Grosser Fischtag in Dalvík wegen Sicherheitsbedenken abgeschafft

Der „Grosse Fischtag“ im nordisländischen Dalvík gehört der Vergangenheit an. Seit dem Jahr 2001 hatte das beliebte Volksfest mit einer Unterbrechung während der COVID-Pandemie alljährlich in dem Fischerort stattgefunden, mit einem spannenden Kulturprogramm und gesponsortem, freien Essen – Fischgerichte natürlich.
In einer Ankündigung der Organisationsleitung hiess es, Hauptgrund für diese Entscheidung sei die gestiegene Verantwortung für die Freiwilligen, die das Fest seit 2005 organisierten.

Mehr Sicherheit, mehr Aufwand
„Diese Verantwortung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, mit den damit verbundenen Forderungen nach mehr Sicherheit und Strafverfolgung. In diesem Jahr hatte viel mehr Sicherheitsdienst eingesetzt werden müssen als je zuvor, und damit stiegen auch die Kosten für die Erfüllung verschiedener, aber legitimer Anforderungen an Sicherheitsangelegenheiten unterschiedlicher Art.”
Es sei klar, dass die Kosten für Sicherheit und Strafverfolgung in den kommenden Jahren auch weiterhin hoch sein werden, und vermutlich stärker wachsen als andere Kosten. „Die isländische Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert, und in einer härter werdenden Welt liegt eine große Verantwortung darin, ein Treffen von dieser Größenordnung zu organisieren“, heißt es in der Ankündigung.

Lebensmittel verteuert
Auch andere Kosten sind in die Höhe geschossen, etwa der Preis für Lebensmittel und andere Dinge, die für ein Festival notwendig sind. Das macht es für die Organisatoren nicht leichter, denn traditionell werden keine Eintrittskarten verkauft, und Essen wie Veranstaltungen sind für alle Besucher frei.
„Die treibende Kraft des Festes ist der gute Wille und die Unterstützung der Gemeinde Dalvík, sowie von Unternehmen vor Ort und im ganzen Land, ausserdem umfangreicher ehrenamtlicher Arbeit,“ heisst es in der Bekanntmachung.
In diesem August hatte man nach der Covid-Pause noch einmal einen Grossen Fischtag organisiert, und Schätzungen zufolge waren um die 600.000 Gäste dem Ruf gefolgt. Mehr als 6000 Freiwillige hatten um die 1000 Arbeitsstunden zum Gelingen des Festes zur Verfügung gestellt.

 

 

Jodmangel bei Schwangeren ist Ernährungsproblem

Zum ersten Mal ist in Island bei Schwangeren Jodmangel festgestellt worden. Jodmangel kann negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Fötus haben. Als Grund wird der verminderte Konsum von Fisch und Milchprodukten genannt. Bei den Gesundheitsbehörden sieht man die Entwicklung mit Besorgnis, berichtet RÚV.

Der fangfrische Fisch auf dem Teller gehört in Island der Vergangenheit an. Wo früher mehrmals pro Woche Fisch verzehrt wurde, essen heute vor allem junge Frauen so gut wie keinen Fisch mehr. Nach Angaben von Hólmfríður Þorgeirsdóttir aus der Abteilung für Ernährung beim Gesundheitsamt ernährt sich gerade mal ein Prozent der jungen Frauen nach den Empfehlungen, und hier sei man besonderes wegen der jüngsten Altersgruppe besorgt.
Gründe für den stark zurückgegangenen Fischkonsum gibt es zahlreiche. Unter anderem die Tatsache dass frischer Fisch ziemlich teuer ist, aber auch dass junge Menschen gar nicht mehr wissen wie man Fisch zubereitet, und dann lieber Fast food essen.

Zum ersten Mal fand man nun auch einen Jodmangel bei Schwangeren. “Das ist wirklich besorgniserregend, weil Jod sehr wichtig für diese Altersgruppe ist, Jod ist wichtig für die Bildung von Schilddrüsenhormonen, die wiederum wichtig für Körperfunktionen sind, und unter anderem während der Schwangerschaft,” erklärt Hólmfríður. Ein Jodmangel kann Wachstum und Entwicklung des Fötus verzögern.
Jodmangel entsteht jedoch auch durch das Weglassen von Milch aus der Ernährung. Die Ärztin hält es für wichtig, junge Frauen zu Fisch- und Milchkonsum zu ermuntern.
Da das allerdings bislang wenig Wirkung zeigt, müssen andere Lösungen her. Einem Artikel in der Ärztezeitschrift Læknablaðið zufolge prüft man nun, ob der Zusatz von Jodsalt im Brot ein gangbarer Weg wäre.

