Blaue Lagune öffnet trotz Gasverschmutzung

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Die Blaue Lagune öffnet morgen wieder ihre Tore für Badegäste, berichtet Vísir. Die Polizeidirektion in Suðurnes gab bekannt, diese Entscheidung sei einseitig durch die Unternehmensleitung getroffen worden. Auch weiterhin bestehe die Gefahr von Gasverschmutzung in dem Gebiet.

Schwefeldioxid bedroht Region auch weiterhin
In einer Erklärung der Polizeidirektion heisst es, die 4. Eruption in diesem Jahr sei nicht beendet. Als der Ausbruch am 16. März ohne jede Vorwarnung losging,  sei die Evakuierung der Stadt Grindavík und die der zahlreichen Gäste in der Blauen Lagune gut vonstatten gegangen. Immer noch ströme Lava aus einem Krater, und in Svartsengi gebe es Anzeichen für eine erneute Landhebung. Auch weiterhin werde immer wieder eine hohe Schwefeldioxidbelastung an der Ausbruchstelle und in Ortschaften der Halbinsel Reykjanes gemessen.

„Die Einschätzung der Polizeidirektion bleibt bestehen, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen eine Bedrohung durch Lavaströme und Gasverschmutzung in Grindavík und in Svartsengi entstehen kann. Es besteht das Risiko, dass Luftverschmutzung im gekennzeichneten Gefahrenbereich die menschliche Gesundheit gefährdet,” gab Polizeichef Úlfar Lúðvíksson an.
Er betont, es sei die Entscheidung der Blauen Lagune gewesen, den Betrieb wieder aufzunehmen. Morgen um 12 Uhr werde noch einmal Rücksprache gehalten.
Ein paar Tage nach Beginn des letzten Ausbruchs hatte ein Mitarbeiter der Lagune mit Gasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Für Besucher war die Badeanlage seit dem 16. März gesperrt gewesen.

Dichteres Sicherheitsnetz als zuvor
Im Betriebsgebiet der Blauen Lagune gibt es mittlerweile ein dichtes Netz von Gaszählern. An einem der Gebäude der Blauen Lagune befindet sich auch eine Wetterstation. Die Überwachung und Reaktion auf eine potenzielle Gasverschmutzung erfolgt im Einsatzgebiet der Blauen Lagune nun auf völlig andere Weise als bisher. Ein Sicherheitsbeauftragter des Unternehmens nimmt nun täglich an der morgendlichen Sitzung der Betriebsleitung teil. Ausserdem ist die Blaue Lagune aufgefordert, der Umweltbehörde, der Gesundheitsbehörde, der Arbeitsplatzkontrolle und dem Chefepidemiologen Gegenmaßnahmen vorzulegen.

Besuchern der Blauen Lagune ist es nicht gestattet, vom Parkplatz oder vom Grindavíkurvegur zum Ausbruchsgebiet zu laufen.

Die Luftqualität in der Region wird beständig überwacht, immerhin hat man zum Teil hohe Schwefeldioxidwerte gemessen. Diese Verschmutzung gilt als sehr gesundheitsschädlich, sie verursacht bei den meisten Menschen Atemwegsbeschwerden. Bei einer hohen Belastung empfehlen die Behörden, im Haus zu bleiben, Fenster zu schließen und die Klimaanlage auszuschalten. Bewohnern von Grindavík wird angeraten, sich nicht ohne Grund im Gefahrengebiet aufzuhalten, denn dort können für den Menschen lebensgefährliche Bedingungen entstehen.

