Wiedereingliederungsmassnahme VIRK spart der Gesellschaft Milliarden

VIRK, die Wiedereingliederungsmassnahme des isländischen Arbeitsamtes, hat einer aktuellen Studie zufolge der Gesellschaft im vergangenen Jahr 19,4 Milliarden ISK eingespart. Die Betriebskosten von VIRK lagen bei 4,1 Mrd ISK, berichtet RÚV.
Der Bericht berechnete auch die durchschnittlichen Einsparungen und den Nutzen der Gesellschaft aus der Aktivität von bei VIRK ausgeschriebenen Personen. Sie beliefen sich im Jahr 2023 auf 12 Mio ISK pro Person.

Laut Studie sei ein konkreter Massstab für die Einsparungen durch VIRK gefunden worden, die die tatsächlichen Ergebnisse berücksichtigt: etwa eine beschleunigte Rehabilitation, eine verkürzte Dauer der Arbeitsunfähigkeit und sinkende Invaliditätszahlen.
Aus dem Bericht geht hervor, dass der Nutzen der Wiedereingliederungsmassnahme dem Sozialversicherungsamt, den Pensionsfonds und dem Staat in der Form erhöhter Steuereinnahmen zugute kommen. Hinzu geselle sich der Gewinn für den Einzelnen, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Bezug auf die Lebensqualität, die darin bestehe, voll am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

VIRK hilft Menschen nach Arbeitsunfällen, schweren Krankheiten, langer Arbeitslosigkeit oder mit psychischen Problemen, etwa nach Mobbing am Arbeitsplatz, im Berufsleben wieder auf die Füsse zu kommen. Beantragt wird ein Platz bei VIRK vom Hausarzt.

Arbeitslosigkeit unter Ausländern steigt weiter an

Im Januar waren mehr als 8800 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 789 Personen mehr als noch im Dezember, berichtet RÚV.
Nach Aussage von Unnur Sverrisdóttir der Leiterin des isländischen Arbeitsamtes, hat der Niedergang der Konjunktur ausländische Mitbürger besonders schwer getroffen.

Die Arbeitslosenrate in Island hatte im vergangenen Monat bei 4,8 Prozent gelegen. Im Januar 2019 waren es noch drei Prozent gewesen. Damit sind innerhalb eines Jahres 3400 Personen zusätzlich als arbeitslos registriert worden. Am höchsten liegt die Rate auf der Halbinsel Suðurnes mit neun Prozent, am niedrigsten m Nordwesten mit 2,1 Prozent.
Das Arbeitsamt geht davon aus, dass die Rate auch im Februar landesweit weiter ansteigt, auf möglicherweise fünf Prozent.

“Es ist besorgniserregend, dass [die Arbeitslosigkeit] so hoch ist,” sagte Unnur. “Das ist, wenn die Arbeitslosigkeit am höchsten ist – das ist saisonal. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Dinge im März, April und Mai wieder in Bewegung setzen.”
Insgesamt waren im Januar 3386 in Island lebende Ausländer als arbeitslos registriert, das sind 40 Prozent aller derzeit Arbeitslosen. Die Arbeitslosigkeit unter Ausländern liegt bei 10 Prozent landesweit. Das ist ein signifikanter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als 2080 Ausländer als arbeitslos registriert waren.

“Das ist ziemlicher Trend seit einem Jahr, dass die Zahlen der arbeitslosen Ausländer immer höher liegt als die der Isländer. Diese Zahlen sind also nichts Neues, aber natürlich Anlass zu grosser Sorge,” sagt Unnur.
“Immerhin sind das die Leute, die wir hierher geholt haben, um uns in guten Zeiten zu helfen, und es ist ein bisschen seltsam, dass sie auch die ersten Leute sind, die ihren Job verlieren. Das ist sehr unschön anzuschauen.”

Die Arbeitslosigkeit ist in allen Bereichen im vergangenen Jahr gestiegen, am stärksten stieg sie jedoch im Bausektor und im Verkehrssektor.
Unnur sagt, die Vorschau auf eine weiter sinkende Konjunktur werde negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben.
“Wir erwarten mehr Arbeitslosigkeit als im letzten Jahr. Das ist ein Niedergang. Das ist, was wir gesagt haben, und wir bleiben dabei. Das ist ein Niedergang, aber schlimmer als wir gehofft hatten.”

 

Arbeitslosenquote hat sich verdoppelt

Etwa 8000 Personen sind im vergangenen Monat ohne Arbeit registriert gewesen, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. Im Dezember 2017 hatte die Quote noch bei 2,2 Prozent gelegen. Die Arbeitslosenquote in Island ist damit fast so hoch wie im Jahr 2013, als sie bei 4,5 Prozent lag, berichtet RÚV.

Das isländische Arbeitsamt hatte diese Daten zu Beginn der Woche veröffentlicht. Es sind mehr Männer als Frauen arbeitslos, 4600 Männer oder 4,4 Prozent stehen 3400 Frauen oder 4,2 Prozent gegenüber.

Etwa 40 Prozent der Arbeitslosen sind ausländische Mitbürger.

In den Westfjorden war die Quote etwas zurückgegangen, in allen anderen Landesteilen stieg sie an. Am höchsten lag sie in Suðurnes mit 8,7 Prozent. Den geringsten Anteil findet man mit 1,8 Prozent in Nordwestisland.

Das Arbeitsamt geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im Januar noch weiter ansteigt und bis zu 4,7 Prozent erreicht.

Etwa 1600 Personen sind im vergangenen Monat länger als 12 Monate ohne Arbeit gewesen, das ist eine beträchtliche Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, wo nur etwa 1000 Personen ein Jahr und länger ohne Arbeit gewesen waren.

 

März war entlassungsschwerer Monat

Insgesamt sind dem isländischen Arbeitsamt im März 473 Kündigungen in sechs grösseren Gruppenentlassungen gemeldet worden, berichtet RÚV.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 haben 570 Personen in Gruppenentlassungen ihren Arbeitsplatz verloren.

Zwei solcher Entlassungswellen betrafen das Transportgewerbe und das Lagerwesen, hier verloren 328 Leute ihren Job. Unter anderem waren se bei Airport Associates beschäftigt, doch ein grosser Teil dieser Leute sind anderweitig untergekommen. Das heisst, dass die Zahl am Ende dann doch geringer ausfällt.

Die anderen Entlassungswellen stammen aus vier Sparten: 46 verloren ihren Job im Tourismus, 37 in der Produktion, 32 im Baugewerbe und 30 wurden als Spezialisten oder im wissenschaftlich oder technischen Umfeld arbeitslos.

Die meisten Kündigungen (347) wurden von Unternehmen in Suðurnes gemeldet, aus Reykjavík kamen 126 Entlassungsfälle.

Wirksam werden die Kündigungen im Zeitraum Mai bis Juli 2019.

In der Mitteilung des Arbeitsamtes hiess es, dass die Kündigungen bei WOW Air und anderen mit dem insolventen Unternehmen in Verbindung stehenden Firmen bei diesen Massenentlassungen nicht mitgezählt wurden.