Sea Shepard gründet isländische Niederlassung

Die Marineschutzorganisation Sea Shepard hat am Dienstag in Reykjavík eine isländische Niederlassung gegründet, berichtet RÚV. Gestern strahlte der US-Fernsehsender ABC News eine Reportage über die Gruppe und ihre Aktivitäten gegen den Walfang in Island aus.

“Die isländische Abteilung von Sea Shepard ist in Zusammenarbeit von Isländern und Ausländern gegründet worden, um das Überleben unseres marinen Ökosystems für zukünftige Generationen zu sichern,” heisst es auf der Facebook-Seite der Organisation. “Die Organisation wird als Wohlfahrtsorganisation für den marinen Naturschutz eingetragen, deren Mission darin besteht, die Lebensraumzerstörung und das Abschlachten von Meerestieren entlang der isländischen Küste und in den Weltmeeren zu beenden, um Ökosysteme und Arten zu erhalten und zu schützen.”

Sea Shepard formuliert es als Ziel, Islands letztes Walfangunternehmen Hvalur ehf. für immer zu schliessen. Die Organisation hat mehrfach Filmmaterial von der Walfangstation live veröffentlicht, als Wale angelandet worden, um weltweit Aufmerksamkeit für die Praktiken zu erregen.

Die Aktivitäten von Sea Shepard in Island haben eine Geschichte. Im Jahr 1986 versenkte Organisationsleiter Paul Watson zwei der Walfangschiffe im Reykjavíker Hafen und schaffte es damit in die internationalen Medien.

Kristján Loftsson, der Direktor des Walfangunternehmens Hvalur ehf. kommentierte die Vereinsgründung gegenüber ABC News mit “Das sind bösartige Leute. Aber Leute können ja tun, was sie wollen.” Er sehe sich als Jäger, der einfach nur ein Tier schiesst, sein Unternehmen sorge ebenfalls für den Erhalt der Meeressäuger und arbeite nachhaltig. Er glaube, man könne Wale immer weiter jagen.

Walfang in Island war in diesem Sommer erneut in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Walschutzorganisation Hard to Port Fotos von einer getöteten und raren Kreuzung aus Finnwal und Blauwal veröffentlichte, sowie von ungeborenen Walkälbern, die in der Walfangstation aus dem Leib der Kühe gezogen wurden.

Seehund vom Aussterben bedroht

Seehunde stehen inzwischen auf der roten Liste des isländischen Naturgeschichteinstitutes, berichtet RÚV. Damit sind sie vom Aussterben bedroht.

Im Jahr 2016 wurden 7600 Exemplare gesichtet. Bei Beginn der systematischen Zählungen im Jahr 1980 hatte es noch 33.000 gegeben.

Damit ist der Bestand um 77 Prozent in diesen 35 Jahren gesunken. Wenn die Zahlen im Verhältnis weiter sinken, werden sie in den kommenden 45 Jahren um 84 Prozent zurückgegangen sein. Diese Periode entspricht drei Generationen der Tiere.

Das Institut beklagt, dass der Seehund nur wenig Schutz in Island geniesst. Es fordert mehr Forschungsarbeiten, um herauszufinden, warum genau die Zahlen so dramatisch sinken.

Man hatte den Rückgang vor allem auf die Tatsache zurückgeführt, dass Seehunde oft in Fischernetzen den Tod finden. Auch wenn die traditionelle Seehundjagd kaum noch praktiziert wird, findet sie immer noch dort statt, wo man den Lebensraum des Wildlachses schützen will. Weitere mögliche Faktoren für den Rückgang des Bestandes könnten Futterknappheit, Umwelteinflüsse, Verschmutzung und Krankheiten sein.

Kristinn Haukur Skarphéðinsson, der Leiter der zoologischen Abteilung des Institutes, sagte RÚV gegenüber, Todesfälle beim Seehund müssten reduziert werden, ganz gleich aus welchem Grund sie passieren. Die Gesetzeslage zum Schutz der Seehunde sei immer noch im 19. Jahrhundert verhaftet.

