Weniger Lämmer, Fleischvorräte fast aufgebraucht Skip to content
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Photo: Dagmar Trodler.

Weniger Lämmer, Fleischvorräte fast aufgebraucht

Die Zahl der Schafe in Island ist seit dem Jahr 2017 stetig gesunken, und damit auch die Zahl der Lämmer, die im Herbst geschlachtet werden.
In diesem Herst werden es um die 426.000 Lämmer sein, in 2017 waren es noch 560.000 gewesen. Der Vorsitzende der Abteilung Schafzucht beim Bauernverband sagt, zum Ende des Sommers sei das Lammfleisch in den Lagern fast aufgebraucht gewesen, berichtet RÚV.

Für die Produktion sind 6900 Tonnen Lammfleisch geplant, das sind 2300 Tonnen weniger in den vergangenen sechs Jahren. Trausti Hjálmarsson sieht den Rückgang im Preisverfall der Ware begründet. “Im Jahr 2017 fiel der Preis, den die Schafbauern für ihr Fleisch bekamenm um 30%, davor waren wir, so kann man sagen, in einer Phase der Höchstproduktion, danach ist die Zahl der Schafbauern stetig zurückgegangen, und zum letzten Jahreswechsel war ein Rückgang von 23% bei den Schafen im Winterfutter zu verzeichnen.”

Trausti sagt, der Rückgang betreffe sowohl die in der Landwirtschaft tätigen Schafzüchter als auch ihre Produktion, denn viele müssten sich Arbeit ausserhalb ihres Hofes suchen. “Das ist so als ob keiner versteht, dass wir unsere Rechnungen bezahlen müssen, und unseren Verpflichtungen nachkommen, wenn wir Lammfleisch herstellen, und damit das möglich ist, muss man uns mit einem fairen Preis entgegenkommen, und der Staat muss seinen Verpflichtungen bei Agrarproduktverträgen und -gesetzen ebenfalls nachkommen. Denn es ist klar festgelegt, dass es die landwirtschaftlichen Produktverträge gibt, um den Bauern unter anderem ein Gehalt ähnlich wie anderen Berufsständen im Land zu sichern.”
Die Produktion reiche für den Inlandsbedarf so gerade aus, allerdings haben nicht viel gefehlt, dass die Lager geräumt seien.
“Zu Beginn der Schlachtsaison Ende August befanden sich nur noch 180 Tonnen Fleisch im Land, und das bedeutet, dass die Lammfleischvorräte so gut wie leer waren.”

Lammfleisch wichtig im nationalen Plan für Lebensmittelsicherheit
Dafür konnte man im Sommer in den Supermärkten Lamfleisch aus Neuseeland und Portugal oder Spanien kaufen, und manche Packung war sogar als isländisch gekennzeichnet, was nicht wenige Landwirte erzürnte.
In der im Jahr 2021 im Auftrag der Regierung erschienenen Studie zur Nahrungsmittelsicherheit Islands wurde das Schaf als die Nutztierart gerühmt, die als einzige keine Zusatzfuttermittel benötigt und auf Flächen weidet, die anderweitig nicht für die Lebensmittelproduktion genutzt werden kann, und daher wichtig für die Inlandsversorgung ist. Ähnliches gilt übrigens auch für das Pferd, weswegen die eigentlich zu hohe Zahl an Equiden auf der Insel nicht reduziert wird.

Gemüsebauern wünschen sich mehr Unterstützung
Eine anderer landwirtschaftlicher Berufsstand, der sich über mehr staatliche Hilfe gefreut hätte, ist der Verband der Gemüsebauern. Das Bændablaðið berichtet, im Haushaltsentwurf für 2024 seien lediglich der Getreideanbau und die Krankheitsprävention bei Nutztieren (hier vor allem für die Forschung und Aufzucht von Scrapie-freien Schafbeständen) mit zusätzlichen Summen bedacht worden. Die Gemüsebauern hingegen hätten auch weiterhin mit hohen Strompreisen für den Betrieb ihrer Gewächshäuser und mit hohen Lohnkosten zu kämpfen, der den Wettbewerb mit billigen Importwaren erschwert, obwohl im Koalitionsvertrag der Regierung stehe, dass der Gemüseanbau im Land mit festen Subventionen beim Strompreis und besonderer Unterstützung des Ackergemüseanbaus durch den Agrarproduktvertrag gefördert werde. Seitens der Gemüsebauern heisst es, offenbar erinnere man sich in der Regierung nicht mehr an dieses Versprechen.

 

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