Massiver Einbruch bei PKW-Neuzulassungen

A car driving in the Icelandic countryside

Im ersten Quartal 2024 und auch für den März ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang bei den PKW-Neuzulassungen festzustellen, berichtet RÚV. Der Rückgang ist bei allen Antriebskategorien zu verzeichnen.

Weniger Privat- und Mietwagen
Nach Angaben des Automobilverbandes sind im gerade vergangenen März 532 Fahrzeuge neuzugelassen worden, im März letzten Jahres waren es 1.832 gewesen. Das ist ein Rückgang von 71 Prozent. Für das erste Quartal 2024 liegt der Rückgang bei 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Neuzulassungen im ersten Quartal lagen bei 1.386, im letzten Jahr waren es noch 3500 gewesen. Blickt man auf die vergangenen fünf Jahre zurück, sind die Verkaufszahlen zum ersten Mal unter 2000 Neuwagen im ersten Quartal gefallen.

Minusrekord seit COVID
Bei Privatpersonen sanken die Neuzulassungen von 767 Neuwagen im März 2023 auf 234 Neuwagen in diesem März, ein Rückgang um rund 70 Prozent. Für das erste Quartal ist die Zahl von 1.580 Neuzulassungen in 2023 auf 706 in diesem Jahr zurückgegangen, ein Minusrekord seit 2019.
Auch Unternehmen legen bei Neuzulassungen eher Zurückhaltung an den Tag. Im März sind 93 PKW für Unternehmen neuzugelassen worden, im letzten Jahr waren es 214 gewesen. Für das erste Quartal liegt der Rückgang bei 53 Prozent.

Bei den Mietwagenunternehmen wird für den Monat März ein Rückgang von 76 Prozent verzeichnet. Im vergangenen Monat sind 205 PKW neuzugelassen worden, im Vergleichsmonat 2023 waren es 849 gewesen. Zuletzt war die Zahl während der COVID-Pandemie so gering ausgefallen, damals blieben allerdings auch die Touristen pandemiebedingt weg.
Im ersten Quartal lag der Rückgang der Neuzulassungen bei Mietwagen um die 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Subventionswegfall bei E-Autos
Auch beim Antriebskraftstoff gibt es Unterschiede zum Vorjahr. Im März wurden vor allem Elektrofahrzeuge neuzugelassen, insgesamt 29 Prozent. Allerdings waren es im März 2023 noch 84 Prozent gewesen, was daran liegen könnte dass die Vergünstigungen für Elektroautos zum Jahresende weggefallen sind. In den Jahren 2020, 2021 und 2022 hatte der Anteil der neuzugelassenen Elektroautos bei jeweils rund 50% im Jahresdurchschnitt gelegen.
Bei den Dieselfahrzeugen lagen die Neuzulassungen bei 26 Prozent, auf PKW mit Hybridantrieb entfielen 22 Prozent.

Und natürlich gibt es auch sogenannte Lieblingsmarken: die meisten Neuzulassungen im März, oder 71, entfielen auf Dacia, gefolgt von Hyundai mit 57 PKW. Auf Platz drei im März lagen mit je 51 Fahrzeugen Kia und Tesla.
Eine Erklärung für den Gesamtrückgang lieferte der Automobilverband nicht.

 

Arbeitskampf: Kraftstoff in riesigen Mengen gehamstert

gasoline, dæla

Der durch den Streik der Tankwagenfahrer ausgelöste drohende Kraftstoffmangel hat offenbar dazu geführt, dass besonders clevere Mitbürger das kostbare Nass zu hamstern begannen. Nicht etwa im 20 Liter Kanister, sondern in riesigen Behältern, berichtet Vísir. Tausende Liter sind nach Angaben von Skeljungur-Chef Þórður Guðjónsson in IBC Tanks eingefüllt worden. Þórður drängt die Leute darauf, diese Praktik einzustellen, weil sie hochgefährlich und ausserdem gesetzeswidrig sei.

In den sozialen Medien wurde ein Video geteilt, wo jemand zwölf 1000 Literbehälter mit Kraftstoff befüllte. Es handelte sich nach Þórðurs Angaben um einen Warenwert von vier Mio ISK. Das Video ist inzwischen gelöscht worden. Und das Beispiel steht nicht alleine da.

“Wir können da nichts machen. Wir sind ja nicht die Polizei. Das einzige was wir machen können, ist die Leute darauf aufmerksam machen, dass das ungesetzlich ist und sie bitten, das zu unterlassen.” meint Þórður. Die Polizei sei von dem Video unterrichtet worden, es liege nun an ihr, darauf zu reagieren.

Þórður zufolge ist es verboten, mit mehr als 900 Litern Kraftstoff in einem Fahrzeug unterwegs zu sein, je nach Kraftstoffart sogar weniger. Liegt man über der Literzahl, benötige man eine besondere Ausrüstung und eine Transporterlaubnis. Er habe Videos erhalten, auf denen Autofahrer mit 6-8000 Litern auf offenen Ladeflächen unterwegs seien. “Das ist unglaublich, und offensichtlich dass die Leute sich nicht klar machen, wie gefährlich das ist, Kraftstoff zu transportieren.”
Auch die Obergrenzen der Bezahlkarten würden an den Zapfsäulen ausgetrickst. Benzin sei noch gefährlicher als Diesel, sagt Þórður. Es gebe genug Kraftstoff, das sei es nun wirklich nicht wert.

Doch Autofahrer könnten das anders sehen. Am Abend hiess es bei Vísir, nach dem Wochenende könnte es in Sachen Kraftstoff im Hauptstadtgebiet ziemlich düster aussehen.Vor dem Streik hatte die Gewerkschaft Efling mehr als 70 Ausnahmegenehmigungen erteilt, für wichtige Institutionen im Gesundheitsbereich, Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte, sowie den Kraftstofftransport an eigens für diese Ausnahmen bestückten Tankstellen.