Reykjanes: Ausbruch weiter aktiv

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Der Vulkanausbruch vom Samstagabend ist noch nicht zuende und hat damit seine drei Vorgänger an Länge überdauert. Die Lava strömt weiter an den gleichen Stellen an die Erdoberfläche, entlang der Spalte haben sich einzelne Schlote aufgebaut, aus denen bisweilen auch Fontänen emporschiessen. Auf einer Fläche von inzwischen sechs Quadratkilometern bedeckt Lava den Boden. Das Ausbruchsgelände selbst ist weder zu Fuss noch mit Fahrzeugen zu erreichen.

Längster Ausbruch seit Dezember
Von den beiden ursprünglichen Lavazungen wird nur noch die Zunge nach Süden mit frischer Lava gespeist. Sie steht etwa 300 Meter vor dem Suðurstrandavegur. Bislang sieht es nicht danach aus, dass sie wie zunächst befürchtet die Strasse überrollt. Das Gelände wurde dennoch abgesperrt. Auch ein Ende des Ausbruchs ist bislang nicht in Sicht. Grindavíkurvegur, die Verbindungsstrassen zwischen Grindavík und Reykjanesbær, war schon am Sonntag überrollt worden. Strassenbaumannschaften machen sich bereit, wie beim letzten Ausbruch eine Piste zu planieren., sobald die Lava ausreichend abgekühlt ist.
Der erste Ausbruch im Dezember dauerte rund 57 Stunden, der Januarausbruch dauerte 41 Stunden, im Februar waren es rund 26 Stunden. Der jetztige Ausbruch liegt bei rund 70 Stunden.
Seit Beginn des Ausbruchs ist keine seismischen Aktivität am unterirdischen Magmagang festzustellen, aber vulkanischer Tremor konnte während der vergangenen zwei Tage aufgezeichnet werden. In einer Mitteilung des Wetterdienstes heisst es, dies sei ein Hinweis darauf, dass die Kraft des Ausbruchs nicht nachgelassen habe.

Landhebung und Rückkehr zum Alltag
Nach dem Ablaufen der Magma aus dem Svartsengigebiet am vergangenen Samstagabend senkte sich das Land ab. Nun haben GPS-Daten und Satellitenbilder aufgezeigt, dass sich das Land bei Svartsengi wieder hebt – nach bekanntem Muster der letzten Ausbrüche – was bedeutet, dass weiterhin Magma aus der Tiefe in die Magmakammer strömt und den Ausbruch mit Material versorgt. Mit aktuellen Daten zur Verwerfungssituation wird in den kommenden Tagen gerechnet. Dann sollte auch ein Modell zu der Magmamenge bereitstehen, die in die unterirdische Kammer einströmt.
Gestern hatte das Erdwärmekraftwerk Svartsengi kurzzeitig wegen hoher Gasverschmutzung in der Atemluft evakuiert werden müssen. Heute ist die Gasbelastung zurückgegangen.
Ansonsten hat sich die Lage rund um den Ausbruch beruhigt. Die Polizei hat Bewohnern und Arbeitnehmern von Grindavík den Aufenthalt im Küstenort erlaubt, wenn auch wie bisher auf eigene Gefahr. Derzeit geht man nicht davon aus, dass der Ausbruch eine Gefahr für den Ort darstellt.

Gleiche Lava wie seit Dezember
Eine Analyse der Lavaproben, die am Sonntag genommen worden waren, hat ergeben, dass es sich um genau die gleiche Lava wie bei den letzten Ausbrüchen handelt, was bedeutert dass das Material aus der gleichen Magmakammer stammt. Die Lava aus der Kraterreihe Sundhnjúksgígaröð ist etwas weiter entwickelt als jene vom Fagradalsfjall. Sie hat auch eine höhere Magnesiumoxidkonzentration. Dies weist darauf hin, dass sie länger in der Erdrkuste verweilte als die Magma vom Fagradalsfjall und währenddessen entgaste.

Reykjanes: Nächster Lavaausbruch steht bevor

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Der nächste Lavaausbruch auf der Halbinsel Reykjanes könnte sich mit einer Vorwarnzeit von weniger als 30 Minuten ereignen. Die Anzeichen im Vorfeld werden mit jedem Ausbruch in der Region schwächer, berichtet Vísir.