Grindavík: alle auf eigene Gefahr und selbstverantwortlich
Einmal mehr betont die Polizei, dass ein jeder, der sich im Gefahrengebiet befindet, sich dort auf eigene Gefahr aufhält und für sein Verhalten verantwortlich ist. Grindavík ist kein Ort für Kinder, und die Behörden raten rundweg davon ab, sich im Ort aufzuhalten. Vielerorts befinden sich sichtbare und unsichtbare Erdspalten, und jederzeit können sich ohne Vorwarnung neue Spalten öffnen, oder das Erdreich einstürzen. Es kann auch jederzeit zu Lavafluss und Gasentwicklung kommen. Vor allem das unbebaute Land rund um Grindavík ist bislang nicht auf Spalten untersucht worden.
Für alle, die nicht dort leben oder arbeiten, ist Grindavík gesperrtes Gebiet. Einzig Einsatzkräfte und Journalisten haben im Rahmen ihrer Tätigkeitsausübung ein Zutrittsrecht.
Ab morgen wird es vier Sperrposten geben, am Bláalónsvegur, Grindavíkurvegur, Nesvegur und Suðurstrandavegur. Von den drei Fluchtwegen sind nur noch die beiden Strassen entlang der Südküste gangbar. Drei Sirenen befinden sich in Grindavík, eine an der Blauen Lagune und eine am Erdwärmekraftwerk Svartsengi. In Grindavík steht ausserdem ein Rettungsfahrzeug in Tagesbereitschaft.
Diese Regelung gilt bis zum 12. April und wird dann erneut geprüft.

Reykjanes: Flussbett für potentiellen Lavastrom gesprengt

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Gestern haben Bauarbeiter in Grindavík einen Felszug in der Nähe des Sendemastes am nach Westen führenden Nesvegur gesprengt und damit begonnen, auch von Westen her einen Schutzwall an dem Ort entlang aufzuschütten, berichtet Víkurfréttir. Bislang gibt es durchgehende Schutzwälle nur im Norden und an der Ostflanke des Ortes.

Zunächst hatte man Löcher in den Felszug gebohrt, der als Hindernis für einen möglichen Lavastrom hinunter zum Meer betrachtet wurde. Dann sind Teile des Felsens gesprengt worden. Vor den Ostertagen sollen in dem Gebiet weitere Sprengungen stattfinden und rund 5000 Kubikmeter Fels aus einem potentiellen Flussbett entfernt werden. Bei den Massnahmen sind bislang tonnenweise Sprengstoff zum Einsatz gekommen.

Die Umweltbehörde verzeichnet für heute eine starke Gasverschmutzung in Svartsengi und der Blauen Lagune. Das Schwimmbad bleibt bis auf weiteres geschlossen. Personen mit schweren Herz- und Lungenerkrankungen sollten sich möglichst gar nicht in betroffenen Gebieten aufhalten, schwere körperliche Arbeit und sportliche Betätigung sollten vermieden werden.

Reykjanes: Ausbruch verliert an Kraft, hohe Gasbelastung in der Region

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Der Vulkanausbruch an den Sundhjúksgígar hat ein wenig an Kraft verloren, berichtet RÚV. Nach Ansicht eines Geologen beim isländischen Wetterdienst könnte sich die Zahl der aktiven Krater verringert haben.

„Da sind jetzt noch einige Schlote aktiv, aber möglicherweise haben ein oder zwei Krater in der vergangenen Nacht aufgehört zu fördern, und vielleicht vier Schlote zeigen noch Aktivität,” erklärte der Geologe Einar Bessi Gestsson. „Nach den ersten 24 Stunden, die viel heftiger verliefen, blieb der Ausbruch recht stabil. Es ist schwierig, solch kleine Veränderungen, die bei der Eruption aufgetreten sein könnten, visuell zu beurteilen, aber heute Abend gibt es ein paar klare Hinweise dafür, dass die Aktivität in den Kratern ein wenig zurückgegangen ist.“
Die weitere Entwicklung sei jedoch schwierig vorherzusehen. Oft sei dies der langsame Anfang vom Ende eines Ausbruchs, man könne da nur abwarten.

