COVID 19: Restaurants und Konzerte erhalten Ausnahmegenehmigungen

A waiter holding two dishes in Hlemmur Food Hall

Gesundheitsminister Willum Þór Þórsson hat entschieden, dass Restaurants von den Versammlungsverboten ausgenommen werden, die seit heute gelten. Statt der für alle anderen geltenden 20 Personen dürfen Restaurants nun 50 Personen einlassen. Auch Musikern, die Weihnachtskonzerte abhalten, wurde gestattet, ihre Veranstaltungen nach den bis gestern geltenden Bestimmungen abzuhalten.
Die Ausnahmegenehmigung wurde in Anbetracht der kurzen Vorwarnzeit gewährt. Allerdings müssen sie wie alle anderen um 21 Uhr ihre Türen schliessen und auch weiterhin strenge Seuchenschutzmassnahmen einhalten, wie Zugang zu Handdesinfektionsmitteln gewährleisten, Maskenpflicht und einen Meter Abstand zwischen Tischgemeinschaften, die keine Beziehung untereinander haben.

Ausnahme auch für Konzerte
Am heutigen 23. Dezember wird in Island Þorláksmessa gefeiert, und in Reykjavík duftete es in allen Strassen nach skata, dem fermentierten Rochen, der traditionell zu Mittag gereicht wird. Überall bummeln die Leute durch die Strassen, trinken Kaffee und tätigen allerletzte Weihnachtseinkäufe.
Auch das Weihnachtskonzert von Bubbi Morthens war so eine Tradition, die schon im letzte Jahr ausgefallen war und mit Stand von gestern dann erneut abgeblasen wurde, doch Bubbi und auch Emmsjé Gauti erhielten ebenfalls Ausnahmegenehmigungen und dürfen ihren Konzerte nach den alten Bestimmungen abhalten. Das bedeutet, getrennte Zuhörergruppen von jeweils 500 Personen, die alle einen negativen COVID-Antigentest vorweisen müssen.
In einem Gespräch mit dem Fréttablaðið hatte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason die Ausnahmeregelungen als “vielleicht nicht grade die schlauste Vorgehensweise” bezeichnet. Bei der heutigen COVID-Pressekonferenz sagte er, mit den Ausnahmegenehmigungen lade man die Gefahr zu sich nach Hause ein.

Gestern sind 494 Personen positiv auf das SARS-CoV2 Virus getestet worden, ein neuer Rekord. Am Tag zuvor waren es nur 318 gewesen. Wie schon gestern testeten 51 Personen an der Grenze positiv. Insgesamt 300 positiv getestete Personen hatten sich nicht in Quarantäne befunden.

 

Weniger Neuinfektionen, aber schwerer erkrankte Patienten

landspitali national university hospital iceland

Gestern sind in Island 20 neue COVID-19 Fälle gefunden worden. Fünf der getesteten Personen hatten sich in Quarantäne befunden. In stationärer Behandlung befinden sich derzeit vier Personen, eine fünfte liegt nach Angaben der Universitätsklinik auf der Intenisvstation am Beatmungsgerät.

Neusten Zahlen zufolge befinden sich zur Zeit 455 Personen in Isolation, in Quarantäne sitzen nun 1895 Personen, nachdem gestern noch einmal 115 Personen hinzukamen. In diagnostischer Quarantäne befinden sich 1614 Personen. Innerhalb der letzten elf Tage ist das neuartige Coronavirus bei etwa 400 Personen in Island festgestellt worden. Die Reproduktionsrate liegt zur Zeit bei 118,1 für das Inland, und bei 6,3 bei Fällen an der Grenze.

COVID-Ambulanz verzeichnet Zuwachs
Auch die Zahl der Personen, die medizinische Hilfe in der COVID-Ambulanz der Uniklinik gesucht haben, ist in den vergangenen zwei Tagen stark angestiegen. Nach Angaben von Már Kristjánsson, dem Chefarzt der Infektionsabteilung, seien mehr Patienten in der Kategorie ‘gelb’ vorstellig geworden. Die COVID-Ambulanz verwendet eine Farbtabelle, um Patienten nach Schweregrad einordnen zu können. Grün bedeutet wenig bis keine Symptome, unter gelb fallen Patienten mit erheblichen Symptomen, die besonders überwacht werden müssen, und Patienten in der Kategorie rot sind Fälle für eine stationäre Aufnahme.

