Flugverkehr zwischen Keflavík und den Färöerinseln aufgenommen

Nach 20 Jahren Pause bedient Icelandair seit heute wieder eine Linienflugverbindung zwischen Keflavík und den Färöerinseln, berichtet Vísir. Die Flugverbindung findet in Zusammenarbeit mit der Atlantic Airways statt, die bislang zwei bis drei mal pro Woche den Reykjavíker Inlandsflughafen angeflogen hatte.

Wichtige Verbindung zwischen den Inseln
Die ersten Flüge hatten im Jahr 1963 mit kleinen Fokker-Maschinen stattgefunden, später übernahmen die Färinger den Flugverkehr, gründeten Flugfélag Foröyja und dann Atlantic Airways, die seit 2004 Island anflog. Heute landete zur Feierstunde eine Dash8 Q400 aus Island, mit der isländischen Aussenministerin an Bord.
„Das ist natürlich ein grosses, tolles Zusatzangebot, sowohl für die Färöerinseln und seine Bewohner, als auch für uns. Wir haben hier gehört, dass grosses Interesse besteht, vor allem aus den USA, die Färöerinseln in die Reise einzufügen. Das kommt also beiden Ländern zugute,“ sagt Aussenministerin Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir.
„Ich finde, das ist ein sehr wichtiger Schritt für die Verbindung zwischen den Färöerinseln und Island. Island hat uns immer schon mit der Welt verbunden. Erst in Europa, die Isländer waren ja die ersten, die zwischen den Färöerinseln und Glasgow, Kopenhagen und Europa geflogen sind,“ freut sich der Aussenminister der Färöerinseln, Høgni Hoydal. Seine Regierung sei über die neue Flugverbindung sehr erfreut.

Keflavík bedient vor allem den US-Markt
Und zum ersten Mal wird nun von Keflavík aus geflogen. Icelandair-Pressesprecher Guðni Sigurðsson erklärt den Grund.
„Wir wollen uns dem Flugplan in Keflavík anbinden. Und da besonders Nordamerika und Grönland. Das ist genau so aufgestellt, dass die Flugzeiten zusammenpassen, und wir sehen schon jetzt eine grosse Nachfrage aus Nordamerika,“ sagt Guðni. Damit bediene man die Färinger, Grönländer, Isländer und die Amerikaner, Flugzeuge seien besser ausgelastet, Flüge rentabler.
Alle 76 Plätze der heutigen ersten Maschine waren ausgebucht, rund die Hälfte der Passagiere kam aus den USA und Kanada.
Guðni betont, man befinde sich nicht im Wettbewerb mit Atlantic Airways, sondern in Zusammenarbeit, wie schon zuvor, man erhöhe jetzt aber die Flugverbindungen, um die Nachfrage aus den USA besser bedienen zu können. Geplant sind tägliche Flüge nach Island.

Grindavík: Färöerinseln sammeln Spenden für Betroffene

Das Rote Kreuz der Färöerinseln hat eine Sammlung zur Unterstützung der Grindavíker gestartet, die durch den Vulkanausbruch ihr Zuhause verloren haben. Der Pressesprecher des isländischen Roten Kreuzes sagte, die Färinger hätten ihn kontaktiert und ihren Wunsch ausgedrückt, helfen zu wollen. Die Spendensammelaktion des isländischen Roten Kreuzes verläuft sehr gut.

“Wie kannst du helfen?”
Auf der Nachrichtenplattform in.fo war von der Spendenaktion in Island berichtet worden, daraufhin hätten sich „Unternehmen und Einzelpersonen“ zusammengetan und beschlossen, ihren Nachbarn in Island ebenfalls zu helfen.
Wie kannst du helfen?“ heisst die Spendenaktion der Färinger.
Oddur Freyr Þorsteinnsson vom isländischen Roten Kreuz ist gerührt. “Die haben uns kontaktiert und fragten, wie sie helfen können. Sie kamen selbst mit der Idee, eine eigene Sammlung zu veranstalten.” Die Inselnachbarn seien so unglaublich warmherzig und hilfsbereit. Es sei wunderbar, solche Nachrichten zu bekommen und zu hören, dass andere Länder einen unterstützen, sagt Oddur. Isländer und die Leute von den Färöerinseln seien Brüder, so Oddur, und man kümmere sich um den anderen. „Wir sind so dankbar.“