Drei potentielle Ausbruchsorte
Unter dem Gebiet von Svartsengi hat sich wieder eine vergleichbare Magmamenge wie vor dem letzten Ausbruch angesammelt. Wenn Magma im gleichen Tempo in die unterirdische Magmakammer strömt, rechnen Experten mit einem neuen Ausbruch in der kommenden Woche. Die Vorwarnzeit könnte dann sehr kurz ausfallen.
„Das hängt ganz davon ab, wo der Ausbruch beginnt. Wenn er am Berg Sýingarfell beginnt, dann kann das sehr kurz sein. Weniger als eine halbe Stunde, und bei schlechtem Wetter überdies kaum zu sehen,“ gibt der Geophysiker beim isländischen Wetterdienst, Benedikt Ófeigsson, zu bedenken.
Drei potentielle Ausbruchsorte werden derzeit für am wahrscheinlichten gehandelt: am Sýlingarfell, am Hagafell, oder innerhalb des Schutzwalls, der den Küstenort Grindavík umgibt.
Benedikt hält es für unwahrscheinlich, dass es in Svartengi selbst zu einem Ausbruch kommt, ausschliessen könne man dies jedoch nicht. Allerdings benötige die Magma dort vier bis sieben Stunden, bis sie die Erdoberfläche aus fünf Kilometern Tiefe erreicht habe.

Immer schwächere Anzeichen
Die gesamte Region wird permanent überwacht, aber die Anzeichen für einen Ausbruch schwächten sich ab, so Benedikt. “Da hat sich soviel Spannung gelöst, dass wir keine schweren Erdbeben mehr haben. Vielmehr handelt es sich um eine intensive Aktivität, bei der es in kurzer Zeit zu vielen Erdbeben kommt und diese sich so verschieben, wie die Magma sich verschiebt.“ hat er beobachtet.
„Wir sehen das auch auf den GPS Instrumenten und bei den Druckmessungen in den Bohrlöchern bei HS Orka. Das sind Anzeichen, die wir als Vorwarnung interpretieren, bevor etwas passiert, aber die werden mit jedem Ausbruch schwächer.“

Informationsabend für Einwohner
Am vergangenen Montag hatten die Behörden Bewohnern und Beschäftigten von Grindavík erlaubt, sich dauerhaft in Gebäuden aufzuhalten. Allerdings war darauf hingewiesen worden, dass ein jeder sich dort auf eigene Gefahr aufhalte, dass es weder kaltes Wasser noch eine funktionierende Kanalisation gebe, und dass der Aufenthalt im Freien wegen der zahlreichen sichtbaren und unsichtbaren Spalten nicht sicher sei. Immer noch wird an der Wiederherstellung der Wasserleitungen durch die frische Lava gearbeitet. Eine neue Strasse war vor einigen Tagen quer durch die Lava gelegt worden, um den Weg nach Grindavík zu verkürzen und die Zufahrt zur Blauen Lagune zu ermöglichen, die für Besucher wieder geöffnet ist.
Am kommenden Montag lädt der isländischen Zivilschutz zu einer Einwohnerversammlung, um über die Gefahrenlage und den Zustand der Infrastuktur von Grindavík zu informieren.

 

 

 

Ausbruch nahe Grindavík wird immer wahrscheinlicher

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Die Wahrscheinlichkeit eines nuen Vulkanausbruchs auf der Halbinsel Reykjanes steigt mit jedem Tag. Der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson sagt, die Menschen müssten darauf vorbereitet sein, dass so ein Ausbuch beim nächsten Mal dichter an Grindavík passieren werde. Er sprach sich für den Bau von Schutzwällen um den Küstenort aus, berichtet RÚV.

Gleiche Ausgangssituation
Die Magma unter der Region Svartsengi wird in der kommenden Woche die gleiche Menge erreicht haben wie vor dem Ausbruch letzte Woche, damit steigt die Wahrscheinlichkeit eines neuen Ausbruchs rapide an. Der nächste Ausbruch könnte näher an Grindavík stattfinden als beim letzten Mal, so Magnús Tumi. Mit einem Schutzwall könne man den Ort durchaus schützen, und die Kosten für den Wall seien um ein Vielfaches geringer als die Werte im Ort.

