Walfang hat kaum wirtschaftliche Auswirkung in Island Skip to content
hvalur whaling in iceland
Photo: Golli.

Walfang hat kaum wirtschaftliche Auswirkung in Island

Der Walfang in Island hat nur einen geringen direkten Einfluss auf die Wirtschaft. Islands einziges kommerzielles Walfangunternehmen, Hvalur hf., hat in den vergangenen Jahren keinen Gewinn aus seinen Aktivitäten ziehen können. Allerdings ist auch die indirekte Auswirkung auf die Wirtschaft gering: zwar wirft der Walfang in den Augen ausländischer Beobachter ein negatives Licht auf Island, er hat jedoch keinen messbaren negativen Einfluss auf die Wirtschaft des Landes: weder sind Exporte zurückgegangen, noch hat Island als touristisches Ziel an Attraktivität verloren.

Das sind die Ergebnisse einer Studie über die wirtschaftliche Auswirkung des Walfangs in Island, den das Beratungsunternehmen Intellecon für das Ministerium für Fischerei, Lebensmittel und Landwirtschaft angefertigt hat. Die Studie bezieht sich ausschliesslich auf die wirtschaftliche Auswirkungen, um biologische, regionale oder politische Faktoren geht es nicht, und auch der ökologische Gesichtspunkt ist nicht Gegenstand der Studie.

Weniger als 1% des Gesamtexportvolumens im Fisch
Der Studie nach hat der Export von Walfleischprodukten niemals mehr als 0,6% des Gesamtexportvolumens an Fischerzeugnissen ausgemacht – dieser Rekord wurde einmalig im Jahr 2016 erzielt. Obwohl der Walfang keine ökonomisch wichtige Branche ist, so hat er doch eine Bedeutung für die Beschäftigten, die beim Walfang auf See und in der Schlachtung und Verarbeitung an Land weitaus höhere Löhne erzielen als in den meisten anderen Branchen. Arbeit in der Walfangbranche bedeutet Schichtarbeit, und zwar für nicht mehr als vier Monate pro Jagdsaison. In der vergangenen Jagdsaison waren um die 120 Personen bei Hvalur hf beschäftigt, der Durchschnittsslohn auf See und an Land betrug zwischen 1,7 bis 2 Mio ISK (11.800 EUR), pro Monat.

Die Studie beschreibt verschiedene Schwierigkeiten beim Verkauf von Walerzeugnissen, die durch Beschränkungen und andere Faktoren zustande kommen. „Es war schwierig, eine Genehmigung für den Verkauf von Walmehls zu bekommen, z.B. in Futtermitteln für Schweine, da es die Voraussetzungen für eine solche Verwendung nicht erfüllt.“ heisst es in der Studie. Hvalur hf. hat auch Walöl auf seinen Schiffen verbrannt, aber „Es hat sich als unmöglich erwiesen, das Öl für andere Zwecke zu verkaufen, teilweise aufgrund von Handelsbeschränkungen für Walprodukte.“

Exportmarkt schrumpft, Transport schwierig
Hvalur hf. hat in den letzten Jahren ausschließlich Finnwale gejagt, und dieses Fleisch wurde nur nach Japan verkauft. Der Verzehr von Walfleisch ist dort jedoch rapide zurückgegangen, von 233.000 Tonnen im Jahr 1962 auf nur noch 1000-2000 Tonnen in den Jahren 2021 und 2022. Auch der Transport von Walerzeugnissen hat sich in den letzten Jahren aufgrund des Drucks von Organisationen, die sich gegen den Walfang einsetzen, als schwierig erwiesen, aber auch, weil Regierungen den Transport von Walfleisch durch ihre Landesgrenzen nicht mehr so gerne genehmigen. Daher musste Hvalur sein Walfleisch über die Nordroute nördlich von Russland und Sibirien nach Japan transportieren. Die Seefahrtbedingungen auf dieser Strecke sind sehr schwierig und erfordern die Zusammenarbeit mit russischen Eisbrechern.

Zukunft des Walfangs entscheidet sich bald
Während der isländische Walfang im Ausland negativ gesehen wird, kam der Bericht nicht zu dem Schluss, dass diese Ansichten messbare negative Auswirkungen auf die isländische Wirtschaft hatten. Weder erschwerten sie den Verkauf isländischer Produkte im Ausland, noch schmälerten sie die Beliebtheit Islands als Touristenziel. Islands Ministerin für Fischerei, Svandís Svavarsdóttir, hatte am 20. Juni, einen Tag vor Beginn der diesjährigen Jagdsaison, ein vorübergehendes Fangverbot erlassen. Das Verbot läuft Ende August aus. Svandís hatte erklärt, dass eine Entscheidung über die Fortsetzung der umstrittenen Praxis noch in diesem Monat veröffentlicht wird.

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