Isländischer Fisch laut neuer Studie kaum schadstoffbelastet

Feinschmecker dürfen sich freuen: Einer aktuellen Studie von Matís zufolge sind Fisch und Meeresfrüchte aus isländischen Gewässern kaum schadstoffbelastet und daher unbedenklich für den menschlichen Verzehr.
In Bezug auf die gesetzlichen Grenzwerte enthalten die essbaren Teile des isländischen Fischs “zu vernachlässigende Mengen” an Dioxin, dioxin-ähnliche Stoffe und Polychlorierte Biphenyle (PCB). Alle im Jahr 2021 analysierten Proben lagen weit unter den Grenzwerten.
Die Studie zu unerwünschten Substanzen in isländischem für den Export bestimmten Fisch und Meeresfrüchten war im Jahr 2003 begonnen und über zehn Jahre betrieben worden. Nach einer Pause ging es dann in 2017 weiter, aus finanziellen Gründen werden zur Zeit allerdings nur noch die essbaren Teile des Fangs analysiert.
In den zehn Jahren hatte sich dennoch kaum etwas verändert. Die Messergebnisse aus 2021 entsprachen in etwa den Resultaten aus den Jahren 2003 bis 2012, sowie 2017 bis 2020.
In Island sind die europäischen Grenzwerte für Dioxin, dioxin-ähnliche Stoffe und PCB ratifiziert worden, daher fanden diese Grenzwerte als Massstab für die Schadstoffmessungen Verwendung.  Auch die Werte für Schwermetalle wie Kadmium, Blei und Quecksilber lagen weit unter den EU-Grenzwerten.
Untersucht wurden Proben aus allen Fischereizonen der isländischen Hoheitsgewässer. Die Studie findet man hier.

Ein Drittel des gefangenen Fisches landet wieder im Meer

fishing lumpfish net

Die isländische Fischereibehörde hat in diesem Jahr mithilfe von Drohnen zehnmal mehr Fälle von Rückwürfen in der Fischereiindustrie nachweisen können als noch im vergangenen Jahr. Bis zu diesem Monat konnte die Behörde mindestens 120 Fälle aufdecken, wo Fischereiunternehmen, grosse wie kleine, ihren Fang ins Meer zurückgeworfen haben. In manchem der Fälle wurden zwei oder mehr Fische pro Minute und bis zu einem Drittel des Gesamtfanges ins Meer zurückgeworfen, berichtet Kjarninn.

Zehnmal mehr Fälle durch Drohnen entdeckt
Bis zu diesem Jahr hatte die Fischereibehörde etwa 10 Fälle pro Jahr aufgedeckt. Doch mit Einführung der Drohnenüberwachung zu Beginn des Jahres wendete sich das Blatt und die entdeckten Fälle verzehnfachten sich. Ein Grossteil der Fälle endete mit einem mahnenden Brief der Behörde, dass Fang nicht ins Meer zurückgeworfen gehört, immerhin in einem Fall war die Lizenz zeitlich begrenzt eingezogen worden, und in drei Fälle hatte es Verwarnungen gegeben.
Die Drohnenüberwachung findest zumeist vom Land aus statt, damit entdecken die Ermittler allerdings eher die kleinen, küstennah operierenden Fischerboote. Manche Drohnenflüge im Frühjahr wurden jedoch auch vom Schiff aus gestartet. Bei allein vier Fällen aus diesem Jahr handelt es sich um riesige Trawler. Elín Björg Ragnarsdóttir, die Leiterin der Inspektionsabteilung bei der Behörde, sagte RÚV, die plötzlich hohe Zahl der entdeckten Fälle bedeutet sicher nicht dass mehr Boote Rückwurf praktizierten, sondern dass man jetzt mehr Fälle finde, auch wenn sich dies nicht bestätigen lasse.

