Krossneslaug feiert 70. Geburtstag

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Die ersten Bauarbeiten für das Schwimmbad in Krossnes in Strandir begannen im Jahr 1953, ein Jahr später konnte das Bad bereits eingeweiht werden. Am kommenden Samstag feiert es seinen 70. Geburtstag, mit einem grossen Familienfest, berichtet RÚV. Zur Feier des Tages gibt es Würstchen vom Grill, einen Wettbewerb für den wunderlichsten Badeanzug, ausserdem erzählen die ersten Schwimmschüler aus dem Jahr 1954 von ihren Erfahrungen.

Geschichten von damals
Die damalige Gemeindeverwaltung des Árneshreppur und der Jugendverein Leifur Heppni hatten den Bau des Schwimmbades in Eigenarbeit unternommen. Im Juli 1954 feiert man die Einweihung. Valgeir Eyjólfsson, der Vorsitzende des Jugendvereins, erinnert sich. „Ich war damals fünf oder sechs Jahre alt, als es hier in Krossnes zu brennen begann. Damals lebte während des Sommers eine Familie in der Hütte, die hier unten stand.“
Die Kinder aus der Gemeinde wurden nach Krossnes zum Schwimmunterricht geschickt, und wohnten in dem Gebäude. „Ausserdem war das so eine Art Kulturzentrum für die Kinder aus dem Umland. Die Leute kamen hier am Abend hin und hatten Spass zusammen, erzählten Geschichten und all sowas,“ sagt Valgeir.
Und so soll es auch am Samstag werden, wenn der Grill angezündet und lustige Badeanzüge zu sehen sind. Und die Kinder von damals kommen und erzählen, wie es war, im Jahr 1954 in Island schwimmen zu lernen.

Beliebtes touristisches Ziel
Im Jahr 2020 war das  Schwimmbad einer Generalüberholung unterzogen worden. Der Jugendverein hatte einen Zuschuss vom Regionalentwicklungsprojekt Áfram Árneshreppur erhalten und die Zeit der Tourismusflaute nach der COVID-Pandemie für die Bauarbeiten weidlich genutzt. Das kleine Schwimmbad in Krossnes ist ein beliebtes touristisches Ziel, und jedes Jahr kommen während der Sommermonate an die 10.000 Schwimmbadgäste.
„Ich hörte von einem, der mit der Fähre kam. Er sah dass das nur etwa 700 Kilometer waren und fuhr in einem Rutsch hierher, nur um ins Schwimmbad zu kommen. Er sagte, die Strassen seienallerdings doch schlechter als erwartet gewesen,” erzählt Valgeir.

Árneshreppur will Schule für einen Schüler öffnen

Borgarfjörður eystri

Die Grundschule Finnbogaskóli in der Gemeinde Árneshreppur in Strandir war im Jahr 2018 geschlossen worden, als der letzte Schüler die Schulbank verliess. Nun sieht es ganz danach aus, als ob sie ihre Türen wieder öffnet, denn im Herbst soll ein achtjähriges Kind mit seiner Familie in die abgelegene Gemeinde der Westfjorde ziehen.
Gemeinderatsvorsitzende Eva Sig­ur­björns­dótt­ir sagt, alles sei noch in Arbeit, aber man wisse, dass dieses schulpflichtige Kind in die Gemeinde ziehe, und das solle natürlich unterrichtet werden. Die Frage sei nur, wie man das bewerkstellige.

Bislang ist noch kein Lehrer eingestellt worden. Diese Entscheidung könne die Gemeinde erst treffen, wenn feststehe, wieviel Geld für die Stelle zur Verfügung stehe. „Uns wurde gesagt, dass es 20 bis 25 Millionen Kronen kostet, die Schule wieder zu öffnen, aber das müssen wir uns erst noch mal anschauen,“ sagt Eva.

Und wer weiss, vielleicht zieht eine einmal geöffnete Schule dann auch weitere Familien mit schulpflichtigen Kindern an. Eva gibt sich da optimistisch.
„Das kann durchaus passieren, auch wenn das etwas ist, was wir jetzt noch nicht wissen. Die Leute begreifen ja so langsam, dass sie überall arbeiten können, das ist ja heutzutage anders, auf dem Land zu leben als früher. Wir haben hier eine schnelle Internetverbindung und alles was es braucht.“

Sie kann sich durchaus vorstellen, dass nach Öffnung der Schule am 15. August noch Familien in die Gemeinde ziehen. „Wir wissen von einem weiteren Kind, das möglicherweise hierherziehen könnte, hier an der Finnbogaskóli ist also derzeit ganz viel los.“

Der Jurtenkrieg in Strandir

Ein bemerkenswerter Kleinkrieg trägt sich dieser Tage in der abgelegenen Region Strandir in den Westfjorden zu.

