische Tourismusverband hat eine Liste von quarantänetauglichen Unterkünften im ganzen Land veröffentlicht, die man hier findet.
Viele Hotels, Gästehäuser und Kleinunternehmer bieten zusätzliche Serviceleistungen wie Besorgungen und Verpflegung zum Sonderpreis, manche Touranbieter stellen die Quarantänetage nicht in Rechnung.

Sieben Transitreisende aus sicherem Land mit COVID-19 infiziert

keflavik airport COVID-19 testing

Die Polizei hat gestern nach einigen Personen aus einer Gruppe von 13 Mann suchen müssen, die im Transit durch eins der sicheren Länder nach Island eingereist waren, sich aber nicht an die Heimkehrwartezeit gehalten hatten. Beim Stichprobentest stellte sich heraus, dass sieben aus der Gruppe mit dem Sars-CoV2 Virus infiziert waren. Sie befinden sich nun in Isolierung an dem Ort, den sie als Unterkunft bei Ankunft im Land angegeben hatten, berichtet RÚV.

Die Gruppe war am Donnerstag eingereist. Die Grenzschützer beschlossen, stichprobenartig bei der Gruppe zu testen, da sie durch ein sicheres Land einreiste, aber nicht aus diesem Land stammte.
Danach sollten diese Leute die sogenannte Heimkehrwartezeit einhalten und einige Tage später zum zweiten Test kommen. Einige aus dieser Gruppe brachen die Quarantäne, sie wurden jedoch rasch gefunden.

Sieben der 13 eingereisten Personen sind nachweislich mit COVID-19 infiziert.

Jóhann K. Jóhannsson, ein Sprecher der Polizei, sagte, die Rückverfolgung sei im Gange, doch gehe man davon aus, dass die Leute nicht viel Kontakt zu anderen Reisenden gehabt hätten. Die Proben werden bei deCODE untersucht, um herauszufinden, woher das Virus stammt.

Es gibt keine Informationen darüber, aus welchem Land die Leute stammten und durch welches sichere Land sie nach Island eingereist sind.
Jóhann sagt, es sei nicht bekannt, ob die Touristen mit Vorsatz infiziert eingereist seien, oder ob sie es einfach nicht besser gewusst hätten.

Ab kommenden Mittwoch treten neue Einreiseregeln in Kraft. Dann werden ausnahmslos alle nach Island Einreisenden an der Grenze getestet, müssen für 4-5 Tage in Quarantäne und sich dann ein weiteres Mal testen lassen.

Doppeltest und Quarantäne für alle Einreisenden

Alle nach Island Einreisenden, ganz gleich ob sie sich für einen kurzen Zeitraum in Island aufhalten oder ihren Wohnsitz im Land haben, müssen sich ab kommenden Mittwoch, den 19. August, zweimal testen lassen. Zwischen den beiden Tests bis zum Erhalt des zweiten Resultats müssen sie in Quarantäne verbleiben.
Diese Entscheidung der Regierung verkündete Premierministerin Katrín Jakobsdóttir heute bei einer Pressekonferenz. Sie folgt damit einer Empfehlung, die Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason der Regierung vorgelegt hatte.

Katrín begründete die neue Regelung mit der Entwicklung der Infektionszahlen im Inland und auch im Ausland.
Volkswirtschaftlich sei es ökonomischer, an den Landesgrenzen zu testen, da ein verhältnismässig hoher Anteil von Infektionen dort festgestellt werden. Die wirtschaftlichen Argumente sprächen eher dafür, die Grenzkontrollregeln zu verschärfen, als sie zu lockern.

Der erste Test findet an der Landesgrenze statt, danach geht der Einreisende für vier bis fünf Tage in Quarantäne (fünf Tage nach einem Wochenende), danach wird er ein weiteres Mal getestet.
Als einen der Gründe für die Entscheidung nannte Katrín die Tatsache, dass das Virus erneut ins Land gekommen sei, dass man bei Isländern derzeit jedoch eine andere Mutation fände als bei der ersten Infektionswelle im Frühjahr. Die Herkunft der in Island grassierenden COVID-Gruppeninfektionen konnte trotz Tracking bislang immer noch nicht ganz geklärt werden.

