Arbeitskampf: Weiteres Treffen ergebnislos, Aussperrung ab nächsten Montag

Das Treffen von Arbeitgeberverband, Gewerkschaft und staatlichem Vermittler ist gestern Abend ergebnislos verlaufen. Ein neuer Kompromissvorschlag scheint ebensowenig in Sicht wie ein neues Treffen. Gestern hatte der Arbeitgeberverband mit Aussicht auf das Treffen die für Donnerstag geplante Aussperrung von 20.000 Gewerkschaftsmitgliedern um vier Tage verschoben.

Nach viereinhalb Stunden Sitzung wurden die Gespräche abgebrochen und eine Nachrichtensperre verhängt. Ein neuer Kompromissvorschlag war nicht vorgelegt worden. Der staatliche Verhandler Ástráður Haraldsson hat sich zum Nachdenken zurückgezogen.

Mbl.is gegenüber hatte Ástráður angegeben, er habe vier Stunden lang in Einzelgesprächen verbracht. Er werde einen neuen Kompromiss nur vorlegen, wenn er eine Wahrscheinlichkeit sieht, dass dieser Vorschlag von beiden Parteien angenommen wird. Auf keinen Fall wolle er in der Lage seines Vorgängers landen, dessen Kompromissvorschlag zum Scheitern verurteilt war, weil Efling das Wählerverzeichnis einbehielt, damit die Gewerkschaftsmitglieder nicht über den Vorschlag abstimmen konnten, schreibt Vísir. Es müsse dafür gesorgt werden, dass ein Kompromissvorschlag so ausfalle, dass die Beteiligten auch über den Vorschlag abstimmen.

Etwa 800 Hotelangestellte und Tankwagenfahrer befinden sich seit acht Tagen im Streik. Ein Streik weiterer Efling-Mitglieder war von der Gewerkschaft abgesagt worden, nachdem sich eine überwältigende Mehrheit innerhalb des Arbeitgeberverbandes (SA) organisierten Arbeitgeber für eine Aussperrung entschieden hatten. Diese Aussperrung betrifft 20.000 Gewerkschaftsmitglieder im Grossraum Reykjavík, die allermeisten von ihnen sind im Niedriglohnbereich tätig. Die Massnahme tritt am kommenden Montag um 16 Uhr in Kraft.

 

Arbeitskampf: Aussperrung verschoben, neue Gespräche am Abend

State Mediator Ástráður Haraldsson

Die geplante Aussperrung des isländischen Arbeitgeberverbandes (SA) gegen sämtliche Mitglieder der Gewerkschaft Efling wird um mindestens vier Tage verschoben. Eigentlich sollte sie an diesem Donnerstag, den 2. März beginnen und 20.000 Efling-Mitgliedern das Betreten ihres Arbeitsplatzes verbieten. Ausssperrung impliziert, dass weder Löhne noch Rentenbeiträge gezahlt werden.

Der amtierende staatliche Vermittler Ástráður Haraldsson hat beide zerstrittenen Verhandlungsparteien für heute Abend zu einem Waffenstillstand eingeladen, um eine Grundlage für die Wiederaufnahme der Tarifgespräche zu finden. SA war daraufhin Ástráðurs Vorschlag gefolgt und hatte die geplante Aussperrung verschoben. Efling hatte sämtliche geplanten Streiks bereits in der vergangenen Woche ausgesetzt, nachdem die angeschlossenen Mitglieder des Arbeitgeberverbandes sich per Abstimmung für die Aussperrung entschieden.

Wind weht allerdings nun auch aus anderer Richtung: der Dachverband der isländischen Gewerkschaftem, ASÍ, hat im Namen von Efling beim Arbeitsgericht Klage eingereicht, weil die Aussperrung illegal sei. Die Klage war am Wochenende eingegangen, mit einem Urteil wird vor Donnerstag gerechnet.

ASÍ-Vorsitzender Kristján Þórður Snæbjarnarson hatte angegeben, die geplante Aussperrung sei möglicherweise nicht rechtens, und zwar sowohl weil Formfehler vorliegen, als auch aus juristischen Gründen. An der Abstimmung hatten sich dem Verband angeschlossene Unternehmen aus ganz Island beteiligt, obwohl die Gewerkschaft ausschliesslich Mitglieder im Hauptstadtbereich vertritt. Wäre die Abstimmung korrekt verkaufen, hätten nur Unternehmen aus dem Vertretungsbereich Eflings – dem Grossraum Reykjavík –  über die Massnahme abstimmen dürfen.
Diese Klage ist die vierte in der Tarifauseinandersetzung zwischen Efling und dem Arbeitgeberverband.

