Feuerwehr schickt Brandverursachern Rechnung für Löscheinsatz

Die Feuerwehr des südisländischen Bezirks Árnessýsla hat von der Befugnis Gebrauch gemacht, einem Brandverursacher die Kosten für den Löscheinsatz in Rechnung zu stellen, berichtet Vísir. „Der reine Arbeitslohn für so einen Löscheinsatz kann bis zu eine Million ISK betragen,“ gab der Leiter der Feuerwehreinheit an.

Auf Regen warten
In der vergangenen Woche hatte nur wenig gefehlt, dass ein ganzes Sommerhausgebiet ausserhalb von Borgarnes einem Feuer zum Opfer gefallen wäre, als ein Sommerhausbesitzer mit einer Motorsäge Bäume fällte und sich ein Feuer im trockenen Gras entwickelte. Der Feuerwehr gelang es gerade noch, den Brand zu löschen, bevor die Hausbesitzer davon eingeschlossen wurden.
Und das war nicht der einzige derartige Einsatz, sagt Löschmeister Pétur Pétursson. Leute auf dem Land hätten trotz der Trockenheit Gartenabfälle oder Holz verbrannt und dadurch Flächenbrände verursacht.
„Persönlich finde ich das vollkommen unverständlich, dass die Leute nicht mal warten können, bis es regnet,“ sagte Pétur in einem Radiointerview.
Bei dem Brand in Munaðarnes habe es sich um ein Unglück gehandelt, wo die Leute vor lauter Schaffensfreude alles vergessen. Die Verantwortung trage schlicht immer der, der das Feuer verursacht. Offenbar könne man nicht auf den gesunden Menschenverstand zählen und müsse sich überlegen, wie man die Leute abschrecke.

Teure Löscheinsätze
Das Gesetz erlaubt der Feuerwehr, die Einsatzkosten vom Brandverursache zahlen zu lassen, und Péturs Mannschaft hat davon schon Gebrauch gemacht. Da kommt schnell eine Million Kronen zusammen. Nur noch wenige Löschmannschaften beschäftigen Feuerwehrleute in Vollzeit, die meisten sind in Teilzeit dabei. Teilzeitkräfte werden für mindestens vier Stunden bezahlt, selbst wenn der Einsatz kürzer ist.
Die Brandgefahren werden jedoch nicht weniger. Pétur sagt, es sei eigentlich nur Glück, dass bislang noch kein Sommerhausgebiet vollständig abgebrannt ist, weil Gestrüpp und trockenes Gras leichte Beute für Feuer sind. Im Ausland komme das oft vor, und dort koste es auch Menschenleben. „Tödliche Realität,“ sagt er.
Er rät Häuslebesitzern daher, das Erdreich zu befeuchten, bevor man Arbeiten beginnt, bei denen Funken überspringen können. Auch nach Abschluss der Arbeiten sei es gut, noch einmal mit dem Gartenschlauch loszuziehen. Man könne nicht jeden Brand verhindern, aber gegen verantwortungsloses Verhalten könne man durchaus etwas unternehmen.

Ein Toter nach Brand in Gewerbegebäude

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Beim Brand in einem Gewerbegebäude in Reykjavík ist gestern ein Bewohner ums Leben gekommen. Der aus Polen stammende 61-Jährige hatte sich in seinem Zimmer befunden, als das Feuer im Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes ausbrach. Zwei weitere Bewohner wurden verletzt, die Brandursache ist bislang nicht bekannt.
Die Polizei ermittelt und prüft zur Zeit Bildmaterial von ausserhalb und aus dem Inneren des Hauses, allerdings wurden die Kameras durch das Feuer beschädigt. Man arbeite jedoch an der Datenrettung.

