Strickfestival in Blönduós inzwischen in Europa bekannt

Das nordisländische Städtchen Blönduós ist durch sein Textilzentrum inzwischen in europäischen Grossstädten bekannt, freut sich Bürgermeister Pétur Arason. In diesem Jahr wird das alljährliche Strickfestival im Textilzentrum vom 9. bis 11. Juni abgehalten, berichtet Vísir.
Mit dem Festival hatte man von Anfang an Strickbegeisterte zusammenführen und eine Plattform schaffen wollen, wo Leute sich treffen und Strickgeschichten, neue Strickideen und Methoden austauschen und nicht zuletzt alte Traditionen wiederaufleben lassen können – kurzum, man kann dort die Freude am Stricken in allen Formen und Varianten erleben.

Zuwenig Unterkünfte für Stricker
Pétur Arason hält das Strickfestival für eine bemerkenswerte Veranstaltung. “Wir haben sozusagen dieses Festival gesprengt, weil wir nämlich nicht genug Unterkünfte haben,” so Pétur. “Das ist eins der Dinge, die wir aufbauen müssen, um diese Veranstaltung anständig abhalten zu können. Wie wir alle wissen, ist dieses Strickinteresse während der COVID-Pandemie aufgeblüht, aber bei den Isländern ist es natürlich immer schon vorhanden gewesen. Stricken ist heute ein Hobby für viele Menschen, das ist also ein sehr spannendes Projekt.”

Das isländische Textilzentrum hat seinen Sitz in der ehemaligen Mädchenschule von Blönduós. Hier finden Künstler, Forscher und Designer rund um Textilien einen Ort, wo sie projektbezogen in Ruhe arbeiten können.  Erst im vergangenen Herbst hätten sich Textilschaffende aus Mailand, Paris, Kopenhagen und anderen europäischen Metropolen zu Workshops dort getroffen, berichtet Pétur stolz. Blönduós sei durch das Textilzentrum bekannt geworden und das Strickfestival sei einer der “Nachkommen” dieser Arbeit.

Das Strickfestival bietet eine Vielzahl an Kursen und Aktivitäten rund um die Stricknadel, sowie einen Handwerkermarkt. Ausserdem gibt es in jedem Jahr einen Strickwettbewerb, der unter einem bestimmten Motto steht. Im letzten Jahr waren es die Elfen der Gegenwart, die sich im Strickstück einfinden.

Aktuelle Zahlen zu Schusswaffen, Waffengesetz soll verschärft werden

Nach dem tragischen Unglück von Blönduós, bei dem eine Person erschossen wurde und eine weitere einen lebensgefährlichen Bauchschuss erlitt, hat die isländische Polizei auf Verlangen der Presse nun aktuelle Zahlen zu Waffenbesitz und damit in Zusammenhang stehende Todesfälle in Island vorgelegt, berichtet Vísir.

Seit dem Jahr 1990 sind sieben Personen erschossen worden, fünf Männer und zwei Frauen. Die zwanzig Personen mit den meisten Schusswaffen besitzen zusammen 2.052 Waffen, im Durchschnitt besitzt damit jeder von ihnen 103 Schusswaffen.
Zahlen zu Fällen, wo es zu Waffengebrauch kam, liegen nur bei Totschlagsfällen vor. Daher sind keine Angaben dazu möglich, in wievielen Fällen eine Schusswaffe verwendet wurde, ohne dass ein Beteiligter zu Tode kam.

Zwischen den Jahren 1990 und 1999, sowie 2000 bis 2009 starben zwei Personen an Schusswunden. Zwischen 2010 und 2019, sowie 2020 bis 2021 starb jeweils eine Person an Schussverletzungen. Der Fall von Blönduós ist bei den Zahlen nicht eingerechnet. Nach Angaben der Polizei werden elf Prozent aller Totschlagsfälle mit einer Schusswaffe begangen, und diese Zahl ändere sich seit Jahrzehnten nur wenig.
Seit dem 1. Januar 2022 sind in Island 47.552 Gewehre für Sport und Jagd registriert, 121 aus beruflichen Gründen und 54 als Sammlerstücke.

