Grindavík: Vollständige Räumung des Ortes am Montag

grindavík evacuation

Die isländische Landespolizei hat heute morgen in Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion von Suðurnes verfügt, dass der Küstenort Grindavík am Montag erneut vollständig geräumt wird. Die Räumung tritt am Montagabend um 19 Uhr in Kraft, sie gilt für drei Wochen und erlaubt keine Ausnahmen. Alle müssen den Ort verlassen und sämtliche Betriebe haben zu schliessen. Gestattet sind nur Rettungstätigkeiten und Forschungsarbeiten, jeweils mit Sondergenehmigung der Landespolizei. Den Einwohnern wird ausserdem dringend angeraten, sich bis zur Räumung nicht im Ort aufzuhalten.
Begründet wird die Räumung mit der andauernden Gefahr durch Erdspalten, die sich jederzeit und überall ohne Vorwarnung öffnen können.

Víðir Reynisson, der Leiter des isländischen Zivilschutzes, kündigte die Entscheidung heute morgen auf einer Pressekonferenz an. Er drückte auch der Familie des am Mittwoch in einer Erdspalte Verunglückten sein Beileid aus. Der Mann war bei Erdarbeiten in die ca. 40 Meter tiefe Spalte gestürzt und hatte trotz grosser Anstrengungen nicht geborgen werden können.
Justizministerin Guðrún Hafsteinsdóttir versprach, dass die Regierung sich um langfristige Wohnmöglichkeiten für die evakuierten Einwohner kümmern wolle. Der Untergrund der Stadt werde nach der Räumung gründlich geprüft, um eine mögliche Bewohnung so sicher wie nur möglich zu machen.
Man hoffe, dass unter anderem der Schulunterricht im Herbst wieder in Grindavík stattfinden kann.

Nachdem die gesamte Region monatelang von Erdbeben erschüttert worden war, hatte am 18. Dezember nördlich von Grindavík ein Vulkanausbruch stattgefunden, der nach drei Tagen wieder versiegte. An Weihnachten hatten die zuvor evakuierten Einwohner von Grindavík wieder in ihre Häuser zurückkehren dürfen, Unternehmen hatten ihren Betrieb wieder aufgenommen.

Da der Ort von tiefen Erdspalten durchzogen ist, war allerdings stets davor gewarnt worden, sich in Grindavík aufzuhalten, denn die Erde auf der Halbinsel ist weiterhin aktiv, das Land bei Svartsengi hebt sich seit dem Vulkanausbruch wieder, und der isländische Wetterdienst warnt, dass es jederzeit zu einer erneuten Eruption kommen könne, möglicherweise sogar in Grindavík selbst

Grindavík: Suche nach Vermisstem wurde eingestellt

Der Polizeidienststellenleiter von Suðurnes hat entschieden, die Suche nach dem Mann einzustellen, der gestern Mittag in eine Erdspalte in Grindavík gestürzt war. Úlfar Lúðvíksson kündigte seine Entscheidung in den Abendnachrichten an. Er sagte, die Bedingungen in der Spalten seien sehr unsicher und es sei nicht vertretbar, dort Retter abzuseilen. Die Spalte ist um die 20 Meer tief.
„Wir können unsere Rettungsaktivität dort nicht fortsetzen, die Suche ist daher eingestellt worden,“ erklärte Úlfur. Die Entscheidung ist den Angehörigen des Vermissten mitgeteilt worden. Seit Beginn der Suche gibt es keine Spur von dem Mann.

Er wird seit Mittwochmorgen vermisst, als sein Arbeitskollege den Unfall meldete. Wie zuvor berichtet, hatte sich der Mann alleine vor Ort befunden, als er in die Spalte stürzte, sein Kollege kam erst nach seinem Verschwinden an den Unfallort. Die beiden waren damit beschäftigt gewesen, die Erdspalte aufzufüllen. Der Vermisste hatte in einem letzten Schritt feines Material verdichtet, als sich die Erde unter ihm öffnete und er mitsamt seinem Verdichter in die Tiefe stürzte, so die Rekonstruktion des Unfalls. Das Arbeitsgerät war in der Spalte gefunden worden.

Die Suchbedingungen gestalteten sich ausgesprochen schwierig. Am Morgen sagte Hjálmar Hallgrímsson, ein Polizist aus der Einsatzleitung, die Verengung der Spalte habe es den Rettern sehr schwer gemacht, und die Suche in die Länge gezogen. Die Spalte weitet sich nach unten hin und reicht in ein bis zu 14 Meter tiefes Wasser. Dort ist auch mit einer Unterwasserdrone ohne Erfolg gesucht worden. An der Suche hatten sich um die 200 Retter beteiligt, darunter Mitglieder der Spezialeinheit, sowie speziell ausgebildete Bergretter und Ruinenretter.
Im Facebookbeitrag gibt es Fotos der Rettungseinheit Þorbjörn.

 

Grindavík: Suche nach Vermisstem in der Erdspalte geht weiter

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Auch heute ist die Suche nach dem Mann, der gestern Mittag in Grindavík in eine Erdspalte gestürzt ist, ohne Unterbrechung weitergegangen. Trotz Regen und Sturm sind inzwischen an die 200 Freiwillige, Feuerwehrleute, Polizisten und Männer von Spezialeinheiten an der Suche beteiligt. Die Erdspalte war bei den schweren Erdbeben im November mitten im Ort entstanden, als sich quer durch den Küstenort Grindavík ein Graben gebildet hatte.