Von Wohnhaus in Gewerbegebäude umgewandelt
In dem als Büro- und Gewerbegebäude registriertem Haus in Funahöfði 7 wohnten vor allem polnische Arbeiter, aber auch Russen und Venezolaner.
Ein Sprecher der Hauseigentümer hatte RÚV gegenüber angegeben, die Behörden hätten erst kürzlich entschieden, den Teil des Gebäudes, wo die drei Personen lebten, von Wohngebäude in Gewerbegebäude umzuwandeln. Die Eigentümer verlangten, dass diese Entscheidung revidiert werde. Nach Angaben des Sprechers habe die Feuerwehr das Gebäude erst am 13. Oktober auf Brandschutz untersucht und nur das Fehlen einer Feuerleiter bemängelt. Dafür hatte es eine Frist gegeben. Die fehlende Feuerleiter wäre bei dem Brand gestern jedoch nicht zum Einsatz gekommen, da das Feuer im Erdgeschoss ausgebrochen war.

Zimmervermietung war den Behörden bekannt
RÚV berichtet, das Gebäude, in dem etwa 30 Personen gemeldet sind, werde schon lange für die Zimmervermietung genutzt. Das Investigativmagazin Kveikur hatte RÚV zufolge dem Haus vor Jahren einen Besuch abgestattet und 13 Quadratmeter grosse Zimmer mit gemeinsamer Küche und Sanitäranlage, Mäuse, unvorstellbaren Schmutz und Spuren von Gewalttätigkeiten vorgefunden. Schon damals kostete die Zimmermiete 70.000 Kronen. Im Jahr 2016 habe sich RÚV zufolge ein Mieter in seiner Not an die polnische Botschaft in Reykjavík gewendet, nachdem die Stadtwerke wegen Zahlungsrückstand des Eigentümers den Strom abgedreht hatten. Bei einer Hausbegehung habe man verängstigte frierende Menschen vorgefunden, die so hungrig waren, dass man ihnen erst mal habe Essen geben müssen.

7000 lebten 2021 in Gewerbegebäuden
Dies ist innerhalb von zwei Monaten der zweite Brand in einem als Wohnhaus genutzten Gewerbegebäude in Reykjavík. Am 20. August war in Hafnarfjörður Feuer in einem Industriegebäude ausgebrochen, wo mindestens 17 Personen dauerhaft lebten. Zum Glück war niemand verletzt worden. Sechs Personen, die schliefen, als das Feuer ausbrach, konnten vor den Flammen gerettet werden.
“In einem Gewerbe- oder Industriegebäude zu wohnen ist immer noch nicht erlaubt, auch wenn das im Hauptstadtbereich oft praktiziert wird,” hatte der Reykjavíker Feuerwehrchef Birgir Finsson seinerzeit angegeben.

Im Juni 2020 waren bei einem Brand im Bræðraborgarstígur zwei Personen um Leben gekommen. Im Jahr 2021 hatten isländische Behörden im Rahmen einer Untersuchung herausgefunden, dass bis zu 7000 Personen in Island in Gebäuden lebten, die als Gewerbe- oder Industriegebäude registriert waren.

Im Juli diesen Jahres hatte der Minister für Infrastruktur eine Änderung der Brandschutzverordnung vorgelegt, um sicherzustellen, dass mehr Menschen ihren tatsächlichen Wohnsitz korrekt angeben. Die Verordnung soll es den Behörden auch erleichtern, Wohnungen zu betreten, in denen die Brandschutzmaßnahmen möglicherweise unzureichend sind.

 

E-Scooter verursacht Wohnungsbrand Nr. 12 in diesem Jahr

Slökkvilið höfuðborgarsvæðisins bs / Facebook. Fire in Hafnarfjörður, August 20, 2023

In Hafnarfjörður ist in der vergangenen Nacht eine Wohnung vollständig ausgebrannt, vermutlich hatte der Akku eines ladenden E-Scooters den Brand ausgelöst, berichtet Vísir. Die Bereichsleiterin für Prävention bei der Feuerwehr beobachtet immer mehr Brände, die durch ladende E-Scooter verursacht werden.

Brandmeister Jón Viðar Matthíasson war bei den Löscharbeiten zugegen und sagt, die Feuersbrunst sei sehr stark gewesen. Der Putz sei von den Wänden geplatzt und ein Löschgerät habe den Brand nicht überstanden, und dazu bedürfe es schon einiges. Drei in der Wohnung befindliche Personen konnten über den Balkon im ersten Stock gerettet werden.

