Staatspräsident nimmt an Rettungsaktion teil

iceland coast guard

Islands Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson ist gestern in ein kleines Abenteuer geraten, als seine Reise in die Westfjorde einen Umweg nahm.
Der Präsident war auf seinem Weg nach Patreksfjörður, einer kleinen Stadt in den Westfjorden, um dort den Gedenkfeierlichkeiten der Gemeinde anlässlich eines Lawinenunglücks vor 40 Jahren beizuwohnen. Bei dem Unglück waren vier Personen ums Leben gekommen.

Nach heftigen Schneefällen im Januar 1983 hatten zwei Schneelawinen grosse Teile des Hangs oberhalb der Stadt mitgerissen. An die 30 Personen wurden vermisst, darunter viele Kinder. Insgesamt nahmen 19 Häuser im Patreksfjörður Schaden, 500 Einwohner mussten in der selben Nacht in Notunterkünften Schutz suchen. Die Lawinen gehören zu den einschneidensten Ereignissen in der kleinen Stadt, und einmal im Jahr wird der Toten gedacht.
In diesem Jahr jährte sich das Unglück zum 40. Mal, und es gab eine Messe, Musikveranstaltungen, sowie ein Kranzniederlegung, an diesen Feierlichkeiten hatte Guðni Th. Jóhannesson teilnehmen wollen. Doch daraus wurde nichts. Wie Guðni auf seiner Facebookseite schrieb “Nicht immer läuft alles nach Plan.”

Auf seinem Weg in die Westfjorde musste das Küstenwachschiff Freyja, das den Präsidenten als Passagier an Bord genommen hatte, einen Umweg nehmen, um dem Trawler Hrafn Sveinbjarnasson GK zu Hilfe zu kommen, der aus den Fischereigründen Halamið nordwestlich der Westfjorde abgeschleppt werden musste.
Nach der Rettungsaktion setzte die Freyja ihren Weg fort.

Guðni schrieb: “Das ist kein Spass, da draussen auf offener See ohne Licht und Heizung zu sitzen, gleich neben einer Eisfläche. Aber glücklicherweise war das Wetter ruhig, und möglicherweise nirgendwo in Island so schön wie da draussen in der Halamið.”

Erster Seenoteinsatz der Freyja

An Icelandic Coast Guard vessel

Island neues Rettungsschiff Freyja hat in der vergangenen Nacht seinen ersten grösseren Einsatz erfolgreich hinter sich gebracht, als die Besatzung den grönländischen Trawler Masilik vor der Küste von Vatnsleysutrönd aus der Seenot barg, berichtet RÚV.
Die Masilik war gegen Abend mit 19 Mann Besatzung auf Grund gelaufen. Augenzeugen berichteten, das Schiff sei merkwürdig dicht an der Küste unterwegs gewesen, viele Seemeilen von der normalen Route entfernt. Die in Siglufjörður beheimatete Freyja war gerade in Hafnarfjörður vor Anker gegangen, nachdem sie ein Schiff aus Skandinavien nach Island gezogen hatte, als der Notruf von der Masilik einging. Zusammen mit dem Rettungsschiff machten sich auch Motorboote und Hubschrauber mit Rettern auf den Weg aufs Meer.

Friðrik Höskuldsson ist Kapitän der Freyja: “Das lief alles gut. Zunächst lagen schwierige Wetterbedingungen vor, mit Windstärken von 22 bis 24 Metern pro Sekunde, aber es war Landwind, das kam uns zupass. Es dauerte eine Weile, sich zurechtzufinden und herauszufinden, ob es da ein grosses Leck im Schiff gab, aber das war nicht der Fall, und es ist uns gelungen, das Schiff von den Felsen herunterzuziehen, wo es festsass, es hatte dort nämlich schon Schlagseite.”
Die Freyja habe sich gleich beim ersten Einsatz bewährt, sie sei ein grossartiges Schiff, in jeder Beziehung, und ein echtes Technikwunder. Für die Verhältnisse der Küstenwache sei es ein riesiger Schritt nach vorne gewesen, die Freyja in die Flotte zu bekommen. “Gutes Schiff,” betont Friðrik.

Die Masilik ist inzwischen im Hafen von Hafnarfjörður verankert worden. Friðrik meint, die Besatzung habe sich nicht in grosser Gefahr befunden, aber man könne das vorher nie wissen. “Man weiss ja bei sowas nie, ob das Schiff auseinanderbricht oder kentert. In diesem Fall lief das alles gut. Wir haben die Grönländer an Land geschickt, an Bord gab es Vorgesetzte von den Färöerinseln. Die Grönländer waren ganz wild darauf, an Land zu kommen, und wir haben die 14 Leute in Vogar an Land gebracht, das Boot der Rettungsorganisation hat sich darum gekümmert.”
Die Schäden an der Masilik werden jetzt im Hafen näher untersucht.