 

Arbeitskampf: Streikgeld während der Aussperrung ist neuer Zankapfel bei Efling

Sólveig Anna Jónsdóttir

Die gestern von 94% der isländischen Arbeitgebern beschlossene Aussperrung von 20.000 Mitgliedern der Gewerkschaft Efling verursacht grosse Sorge bei den betroffenen Niedriglohnverdienern. Auf der anderen Seite gibt es keine Regelung, die die Gewerkschaft davon abhält, ihre Mitglieder während der Aussperrung finanziell zu unterstützen, so die stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Agnieszka Ewa Ziółkowska.

Ihre Aussage steht im Gegensatz zu den Angaben von Gewerkschaftsführerin Sólveig Anna Jónsdóttir, denenzufolge Efling im Fall einer Aussperrung solche Zahlungen an die Mitglieder nicht leisten würde.
In einem Facebookbeitrag schrieb Agnieszka, die Nichtzahlung finanzieller Unterstützung an von der Aussperrung betroffene Gewerkschaftsmitglieder sei Sólveigs persönliche Entscheidung. Sie kritisierte Sólveig, diese habe den Willen, ihre Niedriglohnmitglieder leiden zu lassen.

Die Entscheidung des Arbeitgeberverbandes (SA), die 20.000 Beschäftigten ab dem 2. März auszusperren war nur die letzte Eskalation in einer vollkommen vor die Wand gefahrenen Tarifauseinandersetzung zwischen SA und Efling. Während der Aussperrung dürfen der Gewerkschaft angeschlossene Mitarbeiter nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheinen und erhalten im Gegenzug weder Lohn noch Urlaubsanspruch oder Rentenbeiträge.

Zur Zeit zahlt Efling den seit zwei Wochen Streikenden eine finanzielle Unterstützung aus der Streikkasse. Einer Mitteilung der Gewerkschaft war zu entnehmen gewesen, dass im Fall einer Aussperrung nicht gezahlt werde: “die Gewerkschaft ist nicht für eine Aussperrung verantwortlich, und die Streikkasse kann solche Zahlungen nicht aufrechterhalten.”
“Die Mitglieder von Efling haben das Recht zu wissen, dass die Bestimmungen ihre Vorsitzende nicht davon abhalten, im Fall einer Aussperrung aus der Streikkasse zu zahlen,” schrieb Agnieszka. “Das ist nur ihre Entscheidung.” Ihrer Ansicht nach sei die finanzielle Unterstützung der von Aussperrung betroffenen Arbeitskräfte “der richtige Weg.”

Arbeitskampf: Arbeitgeber stimmen für Aussperrung von 20.000 Gewerkschaftsmitgliedern

efling strike iceland

Die überwiegende Mehrheit der Verbandsmitglieder des Arbeitgeberverbandes (SA) hat sich heute für die Aussperrung der Efling-Gewerkschaftsmitglieder ausgesprochen. Um die 2000 Unternehmen waren stimmberechtigt, die Stimmen der grossen Unternehmen zählen mehr als die der kleinen.
Unter dem Dach des Arbeitgeberverbandes befinden sich die Verbände von Industrie, Finanzwesen, Fischerei, Handel und Dienstleistung, Energieversorgung sowie der isländische Tourismusverband.
Die Aussperrung beginnt am 2.März. SA-Vorsitzender Halldór Benjamín Þorbergsson sagte, es handle sich um eine Schutzmassnahme gegen die Streiks, berichtet RÚV.
Fast 94 Prozent der stimmberechtigten Arbeitgeber stimmten für die Aussperrung, die Wahlbeteiligung lag bei 88 Prozent. Man sei davon unterichtet worden, dass es demnächst noch mehr Streiks geben werde. Sein Verband sehe diese Massnahme als letzte Lösung, um eine Tarifeinigung mit Efling herbeizuführen, so Halldór Benjamín.