Krone verliert weiter an Wert

I don't want any money or peningar

Die isländische Krone verliert trotz Interventionsmassnahmen der Zentralbank weiterhin an Wert, berichtet RÚV. Nachdem sie vorgestern beträchtlich gesunken war, hat sie nun innerhalb der vergangenen zwei Monate einen Wertverlust von insgesamt 11 Prozent hinnehmen müssen.

Dieser Wertverlust bedeutet, dass isländische Verbraucher mehr für importierte und im Internet bestellte Waren bezahlen müssen. Ein Abonnement beim Filmanbieter Netflix etwa wurde um 137 Kronen oder einen Euro pro Monat teurer.

Die schwache Krone in Kombination mit steigenden Ölpreisen auf dem internationalen Markt hat auch Auswirkungen auf die Spritpreise in Island, die zu Beginn des Jahres noch bei 210 Kronen (1,53 EUR) lagen und inzwischen bei 230 Kronen (1,68 EUR) angekommen sind.

Thorshammer im Þjórsárdalur gefunden

Im Þjórsárdalur konnten Archäologen in der vergangenen Woche einige bemerkenswerte Funde aus der Wikingerzeit aus der Asche des Vulkans Hekla heben. Unter anderem fanden sie einen Thorshammer aus Sandstein, berichtet RÚV.

Nur einmal zuvor wurde ein Thorshammer in Island ausgegraben, von weiteren aus Stein gefertigten Thorshammern ist auch international nichts bekannt.

“Es handelt sich hier um Gegenstände aus der Wikingerzeit,” erklärte die Archäologin Ragnheiður Gló Gylfadóttir vom Archäologischen Institut Islands. Der Besitzer des heidnischen Anhängers dürfte wohl kaum Christ gewesen sein.

Gefunden wurde der Ort, der nun Bergstaðir genannt wird, von Bergur Þór Björnsson auf Skriðufell, dem letzten Hof im Þjórsárdalur.

“Ich fand, es war ganz schön weit zwischen den einzelnen alten Hofresten hier, und so hab ich mich auf die Suche gemacht, einfach nur aus Spass,” erzählte Bergur Þór. Er fand es nicht abwegig, dass man dort Überreste finden würde, denn auf jeder Seite des Hofplatzes gibt es einen Bach.

Bergur Þór ist mit den Geschichten der alten Höfe aufgewachsen, die beim grossen Ausbruch der Hekla im Jahre 1104 zerstört worden sind. Sein Grossvater hatte im Jahr 1920 die Überreste des Hofes Nr. 20 gefunden, von dem man wusste, und Bergur unterrichtete die Archäologen von dem alten Fund. Die Forscher waren in den vergangenen Wochen im Tal auf der Suche nach Überresten und Informationen unterwegs gewesen.

Ragnheiður Gló erinnert sich, dass sie sofort Steine entdeckte, die Teil einer Mauer gewesen sein könnten. Und dann habe man überall Spuren von Besiedelung gefunden, wie etwa einen Aschehaufen und verbrannte Knochen.

“Wir haben einen länglichen Schleifstein gefunden, der oft am Gürtel hing, um beispielsweise Nadeln zu schleifen. Und wir fanden einen Specksteinbrocken, oder Teil eines Kessels. Speckstein wurde aus Norwegen importiert.” Schaut man die Rundung des Brockens an, muss der Kessel um die 40 Zentimeter gross gewesen sein.

Sicher gibt es noch viel mehr in Bergstaðir zu entdecken. Der Archäologe Garðar Guðmundsson fand Überreste aus einer Eisengewinnung, auch wenn der Stein auf den ersten Blick ganz gewöhnlich aussieht.

“Davon gibt es ziemlich viel hier im Hang. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass hier in irgendeiner Form Eisengewinnung stattgefunden hat, und vielleicht sogar eine Schmiede war.“

Für die Archäologen wäre es ein Geschenk des Himmels, wenn sie die Möglichkeit bekämen, den neusten Hof aus der Besiedlungszeit im Þjórsárdalur näher untersuchen zu können. Fürs erste sind die Funde aus den Aschehaufen nach Reykjavík gebracht worden.

1500 Tonnen Walfleisch auf dem Weg nach Japan

Etwa 1500 Tonnen Walfleisch befinden sich derzeit an Bord eines Schiffes welches von Hafnarfjörður aus auf dem Weg nach Japan ist, berichtet RÚV.