Man habe damit gerechnet, so Már, dass die Gruppe der schwerer Erkranken anwachsen würde. “Das sind nun mehr in der Gruppe, die überwacht werden, und mehr in der Kategorie gelb als bisher. Das belastet uns sehr.” Es sei nun nicht so, dass das Krankenhaus damit nicht fertig werde. “Aber das kommt zu den hausinternen Infektion hinzu, mit denen wir gerade kämpfen.”
Etwa 35 Mitarbeiter des Krankenhauses befinden sich derzeit in Isolierung, 200 sitzen in Quarantäne. Zwei weitere gesamte Abteilungen sollen zum Test geschickt werden, weil sie einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt waren.

Már sagt, die Klinik sei mit Medikamenten gut bestückt und habe eine Anwendungsroutine entwickelt. “Wenn die Leute eingewiesen werden, dann weil sie schwerer an COVID-19 erkrankt sind, oder weil sie krank sind und zusätzlich diese Infektion haben.”
Beim isländischen Krisenstab wird zur Zeit über strengere Massnahmen nachgedacht, doch Már glaubt nicht, dass dies notwenig ist, weil die Spitze dieser Welle vor etwa einer Woche gewesen sei. Das Krankenhaus hingegen habe noch etwas länger damit zu tun.

Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason rechnet damit, dass in den kommenden Tagen mehr Patienten stationär aufgenommen werden müssen. Schon im Frühjahr habe man gesehen, dass schwerwiegende Symptome und schwere Krankheitsverläufe oft erst ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung eintreten. Er glaubt, dass die vergleichsweise niedrige Fallzahl von gestern keinen Trend anzeigt, sondern als Tagesschwankung einzuordnen ist.

Regeln vom 30. Juli werden strenger gefasst

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Islands Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir hat dem Vorschlag von Chefepdemiologen Þórólfur Guðnason zugestimmt, die am 30. Juli veröffentlichten Seuchenschutzmassnahmen in der Öffentlichkeit abzuändern.

Demnach galt bis zum 13. August, dass nicht mehr als 100 Personen an einem Ort zusammen kommen dürfen. Nun dürfen Supermärkte 100 Personen in ihren Räumlichkeiten einlassen, und wenn das Geschäft grösser als 1000 qm misst, darf zusätzlich ein Kunde pro 10 qm eingelassen werden, maximal jedoch 200 Kunden auf einmal.

Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt nun die Maskenpflicht bei allen Fahrten, die länger als 30 Minuten dauern. An Bord der Fähre Herjólfur auf die Westmännerinseln herrscht allgemeine Maskenpflicht

Die Regeln für Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen noch weiter ausgearbeitet werden. Zur Zeit dürfen nicht mehr als die erlaubte Maximalzahl an Badegästen im Schwimmbad sein. Kinder, die ab dem Jahr 2015 geboren sind, werden bei der Gästezahl nicht mitgerechnet. Ähnliches gilt für Naturbäder. Doch will Þórólfur hier nähere Ausführungen nachreichen.
Manche Bäder haben bereits reagiert. Die öffentlichen heissen Pötte in Hjalteyri, Hauganes und Guðlaug in Akranes etwa wurden geschlossen.

Ausserdem soll es keine zeitlich befristeten Genehmigungen für Veranstaltungen mehr geben, die sich möglicherweise länger als 23 Uhr hinziehen, wie Konzerte, Tanzveranstaltungen, Grossfeuerlager und ähnliches.

COVID trotz negativem Test – Inselbewohner sollen nachgetestet werden

COVID-19 Iceland

Die Vorgehensweise bei der Einreisetestung soll abgeändert werden, um zu verhindern, dass Leute, die mit einer frischen, noch unbemerkten COVID-Infektion einreisen und sich mit dem negativen Testergebnis sicher wähnen, andere anstecken, berichtet Vísir.
Beim heutigen Pressebriefing sagte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason, seiner Ansicht nach sei es am besten, die Person an der Grenze zu testen, dann in eine kurze Quarantäne zu setzen und nach vier bis fünf Tagen wieder zu testen.
“Dann dürften die, die infiziert sind, ein positives Ergebnis haben,” erklärte er.

