Fahrraddiebstahl in Reykjavíks Innenstadt

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In den Jahren zwischen 2021 und 2023 sind der Hauptstadtpolizei insgesamt 1660 Fahrraddiebstähle angezeigt worden, berichtet Heimildin.
Dabei kamen die meisten Anzeigen aus zwei Bereichen der Hauptstadt: rund 63 Prozent aller gestohlenen Fahrräder waren im Aufsichtsgebiet 1 der Polizei gemeldet worden, dazu gehört die Innenstadt, Laugardalur, Háaleiti, Hlíðar, Vesturbær und Seltjarnarnes.
Rund 37 Prozent der Diebstahlmeldungen stammten aus anderen Stadtvierteln.

„Diese Statistiken stehen im Einklang mit der allgemein bekannten Tatsache, dass Fahrraddiebstähle in städtischen Gebieten und in den Innenstadtbereichen tendenziell am häufigsten vorkommen.“ heisst es in einem aktuellen Bericht einer Arbeitsgruppe, die Massnahmen gegen den Fahrraddiebstahl erarbeitet. Daten der Polizei zufolge werden die meisten Fahrräder an Wohnhäusern, Institutionen, Unternehmen und Geschäften gestohlen.

Diebstähle mit altem Trick in Þingvellir

Innerhalb des letzten Monats sind der Nationalparkverwaltung Þingvellir fünf Taschendiebstähle im Besucherzentrum Haki und an anderen Orten in der Schlucht Almannagjá gemeldet worden, überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen, berichtet Vísir. Drei der Vorfälle waren im Februar passiert, zwei weitere am Wochenende und gestern. Zur Zeit errichtet die Nationalparkverwaltung Warnschilder, auf denen Besucher daran erinnert werden, gut auf ihre persönlichen Dinge zu achten.

Der Reiseleiter Jakob Narfi Hjaltason war vergangenen Donnerstag mit einer Gruppe Touristen erst in Þingvellir, später am Geysir unterwegs. In einem Facebookbeitrag berichtete er, dass zwei seiner Gruppenmitglieder an dem Tag bestohlen wurden, einmal in Þingvellir, einmal am Geysir. Insgesamt stahlen die Diebe 1800 Dollar. In beiden Fällen war der Bestohlene gebeten worden, ein Foto des Diebes mit einer normalen Kamera aufzunehmen.

“Die Kamera funktioniert erst mal nicht, und dann kommt der Komplize und hilft mit der Kamera, und währenddessen bestiehlt der dritte Beteiligte das Opfer, das damit beschäftigt ist, darauf zu achten, was mit der Kamera abläuft,” beschreibt Jakob die Vorgehensweise. Das erste Opfer habe den Diebstahl erst nach dem Vorfall am Geysir entdeckt. Nach Angaben der US-Bürger asiatischer Herkunft hätten die Diebe eher nicht wie Isländer ausgesehen, verglichen mit den Isländern, die sie bisher gesehen hätten. In beiden Fällen hatte sich das Geld in einer vor dem Bauch getragenen Gürteltasche mit Reissverschluss befunden. Offenbar, so Jakob, hätten die Diebe gewusst, dass Asiaten oft mit Bargeld unterwegs seien, weil sie Kartenzahlung nicht so oft verwendeten.

In Þingvellir gibt es am Besucherzentrum Sicherheitskameras, diese fehlen jedoch weiter unten an den Wanderwegen, wo Diebstähle am hellichten Tag passierten. Jakob hofft, dass bald auch dort Kameras aufgestellt werden, denn Diebstahl sei leider eine Folge des Tourismus.
Vor einigen Tagen hatte Nationalparkchef Einar E. Sæmundsson angegeben, aufgrund der hohen Kreuzfahrtschiffzahlen in diesem Sommer mit bis zu 10.000 Touristen pro Tag zu rechnen. Umso wichtiger wird es dann, auf seine persönlichen Dinge zu achten.

 

Kartendieb tankt für über eine Million Kronen

Judge's gavel

Ein Mann ist zu einem halben Jahr Haft auf Bewährung über zwei Jahre verurteilt worden, nachdem ihm Diebstahl, unerlaubtes Nutzen von gefundenem Geld und Geldbetrug zur Last gelegt worden war. Unter anderem hatte der Betreffende sogenannte Zapfstellenchips anderer Personen dazu benutzt, sein eigenes Fahrzeug mit Kraftstoff im Wert von über einer Million Kronen zu betanken.

Isländische Tankstellen bieten den Service von NFC-Chips (oder Karten), die kontaktlose Bezahlung an der Zapfsäule erlauben und einen Rabatt auf den Kraftstoffwert mitbringen. Die meisten Autofahrer tragen Chips der verschiedenen Tankstellenketten am Schlüsselbund.
Der Verurteilte nutzte die NFC-Chips von sieben anderen Besitzern, um über mehrere Monate hinweg sein eigenes Auto zu betanken. Die Chips kamen alle von der Tankstellenkette N1, getankt worden war an Filialen in der Hauptstadt.

Des weiterem wurde dem Benzinpiraten der Diebstahl eines Portemonnaies zur Last gelegt, welches er im Supermarkt Nettó in Mjódd hatte mitgehen lassen. Mit der darin befindlichen Kreditkarte tätigte er seine Einkäufe. Vor der Reykjavíker Molkerei zerbrochene Autoscheiben gingen ebenfalls auf sein Konto, sowie das mehrfache Fahren unter Drogeneinfluss.
Bei der Urteilsverkündung war der Mann nicht zugegen und entschuldigte sein Fehlen auch nicht. Das Reykjavíker Bezirksgericht verurteilte ihn zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung über einen Zeitraum von zwei Jahren.

 

Taschendiebe an Geysir und Gullfoss

Mit schöner Regelmässigkeit kommt es vor, dass der Polizei in Südisland Taschendiebstähle an den Touristenhochburgen Gullfoss und Geysir gemeldet werden. Nun erhärtet sich der Verdacht, dass dort Diebe zusammenarbeiten und dass die Diebstähle organisiert verlaufen, berichtet RÚV.

Wir sehen, dass das passiert und haben Meldungen von Leuten bekommen, die sich an diesen vielbesuchten Touristenorten in Árnessysla aufhielten. Wir haben das mitverfolgt und versuchen, das einzugrenzen, aber das hat bisher nicht funktioniert,” sagt Oddur Árnasson, der Leiter der Polizei in Südisland.

Organisierter Taschendiebstahl war in Island bislang kaum bekannt gewesen. Oddur sagt, die ersten Anzeigen seien vor etwa einem Jahr eingegangen. Seitdem kämen sie regelmässig. Die Diebstähle laufen in einigen Fällen so ab, wie man das aus Europa kennt, wo das Opfer auf die ein oder andere Art abgelenkt wird. So werden Leute etwa beim Fotografieren ausgeraubt.

Die Diebe entledigten sich des Diebesgutes sehr schnell, sagt Oddur, daher sei es schwierig, sie zu ergreifen. Obwohl man alles versuche, die Vorgänge zu überwachen.

Es besteht der Verdacht, dass da zwei bis drei zusammenarbeiten, und dass das organisiert abläuft.”

Die Polizei empfiehlt, an vielbesuchten Orten gut auf die eigenen Sachen aufzupassen.