Aldís Rún Lárusdóttir, die Bereichsleiterin für Präventionsmassnahmen bei der Feuerwehr meint, die Löschkräfte hätten das Gefühl, dass solche Brände immer häufiger vorkämen.
“Wir haben jetzt angefangen, Zahlen zu sammeln und unsere Daten zu analysieren,” sagt Aldís. “Ersten Daten zufolge war das der 12. Grossbrand in diesem Jahr, der auf einen E-Scooter zurückzuführen ist.” Damit hätten die Zahlen sich verdoppelt, denn im letzten Jahr habe man nur fünf solcher Brände gelöscht.

Sie empfiehlt, die E-Scooter immer unter sicheren Bedingungen zu laden. In einem Mehrfamilienhaus sähe sie sowas am liebsten innerhalb eines feuersicheren Raumes, wie etwa dem Fahrradkeller. In Einfamilienhäusern eigne sich die Garage. Auf keinen Fall solle man seinen E-Scooter während des Schlafes laden, und wichtig sei auch ein Rauchmelder im Raum.

Tödlicher Brand könnte Reform der Wohngesetze bewirken

Photo from the scen of the Bræðraborgarstígur fire.

Das Infrastrukturministerium hat einen verbesserten Gesetzentwurf für die Brandsicherheit in Island vorgelegt. Die Änderungen sollen sicherstellen, dass mehr Leute ihren tatsächlichen Wohnsitz korrekt registrieren, und den Behörden ermöglichen, Gebäude zu betreten, wo Brandsicherheitsmassnahmen möglicherweise nicht ausreichend vorhanden sind.

Grossbrand 2020: 73 gemeldete Bewohner
Im Juni 2020 hatte ein Grossbrand im Reykjavíker Bræðraborgarstígur drei Menschenleben gekostet, das Feuer war das tödlichste in Islands neuerer Geschichte. Über das Haus und seine gefährlichen Wohnbedingungen war zuvor schon in den Medien berichtet worden. Eigentümer der Immobilie war ein isländisches Unternehmen, das Räume vor allem an Migranten vermietete. Nach dem Brand gab es Berichte, dass dort 73 Personen gleichzeitig mit Wohnsitz angemeldet waren, die tatsächliche Zahl lag jedoch niedriger.
Nach dem tragischen Brand wurde eine offizielle Untersuchung zu Wohnbedingungen in Island durchgeführt. Dabei kam heraus, dass im Jahr 2021 zwischen 5000 und 7000 Personen im ganzen Land in als Gewerbe- oder Industriegebäude klassifizierten Gebäuden lebten. Die Brandsicherheitsmassnahmen in Industriegebäuden unterscheiden sich von denen in Wohngebäuden, damit sind Personen, die in solchen Gebäuden leben, beim Ausbruch eines Feuers nicht ausreichend geschützt. In vielen Fällen wird nicht registrierter und inadäquater Wohnraum vom Arbeitgeber an Zeitarbeiter vermietet, die bei Jobverlust natürlich sofort auch ihre Bleibe verlieren.

Derzeitiges Gesetz fördert Illegalität
Unter derzeitigen Bestimmungen ist es bis auf einige Ausnahmen nicht erlaubt, den Wohnsitz in einem Gewerbe- oder Industriegebäude anzumelden. Es gibt keine offiziellen Daten darüber, wieviele Menschen in solchen Gebäuden leben, und wo, was natürlich bei Naturkatastrophen eine grosse Gefahr darstellt und die Arbeit von Rettungsskräften zusätzlich erschwert.
Das Gesetz begrenzt auch nicht die Zahl der Personen, die in einem Wohnsitz gemeldet sein dürfen. Nur so kam es zustande, dass 73 Persoenn im Bræðraborgarstígur gemeldet waren, obwohl weniger als 73 dort lebten.

Der Verbesserungsvorschlag würde es ermöglichen, die Zahl der gemeldeten Personen pro Wohnsitz zu beschränken. Er würde auch die zeitlich begrenzte Wohnsitzanmeldung in einem Gewerbe- oder Industriegebäude erlauben, sowie die Anforderungen für Wohngeld lockern, um Leute dazu zu bringen, ihren Wohnsitz korrekt anzumelden.
Zudem hätten die Behörden das Recht, ein Gebäude zu betreten, wo die Brandsicherheit nicht ausreichend gewährleistet ist. Das derzeit geltende Gesetz erlaubt der Feuerwehr, Gewerbe- und Industriegebäude auf Brandsicherheit zu überprüfen, nicht aber private Wohnhäuser.