In den vergangenen Tagen war die Grenztestung kritisiert worden, nachdem letzte Woche eine Person aus den USA eingereist war, zunächst ein negatives Ergebnis erhalten hatte, und nach einigen Tagen jedoch positiv testete. In der Folge mussten mehr als 400 Personen in Quarantäne.

Heute war bekannt geworden, dass eine Isländerin, die vor zehn Tagen eingereist war, und bei der Grenztestung ein negatives Ergebnis erhalten hatte, gestern an COVID-19 erkrankt ist. Gestern hatte es auch drei positive Fälle an der Grenze gegeben.

Es seien vor allem Isländer und in Island wohnende Ausländer, die durch ihre zahlreichen sozialen Kontakte im Land eine Infektionsgefahr darstellten, wenn sich herausstellt, dass sie doch infiziert sind. Schon im März habe man mit dieser Vorgehensweise Erfolg gehabt, daher wolle er sie der Gesundheitsministerin erneut vorschlagen. Die zweite Testung soll kostenfrei sein, wenn sie innerhalb von 30 Tagen nach dem ersten Test durchgeführt wird.

Da gebe es sehr viel zu organisieren, doch halte er es für äusserst dringend, sagte Þórólfur. Schon in den kommenden Tagen sollen alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden, damit man das Projekt so schnell wie möglich starten könne.

Bis dahin gilt für alle, sich in den ersten vierzehn Tagen ganz besonders vorzusehen. “Wir verlangen keine Quarantäne, aber fast. Die Leute sollen sehr vorsichtig sein.” erklärte er.
Die zweite Testung gelte nur für Isländer und Leute, die in Island leben, weil man davon ausgehe, dass diese mehr soziale Kontakte pflegen. Sie gilt nicht für Touristen.

Zwei Quarantänebrecher werden abgeschoben

Zwei rumänische Staatsbürger, die die Quarantäneregel gebrochen haben, sind zu einer Geldstrafe verurteilt worden und werden aus Island abgeschoben, berichtet Vísir. Sie gehörten zu einer Gruppe von neun weiteren Personen, die wegen Nichtachtung der Quarantäneregel rechtlich belangt werden.

Insgesamt befinden sich derzeit 14 rumänische Staatsbürger im Quarantänehotel am Rauðarstígur in Reykjavík. Sie alle waren Anfang der Woche im Zusammenhang mit einem Diebstahlsverdacht in Selfoss festgenommen worden. Ermittlungen hatten ergeben, dass sie in der Woche zuvor aus London in Island angekommen waren und sich daher eigentlich hätten in Quarantäne befinden sollen. Nach der Festnahme wurden sie auf die COVID-Krankheit getestet, und zwei aus der Gruppe waren positiv und ansteckend.

Zwei Polizisten, die an der Festnahme beteiligt waren, sind inzwischen COVID-positiv getestet und auch erkrankt, 14 weitere Polizisten befinden sich in Quarantäne.

Nach diesen Ereignissen begann die Polizei, nach einer weiteren Gruppe von Rumänen zu suchen, die möglicherweise Kontakt zu der vorgenannten Gruppe hatte und wahrscheinlich ebenfalls die Quarantäneregel verletzt hatte. Die Gruppe kam der Fahndung jedoch zuvor und meldete sich auf der Reykjavíker Polizeiwache, die Leute befinden sich nun ebenfalls im Quarantänehotel.

Insgesamt sind am Rauðarstígur nun 17 Personen in Quarantäne, drei von ihnen sind Asylbewerber.
Die elf Quarantänebrecher müssen mit Geldstrafen von zwischen 150.000 und 200.000 ISK (978 bis 1304 EUR) rechnen. Die Fälle der anderen neun Personen, die bestraft wurden, sind noch in Bearbeitung, aber es kann sein, dass weitere quarantänebedingte Abschiebungen vorgenommen werden.

Offenbar gibt es auch Touristen, die es mit der Quarantäneregel nicht so ernst nehmen. Wie die Regionalplattform suðurnes.net schreibt, wurde Touristen der Zutritt zu einem Restaurant in Reykjanesbær verwehrt, weil sie kein Ergebnis aus dem COVID-Test vorweisen konnten und sich daher offenbar noch in der Wartephase befanden.
Einreisende, die auf ihr Ergebnis warten, sollen sich “wie in Quarantäne” verhalten, das heisst, sie sollen sich auf direktem Weg in ihre Unterkunft begeben und dort auf Nachricht warten.