Hohe Gasbelastung in der Region
Am Wochenende war in Grindavík und Hafnir eine starke Gasbelastung gemessen worden. Für Einar ist das kein Wunder, weil Grindavík viel näher an der Ausbruchsstelle liegt als seinerzeit beim Fagradalsfjall. Heute ist es relativ windstill, damit verbleibt das Gas in der Region. Am Nachmittag frischt der Wind dann aus östlicher Richtung auf und trägt das Gas vor allem nach Svartsengi und Grindavík.
Die Blaue Lagune hatte in der vergangenen Woche angekündigt, heute möglicherweise wieder öffnen zu wollen. Am Freitag war allerdings ein Mitarbeiter der Badeanlage mit einer Gasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Badebetrieb nicht vertretbar
Am Samstag hatte die Polizeidirektion Suðurnes bekanntgegeben, es sei kaum vertretbar, den Betrieb in der Blauen Lagune aufrechtzuerhalten. Nach Einschätzung des Polizeileiters bestehe unter den gegenwärtigen Bedingungen eine Gefahr durch Lavaströme und Gasverschmutzung in Grindavík und in Svartsengi. Man überwache sowohl den Lavastrom, der die Küstenstrasse bedroht, als auch die Gasbelastung, die die Gesundheit von Menschen im gekennzeichneten Gefahrenbereich gefährden kann. Die Blaue Lagune befindet sich gleich neben dem Erdwärmekraftwerk Svartsengi und wird vom Kraftwerkswasser gespeist.
Der Vorfall in der Blauen Lagune wird inzwischen polizeilich untersucht. Auch die Arbeitsaufsicht ist eingeschaltet worden.

„Bei sich ändernder Windrichtung kann es kaum als vertretbar betrachtet werden, den Betrieb in der Blauen Lagune aufrechtzuerhalten, während der Ausbruch noch andauert, und dies gilt auch für andere Aktivitäten, die sich innerhalb der Risikobewertungskarte des Wetterdienstes befinden,“ heisst es in der Mitteilung der Polizeidirektion. Auch Personen, die in Grindavík zu tun haben, wird angeraten, sich über die Gefahrenzonen zu informieren und sich dort nicht aufzuhalten, weil dies lebensgefährlich sein kann.

Reykjanes: Neue Strasse zur Lagune kurz vor Fertigstellung

Die isländische Strassenverwaltung arbeitet derzeit daran, eine neue Strasse zum Kraftwerk Svartsengi zu bauen. Das Kraftwerk und die benachbarte Blaue Lagune sind von einem Schutzwall umringt, die Zufahrt, die in das geschützte Gebiet führte, war allerdings in der letzten Woche bei einem kurzen Lavaausbruch teilweise zerstört worden. Auch die Strasse, die den Küstenwort Grindavík mit der nördlichen Schnellstrasse verbindet, hatte schwere Schäden erlitten.

Über frischer Lava verlegt
Der Strassenbau ist wichtig, weil die Blaue Lagune für Touristen wieder geöffnet ist. Auch wenn es derzeit kaum seismische Aktivität in der Region gibt, deuten Messungen darauf hin dass sich das Land bei Svartsengi erneut hebt. Mit weiteren Lavaausbrüchen ist daher zu rechnen, Experten gehen von Ende Februar oder Anfang März aus. Man hofft, die neue Strasse in der kommenden Woche fertigstellen zu können.

Da die neue Strasse über frischer Lava zu liegen kommt, wird sie entsprechend mit Randmarkierungen, Warnsignalen und Blinklichtern ausgestattet. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 Kilometer pro Stunde. Autofahrer sind angehalten, vorsichtig zu fahren und nicht auszusteigen, weil die Strasse heiss sein könnte. Hitzesensoren zeigten gestern eine Untergrundtemperatur von 50 bis 80 Grad an, der Asphalt ist jedoch kühler.