 

Touristen entkommen brennendem Reisebus

Þingvallavatn

Ein Reisebus mit 25 Passagieren an Bord ist gestern in der Nähe des Sees Þingvallavatn in Flammen aufgegangen. Ein Feuerwehrmann sagte RÚV, der Bus sei bereits komplett ausgebrannt gewesen, als die Feuerwehr endlich vor Ort erschien. Augenzeugen zufolge hatte der Bus angehalten, die 25 Passagiere seien ausgestiegen, und kurz darauf habe der Bus in Flammen gestanden. Verletzt wurde niemand.

Eyjólfur Óli Jónsson von der regionalen Feuerwehr sagte RÚV gegenüber, da der Bus so gut wie ausgebrannt war, habe man sich zunächst auf die umliegende Vegetation konzentriert.
“Es war so gut wie unmöglich, das Feuer mit Wasser zu löschen, ohne den Erdboden neben der Strasse zu verschmutzen. Wir haben daher auf einen Tankwagen gewartet, und uns auf das Feuer konzentriert, das auf die Vegetation übergesprungen war. Als der Tankwagen kam, haben wir das Feuer im Bus mit Schaum gelöscht.” Die Passagiere seien bemerkenswert gefasst gewesen, so Eyjólfur. Sie hätten offenbar aussteigen können, bevor das Feuer richtig ausbrach.

Georg Aspelund Þorkelsson war Augenzeuge in einem anderen Fahrzeug. “Die Passagiere sind ausgestiegen und haben ihr Gepäck an sich genommen, das ist alles sehr schnell passiert. Der Fahrer hat den Bus mitten auf der Strasse zum Stehen gebracht, was die richtige Entscheidung war, denke ich, um zu verhindern, dass das Feuer auf die Vegetation neben der Strasse übergreift. Nach nur kurzer Zeit stand der Bus in Flammen.”
Eine Brandursache ist bislang nicht bekannt.

Elektroscooter verursacht Hausbrand in Reykjavík

Ein Haus im Osten Reykjavíks ist gestern vollständig zerstört worden, als Brandursache wurde ein an der Steckdose aufladender Elektroscooter identifiziert, berichtet RÚV. Das zweistöckige Holzhaus brannte bis auf die Grundmauern nieder. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.
Die Feuerwehr brauchte sechs Stunden, um die Flammen niederzukämpfen. Alle verfügbaren Mannschaften waren zum Einsatz gerufen worden. Vísir gegenüber berichteten Feuerwehrleute, es habe eine Explosion in dem Haus gegeben. Um den Brand schneller löschen zu können, hatten sie das Dach des Hauses mit einem Kranwagen abgetragen.

Dieser Brand ist nicht der erste in Island, der durch einen stromladenden Elektroscooter ausgelöst worden ist. Polizei und Feuerwehr hatten schon zuvor vor den Gefahren gewarnt, die das Aufladen eines Scooters im Haus mit sich bringt.

 

Neue Glocken von Grímsey mit Spenden der Hallgrímskirche finanziert

Grímsey church

Die Kirchengemeinde der Hallgrímskirche in Reykjavík hat Geld für eine Kirchenglocke für die neue Miðgarðskiche auf der Insel Grímsey gesammelt Das dortige Kirchengebäude war bei einem Grossbrand mit allem Inventar im September 2021 bis auf die Grundmauern abgebrannt. Auch die aus dem Jahr 1799 und 1852 stammenden bronzenen Kirchenglocken waren damals geschmolzen.