Nebel auf den Färöerinseln verhindert Testung auf der Fähre

Seyðisfjörður Norræna ferry

Ab dem heutigen Tag nutzen viele hundert Urlauber die Fähre Norröna aus Dänemark, um nach Island zu kommen. Wie RÚV Anfang Juni berichtete, wurde grosser Druck auf die Reederei ausgeübt, um zu erfahren, wie die COVID-Testung ablaufen soll. Smyril Line zufolge hatten viele Touristen damit gedroht, ihre Reise abzusagen, wenn das Verfahren zu kompliziert oder zu teuer werde.

Am vergangenen Dienstag waren Vertreter des ostisländischen Zivilschutzes an Bord der Norröna gegangen, um sich vor Ort anzuschauen, ob man die Testung dort durchführen könne. Die erste Fähre, die Touristen nach der neuen Regel nach Island bringt, war am 13. Juni im dänischen Hirtshals in See gestochen. Manche Touristen, die aus Deutschland anreisten, wollten unbedingt vorher wissen, wie die Testung abläuft. Mit der ersten Fähre sollen 200 Touristen kommen, auf der nächsten sind 350 gebucht. Später im Juli sind noch einmal 600 Touristen auf der Fähre gebucht. Dank einer Werbekampagne steigen die Buchungszahlen für diesen Sommer und Spätsommer weiter an.

Der Druck dieser Leute auf die Reederei sei nach Angaben von Geschäftsführerin Linda Björk Gunnlaugsdóttir sehr hoch. Die wenigsten schienen sich Sorgen darüber zu machen, was passiere, falls einer von ihnen positiv getestet würde, schreibt RÚV.
An Bord sind alle Seuchenschutzmassnahmen einzuhalten, ausserdem wird eine Räumlichkeit bereitgehalten für Personen, die mögliche Symptome zeigen. Damit könne man verhindern, dass Touristen später in Quarantäne müssten, weil ein Mitreisender infiziert war.

Zuviel Nebel zum Landen
Für heute war nun geplant gewesen, die Passagiere auf der Überfahrt zwischen dem Fährhafen auf den Färöerinseln und dem isländischen Zielhafen Seyðisfjörður auf COVID zu testen. Dann müssten die Touristen in Island nur noch auf das Ergebnis warten.
Dazu sollte ein Hubschrauber der isländischen Küstenwache drei Krankenschwestern aus Reykjavík und vier weitere aus Egilsstaðir nach Torshavn bringen, die sich dort vor Ablegen der Fähre einschiffen und die Überfahrt zur Testung nutzen.
Bislang ist der Nebel auf den Färöerinseln jedoch zu stark, als dass eine Hubschrauberlandung dort möglich wäre. Die Fähre legt in Torshavn um 12 Uhr Mittags ab.

Ab heute COVID-Testung statt Quarantäne
Ab dem heutigen Montag ist die Einreiseregelung nach Island geändert, statt der bisher obligatorischen 14-tägigen Quarantäne können sich Einreisende nun an den Orten der Einreise per PCR-Test auf das Sars-CoV2 Virus testen lassen. Bis zum 30. Juni ist diese Testung umsonst, da sie als Versuchslauf deklariert ist, danach kostet der Test 15.000 ISK. Kinder unter 16 Jahren müssen nicht getestet werden.

Wie Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason auf der Pressekonferenz am letzten Freitag sagte, müsse der Reisende sich auf ein bis zwei Tage für die Gesamtprozedur einstellen, während der er sich vorsehe und “wie in Quarantäne” verhalte. Er kann sich in seine Unterkunft begeben, solle sich aber “ruhig verhalten.” Das Testergebnis soll nach etwa fünf Stunden an die Rückverfolgungs-App C19 auf das Smartphone übermittelt werden.

Im Fall eines positiven Tests muss der Betreffende zum nächsten medizinischen Zentrum gehen und sich Blut abnehmen lassen. Wie das COVID-Team auf den Informationsveranstaltungen immer wieder betonte, gebe es für die Wiederöffnung eines Landes nach Pandemie keine internationalen Regeln, nach denen man sich richten könne. Premierministerin Katrin Jakobsdóttir hatte darauf hingewiesen, dass Island aufgrund seiner Insellage besonders wachsam sein müsse.

