Walfanglizenz kann nicht eingezogen werden, sagt Ministerin Skip to content
Photo: Hard to Port. Misfired harpoons..

Walfanglizenz kann nicht eingezogen werden, sagt Ministerin

Die Ministerin für Fischerei, Landwirtschaft und Lebensmitel, Svandís Svavarsdóttir, sagte RÚV gegenüber, es sei nicht möglich, die Jagd auf Wale in der diesjährigen Saison zu stoppen, obwohl im letzten Jahr gesammelte Daten einwandfrei beweisen, dass die Tötungspraktik nicht dem Tierschutzgesetz entspricht. Das einzige Walfangunternehmen im Lande, Hvalur hf., hatte angegeben, zwei Tötungsmethoden zu testen, mit denen die Jagd effizienter wird.

Die Studie war gestern von der isländischen Veterinäraufsichtsbehörde MAST in groben Zügen veröffentlicht worden, und sie zeigte auf, dass etwa ein Drittel aller erlegten Wale nicht sofort verenden. Etwa 14 Wale mussten mehr als einmal mit der Harpune beschossen werden, bei zwei Walen waren vier Schüsse notwendig. Im Durchschnitt dauerte der Todeskampf 11,5 Minuten, in einem Fall kämpfte ein Wal zwei Stunden mit dem Tod. Ein Wal wurde in den Rücken getroffen und musste über fünf Stunden lang verfolgt werden. Der Wal entkam.

Rechtliche Grundlage fehle
Die Ministerin hatte die Ergebnisse als “schockierend” bezeichnet, sie würden förmlich danach rufen, den Walfang in Island erneut zu prüfen. “Ich finde, dass diese Daten darauf hinweisen, dass diese Branche mehr ein Ding der Vergangenheit als der Zukunft ist,” sagte Svandís. Zur Zeit praktiziert nur ein Unternehmen (Hvalur hf.) den Walfang in Island. Nach Angaben der Ministerin sei es jedoch trotz der Ergebnisse nicht möglich, die ausgestellte Jagdlizenz für diese Saison einzuziehen.
“Es braucht eine rechtliche Grundlage, um diese Lizenz einzuziehen. Diese rechtliche Grundlage liegt nicht vor, soweit ich durch mein Ministerium informiert bin,” sagte Svandís. Sie hatte schon zuvor angedeutet, dass die Regierung nach der Saison 2023 keine weiteren Walfanglizenzen ausstellen werde.

Zwei neue Tötungsmethoden im Test
Hvalur-Chef Kristján Loftsson hatte insgesamt 76 Einwände gegen die im letzten Sommer angefertigten Daten erhoben und es damit geschafft, die Veröffentlichung dreimal zu verzögern. Unter anderem wies er die Annahme zurück, dass ein Wal erst dann als tot gilt wenn er sich nicht mehr bewegt. Tiere, so Kristján, könnten sich auch nach dem Tod noch bewegen.
Als Reaktion auf die gestern schliesslich eröffentlichten Ergebnisse gab Hvalur hf an, dass das Unternehmen zwei neue Methoden entwickle, mit denen die Waltötung effizienter werde.
Bei einer Methode kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, welche die Treffgenauigkeit der Harpunen verbessert. Die andere Methode umfasst den Einsatz von elektrischem Strom in der Harpune, der ausgelöst wird wenn der Wal durch den Harpunenschuss selbst nicht verendet.
Hvalur hf. nutzt Harpunen mit Granatenspitze, um Wale zu erlegen. Diese Harpunen sollen im Idealfall etwa einen Meter tief in den Wal eindringen und dort explodieren. Durch die Explosion werden gefederte Widerhaken in das Fleisch gefeuert. In der MAST-Studie heisst es, zwei Drittel der Tiere verendeten dadurch sofort.

 

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