Nächste Streikwelle wegen Aussperrung ausgesetzt
Die Aussperrung hat zur Folge, dass sämtliche 20.000 Efling-Mitglieder, die nach geltendem Tarifvertrag zwischen Efling und dem SA beschäftigt sind, ab dem 2. März um 12 Uhr nicht zur Arbeit erscheinen, keinen Lohn erhalten, keinen Urlaub und auch keine Rentenbeiträge gezahlt bekommen. Halldór zufolge sei dies eine Notfallmassnahme, manchmal müsse man eben mit dem Fuss aufstampfen.
Efling hatte heute Mittag angekündigt, die dritte für den 28. Februar geplante Streikwelle auszusetzen und erst das Abstimmungsergebnis des SA abzuwarten. Auf den derzeit laufenden, unbefristeten Streik hat diese Entscheidung keine Auswirkung.

Suche nach Lösungen ohne Erfolg
Vermittler Ástráður Haraldsson hatte noch am Sonntag gesagt, es bestehe kein Anlass, die Tarifparteien gleich wieder an den Tisch zu bitten. Heute entschied er, die Entscheidung des Landesgerichtes zur Nichtaushändigung der Efling-Wählerdaten nicht beim Obersten Gerichtshof anzufechten.
Das Wählerregister der Gewerkschaft war zuvor ein Stein des Anstosses gewesen, und Ástráðurs Vorgänger hatte seinen Vermittlerplatz unter anderem deswegen aufgegeben. Ástráður gab ebenfalls an, mit beiden Parteien permanent in Kontakt zu stehen und nach Lösungen oder einem neuen Kompromiss zu suchen, doch bislang ohne Erfolg.

Gewerkschaftsführerin Sólveig Anna Jónsdóttir sagte heute auf die Frage, ob sie eine Lösung am Verhandlungstisch überhaupt noch für möglich halte: “Ich glaube, dass diese Auseinandersetzung, so wie es jetzt um sie steht, möglicherweise auf andere Weise gelöst wird als mit Vertragsverhandlungen, die zu einem Tarifvertrag führen. Ich glaube, dass der Verband der Arbeitgeber den Weg gar nicht gehen will.”

Am Abend kündigte Halldór Benjamín an, man werde Efling wegen des nicht vorgelegten Wählerverzeichnisses voraussichtlich morgen früh vor dem Arbeitsgericht verklagen.

 

Arbeitskampf: Erste Hotelschliessungen, Regierung sieht Tarifgegner am Zug

Hótel Saga / Facebook

Im isländischen Arbeitskampf gibt es keine Neuigkeiten. Seit Sonntagnacht streiken die 70 LKW-Fahrer der Mineralöl- und Distributionsindustrie, sowie hunderte von Hotelmitarbeitern im Niedriglohnbereich. Gestern wurden daher vier Reykjavíker Hotels geschlossen. Zwei weitere sollen morgen folgen, das siebte Hotel schliesst dann am Samstag.

Auffanglager für zimmerlose Touristen
Ende Januar hatten sich Mitglieder der Gewerkschaft Efling für einen Streik entschieden und am 7. Februar die Arbeit unbefristet niedergelegt. Nach zwei Wochen Streik sind gestern die ersten vier betroffenen Hotels geschlossen worden, darunter Hotel Saga und Hotel Grand, mit insgesamt 400 Zimmern.
Einer Bekanntmachung des isländischen Tourismusverbandes zufolge werden morgen Berjaya Reykjavik Natura Hotel und das Hilton Reykjavík Nordica geschlossen, am Samstag soll dann Berjaya Reykjavik Marina Hotel folgen, alle drei verfügen über 600 Zimmer.
Das sind insgesamt 1000 Zimmer, die trotz Buchung nicht mehr zur Verfügung stehen. Hinzu kommen könnten Ende der Woche Gästehäuser, die streikbedingt schliessen müssen. Gestern Morgen wurde eine Notfallhotline für Hotelgäste eröffnet, die Hilfe bei Umbuchungen benötigen.
Da zum Ende der Woche Touristen buchstäblich auf der Strasse stehen könnten, arbeitet der Tourismusverband jetzt an Lösungen. Eine solche könnte ein Auffanglager für Touristen sein, obwohl sich der Transport der Leute als schwierig gestalten könnte. Ausserdem gestatten die Buchungsmaschinen den Unternehmen nicht, in direkten Kontakt zu ihren Gästen zu treten, um sie von den Schliessungen zu unterrichten.