Am gerade vergangenen Wochenende hatte die Polizei mehrere Quarantänebrecher, die in der vergangenen Woche mit einem Flug aus London eingereist waren, in Südwestisland suchen müssen. Zwei der Personen wurden positiv getestet und waren hochinfektiös. Daraufhin hatten sich 16 an der Aktion beteiligte Polizisten in Quarantäne begeben müssen.

Fahndung nach drei Quarantänebrechern, zwei Infizierte in U-Haft

Selfoss - Suðurland - Ölfusá

Gestern sind in Selfoss drei Personen von der Polizei festgenommen worden, nachdem der Verdacht auf Diebstahl in einem Geschäft aufgekommen war. Die Festnahme wurde auf Bitten der südisländischen Polizei durch Beamte der Hauptstadtpolizei durchgeführt, wie es in einer Meldung der Polizei hiess. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass die Festgenommenen eigentlich in Quarantäne sitzen sollten, denn sie waren erst am vergangenen Dienstag in Island eingereist. Sie wurden daher zum COVID-Test geschickt um zu prüfen, ob sie ansteckend sind, berichtet Vísir.

Heute kam nun das Ergebnis, wie Víðir Reynisson, der Chef des Zivilschutzes der Polizei, RÚV gegenüber angab, sind zwei der drei Personen COVID-positiv, und es waren keine Antikörper nachweisbar, was bedeutet dass sie hochansteckend sind.

Fahndung nach drei weiteren ausgeschrieben
Die Männer werden morgen in eine Quarantäneeinrichtung in Reykjavík verbracht. Nach drei weiteren Männern, die sich bei den Infizierten befunden haben, wird derzeit gefahndet.
Die hohe Infektiosität der Eingereisten bedeutet nicht nur Isolierung für sie, sondern auch, dass 16 Polizisten sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen.

Víðir sagte, man überwache die betroffenen Polizisten engmaschig, und es würden in den kommenden Tagen bei ihnen weitere Tests durchgeführt werden.
Die Angelegenheit sei sehr enttäuschend und ernst. Alles war heute sehr schnell gegangen, und das, während in Keflavik die Vorbereitungen für die Einreisetestung auf vollen Touren liefen.
Er sieht die Sache auch als Ansporn, alle Personen, die sich statt Test in Quarantäne begeben, noch besser an den Quarantäneorten zu kontrollieren.

Die drei Männer, die sich bei den Infizierten befunden hatten, sind nicht dort, wo sie sich angeblich in Quarantäne aufhalten wollten.
Inzwischen ist die Bereitschaft des Rückverfolgungsteams zusammen mit Kriminalisten dabei, die drei verschwundenen Männer in Südwestisland zu suchen. Auch die Einsatzleitung der Polizei hat ihr Quartier bezogen und steht bereit. Man sucht nach Hinweisen wo die Männer sich aufgehalten haben könnten und ob sie Verbindungen nach Island hatten. Es ist nicht bekannt, ob die drei Verschwundenen ebenfalls ansteckend sind.

Isolierung und Untersuchungshaft ab morgen
Die Infizierten befinden sich ab morgen dann in COVID-Isolierung, und zusätzlich in Untersuchungshaft, bis weitere Schritte beschlossen werden. Sie sitzen dann jedoch in geeigneten Räumlichkeiten in Reykjavík unter Aufsicht der Infektionsbehörde, und nicht im Gefängnis, weil die Polizei dort keine Ansteckungsgefahr haben will. Selbstverständlich hätten sie aber das Recht auf medizinische Versorgung und würden untersucht werden. Die Verletzung der Quarantäneregel ist eine strafbare Handlung.

Dem Diebesgut nach zu urteilen seien die Männer ziemlich unterwegs gewesen. Víðir hofft dass sie sich kooperativ zeigen, denn das würde die Rückverfolgung sehr vereinfachen. “Die tun sich keinen Gefallen, wenn sie es nicht sind, und hoffentlich machen sie sich den Ernst der Lage klar.”
Die Männer waren alle zusammen am vergangenen Dienstag in einem Flugzeug aus Europa angereist, Quellen von RÚV zufolge stammen sie aus Rumänien.