Das Morgunblaðið zitierte den Geschäftsführer von Hvalur ehf., Kristján Loftsson, dass das Frachtschiff die sogenannte Nordroute durch das nördliche Polarmeer fahre. Dies sei ein kürzerer Weg als an Afrika vorbei und durch den Indischen Ozean, wie man früher gefahren sei.

Die Fracht besteht ausschliesslich aus Fleischerzeugnissen von in diesem Sommer gejagten Walen, das Schiff ist voll beladen. In den Gefriercontainern des Unternehmens befindet sich Kristján zufolge noch genug Walfleisch für das kommende Þorrablót.

In den 98 Jagdtagen sind 146 Wale erlegt worden, davon 144 Finnwale und zwei Kreuzungen aus Finnwal und Blauwal.

In der Vergangenheit hatte der Transport des isländischen Walfleischs nach Japan international zu Protesten von Walfanggegnern geführt, in einigen Fällen hatte das isländische Schiff weder ankern noch Proviant aufnehmen dürfen.

Trennung von Staat und Kirche als Denkmodell

Die Bevölkerung ist Institutionen wie der isländischen Staatskirche müde geworden, daher müsse man Möglichkeiten prüfen, wie man Staat und Kirche trennt, findet eine Priesterin der Kirchengemeinde von Akureyri. Wie RÚV berichtet, sind mit 65 Prozent aller Einwohner niemals zuvor weniger Menschen in Island im Kirchenregister eingetragen gewesen. Ein Fünftel der Isländer gehört anderen eingetragenen oder freien Glaubensgemeinschaften an.

Eingetragen sind in Island 48 Glaubensgemeinschaften. Die grösste Gruppe sind die christlichen Kirchen, jeweils fünf Personen gehören den kleinsten Bewegungen Neues Avalon und Ananda Marga an.

In der isländischen Staatskirche befinden sich derzeit 230.000 Mitglieder, einer neuer Negativrekord, allein seit dem vergangenen Jahr verliessen 2000 Menschen die Kirche.

Hildur Eir Bolladóttir, Priesterin in der Kirche von Akureyri, sagte RÚV gegenüber, dies sei eine normale Entwicklung in der modernen Gesellschaft.

“Vielleicht leben wir gerade in einer Zeit, wo die Leute solche Mammutinstitutionen wie die Kirche nicht mehr wollen. Vielleicht leben wir in einer Zeit, wo die Leute spirituell so bearbeitet worden sind, dass sie finden dass Glaube und Glaubensgemeinschaften wieder mehr aus der Basis kommen müssen,” überlegt sie.

Es sei an der Zeit, die Strukturen der Kirche zu überprüfen, und auch die Möglichkeit, den Staat von der Kirche zu trennen.

“Da ist eine klare Lethargie in der Staatskirche im Gange, und wir reden darüber, dass Kritik und anderes inzwischen so ausfallen, dass es unnatürlich wäre, wenn wir nichts verändern würden.”

Die isländische Freikirche hingegen verzeichnet Zuwachs, sie hat, ähnlich wie die katholische Kirche 16,800 Mitglieder, oder beide jeweils vier Prozent aller Einwohner. Der Ásatrú-Bewegung gehören acht Prozent an, die ethisch-humanistische Bewegung Siðmennt verzeichnet einen Zuwachs von 16 Prozent.

Die Bewegung der Zuisten verlor die meisten Anhänger seit dem vergangenen Jahr. Derzeit verzeichnet die Bewegung 2000 Mitglieder.

Die Gemeinschaft der Zuuisten gründete sich vor fünf Jahren als Glaubensgemeinschaft in der Tradition der alten Sumerer, im Jahr 2015 kam es zu einem Massenandrang bei der Registrierung, nachdem es hiess, dass Gemeinschaftsmitglieder ihre Kirchensteuer zurückerstattet bekämen. In der Folge schrieben sich 3000 Isländer bei den Zuisten ein, doch die Rechnung ging nicht auf, zumal die Zuisten sich auch nicht als Unternehmen registrieren konnten. Zwei der Gründer entpuppten sich zudem als Finanzjongleure, einer von ihren wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Im vergangenen Jahr erhielten die Zuisten dennoch 53 Millionen Kronen aus dem Staatssäckel und beantragten kürzlich bei der Stadt Reykjavík ein Baugrundstück, um einen Tempel zu errichten, doch der Antrag wurde abgelehnt.

