Walfang: Wal mit vier Harpunen in der Kontroverse, MAST beginnt Untersuchung Skip to content
Photo: Hard to Port.

Walfang: Wal mit vier Harpunen in der Kontroverse, MAST beginnt Untersuchung

Ein kontrollführender Tierarzt der Veterinäraufsichtsbehörde MAST war zugegen, als am Montag letzter Woche ein erlegter Walbulle mit vier Harpunen im Körper in der Zerteilstation im Hvalfjörður angelandet wurde. Nach Angaben des Tierarztes waren die ersten beiden Harpunen zu weit nach vorne gerichtet gewesen, sie seien im Kopf des Tieres gelandet und deshalb nicht detoniert. Das ist der schriftlichen Antwort von Amtsleiterin Sigurborg Daðadóttir zu entnehmen, nachdem Kjarninn weitere Informationen zur Anlandung dieses Wales angefordert hatte.

Vier Harpunen statt einer
Am letzten Dienstag hatte Kjarninn geschrieben, dass der Todeskampf des Wales, gemessen an den vier Harpunen, sehr lang gewesen sein muss. Unter normalen Umständen soll eine Sprengladung ausreichen, um einen Wal zu töten.
Auf den Fotos der Walschutzorganisation Hard to Port ist zu erkennen, dass drei Harpunen aus dem Leib des Kadaver herausragen. Die vierte Harpune kam erst beim Zerteilen des Wals zum Vorschein. Alle vier Geschosse sind auf den Fotos im Körper des Wals zu sehen, und nicht etwa im Kopf.

Dieser Fall ist nur der letzte von mehreren Vorfällen, wo mehr als eine Harpune benötigt wurde, um einen gefangenen Meressäuger zu erlegen.
In der schriftlichen Antwort der Amtsleiterin heisst es, dass die Waljagd des Sommers “bei der Veterinäraufsichtsbehörde näher untersucht werde”, und dass anschließend „eine Bewertung vorgenommen wird, ob sie mit Artikel 27 des Tierschutzgesetzes vereinbar ist, welches sich speziell damit befasst, wie die Jagd durchgeführt werden soll.“
In einem Facebookbeitrag kündigte Hard to Port am Mittag an, man wolle der Behörde eine umfassende Sammlung von Fotos zur Verfügung stellen.

Untersuchung der Vorfälle wird dauern
Wie schon zuvor erwähnt, ist MAST nicht dazu verpflichtet, die Jagd auf wilde Tiere regelmässig zu kontrollieren, aber die Behörde muss sich darum kümmern, dass das Tierschutzgesetz geachtet wird, und da vor allem der Passus, dass wilde Tiere so rasch und schmerzlos wie nur möglich getötet werden. Verstümmelungen und das Zufügen von Qualen sind verboten.
„Es muss damit gerechnet werden, dass die Untersuchung einige Zeit in Anspruch nimmt,“ kündigt Sigurborg in ihrem Antwortschreiben an.

Tierschutzbeauftragter an Bord stiess auf Kritik
Die vorliegenden Pläne von Islands Ministerin für Fischerei, Landwirtschaft und Lebensmittel, Svandís Svavarsdóttir, aus jeder Walfangmannschaft eine Person als Tierschutzbevollmächtigten zu erwählen, der den gesamten Jagdvorgang bis zur Tötung filmen soll, damit das Material dann von MAST an Land angeschaut werden kann, ist auf heftigste Kritik aus der Branche gestossen. Das Walfangunternehmen Hvalur ehf bemängelte das Fehlen jeder rechtlichen Grundlage für diese Massnahme, die Interessensvertretungen der Seeleute sehen keinen Grund, ihre Mitglieder schwierige Aufgaben erfüllen zu lassen, die eigentlich Behördensache sind.
Ab dem kommenden Jahr soll dann ein Tierarzt an Bord gehen und die Tötungsdokumentation durchführen.

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