Lavaströme unvorhersehbar
Die neue Strasse könnte im Fall eines weiteren Ausbruchs den Verkehr sowohl nach Grindavík als auch in die Lagune ermöglichen, sodass das beliebte Touristenbad nicht schliessen muss. Der letzte Ausbruch hatte sich am frühen Morgen und glücklicherweise in einiger Entfernung der Lagune ereignet und rund 150 Touristen hatten evakuiert werden müssen. Der Lavastrom hatte dann gegen Mittag unerwartet seine Richtung geändert und war auf die ungeschützte Lagunenzufahrt hingeflossen, damit war der Fluchtweg abgeschnitten.
Unvorhersehbarkeit hatte sich auch beim vorletzten Ausbruch gezeigt, als sich nicht nur ausserhalb sondern auch innerhalb des Schutzwalls Erdspalten öffneten, und in Grindavík Lava über drei Häuser geströmt war. Die Erdspalten und ein möglicher Hohlraum unter der Ortschaft Grindavík werden derzeit untersucht und mit einer speziellen Drohne kartiert.

 

Reykjanesausbruch: Wasserleitung zerstört, kein heisses Wasser für die Halbinsel

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Die Lava, die seit dem frühen Morgen aus einer Spalte der Kraterreihe Sundhnjúkagígjarröð strömt, hat am Mittag die Strasse zwischen dem Nordteil der Halbinsel und Grindavík überquert. Um 12.23 Uhr zerstörte der Lavastrom dann eine Heisswasserhauptleitung, wie hier im Video zu sehen ist. In der Folge hat der Zivilschutz die Gefahrenstufe von “Gefahr” auf “Notstand” erhöht. Menschen befinden sich nicht in Gefahr, und auch der Flugverkehr ist vom Vulkanausbruch nicht direkt betroffen, aber da sämtliche Gebäude der Gemeinden Reykjanesbær, Suðurnesjabær, Grindavík und Vogar mit heissem Wasser beheizt werden, und auch der Flughafen heisses Wasser für den Betrieb benötigt, ist das entstandene Problem nicht gerade klein.

Lösung des Heisswasserproblems unterwegs
In riesigen Heisswassertanks befindet sich zwar ein gewisser Vorrat, dennoch sind alle Bewohner der Halbinsel aufgefordert worden, ihre Heizung herunterzudrehen, den Heisswasserverbrauch auf ein Minimum zu beschränken und auf Bad, Dusche und heissen Pott zu verzichten. Auch elektrische Heizgeräte sollen sparsam genutzt werden, um das lokale Stromnetz nicht zu überlasten, welches nicht auf die Beheizung von Gebäuden ausgelegt ist. Des weiteren werden Einwohner gebeten, den Einsatzkräften für ihre Aufgaben freie Bahn zu machen.
Die Behörden hatten ein solches Szenario bereits eingeplant und damit begonnen, eine unterirdische Wasserleitung durch das Eruptionsgebiet zu verlegen. Ein Teil davon liegt schon im Boden, ist aber noch nicht angeschlossen. Das Versorgungsunternehmen hofft, Reykjanesbær schon morgen wieder mit heissem Wasser beliefern zu können.

Lava strandet am Erdwall vor der Lagune
Der Lavastrom hatte sich unterdessen buchstäblich auf den Weg zur Blauen Lagune gemacht, auf beeindruckenden Dronenbildern ist zu sehen, wie er die Kreuzung zur Lagune überquert und dann die Strasse herunterfliesst, denn dort kam er am schnellsten voran. Die Lagune und das Kraftwerk sind jedoch geschützt durch den Erdwall, der im Januar dort aufgeschüttet worden war. In diesem Video von Heimildin sieht man, wie Bagger im Wettlauf mit der Zeit die Lücke im Schutzwall füllen, die für die Zufahrtstrasse Norðurljósavegur zur Lagune gelassen worden war.
Alle Gäste, die sich im Hotel befunden hatten, waren noch in der Nacht evakuiert worden.