Spenden direkt an Betroffene
Auch die seit November laufende Spendenaktion in Island sei gut unterwegs, sagt Oddur. „Wir waren überrascht, wie stark und gut die Unterstützung ist.“
Zunächst war anlässlich der ersten Evakuierung am 10. November für die Arbeit des Roten Kreuzes in Auffanglagern und Noteinsätzen gesammelt worden. Weil die Sammlung so erfolgreich verlaufen war, entschied man, das Geld direkt weiterzuleiten. Bislang konnten fünf Millionen Kronen ausgezahlt werden, und so soll es auch weitergehen. Ein speziell eingesetzter Ausschuss kümmere sich darum, wofür das Geld verwendet wird. Einziger Zweck ist die Unterstützung der Grindavíker, beispielsweise für psychologische Behandlung oder als Beihilfe für Wohnraumfinanzierung, denn viele zahlen ja jetzt Miete und zusätzlich den Kredit für ihr unbewohnbares Haus. Manche Banken haben die Zahlungen eingefroren, doch längst nicht alle Geldgeber sind dazu bereit.

Noch keine Hilfslösung in Sicht
In den vergangenen Tagen hatte es von Regierungsseite allerhand Absichtsbekundungen gegeben, wie man den Betroffenen helfen wolle, echte Fakten wurden allerdings noch nicht geschaffen. Ein Bewohner kritisierte nach einem Treffen der Bürger mit Regierungsvertretern gestern Abend, der Ausbruch sei zwar erst vor drei Tagen passiert, die Leute befänden sich aber schon seit dem 10. November durch die Evakuierung im Ausnahmezustand. Immer mehr Bewohner wollen gar nicht mehr nach Grindavík zurückkehren und fordern, dass die Regierung die Leute aus dem Ort herauskauft.

Heimaey: Katastrophenfonds und Spenden
Beim Vulkanausbruch auf den Westmännerinseln im Jahr 1973 hatte die isländische Regierung einen Katastrophenfonds geschaffen, der einzig den Interessen der Bewohner von Heimaey dienen sollte. Er sollte Schutz und Wiederaufbau des Ortes finanzieren, die Kosten von Rettungsaktionen, Umzügen und Schäden decken, Einkommensverluste und Sachschäden decken, und die Auswirkungen auf das Alltags- und Arbeitsleben mindern. Eins der wohl wichtigsten Projekte war der Wiederaufbau des Hafens. Ausserdem wurden von dem Geld Häuser für die Bewohner gekauft und in Heimaey und auf dem Festland aufgestellt.

Zusätzlich zu dem Fonds waren grosszügige Spenden aus dem In- und Ausland eingegangen, die erste Spende war schon damals von den Färöerinseln gekommen, aber auch aus Japan, Norwegen und Kanada trafen Schecks ein. Gelder kamen von alten Seeleuten, von reichen Schwestern, schwedischen Falknern und einer Kirchengemeinde. Auch Staaten schickten Unterstützung, nicht nur die nordischen Länder, sondern sogar Nord- und Südkorea schickten Geld zum Wiederaufbau der Insel.

Wer sich an der Spendenaktion beteiligen will, kann das unter dieser Kontonummer tun:
IBAN: IS460342260000125302692649
SWIFT: ESJAISRE

 

Finanzaufsicht moniert Billigtanken und Privatflüge der Küstenwache

Die isländische Küstenwache hat für ihr Schutzschiff Kraftstoff im Wert von etwa 200 Millionen Kronen auf den Färöerinseln eingekauft, aber für nur zwei Millionen Kronen in Island, berichtet RÚV. Auf den Färöerinseln wurde getankt, um die Mehrwertsteuer zu sparen. Damit hat die Küstenwache dem isländischen Staatssäckel 13 Mio. Kronen vorenthalten.
Diese Berechnung stammt aus einem Prüfbericht der Finanzaufsicht, die der Küstenwache damit zur Last legt, die fällige Mehrwertsteuer in Island entzogen zu haben.

