Flugzeugwrack mit neuem Daseinszweck

Ein altes Flugzeugwrack ist auf dem Hof Eyvindarholt am Eyjafjall in Südisland zu besichtigen. Hofbesitzer Tomas Birgir Magnússon will dort ein neues touristisches Ziel aufbauen, berichtet Bændablaðið.

Wetterschutz für Schafe
Das Flugzeug vom Typ Douglas R4D-S hatte zuvor auf dem Hof Sauðanes in Langanes gestanden, wo es 1969 notgelandet war. Der Bauer auf Sauðanes, Ágúst Marino Ágústsson, hatte das Wrack lange als Wetterschutz für seine Schafe genutzt. Doch als immer mehr Touristen über die Zäune kletterten und seine Pferde verschreckten, unternahm er Versuche, das Wrack loszuwerden.

„Ich glaube, Ágúst hat zwei Jahre lang versucht, das Flugzeug zu verkaufen,“ meint Tomas. Die Idee, zuzugreifen, sei ihm und einem Freund über einer Tasse Kaffee gekommen. Er sei nicht der Erste gewesen, der sich für das Wrack interessierte, aber, so Tomas, der Verrückteste von allen, der den Kauf nämlich auch in die Tat umsetzte. Auf dem Foto ist zu sehen, wie das Wrack im letzten Jahr für den Transport nach Süden auf den Schwerlaster gehoben wurde.

Vorbildliches Touristenziel
Am 17. Juni vergangenen Jahres war das Wrack in Einzelteilen nach einem schwierigen Transport über Bergstrassen – Icelandreview berichtete seinerzeit – auf der heimatlichen Wiese angekommen. Dort setzten die Freunde die Teile wieder zusammen und vertäuten das Flugzeug im Boden, damit der Sturm es nicht wegträgt. Und es dauerte gar nicht lange, da trudelten die ersten Touristen ein. Der Besucherstrom wuchs mit jedem Tag, und inzwischen hat Tomas auch einen gebührenpflichtigen Parkplatz, Informationstafeln und einen Wanderweg zum Flugzeugwrack angelegt. Sein Ziel sei es, ein vorbildliches Touristenziel aufzubauen. Zur Zeit wird Strom und Wasser verlegt, um eine Toilettenanlage zu errichten.

Abholen war zu teuer
Das Flugzeug hatte seinen Jungfernflug im Jahr 1944 absolviert. In den 60ger Jahren war es von den US-Streitkräften genutzt worden, die drei weitere Flugzeuge des Typs in Keflavík stehen hatte.
Als die Douglas im Jahr 1969 auf Sauðanes notlandete, erschien es dem Flugzeugbetreiber zu teuer und zu aufwendig, das Flugzeug dort abzuholen und zu reparieren, und so blieb die Maschine – ähnlich wie das Flugzeugwrack auf dem Sólheimasandur, in den Wiesen Nordostislands einfach liegen.

Flugzeugwrack von Sauðanes nach Südisland umgezogen

Das Flugzeugwrack, das seit seiner Bruchlandung im Jahr 1969 auf dem alten Flugplatz Sauðanesflugvellir in Langanes gelegen hatte, ist verkauft worden. Am letzten Freitag wurde es seinem neuen Besitzer im Süden des Landes geliefert, berichtet mbl.is. Das Flugzeug vom Typ Douglas R4D-S stammte aus der Zeit der US-Besatzung am Heiðarfjall.

Schon vor 20 Jahren waren die Tragflächen der Maschine an einen Besitzer am Eyjafjall verkauft worden, erzählt der ehemalige Wrackhüter und Bauer auf Sauðanes, Ágúst Marinó Ágústsson. Das Wrack wurde nun in die gleiche Region geliefert, auf den Hof Eyvindarholt am Eyjafjall. Die Verkaufsgeschichte des Wracks reicht lange zurück. Als Ágúst das Flugzeug zum ersten Mal inserierte, wollte die Gemeinde Langanesbyggð sich das Vorkaufsrecht sichern. Am Ende schied man im Streit voneinander und das Wrack ging nach Süden.

Denkwürdiger Transport
Der Transport war, so Ágúst, eine Sache für sich. Der neue Besitzer sei mit drei starken Männern angereist und habe das Wrack transportfähig gemacht. Am letzten Freitag kamen dann zwei riesige Anhänger samt Zugmaschine aus dem Süden angereist. „Ich habe zwei Traktoren mit Schaufeln und einen Gabelstapler.” erzählt Ágúst. “Wir sind mit zwei Fahrzeugen jeweils ans Ende des Wracks gefahren und haben Schlaufen darunter gespannt, und konnte das Wrack so anheben und den Querträger darunter ziehen. Dann konnten wir das Heck anheben und das Auto rückwärts unterfahren lassen. Dann musste das Flügelstück so aufgestellt werden, sodass das, was aus den Triebwerken herausragte, nach unten zeigte.“
Mit einer Sondergenehmigung für die sechs Meter hohe Fracht ging es nach Süden. „Über den Öxi-Pass konnten sie nicht fahren, weil dort die Stromleitung so niedrig hängt. Sie mussten also einen vorher ausgesuchten Weg fahren, und alles in Abstimmung mit Rarik (dem Stromversorger) und der Strassenverwaltung,“ so Ágúst.

