Eiszeitforelle laicht zu hunderten in der Öxará

fin of a brown trout

Viel war los am gerade vergangenen Wochenende in Þingvellir, nicht nur Ausflügler genossen das gute Wetter, auch die Forellen in der Öxará waren unterwegs. Bis zu 27 Pfund schwere Fische schwammen den Fluss hinauf, um ihren Laichplatz zu erreichen.
Die sogenannte Eiszeitforelle im Þingvallavatn ist die grösste Forellenart weltweit.

“Die Leute kommen hierher, um die grösste Forellenart der Welt zu beobachten,” erklärt Fischexperte Össur Skarphéðinsson, “die Eiszeitforelle schwimmt derzeit die Öxará hinauf, und der Fluss ist richtig voll dieser Tage. Die Forelle laicht, etwa unterhalb der Brücke, und wo einmal das Hotel Valhóll stand, an den Pfeilern und den ganzen Fluss hinauf.” Die meisten laichten in einem 200 Meter grossen Gebiet weiter oben am Fluss, so der Experte.
Die ersten Forellen schauen Ende August schon mal vorbei, im September steigt die Zahl der Laichwilligen, Höhepunkt der Laichzeit ist jedoch im Oktober zu finden.

Forellenbestand von Null auf 1600 Exemplare gewachsen
Jeden Herbst suchen zwischen 1500 und 1600 Forellen den Fluss zum Laichen auf. Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass Kraftwerksprojekte rund um das Þingvallavatn mitsamt ihren Auswirkungen auf Flora und Fauna den Forellenbestand in den Jahren nach 1960 beinahe komplett ausgelöscht hatten. Im Jahr 1990 war kein einziger Fisch in der Öxará mehr zu finden gewesen.

Die grössten Forellen in diesem Jahr wiegen nach Össurs Schätzung zwischen 24 und 27 Pfund. Er habe auch schon 29 Pfund schwere Forellen geangelt, doch bemerkenswerter findet er, dass manche Angler Forellen an Land ziehen, die mehr als 30 Pfund wiegen. Dies seien alte Fische, die nicht mehr ablaichen und nur noch vor den Laichgebieten herumschwimmen.

Össur findet es erstaunlich, wieviele Leute Interesse an den Forellen im Þinvallavatn hätten.
“Das ist verständlich, das ist das achte Weltwunder, das ist ganz grossartig, sowohl wie es gelungen ist, den Bestand wieder zu vergrössern, als auch natürlich gerade hier, wo das alte Alþingi einmal war, dass ausgerechnet hier dieser Gipfel der Schöpfungskraft auf der Nordhalbkugel jedes Jahr buchstäblich sechs bis acht Wochen ausgestellt wird.” schwärmt der Fischexperte.

Süsswasserlagune durch Dammbruch versalzt

Ein stehendes Gewässer an der Küste im Þistilfjörður hat sich möglicherweise in eine Meereslagune verwandelt, nachdem der Damm beim grossen Adventsturm im letzten Dezember gebrochen war und Meereswasser in die Süsswasserlagune eingedrungen war. Die Bewohner der Region sprechen von einer Naturkatastrophe und fürchten um den Forellenfang in dem Gewässer.

Das Nachrichtenmagazin Stöð 2 zeigte Fotos von dem Süsswassersee Kollavíkurvatn auf der Strecke zwischen Raufarhöfn und Þórshöfn. Ein Damm hatte das Süsswasser vom Meer getrennt, die Lagune war ein beliebter Ort für den Forellenfang gewesen. Fotos der Lagune findet man im Nachrichtenlink.

Vigdís Sigurðardóttir, die Bäuerin auf dem benachbarten Hof Borg, sagt, das Wasser in der Lagune sei nun so salzig wie das Meer. Die Lücke im Damm war zunächst auf 50 bis 100 Meter geschätzt worden, inzwischen hat sie sich auf 200 Meter verbreitert. Vigdís Mann, Eiríkur Kristjánsson, glaubt, dort könnte in Zukunft möglicherweise ein Hafen entstehen.