Auch weiterhin ist man der Ansicht dass sich der nächste Ausbruch möglicherweise zwischen den Bergen Stóra-Skógfell und Hagafell ereignen wird. Bei der letzten Eruption war die Lava zum Glück nach Nordosten geflossen und hatte keine Bauwerke gefährdet. Die Wasserscheide der Region liegt beim Sundhnúkur, Lava war also auf der „günstigeren“ Seite geflossen. Ein Ausbruch südlich des Sundhnúkur erhöht allerdings das Risiko, dass sich Lava in Richtung Grindavík aufmacht. Der Sundhnúkur liegt um die hundert Meter über dem Meeresspiegel und damit viel höher als die Ortschaft Grindavík.
Auch der Gemeinderat von Grindavík hatte sich heute an die Regierung gewandt, mit der Bitte, sich für einen Schutzwall stark zu machen.

Magma lag schon länger in der Erdkruste
Derweil hat das Geowissenschaftliche Institut die Lava vom 18. Dezember auf ihre Zusammensetzung untersucht und das Ergebnis in einem Facebookbeitrag ausgeführt. Die aus dem Sundhnjúksgígur autretende Magma besteht demnach aus tholeiitischem Basalt, den man häufig bei Spaltenausbrüchen findet. Sie ist blättrig und glasig und weist Plagioklas- und Olivingänge sowie Kristalle auf.

Diese Magma ist daher wahrscheinlich weiter entwickelt als das Material, das bei den Ausbrüchen im Fagradalsfjall ausgetreten war, hat jedoch den gleichen Ursprung. Sie unterscheidet sich von der Magma, das vor langer Zeit im Svartsengi-System (dazu zählen die Lavafelder Eldvörp, Illahraun, Sundhnúksgigar) aufgetaucht war. Die jetzt untersuchte Magma hat also wahrscheinlich einige Zeit in der Erdkruste verbracht, bevor sie an die Oberfläche getreten war.

 

 

Reykjanesausbruch: Dritte Spalte öffnet sich auf einer Linie zum Berg Keilir

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In der vergangenen Nacht hat sich eine dritte lavafördernde Spalte im Ausbruchsgebiet in den Geldingadalir geöffnet, und zwar dort, wo zwischen den bereits fördernden Spalten zuvor ein Absinken der Erdoberfläche und Risse beobachtet worden waren.
Messungen zufolge liegt die neue 150 Meter lange Stelle etwa 420 Meter nordöstlich des ursprünglichen Ausbruchsgebietes in den Geldingadalir. Sie war zuerst von Freiwilligen der wachhabenden Rettungseinheit entdeckt worden.
In einer Meldung des Meteorologischen Institutes heisst es, bislang bestehe zwischen der neuen Spalte und den beiden älteren noch keine an der Erdoberfläche offene Verbindung.
Die Spalte hatte sich in der letzten Nacht kurz nach Mitternacht geöffnet, dann seien die Feuer dort auf der Webcam sichtbar geworden. Die Lava aus dieser Spalte strömt in die Geldingadalir.
Einer der Freiwilligen, die in der vergangenen Nacht Dienst schoben, sagte, die neue Spalte befinde sich genau da, wo vor einer Woche noch Leute gestanden hätten.
Hier gibt es ein Video von der dritten Spalte aus  der vergangenen Nacht.

Spalten folgen einer Linie zum Berg Keilir
In einem Radiointerview auf Stöð2 sagte die Expertin für Naturkatastrophen, Kristín Jónsdóttir am Morgen, mit der neuen Spalte beginne ein neues Kapitel dieses Vulkanereignisses. Sie hält es für nicht unwahrscheinlich, dass sich die Spalte noch weiter nach Nordosten und in Richtung des Berges Keilir öffnet. Eine Karte dazu gibt es hier.
Im Gebiet dieser gezeichneten Linie, unter der sich der Magmagang befindet, sollte sich besser niemand aufhalten, warnte sie.
Der wissenschaftliche Beirat des Zivilschutzes hatte auf diese Möglichkeit von Anfang an hingewiesen.

Eher unwahrscheinlich sei es hingegen, dass sich Spalten auf den gekennzeichneten Wanderwegen öffneten. Das Gebiet sei in der Nacht unverzüglich geräumt worden, als die Nachricht von der neuen Spalte bekannt wurde. Südlich des Ausbruchsgebietes seien bislang keine Risse in der Oberfläche bekannt. Dort befinde sich der Magmagang in etwa einem Kilometer Tiefe.

