Eishöhlenbesuch beliebter denn je

Tourists in the Sapphire Ice Cave.

Besichtigungsfahrten in Eishöhlen sind bei Touristen ausgesprochen beliebt. Die Gletscher des Landes schmelzen hingegen so schnell, dass man jedes Jahr neue Eishöhlen finden muss. Gleichzeitig stellt es eine Herausforderung dar, nicht zuviele Leute auf einmal in so eine Höhle zu bringen, berichtet RÚV.
Vier der schweren Fahrzeuge seien an diesem Morgen losgefahren, sagt Geländetaxifahrer Reynir Arnarson, und nach Mittag drei weitere. Weil das Wetter so gut sei, kämen auch Leute, die nicht vorher gebucht hätten.
Auf dem Breiðamerkurjökull angekommen, stattet Bergführer Axel Cordes seine Gäste mit den notwendigen Schuhspikes und Helmen aus, bevor es eine Rutschbahn hinunter in die Höhle mit Namen Schwarzer Diamant geht.

Die Eishöhlen kann man nur im Winter, von November bis maximal April besichtigen. Sie entstehen wenn Regen und Tauwasser vom Gletscher fliessen. Im Sommer wenn die Gletscher zurückgehen, verschwinden die Höhlen und neue werden entdeckt.

“Die Gletscher schmelzen unglaublich schnell. Manche glauben, dass es in 150 Jahren keine Gletscher mehr in Island geben wird,” meint Axel.
Vor der COVID-Pandemie, im Winter 2018/19 hatten etwa 80.000 Turisten eine Fahrt in eine der Eishöhlen des Breiðamerkurjökulls gebucht. Eine gute Einnahmequelle, die sorgsam behandelt werden will, damit nicht zuviele Leute auf einmal das empfindliche Gebiet betreten. Heute sehen die Zahlen ganz anders aus.
“Wir können hier 300, 350, 400 Leute auf einmal mitnehmen, wenn es ausgebucht ist. Hier sind ja so einige Unternehmen unterwegs. Deshalb versuchen wir das so zu gestalten, dass jedes Unternehmen mit seiner eigenen Abfahrtszeit ist, sodass alle hier Ruhe und Natur geniessen können,” erklärt Bergführer Axel.

Vulkan Katla ist unruhig, Eishöhlen für Besuche gesperrt

Katla volcano

Der Erdbebenschwarm, der den Mýrdalsjökull seit dem Morgen erschüttert hat, ist inzwischen wieder abgeebbt. Dennoch bleibt der Vulkan auch weiterhin unter scharfer Beobachtung. RÚV zitiert die Vulkanologin Salóme Jórunn Bernharðsdóttir, der unter der Eiskappe liegende Vulkan Katla befinde sich ohnehin  immer so halb auf der Intensivstation des Wetteramtes. Salóme warnte ausdrücklich vor Fahrten zu den Eishöhlen des Kötlujökull.

“Das ist vielleicht keine ungewöhnliche Aktivität, aber sicher mehr als die normale Hintergrundaktivität,” sagte Salóme am Mittag RÚV gegenüber. Man beobachte die Entwicklung daher sehr genau.
Die Bebenserie vom Morgen ähnele der Aktvität vor dem Gletscherlauf in den Múlakvísl im Jahr 2011. Damals hatte es einen ähnlichen Bebenschwarm am Vortag gegeben. Untrügliches Anzeichen dafür, dass sich ein Gletscherlauf oder ähnliches ereignete, war dann die seismische Aktivität am Abend, die im ganzen Land zu spüren gewesen war.

“Es ist vielleicht schwer zu sagen, ob es sich jetzt um etwas ähnliches handelt, so wie die Lage aussieht.” meint Salóme. Man nehme die Entwicklung aber sehr ernst, Katla befinde sich stets auf einer Art Intensivstation der Vulkanabteilung und hänge an allen möglichen Messinstrumenten.  Salóme warnte vor Touren auf den Gletschervulkan, vor allem zu den Eishöhlen. Die Vulkanabteilung der Wetterbehörde stehe in ständigem Kontakt mit dem Zivilschutz.

Die Polizei in Südisland hat am Abend dann die Eishöhlen des Kötlujökull vorübergehend für den Zutritt gesperrt. Gefahr besteht vor allem in einer möglichen Gasentwicklung, aber Höhlenbesucher können im Fall eines Gletscherlaufs auch von den Wassermassen überrascht werden und nicht mehr in der Lage sein, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Katla gehört zu Islands grössten und mächtigsten Vulkanen, die in der Vergangenheit relativ regelmässig alle 80 bis 100 Jahre ausgebrochen ist und oft riesige Aschewolken in die Luft schleudert. Bekannt sind auch Wassermassen, die sich zu Tal wälzen, wie etwa beim letzten Ausbruch um Jahr 1918, als es zu einer apokalyptischen Überschwemmung des Küstengebietes östlich des Markarfljót kam.