Mehr Streiks in Aussicht
Am kommenden Dienstag geht der Streik in die nächste Runde, denn dann wollen alle 20.000 Mitglieder der Gewerkschaft ihre Arbeit niederlegen.
Heute endet eine Abstimmung der Unternehmen über Aussperrungen. Das würde bedeuten, dass die Streikenden überhaupt kein Geld mehr erhalten, weder aus der Streikkasse der Gewerkschaft noch Gehaltszahlungen durch den Arbeitgeber.

Regierung sieht Tarifgegner am Zug
Der Arbeitskampf war gestern auch Gegenstand einer Kabinettssitzung der Regierung. Die Minister hielten fest, dass die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben durch den sich in die Länge ziehenden Streik sehr weitreichend ausfallen würden. Man sei sich der Situation bewusst und durchaus vorbereitet, Massnahmen zu ergreifen. Eine Intervenierung durch die Regierung sei jedoch eine absolute Notfallmassnahme, die Verantwortung liege ganz klar bei Gewerkschaft und Arbeitnehmerverband.
Sowohl Premierministerin Katrín Jakobsdóttir als auch Arbeitsminister Guðmundur Ingi Guðbrandsson und Infrastrukturminister Sigurður Ingi Jóhannsson betonten, zum jetztigen Zeitpunkt denke man nicht daran, einzugreifen. Alle waren sich einig, dass die Tarifgegner an den Verhandlungstisch zurückkehren und eine Einigung herbeiführen müssten.

Arbeitskampf: Arbeitgeberverband kündigt Aussperrungen an

Strike efling hotel workers union

Der Arbeitskamf in Island geht offenbar in die nächste Phase, denn der Arbeitgeberverband (SA) hat eine Aussperrung sämtlicher Gewerkschaftsmitglieder angekündigt. Die Arbeitgeber können über diese Massnahme heute abstimmen, berichtet Vísir. Gestern Abend war ein weiterer Schlichtungsversuch zwischen der Gewerkschaft Efling und dem Verband gescheitert. Stimmen die Arbeitgeber dem Vorschlag zu, ist sämtlichen Efling-Mitgliedern der Weg zur Arbeit versperrt, und es gibt keinen Lohn. Eine Aussperrung würde am 28. Februar beginnen.

Streik umfasst den Niedriglohnbereich
Bei den 20.000 Gewerkschaftsmitgliedern handelt es sich um mehrheitlich ungelernte Arbeitnehmer in allen Bereichen der Gesellschaft, wie Baubranche, Gebäudereinigung, Security, Küchenpersonal in Grossküchen, häusliche Hilfsdienste, Fischverarbeitung und Warenverteilung.
Seit Mitternacht streiken 300 Mitarbeitern in sieben Reykjavíker Hotels, sowie 500 Mitarbeiter in den Luxushotels Berjaya und Edition, und 70 LKW-Fahrer der isländischen Mineralöl- und Lieferindustrie. Ebenfalls heute endet eine Urabstimmung für 1650 Mitarbeiter von Gebäudereinigungsunternehmen, Securityunternehmen, sowie Servicepersonal in Hotels und Gästehäusern. Sollte hier pro Streik entschieden werden, beginnt die Arbeitsniederlegung am 28. Februar, dem gleichen Tag für den die Aussperrung vorgesehen ist.

ASÍ kritsiert harte Haltung
Der Präsident des isländischen Dachverbands der Gewerkschaften (ASÍ), Kristján Þórður Snæbjarnason, kritisierte am Morgen, der Arbeitgeberverband begebe sich mit seinen Plänen auf dünnes Eis. Aussperrung sei eine harte Massnahme, er hätte gerne gesehen, dass die Verhandlungspartner mehr Energie in die Gespräche steckten statt gleich ins Extrem zu gehen.
“Die Streiks von Efling sollen ja die Position der Verhandlungsparteien beeinflussen und Druck auf die Unternehmen ausüben. Sie haben allerdings nicht die gleiche lähmende Wirkung auf die Gesellschaft, wie Aussperrungen es möglicherweise haben könnten. Ich denke, der Arbeitgeberverband hat sich auf ziemlich dünnes Eis begeben, wenn er diese Maßnahmen ergreifen will,” sagte Kristján RÚV gegenüber. Es sei klar, dass sich die Auseinandersetzung mit diesem Schritt deutlich verschärfe.

