Junge Menschen würden laut Umfrage Verkauf von Silvesterknallern verbieten

New Year's Eve Fireworks in Reykjavík, 2017.

Sechzig Prozent der Isländer zwischen 18 und 24 Jahren würden den Verkauf von Feuerwerkskörpern an Privatnutzer verbieten, berichtet Vísir.
Für die neue Studie von Prósent wurden den Befragten drei Fragen vorgelegt: (a) ob sie selber Feuerwerkskörper kaufen, (b) ob man die Menge an Feuerwerkskörper pro Person beschränken sollte, und (c) ob man den Verkauf von Feuerwerkskörpern an Privatnutzer verbieten sollte.

Erstaunliche 64 Prozent gaben an, keine Feuerwerkskörper zu kaufen, 36 bezeichneten sich als Käufer derselben. Dabei waren Personen vom Land, sowie Männer eher unter den Käufern als Stadtbewohner und Frauen. Unter den Feuerwerksfreunden befinden sich mehrheitlich Personen aus der Altersgruppe 35 bis 44 Jahre, weit aus weniger kaufen Jüngere und Personen älter als 55 Jahre.
Mehr als die Hälfte der Befragten, oder 52 Prozent, findet, die Menge an Feuerwerkskörpern pro Person müsse beschränkt werden, 34 Prozent finden dies nicht notwendig. In der Altergruppe von 18 bis 24 Jahren sprachen sich die meisten dafür aus, die Menge zu beschränken, und hier waren auch Frauen (60%) eher als Männer der Ansicht, es brauche eine Beschränkung, und Stadtbewohner eher als Landbewohner.

Ein Verbot für den Privatgebrauch befürworteten 44 Prozent, 41 Prozent sind gegen ein solches Verbot. Frauen befürworten ein Verbot eher als Männer. In der Gruppe der 18 bis 24-Jährigen sprachen sich sogar 60 Prozent für ein Verbot aus, bei den 55 bis 64-Jährigen wollten nur 38 Prozent den Verkauf von Silvesterknaller an Privatpersonen verbieten.
Die Daten sind zwischen dem 30. Dezember und dem 9. Januar gesammelt worden. Prósent führte die Befragung im Internet aus, von 2300 eingeladenen Personen über 18 Jahren hatten 1118 Personen eine Antwort abgegeben.
In Island dürfen Feuerwerkskörper nur zwischen dem 28. Dezember und 6. Januar verkauft werden, und ausser in der Silvesternacht ist es verboten, sie zwischen 22 Uhr und 10 Uhr abzuschiessen. Verkauft werden Feuerwerkskörper vor allem von den freiwilligen Mitgliedern der regionalen Rettungswachten, die sich unter anderem darüber finanzieren, sowie von Sportvereinen.

Feuerwerk soll gesetzlich eingeschränkt werden

New Year's Eve Fireworks in Reykjavík, 2017.

Ein interministerieller Untersuchungsausschuss hat sich mit der Umweltverschmutzung durch Feuerwerke um die Jahreswende befasst und Empfehlungen abgegeben, wie man die Böllerei einschränken könnte, berichtet RÚV. In einer gemeinsamen Erklärung wurde darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, praktische Massnahmen zu ergreifen, um die öffentliche Gesundheit zu verbessern, und dennoch die Finanzierung der isländischen Rettungsorganisation ICE-SAR zu gewährleisten, die ihren enormen Finanzbedarf zur Hälfte durch den Verkauf von Feuerwerkskörpern deckt.

Den Vorschlägen zufolge würde es für die Silvesterböllerei Zeitfenster geben, und zwar von 16.00 Uhr bis 2.00 in der Silvesternacht, von 16.00 Uhr bis 22.00 Uhr am Neujahrstag und von 16.00 bis 22.00 Uhr am 6. Januar (Þrettándinn, der letzte Weihnachtstag in Island, wird vor allem mit Kindern gross gefeiert).
Zur Zeit erlaubt das Gesetz noch den Verkauf von Feuerwerkskörpern zwischen dem 28. Dezember und dem 6. Januar, gezündet werden darf in diesem Zeitraum an allen Tagen zwischen 9.00 Uhr morgens und Mitternacht. Nur in der Silvesternacht gibt es keine zeitliche Beschränkung.

Nach der vorgeschlagenen Neuregelung wäre es erlaubt, die Feiern am 6. Januar um ein paar Tage zu verschieben (jedoch nicht länger als zum folgenden Sonntag), falls schlechtes Wetter ein Feuerwerk verhindert. Gemeinden könnten die Feierlichkeiten des Þrettándinn auch vorverlegen.
Sieben Vorschläge zur Einschränkung der Feuerwerke stehen zur Debatte:
– Erteilung von Lizenzen und die Überwachung von Feuerwerken
– Noch mehr Einschränkungen im Zeitrahmen
– Weniger Tage, an denen Feuerwerkskörper verkauft werden dürfen
– Mehr Überwachung und Übersicht bei der Zündung von Feuerwerkskörpern
– Strafen bei Zuwiderhandlungen und Missbrauch
– Gründung einer Arbeitsgruppe, die neue Finanzierungsmodelle für die Rettungswacht ICE-SAR entwickelt

Die im Ausschuss sitzenden Vertreter von Gesundheitsministerium und Umweltministerium schlugen auch vor, die Verwendung von grossen Feuerwerken und sogenannten “Torten” bis zum Jahr 2030 ganz auszuschleichen. Ausserdem sollten die Leute Feuerwerk nur an eigens dafür freigegebenen Orten zünden dürfen.

Der Vertreter des Justizministeriums schlug detailliertere Massnahmen gegen die durch Feuerwerk verursachte Luftverschmutzung vor, wie zusätzliche Messstationen, eine Analyse darüber, wo die Verschmutzung herrührt, und ein Verbot von importierten Flaschenraketen.