In der Hallgrímskirche hatte man dazu Spenden gesammelt und drei Konzerte gegeben, deren Eintrittsgelder für die Glocken verwendet wurden. Interessanterweise gibt es nämlich eine familiäre Verbindung zwischen den beiden Kirchen: Der leitende Küster der Hallgrímskirche, Grétar Einarsson, ist der Sohn von Einar Einarsson, der nicht nur Pastor in Grímsey war, sondern auch Maler, und die alte Kirche eigenhändig verziert hatte, berichtet Vísir.
Auch umgekehrt gibt es eine Verbindung: als vor 50 Jahren die grossen Glocken der Hallgrímskirche bestellt wurden, beschloss man, gleichzeitig ein Glockenspiel aus 29 Glocken anfertigen zu lassen. Für dieses Projekt gaben allerhand Unternehmen, Investoren und auch der Frauenverein Gelder. Auf einer der Glocken steht die Inschrift “Von einem Grímseyer. Spender V.F.” Das war Vigfús Friðjónsson, ein Herings- und Grossfischer in Grímsey.

Von Holland über Reykjavík nach Grímsey
Die neuen Glocken für Grímsey sind bereits in Island angekommen und können bis zum Sommer in der Vorhalle der Hallgrímskirche besichtigt werden, bevor sie dann in ihr neues Zuhause am arktischen Zirkel verbracht werden.
Gefertigt wurden sie im holländischen Asten, wo auch sämtliche Glocken der Hallgrímskirche gegossen wurden. Sie bestehen aus Bronze auf einem Stahlkern. Die grössere Glocke wiegt 35 Kilogramm und ist auf Dis 3 gestimmt, die kleinere Glocke tönt in F 3 und wiegt 32 Kilogramm. Geläutet werden sie wie in alten Zeiten mit einem Seil, ein elektrisches Geläut ist zu einem späteren Zeitpunkt denkbar.
In der Inschrift wird an das Giessjahr der alten Glocke, an den Kirchenbrand und an die Einweihung der neuen Glocke erinnert. Auch einen Vers aus den Passionspsalmen von Hallgrímur Pétursson hat man in die Bronze eingefügt.
Am Ostersonntag waren die Glocken in der Ostermesse enthüllt und gesegnet worden. Solange die Glocken in Reykjavík ausgestellt sind, kann für die neue Kirche dort gespendet werden.

Island erklärt zum ersten Mal Alarmstufe wegen Flächenbrandgefahr

forest brush fire

Die isländischen Behörden haben zum ersten Mal überhaupt die Alarmstufe wegen erhöhter Flächenbrandgefahr für den Südwesten des Landes ausgerufen. Jegliches offene Feuer an freier Luft ist strikt untersagt. Die Warnstufe gilt für den Süden und Westen, vom Breiðafjörður bis zu den Eyjafjöll, in der Region hat es seit Wochen nicht geregnet, und auch für die kommenden Tage stehen keine Niederschläge bevor. Beinahe täglich hatten die Feuerwehren in den letzten Tagen ausrücken müssen, um Busch- und Waldbrände zu bekämpfen. Mindestens 35 Löscheinsätze wurden verzeichnet.

“Eine Alarmstufe des Zivilschutzes wird ausgerufen, wenn Gefahr für Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung besteht, wenn Umwelt oder Bevölkerung durch Elemente der Natur oder durch Menschen bedroht werden, jedoch nicht so ernsthaft wie in einer Krisensituation,” heisst es in einer Erklärung des Zivil- und Katastrophenschutzes. “Eine Alarmstufe ist Bestandteil von Abläufen in der Struktur des Zivilschutzes, um Kommunikations- und Informationsfluss zwischen Einsatzkräften und der Öffentlichkeit sicherzustellen.”
Es ist zur Zeit so trocken, dass der kleinste Funken einen Brand auslösen kann. Zuwiderhandlungen und Zündeleien werden hart bestraft.

Dies sind die Regeln:
– Kein offenes Feuer, weder drinnen noch draussen (keine offenen Kamine, Grills, Feuerwerke, Lagerfeuer etc)
– Keine Einmalgrills oder normale Grills
– Fluchtwege bei Sommerhäusern sicherstellen
– Feuerschutz und Fluchtplan der Unterkunft sicherstellen
– Keine Geräte benutzen, die heiss werden könnten oder Funken versprühen
– Entflammbares Material von Gebäuden entfernen, das gilt vor allem für Gasflaschen
– Vegetation rund um das Haus wässern, wenn diese vertrocknet ist

Jeder der ein Feuer entdeckt, muss sofort die Notrufhotline 112 anrufen.