Efling müsste im Fall einer Aussperrung allen 20.000 Mitgliedern (statt bislang 900) Streikunterstützung zahlen. In der Streikkasse befinden sich drei Mrd. ISK, bei einer täglichen Zahlung von 25.000 ISK wäre die Kasse nach sechs Tagen leer.

Der Verhandler für die Arbeitgeberseite, Halldór Benjamín Þorbergsson, wollte zu Einzelheiten der Lohngestaltungsvorschläge keine Angaben machen, wies aber Efling den Schwarzen Peter zu. Aussperrung sei das legale Gegenstück zum Streik und damit das Gegengewicht zum Streikrecht der Gewerkschaften. Die Situation sei beispiellos und erfordere beispiellose Massnahmen.

Arbeitskampf: Tarifverhandlungen abgebrochen, Streikbeginn um Mitternacht

hotel workers strike Reykjavík

Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Efling und dem Arbeitgeberverband sind am Abend ergebnislos abgebrochen worden. Damit beginnt um Mitternacht der am Donnerstag unterbrochene Streik beim Servicepersonal in mehreren grossen Reykjaviker Hotels und den 70 LKW-Fahrern der Mineralölindustrie.

Der staatliche Vermittler Ástráður Haraldsson sagte RÚV gegenüber, die Verhandlungsparteien hätten sich über die vorliegenden Gehaltstabellen nicht einigen können.
“Das Ergebnis ist nun so, dass die Verhandlungsparteien sich nicht einigen können und dass zuviele Unterschiede vorliegen, als dass es einen Grund geben könnte, die Gespräche fortzusetzen. Die Verhandlungssitzung ist zuende, und im Moment sehe ich keinen Grund, eine neue Sitzung einzuberufen,” sagte Ástráður. Er stehe aber bereit, sofort an den Verhandlungstisch zu bitten, wenn er entsprechende Entwicklungen sehe.
Efling hatte betont, dass andere bereits geschlossene Tarifvereinbarungen für die Gewerkschaft nicht geeignet seien. Es war nicht gelungen, auf dem Gebiet einen Kompromiss zu finden. Auch ein neuer Vorschlag steht derzeit nicht zur Debatte.

Von Seiten der Arbeitgeber hiess es, man habe sich nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft zubewegen können, weil man nicht mit einer Gewerkschaft höhere Löhne als mit anderen vereinbaren könne, das schade der Glaubwürdigkeit des Arbeitgeberverbandes. Das Ergebnis sei sehr enttäuschend, so der Verhandlungsführer des Arbeitgebervebrandes, Halldór Benjamín Þorbergsson. Er schliesse Massnahme von Seiten des Verbandes nicht aus.

Tag drei verlief unerfreulich
Efling veröffentlichte eine Erklärung, wonach der Arbeitgeberverband nicht willens gewesen sei, der Gewerkschaft entgegen zu kommen. In den ersten beiden Verhandlungstagen habe es Bewegung gegeben, doch heute habe sich das Blatt gewendet.
“Wir haben uns in den vergangenen drei Tagen für die Eflingmitglieder eingesetzt, einen Kompromiss mit den Arbeitgebern zu finden, wir haben lange Tage dort gesessen und jeden Stein umgedreht. Wir haben Lösungsvorschläge vorgelegt, die so weit wie nur möglich reichten. Wir haben unzählige Möglichkeiten aufgezeigt, die geltenden Tarifverträge an unsere Situation und Zusammensetzung anzupassen. Dies wurde alles zurückgewiesen oder mit Vorhaben beantwortet, die bewusst beleidigend waren, um diesen Versuch an die Wand zu fahren. In diesem Sinne endete der heutige Tag, an dem wir eine stark veränderte und schlechtere Atmosphäre seitens des Arbeitgeberverbandes als gestern und vorgestern gespürt haben.” heisst es in der Mitteilung des Verhandlungsteams von Efling.

Die Gewerkschaftsmitglieder waren schon am Mittag aufgefordert worden, sich bereitzuhalten.  Vom Streik betroffen sind mehrere grosse Hotels in der Hauptstadt, sowie die Tankstellen des Landes, die nicht mehr mit Kraftstoff versorgt werden. Bei Streikbeginn hatte Efling 70 Parteien Ausnahmegenehmigungen erteilt, darunter Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Einsatzkräfte, Institutionen im Gesundheitswesen und der Milchindustrie.