Es habe sich auch als schwierig herausgestellt, zu kontrollieren, ob Reisende die 14 Tage vor ihrer Einreise nach Island wirklich in einem der sicheren Länder verbracht hätten, die von der Grenztestung ausgenommen war. Mit der neuen Regelung werde es nun möglich, Zugriff auf alle zu erhalten.

Das heisst, ab kommenden Mittwoch müssen sich auch alle aus Deutschland kommenden Islandreisenden, sowie in Island lebende Deutsche, die aus dem Ausland heimkehren, an der Grenze testen lassen, für vier bis fünf Tage in Quarantäne gehen und dann einen zweiten Test durchführen lassen.

Die Quarantäne ist strenger gefasst als die bisherigen Heimkehrschutztage zwischen den beiden Tests, die für Isländer und Personen mit ständigem Wohnsitz in Island gegolten hatte.
Auch die Vorregistrierung von Einreisenden (per public health passenger locatir form) soll strenger gehandhabt werden, damit bei Einreise wirklich alle notwendigen Informationen über Herkunft und Reiseroute vorliegen, heisst es in einer Mitteilung der Regierung.

In den kommenden Tagen dürfen wir mit mehr Details zu der neuen Regelung rechnen.
Wie auch bisher werden alle Massnahmen regelmässig geprüft und der aktuellen Pandemielage angepasst.

Island könnte auf roter COVID-Liste bei anderen Ländern landen

COVID-19 samples

Nur eine der neun Personen, die vorgestern positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden waren, hatte sich in Quarantäne befunden, berichtet Vísir. Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason sagte, es sei ziemlich wahrscheinlich, dass Island bei anderen Ländern auf der roten Liste landen würde. Für heute wird erwartet, dass er der Gesundheitsministerin seine Empfehlung zur Grenztestung übermittelt. In den vergangenen Tagen war die Belastung der Virologischen Abteilung durch die Grenztestung extrem gestiegen.

Die neun neuen Ansteckungsfälle haben sich alle in Island innerhalb der Bevölkerung ereignet. Eine der Personen befand sich in Ostisland, und so gibt es nun Infektionsfälle in allen Landesteilen der Insel.

Heute morgen befinden sich 97 Personen in Isolierung und 746 in Quarantäne. Die meisten der infizierten Personen sind zwischen 18 und 29 Jahre alt.

Die Tatsache, dass nur eine der neun Personen in Quarantäne war, weist darauf hin, dass die Infektion weitaus verbreiteter ist als angenommen. Þórólfur sagt, der Zusammenhalt rund um den Seuchenschutz sei gerade jetzt unglaublich wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Infektionen nähmen auf ähnliche Art zu wie im Frühjahr, auch wenn es diesmal nicht soviele ernsthaft Erkrankte gebe. Ob dies daran liege, dass diesmal viel mehr junge Leute betroffen seien, könne man jedoch noch nicht sagen.
Die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage beträgt daher nun 21 pro 100.000 Einwohner.

Es muss daher damit gerechnet werden, dass Reisende aus Island in den nächsten Tagen oder Wochen strengeren Regeln unterworfen werden. In Norwegen etwa müssen Einreisende in Quarantäne, wenn die Neuinfektion in ihrem Herkunftsland über 20 liegt. Þórólfur hält es daher für hochwahrscheinlich, dass Island auf der Liste der roten Länder landen wird.

Nach Angaben der Virologischen Abteilung hat das Labor seine Kapazitätsgrenze überschritten. Vorgestern wurden 2400 Proben an der Grenze genommen, und 460 bei Erkrankten, insgesamt 2860 Tests. Die Kapazität liegt eigentlich bei 2000 pro Tag, daher hat sich die Wartezeit auf Ergebnisse verlängert.

