Walfang: Lizenzerneuerung weiterhin unentschieden Skip to content
Bjarkey Gunnarsdóttir Olsen, minister of food, agriculture and fisheries
Photo: Alþingi. Bjarkey Gunnarsdóttir Olsen.

Walfang: Lizenzerneuerung weiterhin unentschieden

Die neue Ministerin für Fischerei und Landwirtschaft, Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir, lässt sich in Bezug auf eine mögliche neue Walfanglizenz für Islands einziges kommerzielles Walfangunternehmen nicht in die Karten schauen. Gestern hatte sie dem Morgunblað gegenüber angegeben, sie werde der Presse ihre Pläne nicht mitteilen, überdies verfüge sie nicht über alle notwendigen Informationen.

Gründliche Prüfung aller Fakten
Heute gab sie in einer Fragestunde im Parlament an, die Sache gründlich prüfen zu wollen, bevor sie eine Entscheidung treffe.
”Dabei gibt es einiges zu beachten. Neben der Stellungnahme zu diesen vorliegenden Anträgen ist es auch notwendig, einen Anhang zur Walfangverordnung über die zulässige Gesamtfangmenge für das Jahr zu erlassen,“ präzisierte die Ministerin. Dieser Anhang basiere auf der Empfehlung des Meeresforschuingsinstitutes, die zeitgleich mit der Fanglizenz zum Jahresende ausgelaufen sei.
Bjarkey sagte, sie könne nicht versprechen dass die Sache bis zu einem bestimmten Datum entschieden werde, aber sie werde so schnell wie möglich entscheiden.

Wenig Hoffnung auf Walfang
Hvalur-Chef Kristján Loftsson hatte in der vergangenen Woche angegeben, so wie die Dinge stünden, gebe es „keine Hoffnung auf Walfang in diesem Sommer.” Der Antrag auf eine neue Lizenz – nach Kristjáns Wunsch sollte die für mindestens zehn Jahre gelten – war im Januar eingegangen, aber bis Ende März nicht bearbeitet worden. Danach verlangte das Ministerium Informationen über die Befolgung von bestimmten Regularien.
Kristján beschuldigt die Linksgrüne Bewegung, aus deren Reihen Bjarkey und ihre Vorgängerin Svandís Svavarsdóttir stammen, die Walfangindustrie systematisch zu zerstören. Svandís hatte vor ihrem Amtswechsel in das Ministerium für Infrastruktur über eine einjährige Fanglizenz nachgedacht, die Kristján aus betriebswirtschaftlichen Gründen aber für unpraktikabel hält. Und jetzt, Ende April, so Kristján, könne man eh kaum noch Leute anwerben und Material für die Fangsaison bestellen.
Bjarkey hatte betont, die Sache werde auf korrekte bürokratische Weise bearbeitet, und es gebe keine Klausel im Walfanggesetz, die für die Ausstellung einer Lizenz einen bestimmten Zeitrahmen vorschreibe.

Die frisch im Amt eingesetzte Ministerin stand auch beim Thema Lachszucht heute im Parlament unter Beschuss. Icelandreview berichtete, dass derzeit ein Gesetzentwurf zur Lachszucht im Parlament zur Debatte vorliegt, wonach die Lachszuchtkonzerne ihre Betriebslizenzen dauerhaft erhalten sollen, und ohne Gefahr zu laufen, bei Betriebsunfällen ihrer Quote verlustig zu gehen. Die Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, Kristrún Frostadóttir, warf der Regierung vor, Islands Fjorde an die Lachskonzeren zu verschenken.

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