Arbeitskampf: Streik bis Sonntag für Verhandlungen unterbrochen

Der Streik der Gewerkschaft Efling, bei dem mehrere hundert Reykjavíker Hotelangestellte, grösstenteils Zimmermädchen und Servicepersonal im Niedriglohnbereich, sowie 70 Tanklastwagenfahrer seit letzter Woche bzw gestern die Arbeit niedergelegt hatten, ist am Abend unterbrochen worden, und zwar bis Sonntag um Mitternacht, berichtet Vísir. Ab morgen früh gilt auch ein Pressebann, während die Tarifverhandlungen zwischen Efling und dem Arbeitgeberverband weiterlaufen. Vertretern beider Verhandlungsparteien ist es gelungen, eine gemeinsame Plattform zu finden, um die Gespräche am Laufen zu halten, hatte der neue staatliche Vermittler, Ástráður Haraldsson, am Abend bekanntgegeben.

Der Streik ist mit sofortiger Wirkung unterbrochen. Der Pressebann soll einen Arbeitsfrieden zwischen den Verhandlungsparteien gewährleisten.
In einer Mitteilung der Gewerkschaft hiess es, die Gewerkschaftsmitglieder sollten nach den geltenden Tarifbestimmungen zur Arbeit erscheinen, bzw sich mit ihrem Arbeitgeber absprechen, wann sie zum Dienst erscheinen sollen.

Ragnar Árnason, der Verhandler auf Arbeitgeberseite, gab an, eine Unterbrechung der Streiks sei notwendig gewesen, um die Gespräche fortführen zu können. Bislang sei man noch nicht ans Eingemachte gegangen, aber man versuche, eine gemeinsame Grundlage für Verhandlungen zu finden.
“Meine Gedanken sind bei den ausländischen Touristen, die sich schon im Bushäuschen übernachten sahen. Sie haben nun ein Dach überm Kopf,” sagte Ragnar.
Gewerkschaftsführerin Sólveig Anna Jónsdóttir hatte noch am Morgen angekündigt, eine Verschiebung der Streikmassnahmen käme nur in Frage, wenn vom Arbeitgeberverband etwas richtiges geliefert werde. Der Verband hingegen hielt es für normal, dass die Streiks unterbrochen werden.

Benzinhamstern und Panikmache
Der heutige Tag hatte ganz im Zeichen des Benzins gestanden, die Nachrichten überschlugen sich, welche Tankstelle in Reykjavík bereits an Tag 1 des Streiks ihre Zapfsäulen sperrten, weil die Tanks leer waren. Autofahrer füllten sämtliche verfügbaren Behältnisse mit Kraftstoff, obwohl die Feuerwehr dringend davor warnte, Benzin und Diesel zu hamstern. Insgesamt 70 Ausnahmegenehmigungen waren von Efling gewährt worden, darunter für den städtischen Busbetrieb Strætó, Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Beschäftigte im Gesundheitswesen, und auch das Milchauto sollte ungestört weiterfahren können.

Die Tourismusbranche hingegen sah all ihre Felle schwimmen, Verbandsvorsitzender Jóhannes Pór Skúlason hatte am Morgen die kommenden Tage in den düsterten Farben gemalt und tausende Touristen mangels Hotelzimmer obdachlos in den Strassen der Hauptstadt herumirren sehen. Der Vorsitzende des Arbeitnehmerverbandes sah für diesen Fall die Notwendigkeit, Auffangstationen zu eröffnen.

Streik der Tankwagenfahrer wirft seinen Schatten voraus

Der Kraftstoffverkauf in Island ist heute um ein vielfaches höher gewesen als an anderen Tagen, denn ab morgen Mittag um 12 Uhr streiken die Tankwagenfahrer, berichtet Vísir. Kunden kamen mit allen möglichen Kanistern an die Tankstellen, um sie als Vorratsbehälter zu befüllen.