Illegale Hausschlachtung sollte Aufmerksamkeit erregen

Ende September sind auf dem Hof Birkihlíð im Skagafjörður Lämmer auf dem Hof geschlachtet und ihr Fleisch anschliessend auf einem regionalen Bauernmarkt verkauft worden, berichtet bbl.is. Die Unternehmung hatte in Zusammenarbeit mit Matís stattgefunden, einem staatlichem non-profit Unternehmen, welches auf dem Sektor Nahrungsmittelinnovation tätig ist.

Alle Vorgänge der Schlachtung waren nach Vorgaben erfolgt, welche Matís unlängst für ein neues Regelwerk zu Kleinstschlachtung vorgelegt hatte.

Das zum Verkauf angebotene Lammfleisch war speziell gekennzeichnet worden: “aus Kleinstschlachtung in Zusammenarbeit mit Matís”.

Der Verkauf des hausgeschlachteten Fleisches verstiess jedoch gegen geltendes isländisches Gesetz. Matís-Chef Sveinn Margeirsson argumentierte, er habe damit Aufmerksamkeit erregen wollen, dass auf dem Gebiet dringend Veränderungen notwendig seien.

In der vergangenen Woche rief nun die isländische Nahrungsmittelüberwachungsbehörde MAST das in Hofsós verkaufte Fleisch zurück, da die Schlachtung nicht in einem registrierten Schlachthaus und unter der Aufsicht eines offiziell bestallten Tierarztes erfolgt sei, berichtet feykir.is.

In einem Radiointerview mit Visir sagte Sveinn, es sei allgemein bekannt, dass in Island in beträchtlichem Umfang zuhause geschlachtet werde und dass dieses Fleisch nicht nur legal in der Familie verzehrt, sondern auch in Umlauf gebracht werde. Dies sei Steuerhinterziehung und habe dazu geführt, dass die Hausschlachtung einen negativen Beigeschmack bekommen habe. Durchaus mögliche Innovationen und Warenweiterentwicklungen blieben dadurch auf der Strecke. Es sei die Aufgabe von Matís, Innovation und Wertsteigerung der Waren voranzubringen.

Er kritisierte, dass es in Island keine wissenschaftlich fundierte Gefahrenanalyse zu hausgeschlachtetem Fleisch gebe, wie etwa in Deutschland, wo man Lämmer im Alter von bis zu drei Monaten ohne behördliche Kontrolle auf dem Hof schlachten darf. Sein Unternehmen stehe in engem Kontakt zu den deutschen Behörden, die solche Gefahrenanalysen erstellen.

Er finde, dass Island die europäischen Lebensmittelgesetze sehr eng interpretiere. Vielmehr müssten Bauern die Möglichkeit erhalten, sich selbst zu helfen, jeder wisse, dass die wirtschaftliche Lage der Schafbauern nicht gut sei. Ein wiederholter Ruf nach Bestandsverkleinerung spiele nur in die Hände der Grossbauern.

Sveinn wünscht sich, dass ein Schafzüchter, der zuhause schlachtet, um selbst zu vermarkten, als sein eigener Kontrolleur fungiert und mit den staatlichen Kontrollorganen eng zusammenarbeitet. Es müsse jedoch zwingend auch ein Gefahrengutachten geben. Er fordert, dass das ganze System geändert wird, es gehe schliesslich nicht nur um die Bauern, sondern auch um den Kunden, Isländer wie ausländische Touristen, die ein verbessertes Angebot vorfinden könnten, wenn die Kleinstschlachtung legalisiert werde.

Für ein Lamm, welches über das Schlachthaus verkauft wird, erhalten Bauern derzeit um die 300 bis 350 Kronen pro Kilo, das sind etwa 6300 Kronen für ein 18 Kilo schweres Lamm. Möchte ein Landwirt sein Fleisch vom Schlachthof nach Hause holen, kommen 5500 Kronen Schlachtkosten auf ihn zu, wobei Innereien und Fell, beides durchaus wirtschaftlich nutzbar, einbehalten werden. Damit wird Fleisch welches offiziell und legal “ab Hof” vermarktet wird, unverhältnismässig teuer.