Ab Montag Test statt Quarantäne
Dem noch gültigen Gesetz zufolge müssen sich alle Einreisenden in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Ab dem kommenden Montag kann die Quarantäne durch einen COVID-Test am Flughafen ersetzt werden. Die Teststationen werden zur Stunde fertiggestellt. Für die Fähre Norröna prüft man derzeit die Möglichkeit, auf der Schiffsreise von den Färöerinseln nach Island alle Passagiere zu testen, um Engpässe im Fährhafen Seyðisfjörður zu vermeiden. Zu diesem Zweck ist ein Team gestern auf die Färöerinseln geflogen, und hat sich dort nach Island eingeschifft.

Das Testergebnis der COVID-Tests bei Einreise soll nach bis zu fünf Stunden vorliegen. Reist man am Abend an, muss man den nächsten Tag abwarten, da das Labor nachts nicht analysiert. In der Zwischenzeit kann sich der Reisende in seine Unterkunft begeben und sollte sich aber Quarantäne-konform verhalten, also nicht auf Shoppingtour oder ins Restaurant gehen. Auf der gestrigen Pressekonferenz zum Thema Landesöffnung wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass die Einreise in der jetztigen Situation insgesamt ein bis zwei Tage dauern könne.

Der Fall der Infizierten in Selfoss, die statt Quarantäne shoppen gingen, macht deutlich, warum eine der Situation angepasste Verhaltensweise so wichtig ist.

Icelandair fliegt mit Herz nach Hause

Die Piloten der Icelandair Maschine, die gestern Abend per Direktflug aus China heimkamen, wo sie medizinische Ausrüstung abgeholt hatten, beendeten ihren langen Flug auf bemerkenswerte Weise.
Wie das Flugradar zeigte, beschrieb das Flugzeug ein Herz über der Hauptstadt, und in der Mitte des Herzens befinden sich die Universitätskliniken an der Hringbraut und im Fossvogur. Die Aktion sollte Unterstützung und Dankeschön an die Pflegenden und Beschäftigten der Kliniken ausdrücken, berichtet Vísir.

Der Flug war der letzte von drei Flügen, mit denen insgesamt 50 Tonnen gekauftes Schutzmaterial, wie etwa Mundschutz und Schutzanzüge, nach Island gebracht worden war.
Die Maschine war im Direktflug nach Shanghai geflogen, wo die in China hergestellten Güter geladen wurden, danach flog sie ohne Verzögerung wieder auf direktem Wege nach Hause. Für den Schichtbetrieb der Direktflüge hatten sich Crews mit elf bzw zwölf Mann Besatzung, darunter Piloten und Maschinisten an Bord befunden.

Freiwilligenliste für die Landwirtschaft startbereit

Fast einhundert Personen haben sich in eine Reserveliste für die Landwirtschaft in Island eingetragen, um in landwirtschaftlichen Betrieben im ganzen Land zu helfen, berichtet Vísir. Die Initiative, die der isländische Bauerverband (BÍ) gestartet hatte, schickt Aushilfsarbeitskräfte auf Höfe, wo der Landwirt an COVID-19 erkrankt ist und sich nicht um den Betrieb kümmern kann.

Bislang haben sich sechs Landwirte im Vestur-Húnavatnssýsla im Nordwesten des Landes mit dem neuen Coronavirus infiziert.

“Fast 100 Leute sind auf unserer Liste, “ sagte Guðbjörg Jónsdóttir, die Projektmanagerin beim Bauernverband. “Ich bin wirklich gerührt, wie das Land über seine Bauern denkt und bereit ist zu helfen. Da sind Leute, die Erfahrung und Können haben und eine Ausbildung in der Landwirtschaft haben, und dann gibt es die, die ihren Job im Tourismussektor verloren haben, und dann Ratgeber – alles wirklich gute Leute aus dem ganzen Land.”

Bislang hatten die infizierten Landwirte im Nordwesten ihre Betriebe mit Hilfe von Familienmitgliedern oder Arbeitskräften au der Nachbarschaft aufrechterhalten können. Noch ist nicht bekannt, welche anderen Höfe von der Seuche betroffen sind, aber mit der Freiwilligenliste hofft der Bauernverband, weitere Störungen im Landwirtschaftssektor zu umschiffen, da der Virus sich weiter ausbreitet.
“Der Virus ist offenbar auf dem Weg,” sagt Guðbjörg, “und die Lammzeit beginnt in etwa einem Monat. Das ist die grösste Besorgis, wie wir damit umgehen sollen.”