Ab morgen Mittag werden alle Tankwagenfahrer im Grossraum Reykjavík ihre Arbeit niederlegen. Das bedeutet, dass die Tankstellen nicht mehr beliefert werden. Die haben sich in den vergangenen Tagen schon auf den Streik vorbereitet, haben sämtliche Tanks befüllt, dennoch glaubt N1 Geschäftsführer Hinrik Örn Bjarnason, dass so mancher Kunde den Streik schon morgen abend oder am Donnerstag zu spüren bekommen könnte.

Hamstern beginnt trotz Gefahren
Auch Verbraucher haben sich vorbereitet und hamstern bereits Kraftstoff. “Gestern Abend hab ich gesehen wie Leute alte Öltonnen befüllten. Alles mögliche gibt es da. Behälter haben sich sehr gut verkauft,” hat Hinrik beobachtet. Und die Kasse bei N1 klingelt. Aber das ist natürlich nur ein kurzfristiger Gewinn. Und ab morgen darf dann nicht mehr mehr als die Tankfüllung gekauft werden, kündigt er an.
Vor dem Hamstern ist ohnehin gewarnt worden, nicht zuletzt wegen der Gefahr, die unsachgemäss gelagerter Kraftstoff mit sich bringt.

Tourismus sorgt sich wegen Bussen und Mietwagen
Die N1 Kette bietet auf ihrer Webseite eine Liste, in der man einsehen kann welche Tankstellen geöffnet sind, und welche wegen des Streiks geschlossen werden.
“Das machen wir auch für den Tourismus. Die Unternehmen machen sich grosse Sorgen, dass ihre Busse auf der Gullfoss-Geysir-Tour liegenbleiben, oder dass die Mietwagen nicht mehr zum Flughafen kommen.”
Die Liste dient damit Einheimischen wie ausländischen Besuchern und soll ständig aktualisiert werden. Zum ersten bereits heute morgen als eine der Filialen in Hafnarfjörður leere Tanks meldete.

Ausnahmegenehmigungen für Einsatzkräfte
Auch die Gewerkschaft Efling hat auf ihrer Webseite die Möglichkeit bereitgestellt, um Ausnahmegenehmigung zu ersuchen.
Diese Ausnahmegenehmigungen sollen die öffentliche Sicherheit gewährleisten und ist für Feuerwehr, Polizei, Krankentransporte und andere Institutionen gedacht. Bislang wurde nicht kommuniziert, wie diese Ausnahmegenehmigungen praktiziert werden.
Aber N1 hat um eine solche Genehmigung ersucht, um Einsatzkräften und Rettungsmannschaften Kraftstoff abgeben zu können, bestätigte Hinrik Örn. Die ersten solcher Genehmigungen sollen schon heute Abend von der Gewerkschaft ausgestellt werden.

 

Arbeitskampf: Weitere Streiks auf dem Programm

efling strike Reykjavík

Im isländischen Arbeitskampf spitzt sich die Lage derzeit zu. Um die 650 Mitarbeiter von Reinigungsfirmen, 400 Mitarbeiter von Securityunternehmen und 600 Hotelmitarbeiter, die nach dem Tarifvertrag zwischen der Gewerkschaft Efling und dem Arbeitnehmerverband arbeiten, haben Streik beschlossen. Sollte bis zum 28. Februar kein Verhandungsergebnis vorliegen, wollen sie unbefristet in Streik treten. Eine Urabstimmung dazu findet am 16. Februar statt, sie gilt nur für die betroffenen Arbeitnehmer.

Am Mittwoch den 16. Februar beginnt der bereits beschlossene Streik der 70 Tankwagenfahrer der Mineralölfirmen, sowie 500 Hotelbeschäftigten in Reykjavík. Bereits seit letzter Woche streiken 300 Mitarbeiter der Hotelketten Íslandshótel und Fosshótel. Vor den Hotels war es zu Demonstrationen gekommen, nachdem die Gewerkschaft Efling den Hotels Streikbruch vorgeworfen hatte. Gewerkschafsführerin Sólveig Anna Jónsdóttir kündigte eine Klage vor dem Arbeitsgericht an.

Gestern hatte das Berufungsgericht geurteilt, dass die Gewerkschaft nicht verpflichtet ist, dem staatlichen Vermittler ihr Wählerverzeichnis auszuhändigen. Daraufhin hatte Aðalsteinn Leifsson den Minister für Arbeit und Soziales gebeten, von seinem Posten zurücktreten zu dürfen. Beim Arbeitgeberverband bedauerte man diese Entscheidung.