Gesetz erlaubt provisorische Lizenzen für Aquakultur

fish farming iceland

Das isländische Parlament hat in der vergangenen Mittwochnacht im Eilverfahren ein Gesetz verabschiedet, welches dem Ministerium für Fischerei erlaubt, provisorische Genehmigungen für Aquakulturunternehmugen zu erteilen, berichtet RÚV. Für die Vorlage stimmten 45 Abgeordnete, sechs enthielten sich der Stimme.

In der Woche zuvor hatte die isländische Umweltbehörde Betriebsgenehmigungen für die Unternehmen Arctic Sea Farm und Fjarðarlax zurückgezogen, beide Unternehmen betreiben Aquakultur in den Westfjorden im Umfang von 17,5000 Tonnen Fisch in offenen Meeresbehältern.

Naturschutzverbände und Landbesitzer hatten sich vehement öffentlich gegen die Betriebsgenehmigungen der beiden Unternehmen ausgesprochen und ihre Besorgnis wegen Umweltverschmutzung und der zunehmenden Ausbreitung von Zuchtlachsen in Angelflüssen im ganzen Land geäussert.

Fischereiminister Kristján Þór Júlíusson sagte bei der Abstimmung, er sei dankbar für die schnelle Reaktion des Parlamentes auf eine Angelegenheit, die, wie er sich ausdrückte, “an einem toten Punkt angekommen ist. Mit der heutigen Vorlage des Parlamentes ist sie wieder belebt worden und nicht mehr länger ein Flaschenhals, sondern ein offener Weg, der uns die Möglichkeit gibt, das in Island weiter aufzubauen, auf der Basis einer transparenten und guten Führung.”

Die Abgeordneten die für das Gesetz stimmten, äusserten ihre Unterstützung für die strukturschwachen Gemeinden in den Westfjorden.

“Mit diesem Gesetz senden wir die Botschaft, dass Aquakultur in Island weiterhin vorangebracht wird,” sagte der Abgeordnete der Unabhängigkeitspartei, Teitur Björn Einarsson. Die Regierung setze sich für “Menschen, ihr Wohlergehen und Möglichkeiten für Selbsterhalt ein.”

Die Parlamentarier, die sich der Stimme enthielten, sagten, sie respektierten das Projekt, seien jedoch sehr unzufrieden mit dem Vorgang, sie hätten mehr Zeit zur Entscheidungsfindung gebraucht.

Sozialdemokrat Guðmundur Andri Thorsson enthielt sich der Stimme. Er drückte seine Enttäuschung darüber aus, wie die Angelegenheit behandelt worden sei, und auch über die Interventionsmöglichkeit, die das Gesetz vorsieht.

“Wir schulden es der isländischen Natur, uns selber, und der Zukunft, unser Bestes zu tun, nicht zuletzt, wenn es um Projekte geht, die tiefe Auswirkungen auf unser Land haben,” sagte er. Manchmal komme es ihm vor, als ob man in Island von Tag zu Tag improvisiere.

Einspurige Brücken sollen reduziert werden

Die Anzahl der einspurigen Brücken zwischen Islands Landeshauptstadt Reykjavík und der Gletscherlagune Jökulsárlón im Süden des Landes soll innerhalb der kommenden fünf Jahre von derzeit 14 Brücken auf acht schrumpfen, berichtet RÚV.

Verkehrsminister Sigurður Ingi Jóhannson kündigte die Entscheidung an, nachdem die linksgrüne Parlamentarierin Heiða Guðný Ásgeirsdóttir eine offizielle Anfrage gestellt hatte.

Viele der touristischen Highlights liegen entlang der genannten Strecke und die Verkehrsdichte nimmt stetig zu. Im Fünfjahresverkehrswegeplan der Regierung sollen bis zum Jahr 2012 sechs einspurige Brücken entlang der Ringstrasse im Süden ersetzt werden.