Zuviele Touristen auf den Äckern
Als Grund für den Verkauf gab Ágúst die vielen Touristen an, die in den letzten Jahren in immer grösserer Zahl auf seinem Land herumgelaufen seien, um das Flugzeugwrack anzuschauen. An grossen Tagen hätten bis zu 80 Mann auf der Wiese gestanden. “Da war ich bei der Heumahd und konnte das Wrack gut sehen. Da waren das ganze Jahr über Leute. Oftmals sind Gruppen auf der Suche nach einem Weg zum Wrack über halb bewachsene Felder und grüne Futterfelder gelaufen.“ beklagt der Bauer sich.
Verboten habe man den Besuch des Wracks nicht, und ein Eintrittsgeld habe er auch nicht verlangt. „Wir haben ein Schild aufgestellt, um ihnen den Weg zu weisen. Wir haben auch Schilder mit ‘private road’ am Hof zum Schafstall aufgestellt, und damit wurde der Touristenbetrieb dann viel besser.“

Stute mit neugeborenem Fohlen gestört
Die Wiese, auf der das Wrack stand, hatte Ágúst für seine tragenden Stuten zum Abfohlen genutzt, das Wrack bot ihnen einen guten Wetterschutz.
“Eine Stute fohlte am 13. Mai ab, als noch kein Gras gewachsen war. Als das Fohlen zwei Tage alt war, kamen 30 Touristen zum Wrack, und die Stute stand den ganzen Tag in Habetachtstellung vor ihrem Fohlen und frass kein Heu.” Erst Abends habe die Stute sich ans Heu gewagt, und da sei für ihn Schluss gewesen.
“Alle die Augen im Kopf haben, konnten sehen, dass das mit meinem Betrieb nicht zusammengeht, deshalb bin ich das Ding losgeworden.”
Ein bisschen vermisse er das Wrack aber schon, immerhin habe es sein ganzes Leben dort gestanden, und als Junge habe er dort gespielt. “Meine Mutter war heilfroh, wenn wir Kinder dort spielen gingen und hat uns Butterbrote geschmiert, wenn wir auf Abenteuerfahrt dorthin gingen, damit wir auch ja den ganzen Tag dort verbrachten.”

Gedenktafel gestohlen
Im September 2016 war das amerikanische Ehepaar JoAnne und Russ Sims zu Besuch nach Sauðanes gekommen. Russ’ Vater war der Bruchpilot des Wracks, damals hatten zwei Mann in der Maschine gesessen, und beide hatten die Bruchlandung überlebt.
Das Ehepaar befestigte eine Gedenktafel an dem Wrack, um an des Vaters Verdienste während des Kalten Krieges zu erinnern. “Wir haben das gut befestigt, das konnte man ohne Brechstange nicht abmachen. Ein Jahr hing die Gedenktafel dort, dann hatten Touristen sie abgebastelt und mitgenommen,” sagt Ágúst.

“Das Wrack wird jetzt im Süden ausgestellt, und manche sagen, da gibt es dann nicht viel zu sehen, weil die Geschichte des Wracks ja hier oben zuhause ist. Ich sag nur, die Geschichte ist nicht vorbei, sie hat jetzt ein neues Leben bekommen. Der Transport quer durchs Land ist ja viel mehr Leistung als die Ungeschicklichkeit der Piloten, das Flugzeug damals bruchzulanden.”

Flugzeugwrack aus dem Þingvallavatn geborgen

plane crash

Die Bergung der am 3. Februar im Þingvallavatn verunglückten Cessna TF-ABB ist geglückt, das Flugzeug konnte am Nachmittag vom Seegrund gehoben werden, berichtet Vísir.
An der Bergungsaktion waren 55 Personen beteiligt, darunter fünf Taucher. Die Maschine wurde nach der Hebung in fünf Metern Tiefe an Land gezogen.

Die Cessna 172N mit dem Piloten Haraldur Diego am Steuer war am 3. Februar bei einer Sightseeingtour mit drei Passagieren aus den USA, den Niederlanden und Belgien vom Radar verschwunden. Es folgte die intensivste Suche und Rettungsaktion der vergangenen Jahre, an der mehr als 1000 Personen beteiligt waren. Am Ende wurde das Wrack von einem ferngesteuerten Sonartauchboot lokalisiert, und die vier Leichen aus einer Tiefe von 37 Metern geborgen.

Schwierige Bedingungen und eisige Temperaturen verhinderten dann eine Bergung des Wracks, denn jeder Taucher durfte nur einmal pro Tag für 20 Minuten tauchen. Am Ende wurde beschlossen, das in 50 Meter Tiefe liegende Wrack zu bergen, sobald das Eis auf dem See geschmolzen war.