Island könnte Zahl der Einreisenden bald begrenzen

COVID-19 test

Die isländische Regierung sucht nach Wegen, um die Zahl der Einreisenden zu begrenzen. In den vergangenen Tagen hatte die Zahl der an den Grenzen ankommenden Passagiere die Kapazitäten für den COVID-Test schwer belastet. Die Virologische Abteilung der Uniklinik hat Geräte bestellt, mit denen mehr Proben untersucht werden können als bisher, doch wird mit der Ausrüstung nicht vor Oktober gerechnet.
Bei der heutigen COVID-Pressekonferenz sagte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason, die Anzahl der aus dem Ausland anreisenden Personen sei ein “besonderer Anlass zur Sorge”, da ihre Zahl die Testkapazität der vergangenen Tage schwer belastet habe. Zur Zeit können etwa 2000 Tests pro Tag ausgewertet werden.
Seit dem 15. Juni hatte Island die meisten Passagiere bei der Einreise getestet, mit Ausnahme Einreisender aus sechs sogenannten “sicheren Ländern”, sowie Personen, die sich freiwillig in eine 14-tägige Quarantäne begaben. Þórólfur erwähnte, dass es möglicherweise notwendig werde, Deutschland und Dänemark von dieser Liste zu streichen. Damit würde sich allerdings die Zahl der zu testenden Personen noch weiter erhöhen.

Geringe Testkapazität akzeptieren
Die Uniklinik in Reykjavík ist zur Zeit das einzige Labor, welches die COVID-19 Proben analysieren kann. Das Genforschungsinstitut deCODE hat zwar eine entsprechende Laborkapazität, beteiligt sich aber nicht am Grenztestungsprogramm, sondern testet innerhalb der Bevölkerung. Das virologische Labor der Uniklinik hat seit dem Frühjahr seine Ausstattung erneuert und die Testungsmethode geändert, um die Kapazität auf 2000 Proben erhöhen zu können. Ausserdem waren weitere Geräte bestellt worden, welches die Kapazität verdreifachen würde. Doch ist die internationale Nachfrage nach solchen Geräten sehr hoch, und Island kann mit einer Lieferung nicht vor Oktober rechnen.
Bis dahin, so Þórólfur, sei die Testkapazität begrenzt und “damit müssen wir eben leben.”

Noch keine strengeren Massnahmen
Am 31. Juli hatten die isländischen Behörden die Zahl der Personen, die sich an einem Ort aufhalten dürfen, von 500 auf 100 verringert, ausserdem war die Zwei-Meter-Abstandsregel wieder eingeführt worden, nachdem zwei Clusterinfektionen aufgetreten waren. Der rasche Anstieg der aktiven Infektionen verleitete zu Spekulationen, dass Island von einer “zweiten Welle” der COVID-Pandemie heimgesucht werde, nachdem es die erste Welle im Frühjahr erfolgreich bewältigt hatte. Es sei zu früh zu sagen, ob die Infektionswelle weiterrolle, sagte Þórólfur, doch sehe er noch keine Notwendigkeit, die Zügel noch weiter anzuziehen.

Die meisten Infektionen bei der Jugend
Gesundheitsamtsleiterin Alma Möller sagte, die Zivilschuzbehörden suchten derzeit nach Möglichkeiten, vor allem junge Menschen zu erreichen, um ihnen die Wichtigkeit der Seuchenschutzmassnahmen noch besser klarzumachen. Zur Zeit erlebt in Island die Gruppe der 18 bis 29-Jährigen die meisten Infektionen. Alma forderte die Öffentlichkeit auf, diese Altersgruppe auf das social distancing und persönliche Hygiene besonders anzusprechen, um die Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus zu bremsen.

 

Zwei Isländer in Quarantäne an COVID-19 erkrankt

keflavik airport COVID-19 testing

Zwei isländische Staatsbürger, die die Quarantäne gewählt hatten, nachdem sie aus einem Risikogebiet ins Land eingereist waren, sind gestern mit COVID-19 diagnostiziert wirden, berichtet Vísir. Einer Mitteilung des Chefepidemiologen und des Zivilschutzes zufolge waren die Leute vor sieben Tagen nach Island eingereist und haben sich testen lassen, nachdem sie in der Quarantäne Symptome entwickelt hatten.

Bislang sind seit heute morgen bei Einreisenden aus dem Ausland zwei aktive Infektionen festgestellt worden, die ersten seit einer Woche. Insgesamt wurden seit gestern sechs Personen positive getestet, davon hatten zwei Personen Antikörper einer überstandenen Infektion, und zwei warten noch auf das Ergebnis des Antikörpertests.

