Flugunfall am Flughafen in Reykjavík geübt

An die 300 Einsatzkräfte haben gestern an einer Katastrophenschutzübung am Flughafen in Reykjavík teilgenommen, berichtet das Fréttablaðið. Die von Zivilschutz und Flughafenbetreiber Isavia organsisierte Übung simulierte einen Grossunfall, bei dem zwei Flugzeuge in der Luft über dem Flughafen zusammengeprallt waren. Dabei wurden 60 Personen verletzt und es gab ein Grossfeuer zu löschen.

Bei der Übung nahmen neben Zivilschutz und Flughafenmitarbeiter auch freiwillige Rettungskräfte, medizinisches Personal der Universitätsklinik, Polizei, Feuerwehr, Küstenwache, Rotes Kreuz und weitere Unfalleinsatzkräfte teil.
Die Verletzten wurden von Freiwilligen gespielt. Landsbjörg-Einsatzleiterin Karen Ósk Lárus­dóttir erklärte, dass Übungen in dieser Grössenordnung alle vier Jahre auf jedem grösseren Flughafen abgehalten werden, wobei jeder Landesteil seine eigenen Rettungskräfte einsetzt.
“Gruppenunfälle erfordern eine verstärkte Reaktion des Zivilschutzsystems, da solche Ereignisse die tägliche Reaktion stärker belasten, als das System bewältigen kann. Freiwillige kommen da besonders ins Spiel, weil sie speziell für die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften ausgebildet sind und daher die Hauptlast dessen tragen, was über die Einsatzkapazität des Systems hinausgeht.“ schreibt Karen in einer Mitteilung an die Medien.

Übungen stärken Zusammenhalt und Kooperation
Die Katastrophenschutzübung war der Höhepunkt einer einwöchigen Übungseinheit. Zuvor hatte es Vorlesungen und allerhand Theorieeinheiten gegeben, unter anderem war der Flugunfall auf dem Trockenen durchgesprochen worden.
Die Projektleiterin für Notfallausrüstung bei der Isavia, Elva Tryggvadóttir, zeigt sich mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden. Die alle vier Jahre abgehaltenen Übung stärke die Kooperation der Beteiligten bei jeglichen Unfällen.
In diesem Jahr hatte es bereits eine solche Übung in Ísafjörður gegeben, am 15. Oktober ist dann der Flughafen in Akureyri an der Reihe. „Das sind Zivilschutzübungen, und die sind wichtig für das gesamte Einsatzsystem in Island,“ erklärt Elva. „Ob es sich um einen Flugunfall handelt, oder einen anderen Gruppenunfall. Die erste Flugunfallübung auf dem Flugplatz in Reykjavík ist vor 20 Jahren abgehalten worden. Im ganzen Land finden die Übungen seit 1996 statt.“

Flugzeugabsturz: Tauchverbot an der Absturzstelle

missing plane Þingvellir

Die Polizeidirektion Südisland hat entschieden, dass das Tauchen in der Bucht Ölfusvatnsvík am Þingvallavatn, wo das Flugzeugwrack TF-ABB auf Bergung wartet, ab heute verboten ist. Nach dem Flugzeugabsturz Anfang Februar, bei dem vier Insassen ums Leben kamen, hatte das Wrack nicht gehoben werden können, weil die Eisschicht auf dem gefrorenen See zu dick gewesen war. Die tödlich Verunglückten hatten von Tauchern hingegen geborgen werden können.
Die Polizei gibt an, sie wisse nicht, ob in der Zwischenzeit versucht worden sei, nach dem Wrack zu tauchen, sie wisse aber von Zeugen aus der Taucherszene, die Gespräche darüber gehört haben wollen.

Bei dem Unglück waren der isländische Pilot und seine drei ausländischen Passagiere ums Leben gekommen. Sie hatten sich noch aus dem Flugzeug retten können, waren dann aber ertrunken. Ihre Leichen hatten am 6. Februar nach einer umfangreichen Suche durch ein Radarsondenboot geortet werden können.
Das Tauchverbot soll die Daten schützen, die man am Wrack zu finden hofft, denn in dem Fall wird nun polizeilich ermittelt.
“Das Verbot wird ausgesprochen, um sicherzustellen, dass wichtige Beweisdaten nicht beschädigt werden. Diese Entscheidung ist gleichbedeutend mit einer Beschlagnahme des Flugzeugwracks auf dem Grund des Þingvallavatn.”

Zunächst hatte man das Wrack noch im Februar heben wollen, doch dann hatten die Bergungsmassnahmen abgebrochen werden müssen, weil sich dickes Eis auf dem Wasser gebildet hatte. Heute war die Lage erneut geprüft worden, eine Bergung ist jedoch weiterhin nicht möglich.
Das Verbot soll aber ganz offensichtlich auch schwere Unfälle von Laientauchern verhindern: “Es liegen keine Informationen darüber vor, ob Nicht-Zutrittsberechtigte versucht haben, zu tauchen, es sind jedoch Gespräche über solche Vorhaben bekannt unter Leuten, die möglicherweise weder Wissen noch Ausrüstung oder Erfahrung für einen Tauchgang unter derartig schwierigen Bedingungen in solcher Tiefe haben.” heisst es in der Mitteilung der Polizei.