Zur Zeit seien Wissenschaftler dabei, sich über die gesamte Lavamenge Klarheit zu verschaffen, und untersuchen, ob aus den neuen Spalten zusätzlich Material emporquelle, oder ob die Lava die älteren Öffnungen nur nicht mehr mit voller Kraft erreiche. Eine Antwort dazu gebe es erst, wenn man das Gebiet überflogen und entsprechende Modelle der Flächen angefertigt habe. Erste Ergebnisse wiesen jedoch darauf hin dass, obwohl der Ausbruch in den ältesten Kratern weniger Lava fördere, insgesamt doch mehr Lava und auch mehr Gas emporsteige.

Kristín zufolge sei damit zu rechnen dass es in den Ortschaften mehr Probleme mit Gasbelastung gebe als bisher.

Hier gibt es ein eindrucksvolles Video von letzter Nacht.

 

Bannkreis um mögliches Ausbruchsgebiet könnte Flugverkehr stören

Kleifarvatn - Krísuvík -  Reykjanes

Ein möglicher Lavafluss auf der Halbinsel Reykjanes hätte Auswirkungen auf den Betrieb des internationalen Flughafens. Lavafluss ist eins der Szenarien, die gestern vom wissenschaftlichen Beirat des Zivilschutzes vorgestellt worden waren.

Bei Beginn eines Vulkanausbruchs wird ein Kreis von 120 Seemeilen (220 Kilometer) um die Ausbruchsstelle gezogen, innerhalb dessen jeglicher Flugverkehr untersagt ist. Wenn der Flughafen innerhalb dieses Gebietes liegt, kann es keine Starts und Landungen auf dem Flugplatz geben. Diese Information gab der Pressesprecher des Flughafenbetreibers Isavia gegenüber mbl.is auf die Nachfrage nach möglichen Auswirkungen eines Vulkanausbruchs auf den Flughafen an.
Der Flughafen Leifstöð liegt etwa 40 Kilometer vom Berg Keilir entfernt, wo die Bebentätigkeit zuletzt sehr hoch gewesen ist.
Flugesellschaften würden, sollte es zu einem Ausbruch kommen, aufgefordert werden, Entscheidungen für ihren Betrieb zu fällen, wie etwa das Verbringen von Flugzeugen auf andere Flugplätze und ähnliches.

“Gleichzeitig geben Wetterdienst und andere beteiligte Institutionen Voraussagen für ein Aschefallgebiet heraus. Sobald diese Vorausschau veröffentlicht ist, wird der Bannkreis aufgehoben und Fluggesellschaften können selber entscheiden, ob sie das Aschefallgebiet durchfliegen. Der Flughafen in Keflavík wird geöffnet bleiben, wenn die Bedingungen es zulassen. Der Flughafen selbst könnte durch Aschefall auf Start- und Landebahnen betroffen sein,” hiess es von der Isavia.
Der Flughafen verfüge über einen guten Standort in Bezug auf einen möglichen Lavafluss, denn er liegt höher, daher bestehe nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass Lava ihn vom umliegenden Gelände abschneiden würde. Es könnte jedoch dazu kommen, dass Zufahrtstrassen durch Lavafluss abgeschnitten würden. Der Flughafen selber ist mit Notstromaggregat gut ausgerüstet, alle wichtigen elektronischen Datenwege wurden verdoppelt.

Möglicher Ausbruch könnte Kraflafeuern ähneln
Der letzte Ausbruch auf der Halbinsel liegt 800 Jahr zurück, Experten können daher nur spekulieren, wie ein möglicher Ausbruch ablaufen könne. Der Vulkanologe Magnús Tumi Guðmundsson hält es Vísir zufolge für eher unwahrscheinlich, dass sich in dem Gebiet eine Eruption ereignen wird, und wenn doch, dann würde sie eher den Kraflafeuern ähneln und keine Explosionen mit sich bringen. Die Satellitenbilder zeigten jedoch ein Auseinanderdriften der Erdkrusten. Durch diesen Spalt könnte Lava an die Erdoberfläche dringen.

