Polizei setzt Pfefferspray gegen Demonstranten ein Skip to content
palestine protest
Photo: Jelena Ćirić .

Polizei setzt Pfefferspray gegen Demonstranten ein

Die Polizei hat heute Pfefferspray gegen eine Gruppe von Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude in Reykjavík eingesetzt. Nach Angaben der Polizei war dies nötig, um die Demonstranten davon abzuhalten, Politikerfahrzeuge am Wegfahren zu hindern. Allerdings gibt es Zeugenvideos, die zeigen, dass das Pfefferspray eingesetzt wurde, nachdem die Fahrzeuge das Parlament verlassen hatten, und offenbar auch gegen friedliche Demonstranten.

Friedlicher Protest
Der Protest war vom Island-Palästina Verein am Skuggasund organisiert worden, wo Kabinettsmitglieder eine Sitzung abhielten. Eine der Demonstrantinnen, Salvör Gullbrá Þórarinsdóttir, sagte RÚV, dass sich rund 150 Demonstranten dort aufgehalten hätten.
„Als die Ministerautos kamen, um die Minister abzuholen, haben sich Demonstranten in einem Protestakt vor den Autos auf den Boden gelegt, um die Abfahrt der Minister zu verzögern,“ erklärte Salvör. „Die sind von der Polizei mit Pfefferspray besprüht worden.“ Sie sagt, manche Demonstranten seien aus einem Abstand von 10 Zentimetern besprüht worden, drei von ihnen hätten in die Notaufnahme gebracht werden müssen. Rund 30 seien besprüht worden.

Befehle missachtet, verletzte Demonstranten
Arnar Rúnar Marteinsson von der Hauptstadtpolizei bestätigt den Gang der Ereignisse. RÚV gegenüber sagte er, man habe die Demonstranten aufgefordert, das Areal zu verlassen und den Fahrzeugen aus dem Weg zu gehen.
„Wir mussten [Pfefferspray] anwenden, um die Strasse freizumachen, damit wir keine Blockade vor den Ministerfahrzeugen haben,“ erklärte Arnar. Schlagstöcke hätten sie nicht angewendet. „Kein Demonstrant ist verletzt worden.“ Dafür sei ein Polizist von einem der Ministerfahrzeuge angefahren worden.

Videos zeigen wie es war
Von dem Vorfall gibt es Fotos und Videoaufnahmen, in einigen ist deutlich zu sehen, dass die am Boden liegenden Demonstranten mit Pfefferspray eingenebelt wurden. Andere Videos zeigen die Anwendung von Pfefferspray, nachdem die Ministerautos abgefahren waren, sowie gegen Personen, die sich passiv verhielten.
Die Demonstranten verlangten das gleiche wie die Aktivisten, die gestern eine friedliche Sitzblockade im Aussenministerium veranstaltet hatten: die Verhängung von Handelssanktionen und den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Israel, im Licht des Massakers an Kindern und Frauen in den Flüchtlingslagern von Rafah am vergangenen Wochenende.

Sitzblockade im Aussenministerium
Die Teilnehmer der Sitzblockade hatten keiner Organisation angehört, sondern waren Privatpersonen, die nach eigenen Angaben die Nase voll vom Nichtstun isländischer Politiker haben und solange Theater machen wollen, bis die Regierung reagiert.
Sie werfen der Regierung vor, seit 234 Tagen dem Genozid an Palästinensern tatenlos zuzuschauen, und Forderungen nach einem Waffenstillstand keine Taten folgen zu lassen. Die Gruppe hatte um ein Treffen mit Aussenmministerin Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir gebeten, hatte jedoch nicht einmal Mitarbeiter des Ministeriums zu sehen bekommen.

Island war im Jahr 2011 eins der ersten Länder weltweit, das Palästina als unabhängigen Staat anerkannt hat. Norwegen, Irland und Spanien hatten sich in der vergangenen Woche angeschlossen.

 

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter