Neue Bezahl-App im Stil des schwedischen Swish in Vorbereitung

Smartphone in primary school

Die isländische Zentralbank arbeitet an der Einführung einer neuen mobilen Zahlungs-App für Smartphones, die für den Herbst 2024 vorgesehen ist. Die neue App soll dazu beitragen, die Preise im Land zu senken und die Zahlungssysteme zu stabilisieren, so der stellvertretende Zentralbankleiter Gunnar Jakobsson. Mehr als 90% aller Transaktionen in Island werden mittlerweile mit Bezahlkarten abgewickelt.

Direktzahlung ohne Zwischenstelle
Islands Kreditinstitute und die Zentralbank haben sich darauf geeinigt, eine Direktzahlmöglichkeit zu schaffen, die Verbrauchern erlaubt, Waren und Dienstleistungen zu kaufen, ohne die Bezahlsysteme von VISA oder Mastercard zu benutzen.
Dazu würde der Verbraucher die App aufs Smartphone herunterladen und direkt per Banktransfer bezahlen. Solche Systeme gibt es bereits in Dänemark (MobilPay) in Schweden (Swish) und in Polen (Blik).

Premierministerin Katrín Jakobsdóttir wird einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen, in dem die Banken verpflichtet werden sollen, sich an dem System zu beteiligen. Die Behörden arbeiten daran, die Stabilität und Sicherheit der Zahlungssysteme in Island zu erhöhen, mit dem möglichen Nebeneffekt, dass die Kosten für Finanztransaktionen im Land durch eine kostengünstigere Lösung gesenkt werden. Derzeit geben Isländer mehr für Bezahlkartengebühren aus als Bewohner der anderen nordischen Länder. Nur zwei bis drei Prozent aller Zahlvorgänge in Island werden noch mit Bargeld abgewickelt.

Mehr Sicherheit und Kostensenkung
Gunnar sagt, diese Spaltung sei in den Augen der Zentralbank aus Sicherheitsgründen inakzeptabel sei. Im November hatte ein Cyberangriff auf einen Dienstleister für mehrere Stunden Zahlungen gestoppt. Vereinfachte Banküberweisungen als eine Art Mittellösung erhöhten die Stabilität und senkten auch die Kosten, die dem Verbraucher bei der täglichen Kartennutzung entstehen.
„Oft fällt es schwer, sich das Gesamtbild vorzustellen, aber wenn es uns gelingt, die Kosten der Zahlungssysteme im Land zu senken, wird dies aus wirtschaftlichen Gründen letztendlich zu niedrigeren Preisen führen“, gab Gunnar Heimildin gegenüber an. „Wer dann am Ende von niedrigeren Preisen profitiert, ob nun der Verbraucher oder der Anbieter von Waren und Dienstleistungen, wird vom Wettbewerb auf dem Markt bestimmt.“