Dort entsteht in der Gemarkung Seljanes, die sich im Besitz von sieben Landeigentümern befindet, eine 30 Quadratmeter grosse Jurte, in der in diesem Sommer Veranstaltungen und Kurse rund um die isländische Volkskultur stattfinden sollen. Im Herbst soll die Jurte dann wieder abgebaut werden.

Initiatorin und Veranstalterin ist Elin Agla Briem, eine alleinerziehende, besitzlose Mutter in Saisonarbeit, wie Stundin schreibt, und Volkskulturbäuerin, die für das Sommerprojekt Fördergelder unter anderem von der Initiative Brotthættir byggðar (Zerbrechliche Siedlungen) erhalten hat.

Elin hatte die Erlaubnis für den Bau der Jurte auf einem Holzrahmen von all jenen Landeigentümern eingeholt, die vor Ort leben. Die Jurte hinterlässt so gut wie keine Spuren der Bautätigkeit.

Ich habe alles gegeben, um das Material zu kaufen und das Projekt auf den Weg zu bringen,” sagt sie. Das Zelt soll den Betrieb der Volkskulturwirtschaft und eine Volkskulturschule beherbergen, sowie das Leben an sich pflegen. “Das ist seit vielen Jahren mein Traum gewesen, in Árneshreppur solch ein Zelt zu errichten,” erklärt Elin.

Einer jedoch ist gegen das Zelt, und macht der Volkskulturbäuerin nun die Hölle heiss. Der in Reykjavík ansässige pensionierte Kellner Gísli Baldur Jónsson ist nämlich einer der sieben Landeigentümer der Gemarkung Seljanes zwischen dem Ófeigsfjörður und dem Ingólfsfjörður in Strandir, und er hat mit Jurten und Volkskultur absolut nichts am Hut, stattdessen hat er Elin Agla in einem Brief mit Massnahmen gedroht, die sie “Millionen” kosten würden. Überdies sei sein Land in Seljanes von jeglichem Müll wie kaputten Autos, Maschinen und Schrott der Bewohner von Dranga zu reinigen.

Der Brief war auch an die Bezirksleitung, den Bauausschuss und den Bauamtsvertreter gegangen. In einem weiterem Brief drohte er Elin Agla mit ernsten rechtlichen Schritten und einem Abrisstrupp.

Jurtengegner Gísli Baldur hat sich den Schrieb an die Behörden von der Tochter von Pétur Guðmundsson im Ófeigsfjörður und deren Ehemann bezeugen lassen. Jener Pétur Guðmundsson hatte es im vergangenen Jahr in die Medien geschafft, nachdem er die Wasserrechte auf seinem Land an die Betreiber des umstrittenen Wasserkraftwerks Hvalárvirkjun verkauft hatte.

Gísli Baldur zufolge sei die Hälfte der Landeigentümer gegen die Jurte.

Elin Agla kann jedoch die Erlaubnis von Sveinn Kristjánsson stellvertretend für alle Landeigentümer der Gemarkung vorweisen.

Die eine Hälfte der Landbesitzer (die Leute von Dranga) will zudem das Gebiet nördlich und westlich der Drangaskörð unter Naturschutz stellen, damit dem Kraftwerksbau ein Riegel vorgeschoben wird. Die andere Hälfte unterstützt den Kraftwerksbau – auch der 81-jährige Reykjavíker Gísli Baldur, dessen Grossvater in der Region geboren wurde und dessen Vater als Kind die Sommer dort verbrachte. Er selber, Gísli, sei “immer hin und wieder” vor Ort.

Mit dem Kraftwerksbau und den dazugehörigen Trassenbauarbeiten habe er kein Problem. Nördlich und westlich von Seljanes müssen die Wege in den Ingólfsfjörður verbreitert und aufgeschüttet werden, damit die Bagger sich ihren Weg in eine Region bahnen können, wo zur Zeit niemand ganzjährig lebt.

Er sei vor 40 Jahren dahin gefahren und habe sich das [Kraftwerksgebiet] angeschaut, sagt Gísli. Er habe keine Sorge, dass Wasserfälle zerstört werden und verschwinden, wie es im Umweltgutachten angemerkt wird.

Vor einigen Tagen hatte sich, wie Stundin berichtet, ein Einwohner der Gemeinde vor den Bagger gestellt und es geschafft, dass die Denkmalbehörde die Trassenbauarbeiten offiziell stoppte, weil völlig unklar war, ob sich auf der anvisierten Strecke nicht vielleicht unentdeckte archäologische Stätten befinden.

Währenddessen baut Volkskulturbäuerin Elin Agla unverdrossen weiter an ihrer Jurte, die, wenn sie im Herbst abgebaut wird, keinerlei Spuren in der Natur hinterlassen wird. Viele freiwillige Helfer sind nach Seljanes geeilt, denn am 12. Juli soll das Kursprogramm für isländische Volkskultur beginnen.