Internationales Problem
Unter Rückwurf versteht man den Teil eines Fangs, der ins Meer zurückgeworfen wird und nicht an Bord gelagert wird. Der Prozentsatz an Fischen, die den Rückwurf überleben, ist je nach Fischart verschieden. Auch die Gründe für den Rückwurf sind unterschiedlich, mal sind es Fische, die man nicht vermarkten kann, oder die zu klein sind, um angelandet zu werden, oder es handelt sich um Fisch, der die Quote übersteigt und deshalb nicht an Land gebracht werden darf.
Man schätzt dass jährlich eine Million Tonnen Fisch in die Nordsee geworfen wird, oder ein Drittel des jährlichen Gesamtfanges.
Nach isländischem Gesetzt ist Rückwurf verboten. Isländische Bestimmungen verlangen, dass die Schiffe Fisch aus Quotenfang oder solchen, für den es einen Markt gibt, an Bord behalten.

Genmutation gegen Gammelfisch bei Isländern gefunden

Die Fähigkeit, Fischgestank zu ertragen und sogar als angenehm zu empfinden, gehört zu den Eigenschaften, die Ausländer an den Inselbewohnern immer wieder erstaunen. Nun ist diese natürliche Gabe sogar wissenschaftlich erforscht worden: Rósa Gísladóttir hat sich für das Genforschungsinstitut deCODE damit befasst und herausgefunden, dass vier Prozent aller Isländer eine genetische Mutation in sich tragen, die sie unempfindlich für den Gestank von faulem Fisch macht. Rósas Forschungsergebnisse sind in der Oktoberausgabe der Current Biology veröffentlicht worden und haben es sogar bis in die New York Times geschafft.

Menschen nehmen Gerüche auf ganz unterschiedliche Weise wahr, trotzdem werde immer davon ausgegangen, dass der Mensch eigentlich über einen guten Geruchssin verfüge. Schwierig hingegen sei es, das Gerochene in Worte zu fassen, erklärt Rósa.
Die Unfähigkeit, Gerüche einzuordnen, weise oft auf grössere Probleme hin und könne etwa Begleiterscheidung von Parkinsonkrankheit und Depressionen sein. Dann gebe es die individuelle Geruchsempfindung, sowie den schleichenden Verlust der mit dem Alter kommt.
Genetisch gesteuert werde jedoch, ob eine Geruchsempfindung Gegenständen aus der Umwelt zugeordnet werde. Dazu gehöre auch, ob eine Geruchsempfindung als gut oder ekelhaft eingeordnet werde.

Kleine Mutante, grosse Wirkung
Für die Studie wurden 11.000 isländischen Personen Gerüche zur Identifizierung unter die Nase gehalten. Es gab Zimt, Pfefferminze, Banane, Lakritz – und vergammelten Fisch zu erschnuppern.
Bei vier Prozent der Probanden erregte die Gammelfischriechprobe keine Abwehr, und hier fand sich eine Veränderung auf dem Gen TAAR5: unter normalen Umständen synthesiert dieses Gen ein Protein, welches üble Gerüche in verrottendem Fisch oder auch Körperflüssigkeiten für das Riechorgan identifiziert.
Bei den Fischriechern gibt es dieses Protein nicht, und so nehmen sie an Fisch alle möglichen Gerüche wahr, von Zimt über Ketchup bis hin zu Blumenduft.

Mutation hilft beim Essen
Die Isländer sind offenbar die grösste Gruppe mit dieser Mutation, nach ihnen kommen die Schweden. In Afrika ist die Mutation hingegen kaum festzustellen. Rósa vermutet, es könne daran liegen, dass die üblen Gerüche in isländischen Speisen wie hákarl und skata vorkommen.
“Das ist schwierig, mit Gewissheit zu sagen, aber doch verlockend zu glauben, dass diese Mutation gängiger in Island ist, weil sie hier einen Nutzen hat. Wir mussten skata und hákarl und Trockenfisch essen, und da diente diese Mutation nicht nur dem Zweck, uns gegen etwas zu schützen, sondern war nützlich, den Gestank zu mildern, sodass wir mehr essen konnten.

Personen, die diese Mutation in ihren Genen tragen und vergammelten Fisch zu riechen bekommen, tippen nicht etwa auf Fisch, sondern auf Rosenduft oder Karamell. Manche nehmen sogar den Fischgeruch wahr, beschreiben ihn nicht jedoch als Gestank.
Rósa vermutet, dass ihre Mutter Trägerin der Genmutation ist, denn in ihren Kindertagen habe es oft skata gegeben, was nicht alle Familienmitglieder entzückt habe.

IPN-Virus in einem Zuchtlachs entdeckt

A salmon farm in Arnarfjörður, Westfjords.