 

Flugzeugabsturz: Bergung des Wracks wegen Eisbildung abgebrochen

missing plane Þingvellir

Der Plan, das am vergangenen Donnerstag verunglückte Kleinflugzeug vom Typ Cessna aus dem See Þingvallavatn zu holen, ist heute am späten Nachmittag vorerst zu den Akten gelegt worden.
Wie das Fréttablaðið berichtet, hat sich auf dem See eine etwa vier Zentimeter dicke Eisschicht gebildet, und dort wo das Eis gebrochen ist, stossen dicke Eisschollen aneinander. Die Polizei meldete, man habe entschieden, die Aktion abzubrechen und das Einsatzlager abzubauen.

Der Leiter der südisländischen Polizeidirektion, Oddur Árnason, sagte RÚV gegenüber, er wisse nicht, auf wann eine Bergung verschoben werde. “Ich bin mir nicht darüber im Klaren, ob wir hier über Wochen oder sogar Monate sprechen.” Das Wasser sei extrem kalt und es brauche einen grossen Temperaturanstieg, um das Eis zu schmelzen.
“Gestern haben wir ein Messgerät ins Wasser gelassen, und die Temperatur betrug zwischen 0,1 und 0,2 Grad, bis hinunter zum Seegrund.” erklärte Oddur.
Die Ermittler der Behörde für Verkehrsunfälle warten auf Daten aus dem Flugzeug, um den Unfallhergang rekonstruieren zu können. Unter anderem befindet sich der Notsender im Wrack. Eine Black Box gehörte nicht zur Ausrüstung des Cessna Modells.

Oddur lobt die Zusammenarbeit aller am Einsatz beteiligten Rettungskräfte. “Ich habe in meiner Karriere noch nie eine derart geschmierte Aktion erlebt, und ich glaube, der Erfolg, den wir hier sehen und gestern gesehen haben, beruht darauf, wie gut dass alles gelaufen ist.” Die Zusammenarbeit sei einfach bewundernswert gewesen.

Obwohl der Einsatz nun erst einmal abgebrochen wurde, sitzen die Teams nicht untätig, sondern planen die Bergung des Flugzeugwracks bis in alle Einzelheiten, für den Tag, an dem die Wetterbedingungen dies zulassen.

Die Verunfallten waren am Morgen in einer Reykjavíker Kapelle für die Angehörigen aufgebahrt worden. Alle vier Toten sollen auch obduziert werden.

 

Flugzeugabsturz: Mini-U-Boot konnte Unfallopfer bergen, Tauchgang zu gefährlich

missing plane Þingvellir

Die für heute morgen angesetzte Bergungsaktion der vier Flugunfallopfer im Þingvallavatn hatte auf den Nachmittag verschoben werden müssen, da sich die Temperaturen in dem Gebiet im zweistelligen Minusbereich befanden und der See drohte zuzufrieren. Am Nachmittag besserten sich die Bedingungen und die Taucher machten sich in Booten auf den Weg in die Bucht Ölfsvatnsvík.

Gegen 18 Uhr waren drei der Toten geborgen, allerdings auf andere Weise als ursprünglich geplant. Dazu vermeldete die Polizeidirektion Südisland:

“Nach einer Beratung mit allen Einsatzkräften, bei der die Bedingungen noch einmal geprüft wurden, stellte sich heraus, dass die Bedingungen für einen Tauchgang wegen der starken Kälte und der Eisbildung auf dem Þingvallavatn sehr gefährlich sind. Man untersuchte, ob es andere Möglichkeiten als die zuvor geplanten gebe. Dann wurde ein Mini-U-Boot mit Kameraausrüstung und Greifarm organisiert, welches sich von einem Kahn auf der Wasseroberfläche fernsteuern lässt. Das Mini-U-Boot suchte die Toten auf dem Seegrund und brachte sie zur Wasseroberfläche, wo sie von Tauchern übernommen wurden, die sie auf das Rettungsboot hievten und an Land brachten. Zur Stunde sind drei Opfer am Ufer angekommen, nach dem vierten wird gerade gesucht.”

Nach Angaben von Polizeichef Oddur Árnason hatten Schlauchboote einen Kreis um die Unfallstelle gebildet, um das Eis zu brechen und eine weitere Eisbildung zu verhindern. Jeweils zwei Taucher hatten sich bei der Bergung im Wasser befunden, um den Toten vom U-Boot in Empfang zu nehmen, die anderen Taucher hatten auf dem Kahn gewartet, um nötigenfalls einzugreifen. Insgesamt waren 60 Mann an der Bergung beteiligt.

Morgen soll Oddur zufolge nach Mittag das Flugzeug gehoben werden.

update 19.30 Uhr:

RÚV berichtet, dass auch der vierte Tote geborgen und an Land gebracht worden konnte. Die heute Bergungsaktion ist damit beendet.