Die Stromleitung vom Kraftwerk Svartsengi war für einige Stunden abgeschaltet worden, um Schäden zu vermeiden. Einwohner waren währenddessen von der Suðurnesleitung mit Strom versorgt. Am späten Nachmittag stellte sich heraus, dass die Masten im Lavastrom stehengeblieben waren und ihre Funktion weiter erfüllen können, worauf man entschied, Svartsengi wieder ans Netz zu nehmen.
Gegen 14.30 stieg dann kurzzeitig grauschwarzer Qualm über der Lava auf, nach Expertenmeinung ein Zeichen dafür, dass die Lava mit Grundwasser in Kontakt gekommen war. Da die Kraft des Ausbruchs zum Abend hin aber stark abgenommen hat, ist nicht damit zu rechnen, dass Asche weit vom Ausbruchsgebiet niedergehen wird.

Intensität des Ausbruchs nimmt ab
Am Abend meldete die Vulkanabteilung beim isländischen Wetterdienst, dass der explosive Teil des Ausbruchs, der gegen 13 Uhr eingesetzt hatte, beendet sei. Lava ströme jetzt nur noch aus zwei oder drei Schloten. Die seismische Aktivität habe sich beruhigt und auch die Verwerfung im Magmatunnel habe abgenommen, was dazu führe, dass Magma nicht mehr mit dem gleichen Druck wie am Morgen unterwegs sei.

 

Grindavík: Gefahrenstufe gesenkt, Blaue Lagune öffnet

Grindavík

Der unterirdische Magmatunnel, der sich am 14. Januar gebildet hatte, wird nicht mehr von Magma gespeist. Der Vulkanausbruch ist damit beendet, berichtet Heimildin. Bei Svartsengi hebt sich zwar das Land auch weiterhin, doch die Gefahrenstufe für die Region ist offiziell gesenkt worden.

Gefahrenstufe trotz Landhebung gesenkt
Heute hat die isländische Wetterbehörde ihre neue Risikoanalyse für Grindavík veröffentlicht. Ihrzufolge ist die Gefahrenstufe in allen betroffenen Gebieten auf der Halbinsel Reykjanes gesenkt worden. Im Magmatunnel konnte kein Magmazufluss mehr festgestellt werden, allerdings hebt sich das Land bei Svartsengi auch weiterhin. Der Mitteilung der Wetterbehörde zufolge könne noch nicht bestätigt werden, dass die Geschwindigkeit der Landhebung bei Svartsengi höher ausfalle als vor dem Ausbruch vom 14. Januar.
Auch weiterhin besteht grosse Gefahr durch einstürzenden Untergrund im Ortsbereich von Grindavík. GPS-Messungen haben aber kaum noch Veränderungen gezeigt. Die Wetterbehörde hält es für wichtig, die neuen Spalten zu kartieren und Veränderungen bereits bekannter Spalten zu prüfen. Die neue Risikoanalyse war heute um 15 Uhr in Kraft getreten und gilt bis kommenden Donnerstag, den 25. Januar.

Grünes Licht für Blaue Lagune
Die Blaue Lagune und das Northern Light Inn dürfen ihren Betrieb wieder aufnehmen, allerdings mit der Risikoanalyse im Hinterkopf. Das Betriebsgelände wird nun rund um die Uhr überwacht, und auch der Evakuierungsplan erfährt eine neue Prüfung.

In Grindavík selbst haben Handwerker und Rettungsleute in den vergangenen Tagen hart daran gearbeitet, die Heisswasser- und Stromversorgung des Orts wieder ans Netz zu bekommen. Vor allem die Stromversorgung hat den Beteiligten ziemliche Kopfschmerzen bereitet, so der Leiter der Polizeidirektion Suðurnes, Úlfur Lúðvíksson.  Man will das ganze Wochenende hindurch arbeiten. Ein Transport wertvoller Gegenstände aus der Stadt kann jedoch erst stattfinden, wenn die Gefahrenstufe auf “erheblich” abgesenkt worden ist.

