Fluglotsen streiken weiter

Keflavík airport Icelandair

Islands Fluglotsen haben heute zum dritten Mal seit letzter Woche gestreikt. Die nächste Arbeitsniederlegung ist für Mittwoch angekündigt. Bei den Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft der Fluglotsen und dem isländischen Arbeitgeberverband (SA) geht es nicht weiter. Damit könnte es zu weiteren Streiks und Ausfall von Flügen an den Feiertagen kommen, meint Icelandair-Chef Bogi Nils Bogason. Derweil bereitet das Parlament sich darauf vor, mit einem Streikverbot einzuschreiten.

Streikverbot per Beschluss?
Mbl.is zufolge arbeitet man im Ministerium für Infrastruktur an einem parlamentarischen Beschluss, die Streiks auf gesetzlichem Wege zu beenden, falls es bei den Verhandlungen nicht weitergeht. Infrastrukturminister Sigurður Ingi Jóhannsson wollte dies allerdings mbl.is gegenüber nicht bestätigen. Er bezog sich jedoch auf die Verantwortung der Verhandlungsparteien “kurz vor Weihnachten, nach einer Naturkatastrophe, die diese Gesellschaft eine beträchtliche Summe gekostet hat.”

Unterstützung von anderen der Branche
Von der Gewerkschaft des staatlichen Luftverkehrs (Félag flugmálastarfsmanna ríkisins) und dem Verband der Hangarmitarbeiter (Félag hafnarverkamanna) kam eine Mitteilung, in der die Fluglotsen und ihr Recht auf Streiks unterstützt wird.
Die beiden Gewerkschaften betonen, dass das Streikrecht notwendig ist, um eine gerechte Balance zwischen Arbeitern und Unternehmern zu halten.
Der Tarifvertrag der Fluglotsen war am 1. Oktober ausgelaufen. Verhandlungen mit den Arbeitgebern um einen neuen Tarifvertrag gingen nur schleppend voran. Der aktuelle Streik ist der dritte in fünf Jahren. Gewerkschaftschef Arnar Hjálmarsson gab an, das Gehalt der 152 isländischen Fluglotsen sei im Vergleich zu anderen Jobs der Branche in den vergangenen Jahren zurückgegangen.
Der nächste Streik findet am Mittwochmorgen zwischen 4.00 und 10.00 Uhr statt. Für Verhandlungen gibt es derzeit keinen neuen Termin.