Isländische Krankenschwestern drohen mit Streik mitten im Sommer

Emergency room

Der Verband der isländischen Krankenschwestern (FÍH) hat alle seine im öffentlichen Gesundheitswesen beschäftigten Mitglieder aufgefordert, über einen Streik abzustimmen. Die Krankenschwestern arbeiten seit einem Jahr ohne Tarifvertrag und hatten im April einen Tarifvorschlag abgelehnt, den der FÍH mit dem Staat ausgehandelt hatte. Weitere Verhandlungen blieben ergebnislos.

Die elektronische Abstimmung hatte gestern begonnen und ist bis Freitagmittag möglich. Etwa 2500 Krankenschwestern in öffentlichen Einrichtungen sind zu Teilnahme berechtigt.
Abgestimmt wird über einen Generalstreik, der am Montag den 22. Juni beginnen würde, falls es bis dahin keinen Vertrag gibt. Der Streik würde alle staatlich betriebenen Krankenhäuser und Einrichtungen, wie etwa die dem Hausarzt vergleichbare Gesundheitszentren in der Stadt und auf dem Land betreffen, wo Krankenschwestern, anders als in Deutschland, eine wichtige Rolle im Tagesbetrieb spielen.

Einer Umfrage vom 7.-10. Mai zufolge sind fast die Hälfte aller Krankenschwestern (49,6 Prozent) zu einem Streik bereit, und 32 Prozent wollen auch länger streiken. Aus der Umfrage ging hervor, dass die Beschäftigten an dem gefällten Tarifvertrag vor allem eine unzureichende Erhöhung ihres Grundgehaltes kritisierten.