Grindavík ist “nicht bewohnbar”
Der Geophysiker Professor Magnús Tumi Guðmundsson hat RÚV gegenüber und auch beim Bürgertreffen gesagt, er halte Grindavík für einen Ort, den man nicht bewohnen sollte, wenn es andere Wohnmöglichkeiten gibt. Er wies auf die Auffüllung der Erdpalten hin, die in der Tiefe nur Brücken bildeten und bei jeder Erdbewegung wegbrechen könnten. Hier sollten Familien mit Kindern seiner Einschätzung nach auch ohne die ständige Gefahr eines Ausbruchs nicht leben.

Immobilien durch Staat aufkaufen
Islands Kultus- und Wirtschaftsministerin Lilja Alfreðsdóttir hatte am Mittag angegeben, es sei ein riesiges, aber stemmbares Projekt für den Staat, die Immobilien der Grindavíker aufzukaufen, immerhin habe die Stadt zuvor ordentlich Geld ins isländische Bruttoinlandsprodukt erwirtschaftet. Die isländische Volkswirtschaft könne das stemmen, es sei genügend Geld vorhanden. Doch bevor man entscheidende Schritte unternehme, müsse ausreichend langfristiger Wohnraum für die evakuierten Grindavíker gesichert sein.

 

Blaue Lagune hat wieder geöffnet

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Heute morgen ist die Blaue Lagune wieder für den Betrieb geöffnet worden, nachdem gestern die Gefahrenstufe für die Region gesenkt worden war, berichtet RÚV. Die bei Touristen beliebte Badelagune hatte am 9. November aufgrund starker Erdbeben schliessen müssen und danach nur einmal kurz öffnen können, bevor dann am benachbarten Sundhjnúkur der Vulkan ausbrach. Die Landhebung, die als Vorbotin einer möglichen Eruption gilt, und seit Wochen am Kraftwerk Svartsengi registriert wird, hat das gleiche Ausmass wie in den vergangenen Tagen.

Gefahrenstufe gesenkt
Die Geschäftsführerin der Blauen Lagune, Helga Árnadóttir, sagt, die ersten Gäste seien schon um 11 Uhr heute morgen im Wasser gewesen. Man sei froh, endlich wieder für Gäste öffnen zu können und habe nun einen Evakuierungsplan für das Lagunengelände, und man sei für alles vorbereitet. Die Lagune stehe in engem Kontakt zur Polizei in der Region.
Gestern war die Gefahrenstufe für das Gebiet gesenkt worden. Man geht von einer verringerten Gefahr aus, dass sich in Svartsengi grosse Spalten bilden. Solche Spalten haben sich in letzter Zeit nicht geöffnet. Die Wissenschaftler glauben, dass die Kraterreihe Sundhnúksgígaröð zwischen dem Stóri-Skógfell und dem Hagafell am ehesten für einen möglichen weiteren Vulkanausbruch in Frage kommt.

Kurze Vorwarnzeit
Der isländische Wetterdienst weist darauf hin, dass sich der letzte Ausbruch mit sehr kurzer Vorwarnzeit ereignet habe. Die Region wird engmaschig überwacht und die Behörde steht in stetigem Kontakt mit dem Zivilschutz.
In diesen ersten Tagen sei die Lagune noch nicht voll gebucht, so Helga. Der Januar sei ohnehin ein eher ruhiger Monat, zusätzlich zu der wochenlangen Schliessung der Lagune. Für den Betrieb sei es sehr wichtig, jetzt Gäste empfangen und Buchungen neuer Besucher entgegenzunehmen.

Vulkanausbruch: Blaue Lagune nach zwei Tagen Betrieb wieder geschlossen

Das beliebte Touristenbad Blaue Lagune hatte am Sonntag nach einer erdbebenbedingten Zwangspause von einem Monat seine Türen für den Publikumsverkehr wieder geöffnet. Heute musste es erneut schliessen, nachdem sich gestern Abend ganz in der Nähe die Erde geöffnet und Lava gespieen hatte. In einer Mitteilung des Unternehmens hiess es, dass man alle Gäste mit einer Reservierung in den kommenden Tagen kontaktieren werde.

