Berühmte isländische Spatmine immer beliebter bei Besuchern

Das Interesse an der Spatmine Helgustaðanáma im Reyðarfjörður wächst stetig, berichtet Vísir, inzwischen besuchen jährlich fünf bis siebentausend Neugierige die alte Mine in den Bergen. Ein neues Buch zum Thema wirft ein Licht darauf, wie der isländische Doppelspat aus dieser Mine die Wissenschaft verändert hat.
Helgustaðanáma liegt etwa sechs Kilometer von Eskifjörður entfernt, von einem Parkplatz aus sind es noch einmal knapp zehn Minuten zu Fuss den Berg hinauf. Die Mine steht seit 1975 unter Naturschutz und wird von Mitarbeitern der Umweltbehörde betreut.

Doppelspat ist kristallisiertes Calciumcarbonat und fast durchsichtig. Der Name Doppelspat rührt daher, dass der Islandspat der einzige Kristall ist, bei dem eine ausgeprägte Doppelbrechung beobachtet werden kann. Gegenstände, die durch den Stein betrachtet werden, erscheinen doppelt. Historiker glauben, dass schon die Wikinger von dem Mineral wussten und ihn möglicherweise als “Sonnenstein” zum Navigieren auf dem Meer verwendet haben.

“Das ist die berühmteste Spatmine der Welt,” sagt Lára Björnsdóttir, eine Expertin der Umweltbehörde, die sich vor Ort im Dienst befindet. Die Mine besteht aus zwei Teilen, im unteren Abschnitt öffnet sich ein Gang in den Berg, im oberen Teil befindet sich eine abgegrabene Schlucht.
“Das Besondere am Doppelspat der Helgustaðanáma ist, wie unglaublich transparent der ist.” erklärt Lára.

Mit dieser hohen Transparenz eignete der Kristall sich besonders gut für alle möglichen optischen Geräte, wie etwa Lupen oder Mikroskope, aber auch modernere Geräte rund um Lichtwellen und elektromagnetische Wellen. Lára erklärt, die Forschung in Chemie, Biologie und Geologie habe eigentlich erst im 19. Jahrhundert begonnen, und der Doppelspat spielte da eine grosse Rolle.
Die beiden Autoren Leó Kristjánsson und Kristján Leósson haben die Geschichte der Helgustaðanáma und des abgebauten Minerals in ihrem Buch “Silfurberg. Der isländische Kristall, der die Welt veränderte” akribisch zusammengetragen.

Über einen Zeitraum von 250 Jahren ist der isländische Doppelspat in dieser Mine abgebaut worden, vom 17. Jahrhundert bis in die 50ger Jahre des letzten Jahrhunderts. Hunderte von Tonnen Spat sind ins Ausland exportiert worden. Nun hat auch der Tourismus die Mine entdeckt, nicht nur ausländische Touristen kommen zu Besuch, auch viele Isländer haben sich den unscheinbaren Gang angeschaut. Lára zufolge finden vor allem die Landsleute den Ort bemerkenswert. Sie selbst ist der Ansicht, dass man aus der berühmten Mine und ihrer Geschichte viel mehr machen könnte.