Zivilschutzleiter Víðir Reynisson sagte in einem Morgeninterview auf K100, zur Zeit werde die Infrastruktur der Halbinsel wie etwa die Stromleitung zum Flughafen hin, auf eine mögliche Gefährdung geprüft. Man müsse sich auf alles vorbereiten. Sollte sich den Modellen und Vorhersagen nach tatsächlich ein Ausbruch ereignen, gehe man jedoch davon aus, dass dieser eher klein ausfallen werde und weder Bebauung noch Sicherheit der Bevölkerung gefährde.
Ein Problem sehe er in der Windrichtung, die bei ungünstigen Verhältnissen der Lava entweichende Gase in Richtung Hauptstadt wehen könne. Für eine Gefahrenbeurteilung und für Warnungen seien die Umweltbehörde und der Chefepidemiologe zuständig.

In Grindavík hat das örtliche Rettungsteam gestern anlässlich einer Routineübung die Evakuierungszelte im Ortsinneren aufgebaut. Die 30 Mitglieder konnten die Zelte innerhalb von 30 Minuten errichten. Auch der Ort Grindavík verfügt über ein Notstromaggregat, für den Fall eines weiträumigen Stromausfalls.
Die Bebentätigkeit kann man auf der Karte des Wetterdienstes mitverfolgen.

Vulkanologe befürchtet Ausbruch der Grímsvötn

Erhöhte seismische Aktivität, vermehrte Erdwärme und das Ausströmen von Gasen weisen darauf hin, dass der Vulkan Grímsvötn unter dem Vatnajökullmassiv sich auf einen Ausbruch vorbereitet. Der Geologe Magnús Tumi Guðmundsson sagt, die Wasseroberfläche in den Grímsvötn sei gestiegen, wenn sich der See in den komenden Monaten entleere, könne es durch aus zu einem Vulkanausbruch kommen.
Zuletzt war der Vukan Grímsvötn im Jahr 2011 ausgebrochen. Die Ausbrüche in den Jahren 1998 und 2004 waren kleiner ausgefallen, berichtet Vísir.

Magnús zufolge sieht es ganz danach aus, dass nun wieder ein Ausbruch ins Haus stehe, die seismischen Aktivitäten hätten sich in diesem Jahr gesteigert. Eine Wissenschaftlergruppe der Vulkanabteilung beim isländischen Wetterdienst, die gerade auf Erkundungsfahrt in der Region unterwegs gewesen ist, habe das Ausströmen von vulkanischen Gasen festgestellt. Dies passe, so Magnús, zu der Annahme, dass der Vulkan in die letzte Etappe seiner Ruhephase gekommen sei.
Es sei bekannt, dass ein Gletscherlauf aus den Grímsvötn der Vorbote eines Ausbruchs sei, weil die Wasserlast vom Dach der Magmakammer weiche.

“Jetzt ist es so, dass der Wasserstand in den Grímsvötn ziemlich hoch ist. Wenn das da also rausläuft, müssen wir diesbezüglich sehr wachsam sein und das genau beobachten. Das könnte dazu führen, dass die Grímsvötn ausbrechen.”

Seiner Ansicht nach würde es sich dann um einen normalen Vulkanausbruch handeln, möglicherweise in den kommenden Wochen oder Monaten. Die Wasserfluten würden sich den Gígjukvísl hinunter auf die Sanderfläche Skeiðarársandur ergiessen.

Der Ausbruch im Jahr 2011 hatte grosse Massen an vulkanischer Asche produziert, die in der Region unterhalb des Vatnajökull den Tag zur Nacht gemacht hatten. Die Aschemenge war grösser als die aus dem Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr zuvor. Einige Landwirte waren schwer betroffen, weil die Felder von einer derart dicken Ascheschicht bedeckt waren, dass eine Heuernte unmöglich war. Im Stockfinsteren hatten Schafe, neugeborene Lämmer und Pferde in die Stallungen zurückgebracht werden müssen, weil sie draussen nichts mehr zu fressen fanden, und das Fluor der Asche giftig für den Organismus ist.
Auch der internationale Flugverkehr wurde durch den Ausbruch wieder empfindlich gestört. Insgesamt dauerte der Ausbruch nur sieben Tage. Grímsvötn ist einer der am häufigsten ausbrechenden Vulkane in Island.