Die Blaue Lagune ist ein künstliches Schwimmbad, das seine Existenz den Naturgewalten der Halbinsel verdankt. Es liegt in einem Lavafeld und wird aus dem Erdwärmekraftwerk Svartsengi gespeist. Am 9.November waren Schwimmbad, Hotel und Restaurant geschlossen worden, nachdem ein heftiger Erdbebenschwarm die Region erschütterte und ein Vulkanausbruch in Kraftwerksnähe immer wahrscheinlicher schien. In der gleichen Nacht war auch der Küstenort Grindavík evakuiert worden.

Die Wiedereröffnung war in Abstimmung mit den Behörden durchgeführt worden, und nachdem eine Räumung des Geländes geprobt worden war. Als der Ausbruch in der Nacht begann, hatte sich niemand in der Lagune befunden. Bislang besteht keine Gefahr dass Lava in Richtung Lagune oder Kraftwerk fliesst.

Grindavík: Bau der Lavabarriere zum Schutz von Svartsengi und Blauer Lagune hat begonnen

The Blue Lagoon

Heute ist mit dem Bau von Lavabarrieren rund um das Erdwärmekraftwerk Svartsengi und das vom Kraftwerk gespeiste Touristenbad Blaue Lagune begonnen worden. Die Barrieren sollen wichtige Infrastrukturen auf der Halbinsel schützen, sollte es dort zu einem Vulkanausbruch kommen. In der vergangenen Nacht hat das isländische Parlament eine entsprechende Verordnung genehmigt, wonach die Lavabarrieren durch eine Steuererhöhung finzanziert werden sollen.

Die Bauwerke sollen eine Höhe von 6-8 Metern haben und in etwa einem Monat fertiggestellt sein. Die Baumaterialien, Geröll und Erdreich, werden derzeit im nahegelegenen Berg Stapafell abgebaggert. Gestern hatte Justizministerin Guðrún Hafsteinsdóttir angegeben, die Vorbereitungen für die Bauarbeiten liefen gut. Das Erdwärmekraftwerk Svartsengi versorgt die gesamte Region Suðurnes mit Wasser und Strom und zählt daher zur lebenswichtigen Infrastruktur.

Hilfe für evakuierte Bürger
Guðrún Hafsteinsdóttir und Sozialminister Guðmundur Ingi Guðbrandsson bekräftigten den Wunsch der Regierung, beim Aufbau des zerstörten Grindavík zu helfen und die evakuierten Bewohner zu unterstützen. Die meisten haben alles verloren, ihre Häuser beschädigt und wertlos geworden, viele sind zudem arbeitslos.
Im evakuierten Ortsgebiet waren 200 Unternehmen mit etwa 2000 Angestellten tätig gewesen. Niemand weiss, ob und wie der Betrieb weiterlaufen kann. Vom Arbeitsamt hiess es, Betroffene könnten rückwirkend ab gestern Arbeitslosengeld beantragen.

Neue Steuer auf Hausbesitz
Die Lavabarrieren sollen nach dem Beschluss von letzter Nacht durch eine zusätzliche Steuer auf Hausbesitz finanziert werden. Geplant ist eine Steuer von 0,08% auf den Versicherungswert. Der Besitzer einer Immobilie im Wert von 100 Mio ISK (650.000 EUR) muss also zusätzliche 8000 ISK (52 EUR) Steuern zahlen.  Die neue Steuer soll über drei Jahre eingezogen werden. Allerdings gibt es Beispiele von ähnlichen Steuern, die nicht mehr weggefallen sind.
Die Abgeordnete der Piratenpartei, Þórhildur Sunna Ævarsdóttir und der Vorsitzende der Zentrumspartei, Sigmundur Davíð Gunnlaugsson, kritisierten die Entscheidung und schlugen vor, die Lavabarrieren durch bereits vorhandene Steuermittel zu finanzieren.