 

Reykjanesausbruch: Vulkan wegen Brand- und Gasgefahr heute “geschlossen”

Tourists at the edge of the new lava in Geldingadalur on the Reykjanes peninsula

Der Vulkanausbruch in den Geldingadalir ist heute für Besucher nicht zugänglich, berichtet RÚV. Als Grund geben die Behörden Brände in der umliegenden Vegetation sowie ungünstige Winde aus nördlicher Richtung an, die zu erhöhtem Gasaufkommen auf den Wanderwegen führen können.
Seit sich die Lavafontäne am Wochenende nach kurzer Pause wieder zurückgemeldet hat, ist es mehrfach zu Bränden im Altgras rund um die Ausbruchsstelle gekommen, entzündet durch umherfliegende Lavabröckchen.

Die Lavafontäne war am Freitagmorgen spektakulär versiegt, danach hatte sich ein Lavafluss im ersten Krater gebildet. Am Samstagabend hatte der Schlot mit der Fontäne dann seine Aktivität wieder aufgenommen.
Hier gibt es die Livestreams vom Vulkanausbruch.

Durch die Trockenheit bedingte Flächenbrände halten die Reykjavíker Feuerwehr seit Tagen in Atem. Nachdem letzte Woche grosse Waldflächen im Naherholungsgebiet Heiðmörk einem Brand zum Opfer gefallen waren, hatte es am gestrigen Sonntag weitere fünf Löscheinsätze gegen brennende Vegetation rund um die Hauptstadt gegeben.
Mit Niederschlägen wird nicht vor Donnerstag gerechnet. Wegen der hohen Brandgefahr hatte der Zivilschutz die Ungewissheitsstufe für den Süden und Westen ausgerufen.

 

Zwei Quadratkilometer Wald in der Heiðmörk verbrannt

heiðmörk fire 4 may 2021

Ein Altgrasbrand hat gestern etwa zwei Quadratkilometer Waldfläche im Naherholungsgebiet Heiðmörk vor den Toren der Hauptstadt vernichtet, berichtet RÚV. Das Feuer war zwischen drei und vier Uhr gestern Nachmittag ausgebrochen, und der Feuerwehr gelang es erst nach zwei Stunden, den Brand zu löschen. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil das Gebiet weit von Zufahrtswegen entfernt lag.

Sævar Hreiðarsson, ein Waldranger in der Heiðmörk, berichtet, die Ranger hätten das Gebiet gerade erst verlassen, als der Brand ausbrach. “Es ist traurig, dass unsere Leute das nicht gesehen haben. Die waren erst eine halbe Stunde oder Stunde zuvor dort gewesen.” sagt er.

Die Aufforstung in der Heiðmörk hatte in den frühen 50ger Jahren begonnen, und der Wald hatte im letzten Jahr seinen 70. Geburtstag gefeiert, die vom Brand betroffenen Bäume waren vor 20 Jahren gepflanzt worden. Heiðmörk ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Hauptstädter.
“Und leider benutzen manche Einmalgrills oder rauchen und sehen sich nicht vor,” sagte Sævar RÚV gegenüber. “Jetzt ist alles furztrocken und kann sich schnell entzünden, ein Feuer findet derzeit gute Nahrung.”

Die Region war aufgrund der Brandgefahr in den vergangenen Jahren besonders gut überwacht worden. “Aber das Gebiet ist so gross und es ist schwierig für uns, alles zu überwachen. Wir haben solche Feuer schon löschen können, wenn sie gerade entstanden waren. Die Feuerwehrbrigaden hatten uns bei etwas ähnlichem vor zwei Jahren helfen können. Das waren zum Glück kleinere Brände, nicht so gross wie dieser.”

Auch im Stadtteil Grafarvogur war heute ein Altgrasbrand ausgebrochen, der jedoch schnell gelöscht werden könnte. Dennoch hatte sich eine dicke Rauchwolke über die Wohngebiete gelegt.