Zukunft des Walfangs nach Ministerwechsel fraglich Skip to content
Photo: Hard to Port. Whaling station in Hvalfjörður.

Zukunft des Walfangs nach Ministerwechsel fraglich

Ein Gewerkschaftsboss hat heute angegeben, es sei eine „totale Blamage“, wenn die Unabhängigkeit- und die Fortschrittspartei es nicht schafften, nach der gestrigen Umbesetzung der Ministerien den Walfang zu sichern. Im Jahr 2019 hatte die damals frisch eingesetzte Ministerin für Fischerei und Landwirtschaft sich gegen den Walfang ausgesprochen und sowohl auf Nachhaltigkeit bestanden als auch das potentielle Risiko für die isländische Tourismusindustrie hervorgehoben.

Blamage, wenn Walfang jetzt nicht in Gang käme
In einem Interview mit dem Morgunblaðið hatte der Vorsitzende der Gewerkschaft von Akranes, Vilhjálmur Birgisson, es als Blamage für die Parteien bezeichnet, wenn sich jetzt herausstelle, dass sie nach dem Ministerwechsel den Walfang nicht garantieren könnten.
Vilhjálmur drückte seine tiefe Sorge darüber aus, dass die neue Ministerin für Fischerei und Landwirtschaft, Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir, in die Fussstapfen ihrer Vorgängerin Svandís Svavarsdóttir treten und dem einzigen Walfangunternehmen im Land die Erneuerung der Fangliznez verweigern könnte.

„Meinen Informationen zufolge hat Hvalur ehf. im Januar einen Antrag auf Lizenzerneuerung an das Ministerium geschickt. Das Ministerium brauchte eineinhalb Monate für eine Antwort und verlangte allerlei Erklärungen. Hvalur hat vor Ostern geantwortet und immer noch keine Antwort darauf, ob in diesem Sommer der Walfang erlaubt sein wird, oder nicht,“ erklärte Vilhjálmur.
Er ist der festen Überzeugung, dass die Unabhängigkeitspartei und die Fortschrittspartei, die sich beide laut aufgeregt hatten und Unterstützung versprochen hatten, als Svandís im vergangenen Sommer den Walfang aus Tierschutzgründen aussetzte, den Walfang im neuen Koalitionsvertrag sicherstellen. „Wenn nicht, dann wäre das eine totale Blamage für die Fortschrittspartei und die Unabhängigkeitspartei,“ gab Vilhjálmur an.

Vísir schreibt, der Abgeordnete der Unabhängigkeitspartei, Jón Gunnarsson, sei ebenfalls zuversichtlich, dass die neue Ministerin den Walfang erlauben werde.

Bjarkeys unzweideutige Haltung in 2019
Ministerin Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir hat sich zu dem Thema allerdings gestern nicht geäussert und nur angegeben, sie müsse erst noch in ihr Amt eingeführt werden und ihre neuen Mitarbeiter treffen.
In einem anderen Artikel schreibt Vísir, dass Bjarkey im Februar 2019 ihre Haltung unmissverständlich dargelegt habe. Damals hatte sie gesagt, die Entscheidung des damaligen Fischereiministers Kristján Þór Júlíusson von der Unabhängigkeitspartei, den Walfang wieder zu beginnen, habe „sie enttäuscht“.
„Es gibt kaum Anhaltspunkte dafür, dass der Walfang jemals wieder seinen früheren Status in der Wirtschaft erreichen wird, und noch geringer ist die Chance, dass solche Aktivitäten von internationalen Umweltorganisationen anerkannt werden.“ sagte Bjarkey damals.
“Meiner Meinung nach sollte die Grundvoraussetzung für die Nutzung natürlicher Ressourcen auf Nachhaltigkeit basieren, wie die Regierung immer wieder betont hat. Solange es keine absehbaren Märkte für Walfleisch gibt, kann man davon ausgehen, dass die Praxis nicht nachhaltig sein wird. Wir sollten nicht riskieren, eine unserer wichtigsten Industrien, nämlich den Tourismus, zu gefährden. Wir können uns das nicht leisten“, wird Bjarkey 2019 zitiert.

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