HS Orka und Lagune zahlen nichts
Bürger verlangten, dass die in Privatbesitz befindlichen Unternehmen Svartsengi und Blaue Lagune, die in den vergangenen Jahren erkleckliche Gewinne eingefahren haben, sich an der Finanzierung der sie schützenden Bauwerke beteiligen sollen.
Die HS Orka, die Svartsengi betreibt, befindet sich zur Hälfte im Besitz des britischen Investmentfonds Ancala Partners LLP. Das Unternehmen hat in den vergangenen sechs Jahren um die 33 Mrd ISK Gewinn an seine Teilhaber ausgeschüttet, bei der Blauen Lagune lag die Gewinnausschüttung bei 12,5 Mrd ISK.
Die Kosten für die Lavabarriere werden auf 2,5 Mrd ISK geschätzt. Weder HS Orka noch die Blaue Lagune müssen sich nach Willen des isländischen Parlaments an diesen Kosten finanziell beteiligen.

 

Blaue Lagune nach Erdbeben geschlossen

The Blue Lagoon

Die Blaue Lagune ist heute bis zum 16. November geschlossen worden. Die bei Touristen beliebte Badeanstalt hatte sich bis zuletzt Kritik gefallen lassen müssen, weil sie im Gebiet eines möglichen Vulkanausbruchs liegt und weiterhin in Vollbetrieb war.
Heftige Erdbeben hatten das Gebiet in der vergangenen Nacht erschüttert, in Fortsetzung eines Erdbebenschwarms, der Ende Oktober eingesetzt hatte. Derzeit formiert sich eine unterirdische Magmaintrusion westlich der Lagune, es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass ein Vulkanausbruch unmittelbar bevorsteht.

Bebentätigkeit in Reykjanes verstärkt sich
Mehr als 10 Erdbeben mit einer Stärke von M3 und mehr waren in der letzten Nacht nahe der Lagune aufgezeichnet worden, das stärkste von ihnen lag bei M5 und war damit das heftigste seit dem 24. Oktober. Das Beben konnte bis Selfoss im Süden und Dalabyggð im Westen der Insel verspürt werden. Die Magma befindet sich in einer Tiefe von vier bis fünf Kilometern unter der Erdoberfläche der Halbinsel, und zwar westlich der Blauen Lagune und des Berges Þorbjörn. Dort hat sich in den vergangenen Wochen auch die Erde um einige Zentimeter angehoben. Wie schon bei den letzten vulkanischen Ereignissen in 2021 und 2022 sind auf der Strasse nach Grindavík Sprünge im Asphalt festgestellt worden, seitens der Strassenverwaltung hiess es, diese Sprünge weckten weder Besorgnis noch würden sie die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.

Lagune schliesst nachdem Gäste abreisten
In einer Mitteilung der Blauen Lagune wurde eine Störung des Urlaubserlebnisses der Gäste während der vergangenen Nacht, sowie die Dauerbelastung der Angestellten als Grund für die Schliessung angegeben.
Vikurfréttir berichtet, in der vergangenen Nacht habe man Fahrzeuge für 40 Gäste angefordert. Nach Angaben eines Taxifahrers seien Gäste verängstigt gewesen. Die Erschütterungen des Erdbebens hätten für Steinschlag auf dem zwischen Lavawänden gelegenen Weg zur Hoteleingangstür gesorgt.

Vor zwei Tagen hatte das Reiseunternehmen Reykjavík Excursions alle Transfers zur Blauen Lagune eingestellt, um die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden zu gewährleisten. Zu dem Zeitpunkt war die Lagune noch geöffnet, obwohl es aus der Öffentlichkeit und auch von der Polizeidirektion Suðurnes an Kritik nicht mangelte.