14 Meter tiefes Wasser am Ende der Spalte
Die Spalte war am Morgen mit einem Bagger verbreitert worden, bei der Aktion waren Teile der Spaltenwände eingestürzt. Daraufhin hatte man das Suchgebiet mit stabilen Tüchern verkleidet, um weitere Einstürze zu vermeiden. Oben ist die Spalte am schmalsten, sie verbreitert sich nach unten und führt in ein unterirdisches Wasser, dessen Tiefe auf 14 Meter gemessen wurde. Jeweils zu zweit wurden Bergretter und Ruinenrettungsleute in die gesicherte Spalte abgeseilt. Allerdings hielt die Einsatzleitung es für zu gefährlich, Taucher in das Wasser zu schicken. Eine Unterwasserdrohne half da weiter, den Vermissten fand sie allerdings auch nicht. Der diensthabende Polizeileiter Gunnar Schram bestätigte RÚV gegenüber, dass man ohne Pause weiter suche, bis der Mann gefunden sei.

Inzwischen konnte der Unfall in Teilen rekonstruiert werden. Die Spalte war mit Füllmaterial aufgefüllt worden, und der Verunglückte war dabei gewesen, die letzte, feinkörnige Schicht mit einem Verdichter festzustampfen, als der Boden unter seinen Füssen nachgab und er samt Füllmaterial und Verdichter in die Tiefe stürzte.
Zum Zeitpunkt des Unfalls war er vor Ort alleine gewesen, Augenzeugen gab es nicht. Ein Arbeitskollege war kurze Zeit später eingetroffen und hatte die Erdspalte vorgefunden.

Rückschlag für die Bewohner
Bis auf weiteres sind sämtliche Erdarbeiten in Grindavík augesetzt. Bürgermeister Fannar Jónasson bezeichnete den Unfall als traurig und schweren Rückschlag für die Leute von Grindavík, die sich Hoffnung machen, in ihre Stadt zurückkehren zu können. Auch nach dem Unfall ist es weiterhin erlaubt, sich als Einwohner in der Stadt aufzuhalten und sogar dort zu übernachten, doch Fannar sagt, der traurige Vorfall habe das Sicherheitsgefühl der Leute nicht gerade verstärkt. Er warnt ausdrücklich davor, in offenen Gelände unterwegs zu sein, wo Spalten lauern könnten.

 

 

Grindavík: Retter suchen nach in tiefe Erdspalte gestürzten Arbeiter

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Rettungskräfte und Freiwillige der isländischen Rettungsorganisation Landsbjörg suchen seit dem Mittag nach einem Mann, der bei Sicherungserdarbeiten in Grindavík in eine tiefe Erdspalte gestürzt sein muss. Sein Arbeitsgerät, eine Walze, mit der die zuvor aufgefüllte Erdspalte verdichtet wurde, konnte gefunden werden. Nach Angaben von Polizeichef Úlfar Lúðvíksson muss sich die Erde unter den Füssen des Mannes geöffnet haben. Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Mann alleine vor Ort, es gibt keine Augenzeugen.

Spalte mit grossem Hohlraum
Die Spalte soll sehr tief sein. In den Abendnachrichten hatte es gehiessen, dass einige Spalten und Löcher, die sich in Grindavík nach den Novembererdbeben geöffnet hatten, 25 bis 30 Meter tief seien und bis zum Grundwasser hinunterreichen. Ihre Wände sind nicht glatt, sondern voller Kanten und Scharten.

Kurz nach dem Notruf waren die Rettungskräfte zur Stelle, und mit grosser Mannschaft, Suchhunden und später auch einem Sondereinsatzkommando wurde nach dem Verunfallten gesucht. Als immer klarer wurde, dass er in die Spalte gestürzt sein musste, kamen Bergretter hinzu, die speziell darauf trainiert sind, sich in gefährlichen Lagen und grosse Tiefe abzuseilen.

Nachdem das Gelände gesichert worden war, begann man damit, die Bergretter abzuseilen, immer zwei zusammen im Wechsel. Jón Þór Víglundsson, der Sprecher der Rettungsorganisation Landsbjörg, sagte Vísir gegenüber, die Spalte öffne sich in einen grösseren Hohlraum, den man von oben nicht sehen könne. Ihm lägen jedoch Informationen über die Grösse des Hohlraums vor, und damit über das Suchgebiet.

Sturm und Regen erschweren Einsatz
Am Abend erschwerte zunehmend schlechtes Wetter mit Sturm und Regen den Rettungseinsatz zusätzlich. Es handle sich um einen tragischen Arbeitsunfall und um eine äusserst komplizierte Rettungsaktion, erklärte der Polizeileiter. Er kündigte auch an, dass morgen früh die Zugangsvoraussetzungen für den von Erdbeben schwer beschädigten Ort neu geprüft würden.

Etwa 120 Rettungsleute aus dem ganzen Süden sind in Schichten im Einsatz.  Sie wollen suchen, bis der Mann gefunden ist.