Verlängerte Reaktionszeit, wenn Schiff woanders tankt
In den Jahren 2018 bis 2020 hatte die Küstenwache zehnmal ihr Schutzschiff auf den Färöerinseln betankt, aber nur einmal in Island. Der Schiffsdiesel ist auf den Inseln günstiger, weil dort keine Mehrwertsteuer gezahlt werden muss. Damit sparte die Küstenwache 13 Mio. Kronen.
Die Finanzaufsicht weist darauf hin, dass dies keine echte Ersparnis sei, weil diese Mehrwertsteuer ohnehin in den Staatshaushalt geflossen wäre, aus dem die Küstenwache finanziert wird. Und obwohl der Literpreis auf den Färöerinseln niedriger ist, sei es trotzdem teurer gewesen, zum Tanken dorthin zu fahren. Ausserdem habe sich die Reaktionszeit des Schutzschiffes durch die Abwesenheit um fast zwei Tage verlängert.

Finanzaufsicht will private Hubschrauberflüge verbieten
Auch die Nutzung des Hubschraubers der Küstenwache durch Politiker ist der Finanzaufsicht ein Dorn im Auge, vor allem wenn ein Politiker in Privatangelegenheiten abhebt. Die Behörde schlägt daher vor, solche Fahrten grundsätzlich zu verbieten.
Zwischen 2018 und 2020 waren Politiker insgesamt zehnmal mit dem Hubschrauber der Küstenwache unterwegs. In dem Prüfbericht heisst es, es habe unvermeidbar negative Auswirkungen darauf, wie schnell der Hubschrauber am Einsatzort sein kann, wenn sich ein Passagier an Bord befindet, während gleichzeitig ein Einsatz geflogen wird. Der Hubschrauber muss erst einen geeigneten Landeplatz finden, um seinen Passagier abzusetzen, bevor er zum Einsatz aufbrechen kann.

Als die damalige Justizministerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir im Sommer 2020 mit dem Hubschrauber vom Strand Reynisfjara nach Reykjavík zur einer Pressekonferenz geflogen wurde, war dieser Hubschrauber der einzig verfügbare im Land. Die Küstenwache hatte den Flug nicht als Privatflug gewertet, obwohl sich die Ministerin in einer Privatangelegenheit an der Reynisfjara befunden hatte, als sie von ihrer Reittour zur Pressekonferenz nach Reykjavík und wieder zurück zur Reittour an die Reynisfjara geflogen wurde. Der Hubschrauber war eigentlich auf dem Weg zu einem Erkundungsflug zur Svartá am Langjökull im zentralen Hochland, der Flug zur Reynisfjara an der Südküste, Reynisfjara, um die Ministerin an Bord zu nehmen, wurde dem Flugplan hinzugefügt.

 

Isländische Lodde auf Besuch bei den Färöerinseln

Ein grosser Loddenschwarm ist kürzlich bei den Färöerinseln entdeckt worden, und Wissenschaftler glauben, dass der Fisch möglicherweise aus isländischen Gewässern dorthin geschwommen ist, berichtet RÚV.

Der Loddenbestand in Island ist in den vergangenen zwei Jahren wahrscheinlich bedingt durch einen Anstieg der Meerestemperaturen zurückgegangen. Kleinere Fischbestände bedeuten, dass es keine Quote für diese Fischart gibt, weil die Lodde sich erholen darf. Die Entwicklung wirkte sich negativ auf die Wirtschaft im Osten des Landes aus, wo in der Gemeinde Fjarðarbyggð im Jahr 2018 etwa 47 Prozent des gesamten isländischen Loddefangs angelandet und verarbeitet wurde.

Meeresbiologen auf den Färöerinseln hatten den Fischbesuch entdeckt, als sie den heimischen Sprottenbestand untersuchten. Die Sprotte, die zu den Heringsarten gehört, wurde vor drei Jahren zum ersten Mal in isländischen Gewässern entdeckt. Nun hat es den Anschein, als ob die Lodde sich von Island aus auf den Weg zu den Färöerinseln gemacht hat. Der Fischexperte Jan Arge Jacobsen bezeichnet das als selten, wenn nicht sogar beispiellos. Zudem hat die Lodde dort mit dem Laichen begonnen.

Die Wissenschaftler auf den Inseln wollen Proben der Fische an das isländische Marineforschungsinstitut schicken. Dort soll nun herausgefunden werden, ob die Lodden aus den Gewässern rund um die Färöerinseln tatsächlich aus Island stammen.