In der Meerbeckenzucht Laxa fiskeldi ehf. in Reyðarfjörður im Osten des Landes ist in einem Lachs ein Virus festgestellt worden, der die infektiöse Pankreasnekrose (IPN) auslösen kann. Wie es in einer Mitteilung der Veterinäraufsichtsbehörde MAST heisst, ist dies das erste Mal, dass der Virus in isländischen Zuchtlachsen festgestellt wurde. Zuvor war er einmal im Jahr 1999 im Heilbutt gefunden worden.

Bislang ist die Krankheit selbst bei den Lachsen nicht ausgebrochen, und auch nicht in anderen Fischen in Island. IPN kann Schäden im Zuchtbestand verursachen, vor allem in der Frischwasserzucht durch Besamung.

Der Virus wurde in einer Probe während einer Routinekontrolle bei Laxa ehf in Reyðarfjörður gefunden. Der Lachs, bei dem das Virus gefunden wurde, ist gesund, und der Zustand der Lachse in dem betroffenen Zuchtbecken war insgesamt gut.

Das Pathologische Institut der Universität in Keldur arbeitet derzeit in Zusammenarbeit mit der EU-Forschungsanstalt für Viruserkrankungen bei Wassertieren daran, mehr über das Erbgut des Virus herauszufinden. Die Pathogenität des Virus fällt je nach DNS unterschiedlich aus.

Das Virus ist weltweit in Wasser- und Meerestieren verbreitet, sowohl in wilden Beständen als auch in Zuchtbeständen. Es ist bekannt dass Meeresfische den Virus aufnehmen können, ohne Krankheitssymptome zu zeigen. Es könnte daher sein, dass das entdeckte Virus ein solcher ist, den der Lachs sich über das Meerwasser zugezogen hat.

Das Virus geht nicht auf den Menschen und wird nicht über Fischerzeugnisse übertragen.

Mit Entdeckung des Erregers steht Island nun auf gleicher Stufe wie Australien und Neuseeland, wo das Virus in Meeresfischen entdeckt wurde, jedoch nie im Frischwasser. Beide Staaten sind genau wie Island als IPN-freie Länder registriert.

Die Diagnose des Virus macht deutlich, wie wichtig Überwachung und Seuchenschutz sind, um hierzulande einen guten Krankheitsstand zu halten und einem Ausbruch der IPN-Krankheit im hiesigen Zuchtfischbestand vorzubauen, hier vor allem in den Besamungsstationen.

Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hat vorsichtshalber ein Verbreitungsverbot für Erzeugnisse aus dem Unternehmen im Reyðarfjörður verhängt. Das Verbot gilt bis die Fische aus den Meerwasserbecken geschlachtet worden sind.

Fischkauf in Selbstbedienung

Der Fischer Þór Magnússon und seine Gattin Guðlaug Björnsdóttir fanden es eigenartig, dass man keinen frischen Fisch in ihrem Heimatort kaufen kann, obwohl sie am Rand des Tálknafjörður in den Westfjorden leben.

Wie bb.is berichtet, beschlossen die beiden, dem Abhilfe zu schaffen, und schufen einen Selbstbedienungsladen für Fisch und selbstgemachte Fischgerichte, der Tag und Nacht geöfnet ist.

Dies ist nun der dritte Somer in Folge, dass man Þórs selbstgefangenen Fisch in der kleinen Bude kaufen kann.

“Es kam dazu, weil Touristen und andere Leute oft nach Fisch und sowas gefragt haben. Und irgendwie war es absurd, dass man in einem Fischerort keinen Fisch kaufen kann,” erklärte Þór. “Und dann stand ich eines Tages vor einem Gemüsestand im Borgarfjörður und mir kam die Idee – den Fisch genau so zu verkaufen.”

Doch gibt es nicht nur Þórs Fang des Tages zu kaufen, sondern auch Trockenfisch und hausgemachte Fischfrikadellen und Fischsuppe, die Guðlaug selbst herstellt. Die beiden schauen immer wieder nach ihrem Stand und bringen Nachschub, wenn etwas fehlt.

Bezahlen kann man mit Bargeld, welches man in eine Kasse mit Schlitz steckt, oder per Überweisung.

Keiner von beiden hat Sorge, dass Leute ihren Einkauf nicht bezahlen, vielmehr sind sie stolz darauf, dass ihre Kunden aus aller Welt kommen, wie die buntgepinnte Weltkarte an der Wand verrät.

Hier gibt es ein Video (auf isländisch), wo man auch den kleinen Shop anschauen kann.