Ein Passagier auf der Fähre Norröna ist heute morgen ebenfalls mit COVID-19 diagnostizert worden. Die Tests waren am Dienstag im dänischen Hirtshals durchgeführt worden. Der Passagier ist symptomlos, er wird bei der Ankunft in Seyðisfjörður erneut getestet und auf Antikörper untersucht. Die Person ist mit fünf weiteren Personen unterwegs, alle sechs befinden sich auf dem Schiff in Isolierung. Die anderen Passagiere waren einer Ansteckung vermutlich nicht ausgesetzt.

Ab morgen müssen sich Reisende aus Dänemark, Norwegen, Finnland und Deutschland, sowie Grönland und die Färöerinseln bei der Einreise nach Island nicht mehr testen lassen und auch nicht mehr in Quarantäne gehen.

COVID-19: Liste der sicheren Länder um Deutschland erweitert

COVID-19 Iceland

Ab dem morgigen Donnerstag den 16. Juli wird die Liste der als sicher geltenden Länder von zwei auf sechs erweitert, und Reisende aus Dänemark, Norwegen, Finnland und Deutschland müssen sich bei der Einreise nicht mehr auf das SARS-coV2 Virus testen lassen oder in Quarantäne begeben. Touristen aus diesen Ländern kommend, sowie wie bisher schon aus Grönland und den Färöerinseln, können ab morgen also ohne Einschränkungen nach Island einreisen, wenn sie sich zuvor mindestens 14 Tage in einem der Länder aufgehalten haben.

Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason hatte gestern auf der Pressekonferenz angekündigt, er habe entschieden, die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen für Touristen aus bestimmten Ländern an der Grenze zu “beschleunigen”. Zuvor hatte er angekündigt, eine solche Entscheidung werde nicht vor August fallen.

Nun also dürfen Touristen aus Dänemark, Norwegen, Finnland und Deutschland ohne Test und ohne Quarantäne einreisen, sowie alle Reisenden, die sich zuvor mindestens 14 Tage in einem dieser Länder aufgehalten haben. Die neue Regelung gilt ebenfalls für Isländer, die in diesen Ländern leben.

Isländer, die in anderen Ländern als denen auf der neuen Liste leben, müssen auch weiterhin entweder in eine 14-tägige Quarantäne, oder sich an der Grenze testen lassen, und nach einer Kurzquarantäne von fünf Tagen ein zweites Mal nachtesten lassen.

Die Anzahl der Einreisenden nach Island war in den vergangenen Wochen stetig gestiegen, um die 50.000 Menschen waren ins Land eingereist, seit die Grenztestung eingeführt worden war. In dieser Woche werden Flüge aus 15 Ländern in Keflavík erwartet, berichtet Vísir. Gestern hatte die Justizministerin die Einreisebeschränkungen für  14 Länder aufgehoben, unter anderem für Kanada, und ab der kommenden Woche wird Icelandair dan auch wieder Toronto anfliegen.

In den letzten Tagen hatte die Zahl der Tests dann die Laborkapazitäten von 2000 Tests pro Tag überstiegen, nicht zuletzt auch dadurch, dass das Genforschungsunternehmen deCODE sich aus der Testung zurückgzogen hatte und alle Arbeitslast auf die Beschäftigten und das Labor der Universitätsklinik gefallen war, sodass dieser Faktor die Entscheidung des Chefepidemiologen mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat, der Liste der sicheren Länder weitere hinzuzufügen. In den kommenden Wochen sollen weitere Länder dann folgen.

Þórólfur sagte auch, dass Island noch nicht bereit sei, ausländische COVID-19 Testergebnisse zu akzeptieren, doch könne das in der Zukunft durchaus der Fall sein.

Rögnvaldur Ólafsson vom isländischen Zivilschutz wies darauf hin, dass man auch weiterhin mehr Sorge um von Auslandsreisen heimkehrende Isländer habe, die wegen ihres sozialen Netzwerkes im Lande ein grösseres Ansteckungsrisiko darstellten.