Island will schwerkranken palästinensischen Jungen abschieben Skip to content
Photo: Golli.

Island will schwerkranken palästinensischen Jungen abschieben

Die isländischen Behörden beabsichtigen, einen 12-jährigen Jungen aus Palästina, der an der Duchenne Muskeldystrophie leidet, zusammen mit seinen Eltern abzuschieben. Die Abschiebung könnte für den Jungen bedeuten, dass er bis zu 18 Monate auf medizinische Versorgung warten muss. Mediziner meinen, diese Nichtversorgung werde seine Lebensqualität irreversibel beeinträchtigen und sein Leben verkürzen. Der Anwalt der Familie drängt im Hinsicht auf Yazans Gesundheit auf Wiederaufnahme des Falls.

Abschiebung nach Spanien
Morbus Duchenne gehört zu den schwersten Formen ererbter Muskeldystrophien. Die Krankheit führt zu einer progressiven Muskeldegeneration, die am Ende auch die Atemmuskulatur betrifft. Die Lebenserwartung für medizinisch gut versorgte Duchenne-Patienten liegt bei rund 25 bis 35 Jahren. Duchenne ist nicht heilbar.
Yazan war vor einem Jahr mit seinen Eltern aus Palästina nach Island gekommen. Sie waren über Spanien eingereist, wo ihre Reisepässe abgestempelt wurden. Die isländischen Behörden wollen die Familie im Rahmen des Dublin-Verfahrens daher nach Spanien abschieben, wo sie jedoch zuvor gar nicht gelebt hatte. Vor drei Wochen hatte die Familie Besuch von der Polizei erhalten, um sie auf ihre Abschiebung vorzubereiten.

Warten auf Abholung
Der Anwalt der Familie, Albert Lúðvígsson, hatte beim Berufungsausschuss der Ausländerbehörde eine Wiederaufnahme des Falls beantragt, da die erforderlichen Unterlagen über die Auswirkungen der Abschiebung auf Yazans Gesundheit bei der ersten Entscheidung nicht vorgelegt worden waren. Der Ausschuss prüfe derzeit den Antrag, habe aber noch keine Entscheidung getroffen. „Die Lage ist daher leider unverändert,“ sagte Albert Vísir. „Die warten immer noch auf eine Nachricht der Polizei über ein Abschiebungsdatum.“

Sechs Verbände für die Rechte Behinderter und humanitäre Organisationen in Island haben die geplante Abschiebung verurteilt: Landssamtökin Þroskahjálp (eine Organisation, die sich für die Rechte von Behinderten einsetzt); Duchenne samtökin (der isländische Duchenne Verband); die Wohltätigkeitsorganisation Einstök börn (Einzigartige Kinder); der feministische Verband für Behinderte, Tabú; Réttur barna á flótta (eine Organisation, die sich für die Rechte von Flüchtlingskindern einsetzt); und der ÖBÍ, der Dachverband für Menschen mit Schwerbehinderungen, dem 40 Unterverbände angeschlossen sind.

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