Bis zum Jahr 2033 sollen dann auch die restlichen Brücken durch zweispurige Bauwerke ersetzt werden. Damit wären dann nur noch zwei einspurige Brücken auf dem Weg zur Gletscherlagune übrig: die 440 Meter lange Brücke über den Skeiðarásandur und die Brücke über die Jökulsá am Breiðamerkursandur, die 108 Meter misst. Beide Brücken haben Aussparungen für den Gegenverkehr, und beide liegen in einem Gebiet, wo jederzeit mit einem grossen Gletscherlauf gerechnet werden muss.

An einspurigen Brücken in Südisland hatten sich in den vergangenen Jahren tödliche Verkehrsunfälle ereignet.

400 NATO-Soldaten im Þjórsárdalur, Bürger verärgert

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Die Pläne für eine NATO-Heeresübung im Þjórsárdalur in Südisland haben in der Gemeinde Skeiða-og Gnúpverjahreppur für öffentliche Diskussion gesorgt, berichtet mbl.is. Bei der Gemeindeverwaltung sind zu der geplanten Übung nun schriftliche Anfragen von besorgten Bürgern eingegangen.

Gemeindevorstand Björgvin Skafti Bjarnason gab an, die Angelegenheit sei dem Gemeinderat nicht vorgelegt worden, er findet, angesichts der Personenzahl, die an der Übung teilnimmt, sowie angesichts frührer militärischer Übungen im Þjórsárdalur, müsse man “keinen Wind darum machen”.

Er sei jedoch auf das Angebot eingegangen, einen Vertreter der isländischen Polizei vor Ort zu empfangen und sich von ihm erklären zu lassen, was im Tal eigentlich geplant ist.

Am 19. und 20. Oktober findet in Reykjavík ein organisatorisches Treffen zur NATO-Übung Trident Juncture 2018 statt. Im Gefolge dieser Übung sollen zehn Kriegsschiffe mit 6000 Marinesoldaten nach Island kommen. Gleichzeitig ist eine sogenannte Winterübung im Þjórsárdalur mit 400 Soldaten geplant.

Skafti gab an, von der isländischen Polizei über die Übung unterrichtet worden zu sein, wegen der vielen Anfragen aus der Bevölkerung habe er sich für weitere Informationen nun auch an das Aussenministerium gewendet.

In Anbetracht der Soldatenzahl habe er jedoch keinen Anlass gesehen, Bedenken gegen die Pläne zu äussern, vielmehr hoffe er auf Schnee, damit die Soldaten auch Winterbedingungen vorfänden. Die Polizei sei vor Ort und trage Sorge dafür, dass alles reibungslos verlaufe.

In der Bevölkerung regt sich bereits Widerstand gegen die NATO-Übung, die per Zeitungsartikel bekannt geworden ist.

Wie RÚV berichtet, beginnt Trident Juncture 2018 am 25. Oktober in Norwegen. Sie ist mit 50.000 beteiligten Soldaten die grösste NATO-Übung in Norwegen seit 30 Jahren.

Am 16. Oktober gibt es Übungen in Hafnir auf der Halbinsel Reykjanes und am NATO-Stützpunkt am Flughafen in Keflavík. Etwa 400 US-amerikanische Soldaten üben die Erstürmung des Strandes von Sandvík, etwa 120 Personen werden per Hubschrauber in eine geheimgehaltene Sicherheitszone gebracht, um dort die Verteidigung des Hauptquartiers der isländischen Küstenwache zu proben.

Die Polizeieliteeinheit Viking Squad wird ebenfalls an der Übung teilnehmen.

Die bereits erwähnte Winterübung im Þjórsárdalur findet mit 400 Marinesoldaten am 19. und 20. Oktober statt, bevor die zehn Kriegsschiffe weiter nach Norwegen fahren.

In einer Erklärung des Aussenministeriums heisst es, Island habe Einzelheiten der Übung im Land an die OSCE gemeldet, sodass die Medien die Ereignisse mitverfolgen und von den Übungen und dazugehörigen Veranstaltungen berichten können.

Island ist seit 1949 Mitglied der NATO, der Beitritt erfolgte unter der Prämisse dass das Land keine eigenen Streitkräfte unterhält.