Justizminister will Waffengesetz verschärfen
Islands Justizminister hatte am Mittag angekündigt, die Regelungen zum Waffenbesitz verschärfen zu wollen. Mit einem entsprechenden Gesetzentwurf sei im Herbst zu rechnen. Insgesamt seien in Island um die 77000 Schusswaffen registriert, was Jón nach eigenen Angaben nicht viel findet.
“Wir sind eine tiefverwurzelte Jägergemeinschaft, die natürlich darauf basiert, dass Schusswaffen hier ziemlich normal sind.” erklärte der Minister. Unglücke oder schwere Vorfälle kämen proportional eher selten vor und auch nicht häufiger als in den Nachbarländern.

Man denke aber darüber nach, Waffenarten zu überprüfen, und etwa zu hinterfragen, ob es normal sei, dass sich elektronische Feuerwaffen in Privathäusern befänden. Aber auch Waffensammlungen sollen unter die Lupe genommen werden.
Besonders besorgt ist er über die Tatsache, dass Klingenwaffen unter Jugendlichen immer üblicher werden, weil hier auch die Sicherheit von Öffentlichkeit und Polizei gefährdet wird. Dies prüfe man besonders, so Jón.

Normale Streifenpolizisten sind in Island grundsätzlich nur mit Schlagstock und Spray bewaffnet. Für grössere Einsätze wird die schwerbewaffnete Spezialeinheit angefordert. Jón zufolge sind hier erstmal keine Änderungen vorgesehen.

Zwei Tote und ein Verletzter nach Schiesserei in Blönduós

Zwei Tote und ein Schwerverletzter, das ist die tragische Bilanz einer Schiesserei im nordisländischen Städtchen Blönduós am frühen Sonntagmorgen. RÚV berichtet, einer der Toten sei der Schütze selbst gewesen. Die schwerverletzte Person ist per Hubschrauber ins Landspítali nach Reykjavík gebracht worden.

Die Schiesserei hatte sich in einem Wohnhaus gegen sieben Uhr am Sonntagmorgen zugetragen. Der Sohn des erschossenen Hausbesitzers hatte sich mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Baby im oberen Stockwerk befunden, Vísir schreibt, er habe sich auf den Angreifer gestürzt, wobei dieser zu Tode gekommen sei. Weder habe der Angreifer Selbstmord begangen, noch sei er erschossen worden. Sohn und Lebensgefährtin waren zunächst festgenommen worden, befinden inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuss. Alle an dem Drama Beteiligten sind isländische Staatsbürger mit Wohnsitz in Blönduós.

Waffenschein sollte entzogen werden
Der Schütze ist ein ehemaliger Angestellter des Toten, RÚV zufolge hatte er mit psychischen Problemen zu kämpfen. Er war im Besitz eines Waffenscheins und einer Schusswaffe. Zuletzt hatte die Polizei ihn bereits vorgeladen, weil er jemanden mit dieser Waffe bedroht hatte. Vísir berichtet, dass ihm der Waffenschein in den kommenden Tagen ohnehin hätte entzogen werden sollen.

Nach Angaben der Polizeidirektion Nordisland waren Polizisten zum Tatort ausgerückt, nachdem ein schwerer Vorfall mit einer Schusswaffe gemeldet worden war. Zum Zeitpunkt des Einsatzes forderte die Polizei auch eine bewaffnete Sondereinheit aus Reykjavík an, die per Hubschrauber nach Blönduós geflogen werden sollte. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass die Sondereinheit nicht mehr notwendig war, und der Einsatz aus Reykjavík wurde abgeblasen.
Die ausgerückten Polizisten waren zwar bewaffnet, aber am Tatort ist keine Polizeiwaffe zum Einsatz gekommen.
Nach Polizeiangaben wurde der Schütze tot aufgefunden, sowie eins seiner Opfer. Die zweite Person erlitt einen Bauchschuss. Sie wurde medizinisch versorgt und der Tatort gesichert. Noch am gestrigen Abend fand eine geschlossene Informationsveranstaltung für die Einwohner statt, wo auch ein Traumateam des Roten Kreuzes psychologische Unterstützung anbot.