Flugzeugabsturz: Tauchverbot an der Absturzstelle

missing plane Þingvellir

Die Polizeidirektion Südisland hat entschieden, dass das Tauchen in der Bucht Ölfusvatnsvík am Þingvallavatn, wo das Flugzeugwrack TF-ABB auf Bergung wartet, ab heute verboten ist. Nach dem Flugzeugabsturz Anfang Februar, bei dem vier Insassen ums Leben kamen, hatte das Wrack nicht gehoben werden können, weil die Eisschicht auf dem gefrorenen See zu dick gewesen war. Die tödlich Verunglückten hatten von Tauchern hingegen geborgen werden können.
Die Polizei gibt an, sie wisse nicht, ob in der Zwischenzeit versucht worden sei, nach dem Wrack zu tauchen, sie wisse aber von Zeugen aus der Taucherszene, die Gespräche darüber gehört haben wollen.

Bei dem Unglück waren der isländische Pilot und seine drei ausländischen Passagiere ums Leben gekommen. Sie hatten sich noch aus dem Flugzeug retten können, waren dann aber ertrunken. Ihre Leichen hatten am 6. Februar nach einer umfangreichen Suche durch ein Radarsondenboot geortet werden können.
Das Tauchverbot soll die Daten schützen, die man am Wrack zu finden hofft, denn in dem Fall wird nun polizeilich ermittelt.
“Das Verbot wird ausgesprochen, um sicherzustellen, dass wichtige Beweisdaten nicht beschädigt werden. Diese Entscheidung ist gleichbedeutend mit einer Beschlagnahme des Flugzeugwracks auf dem Grund des Þingvallavatn.”

Zunächst hatte man das Wrack noch im Februar heben wollen, doch dann hatten die Bergungsmassnahmen abgebrochen werden müssen, weil sich dickes Eis auf dem Wasser gebildet hatte. Heute war die Lage erneut geprüft worden, eine Bergung ist jedoch weiterhin nicht möglich.
Das Verbot soll aber ganz offensichtlich auch schwere Unfälle von Laientauchern verhindern: “Es liegen keine Informationen darüber vor, ob Nicht-Zutrittsberechtigte versucht haben, zu tauchen, es sind jedoch Gespräche über solche Vorhaben bekannt unter Leuten, die möglicherweise weder Wissen noch Ausrüstung oder Erfahrung für einen Tauchgang unter derartig schwierigen Bedingungen in solcher Tiefe haben.” heisst es in der Mitteilung der Polizei.

 

Rettungsteam muss Touristen vom Sólheimasandur treiben

Plane Wreck

Am Samstag hatten Mitglieder der Rettungswacht in Vík í Mýrdal ausrücken müssen, um das Sandergebiet Sólheimasandur wegen Unwetters zu räumen. Zuvor hatte die Polizei erfolglos versucht, Touristen vor dem Orkan zu warnen und davon abzubringen, sich auf den Weg zum Flugzeugwrack zu machen.

Orri Örvarsson, der Leiter der Rettungsmannschaft Víkverja in Vík, sagte, das Zusammentreiben der Touristen auf dem Gebiet sei gut gegangen, sie hätten dies in Zusammenarbeit mit dem Reiseanbieter vor Ort bewerkstelligt.
“Das war überhaupt kein Reisewetter dort,” sagte Orri im Gespräch mit Vísir. Der Wind sei heftig gewesen und das Wetter habe sich weiter verschlechtert.

Sigurður Sigurbjörnsson, der wachthabende Polizist im Südland, sagte Vísir gegenüber, die Touristen hätten alle Warnungen in den Wind geschlagen, viele seien trotzdem losgezogen. Er selbst habe einem jungen Paar gesagt, dass auf dem Sólheimasandur im Januar ein Paar um die 30 Jahre im Unwetter gestorben sei, doch das hielt die beiden Touristen nicht davon ab, ihren Plan in die Tat umzusetzen.

“Ich sagte ihnen, das seien sehr gefährliche Bedingungen und es komme ein Sturm auf. Die schienen das zu akzeptieren, aber kurz darauf sah ich, dass sie losgegangen waren. Ich habe viele Leute gesehen, die da runterliefen, ich sah wie sie Mützen und Schals verloren und Probleme hatten, sich auf den Füssen zu halten,” erzählt Sigurður.
Damit musste das Rettungstam zum zweiten Mal ausrücken, um Touristen wegen schlechten Wetters von der Sanderfläche zu treiben. Nach Aussage der Polizei geschah dies vorsorglich, angesichts des Todesfalles im Januar.

Damals waren zwei Leichen beim Flugzeugwrack gefunden worden, sowie ein Mietwagen auf dem Parkplatz. Das chinesische Paar hatte sich trotz der Unwetterwarnung auf den Weg zum Wrack gemacht, am selben Tag war auch die Ringstrasse in der Region wie angekündigt gesperrt worden. Die Toten wurden am nächsten Tag gefunden.
Das Wetter am vergangenen Samstag war ebenfalls sehr stürmisch gewesen, Schneeverwehungen hatten den Verkehr behindert und die gelbe Wetterwarnstufe hatte für den Süden gegolten.